Greener Skies Ahead 2018

Power-to-Liquid

PtL-Leitmesse in Deutschland

Bonn, Haus der Luftfahrt

Die 9. Internationale Konferenz “Greener Skies Ahead” zum Themenbereich Nachhaltige Luftfahrt findet am 13. November in Bonn statt. Auch in diesem Jahr steht die Konferenz ganz im Zeichen von Power-to-Liquid für die internationale Luftfahrt. Das Programm steht nun zum Download bereit.

Wie im letzten Jahr werden bekannte Experten zum Thema Power-to-Liquid referieren und insbesondere die enormen Potenziale und Chancen von PtL für die Luftfahrt erläutern.

Die Konferenz hat sich in den letzten drei Jahren zu einer Leitmesse für Nachhaltige Luftfahrt und PtL im deutschsprachigen Raum entwickelt. Von der Konferenz werden auch in diesem Jahr wichtige Impulse in Richtung Politik und Wirtschaft ausgehen und zu Umsetzungsprojekten von PtL-Produktionsanlagen anregen.

Die Anmeldung kann am einfachsten über die Event-Seite Greener Skies Ahead 2018  erfolgen. Alternativ steht ein Anmeldeformular im Programm zur Verfügung, oder Sie melden sich über die IASA-Event-Seite an.

Machen Sie mit und gestalten Sie mit uns die Zukunft einer Nachhaltigen Luftfahrt!

Power-to-Liquid

BAYERNS MINISTERPRÄSIDENT STARTET DEN FLUGHAFEN-AUSBAU

nachhaltige Luftfahrt
Flughafen Memmingen, 5. Oktober

Erster Spatenstich aus prominenter Hand: Für den Ausbau des Flughafen Memmingen griff Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder höchstpersönlich zur Schaufel. Gemeinsam mit weiteren Ehrengästen leitete er am heutigen Freitag symbolisch die Ausbauarbeiten ein, die Bayerns dritten Verkehrsflughafen fit für die Zukunft machen sollen.

„Der Freistaat Bayern steht zum Flughafen Memmingen und fördert diese wichtige Zukunftsmaßnahme“, betonte der Ministerpräsident. „Der Allgäu Airport entwickelt sich hervorragend, stärkt den Wirtschafts- und Tourismusstandort Schwaben und ist eine feste Größe in Deutschlands Flugverkehr. Eine echte Erfolgsgeschichte weiß-blauer Strukturpolitik!“

„Wir halten gegenüber unseren Partnern und Passagieren Wort“, betonte auch Flughafen Geschäftsführer Ralf Schmid und wies auf das vertrauensvolle Verhältnis des Flughafens zu seinen Airline-Partnern hin, die seit Jahren mit Ausnahmegenehmigungen am Flughafen Memmingen agierten. Seit geraumer Zeit wachse der Airport schneller als erwartet. In diesem Jahr rechne man mit 1,4 Millionen Passagieren. „Dieses Wachstum“, so Schmid, „zwingt uns zum Handeln. Dies sind wir auch unseren Partnern schuldig, die uns immer wieder mit einem Vertrauensvorschuss bedacht haben.“

Gebhard Kaiser, Beiratsvorsitzender der Allgäu Airport GmbH & Co KG und Landrat a.D., würdigte Mut und Entschlossenheit der Airport Gesellschafter und betonte die erfolgreiche organisatorische Neuausrichtung des Flughafens, die dafür gesorgt habe, dass der Airport nun schuldenfrei agieren könne und letztendlich erstmals auch schwarze Zahlen geschrieben habe. Dank gebühre in diesem Zusammenhang auch den beteiligten Kommunalpolitikern und Banken

Im Mittelpunkt des geplanten Ausbaus stehen die Sanierung und Verbreiterung (von 30 auf 45 Meter) der Start- und Landebahn, die von der Memminger Firma Kutter durchgeführt wird. Dazu kommen die Erneuerung der Flughafenbefeuerung, die Optimierung des Instrumentenlandesystems sowie eine Erweiterung der Gepäckhalle. Finanzielle Unterstützung erhält der Flughafen durch den Freistaat Bayern, der von den bisher geplanten 17,7 Millionen Euro Baukosten 12,2 Millionen übernehmen wird. Die insbesondere durch Kapazitätsengpässe bei Baufirmen und die anhaltend gute Baukonjunktur hervorgerufene Verzögerung des Baubeginns führte nun zu Kostensteigerungen. Auch diese werden, so unterstrich Ministerpräsident Dr. Söder am Freitag, vom Freistaat in Teilen mitgetragen.

Nach der Vergabe der Tiefbau- und Elektrotechnik-Arbeiten erfolgten bereits die vorbereitenden Maßnahmen in diesen Bereichen. Die Arbeiten zur Sanierung und Verbreiterung der Start- und Landebahn beginnen im Frühjahr 2019. Mit einem Abschluss der gesamten Arbeiten ist im Jahr 2020 zu rechnen.

Start frei für den Ausbau des Flughafen Memmingen: Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Flughafen Geschäftsführer Ralf Schmid (Mitte) gemeinsam mit Kommunalpolitikern und Vertretern des Airports beim ersten Spatenstich.
Quelle: Flughafen Memmingen

Neue Studie der Air Transport Action Group (ATAG) zur Rolle der zivilen Luftfahrt

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Luftverkehr unterstützt 65,5 Millionen Arbeitsplätze und wirtschaftliche Aktivitäten mit einem Volumen von 2,7 Billionen Dollar

GENF–(BUSINESS WIRE)–Der globale Luftverkehrssektor unterstützt 65,5 Millionen Arbeitsplätze und 2,7 Billionen Dollar an globaler Wirtschaftstätigkeit, so eine neue Studie, die heute von der Air Transport Action Group (ATAG) veröffentlicht wurde. Der Bericht Aviation: Benefits Beyond Borders, der auf www.aviationbenefits.org heruntergeladen werden kann, untersucht die grundlegende Rolle der zivilen Luftfahrt für die heutige Gesellschaft und befasst sich mit den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen dieser globalen Industrie.

Bei der Vorstellung des Berichts auf dem ATAG Global Sustainable Aviation Summit in Genf sagte Michael Gill, Geschäftsführer der ATAG: „Lassen Sie uns innehalten und darüber nachdenken, wie die Fortschritte im Luftverkehr die Art und Weise verändert haben, wie Menschen und Unternehmen miteinander vernetzt sind – die Reichweite der Vernetzung, die wir heute haben, ist außergewöhnlich. Mehr Menschen in mehr Regionen der Welt als je zuvor nutzen die Möglichkeit des sicheren, schnellen und effizienten Reisens.“

„Über 10 Millionen Frauen und Männer arbeiten in der Branche und sorgen dafür, dass 120.000 Flüge und 12 Millionen Passagiere pro Tag sicher abfliegen und ankommen. Die Lieferkette, die indirekten Effekte und die Arbeitsplätze im Tourismus, die durch den Luftverkehr ermöglicht weden, zeigen, dass mindestens 65,5 Millionen Arbeitsplätze und 3,6 % der weltweiten Wirtschaftstätigkeit von unserer Industrie unterstützt werden.“

Der Bericht befasst sich auch mit zwei Zukunftsszenarien für das Wachstum des Luftverkehrs und die damit einhergehenden Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Vorteile. Mit einem offenen Freihandelsansatz wird das Wachstum des Luftverkehrs im Jahr 2036 rund 97,8 Millionen Arbeitsplätze und 5,7 Billionen Dollar an Wirtschaftstätigkeit unterstützen. Wenn die Regierungen jedoch eine stärker fragmentierte Welt mit Isolationismus und protektionistischer Politik schaffen, würden über 12 Millionen weniger Arbeitsplätze und 1,2 Billionen Dollar weniger wirtschaftliche Aktivität durch den Luftverkehr unterstützt.“

„Indem wir miteinander arbeiten, von den Kulturen der anderen lernen und den offenen Handel unterstützen, schaffen wir nicht nur eine stärkere wirtschaftliche Perspektive, sondern setzen auch unsere Bemühungen für die Schaffung der Bedingungen für ein friedliches Miteinander auf der ganzen Welt fort. Die Luftfahrt ist der Schlüssel zu dieser positiven Verbindung.“

Die wichtigsten Fakten aus Aviation: Benefits Beyond Borders auf einen Blick:

  • Der Luftverkehr unterstützt 65,5 Millionen Arbeitsplätze und weltweite Wirtschaftsaktivitäten mit einem Volumen von 2,7 Billionen Dollar.
  • Ueber 10 Millionen Menschen arbeiten im Luftverkehrssektor weltweit.
  • Der Luftverkehr transportiert 35% des Welthandels nach Wert (6,0 Billionen Dollar im Jahr 2017), aber weniger als 1 % des Volumens (62 Millionen Tonnen im Jahr 2017).
  • Die Flugpreise liegen heute rund 90 % unter den Kosten, die die gleiche Reise im Jahr 1950 gekostet hätte – dies hat den Zugang zu Flugreisen für grosse Teile der Bevölkerung ermöglicht.
  • Die Branche in Zahlen: 1.303 Fluggesellschaften fliegen 31.717 Flugzeuge auf 45.091 Strecken zwischen 3.759 Flughäfen gesichert von 170 Flugsicherungsorganisationen.
  • 57 % aller Touristen weltweit reisen mit dem Flugzeug.

Die Air Transport Action Group vertritt den gesamten Luftfahrtsektor: Fluggesellschaften, Flughäfen, Flugsicherungsorganisationen sowie die Hersteller von Flugzeugen und Triebwerken. Sie koordiniert gemeinsame Positionen der Industrie zur nachhaltigen Zukunft des Luftverkehrs.

Quelle: www.atag.org

Klimafreundliche Kraft- und Brennstoffe können fast eine halbe Million neue Arbeitsplätze schaffen Studie

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Studie: Globale Win-win-Situation durch neue Energieträger

02.10.2018

Ein wachsender Weltmarkt für erneuerbare Kraft- und Brennstoffe, die Mineralöl und Erdgas zunehmend ergänzen, wird sich für die deutsche Wirtschaft und potenzielle Partnerländer sehr positiv auswirken. Nach Effizienzsteigerungen und dem Ausbau der inländischen Ökostrom-Erzeugung sind Importe erneuerbarer Energie aus Ländern mit günstigeren Produktionsbedingungen ein Standbein für eine zukünftige bezahlbare Energieversorgung in Deutschland. Die heimische Wirtschaft übernähme in einem globalen Markt für alternative Kraft- und Brennstoffe dann die Rolle eines Technologie-, Maschinen- und Anlagenexporteurs. Dadurch würden sich hierzulande zusätzliche Wertschöpfungseffekte von jährlich im Schnitt bis zu 36,4 Milliarden Euro sowie bis zu 470.000 neue Arbeitsplätze bis 2050 ergeben. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Synthetische Energieträger – Perspektiven für die deutsche Wirtschaft und den internationalen Handel” von Frontier Economics und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.

Will Deutschland seine klimapolitischen Ziele für 2050 erreichen, müssen Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas zunehmend treibhausgasneutral werden. Möglich wäre das durch die Herstellung und den Import erneuerbarer Kraft- und Brennstoffe. “Eine autarke Energieversorgung Deutschlands ist auch nach der Energiewende unrealistisch – das ergibt sich schon allein aus der faktisch begrenzten Standortverfügbarkeit für Anlagen zur erneuerbaren Stromerzeugung”, erklärt Dr. Jens Perner, Associate Director bei Frontier Economics und einer der Autoren der Studie.

Deutschland führt bei Schlüsseltechnologien

Zur Herstellung zunehmend treibhausgasneutraler Brenn- und Kraftstoffe können verschiedene Pfade genutzt werden. Derzeit sind biomassebasierte Produkte auf dem Markt erhältlich, die bereits heute Treibhausgasminderungen aufweisen. Durch den Einsatz von erneuerbarem Wasserstoff können Raffinerieprodukte mit weniger Treibhausgasemissionen produziert, aber auch biomassebasierte Produkte hydriert werden. Der Bedarf an erneuerbaren Kraft- und Brennstoffen wird weltweit allerdings derart groß sein, dass zukünftig auch synthetische Brenn- und Kraftstoffe aus regenerativ erzeugtem Wasserstoff und CO2 als Kohlenstoffquelle, auch Power-to-X (PtX) genannt, benötigt werden.

Großer Bedarf an industriellen Anlagen

Allein die weltweite Nachfrage nach PtX kann gemäß des in der Studie untersuchten Referenz-Szenarios bis zum Jahr 2050 Größenordnungen von 20.000 Terrawattstunden oder mehr erreichen – das entspräche in etwa der Hälfte der heutigen weltweiten Nachfrage nach Rohöl. Diese Menge würde einen großen Bedarf an industriellen Anlagen auslösen. Dazu gehören etwa Elektrolyseure zur Wasserstofferzeugung und Anlagen zur Herstellung flüssiger Kraft- und Brennstoffe. “Die PtX-Produktion würde überwiegend in Ländern stattfinden, die im Hinblick auf Wind- und Solarstromproduktion bessere Bedingungen als Deutschland bieten. Dennoch wirkt sie sich auch auf die heimische Wirtschaft positiv aus, da diese bei wichtigen Schlüsseltechnologien bereits heute führend ist”, so Perner.

Für Deutschland ergeben sich so laut Studie zusätzliche Wertschöpfungseffekte in Höhe von jährlich insgesamt rund 36,4 Milliarden Euro bis 2050. Im selben Zeitraum würden hierzulande insgesamt bis zu 470.000 neue Arbeitsplätze insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau geschaffen. Ein wichtiger Beschäftigungseffekt, gerade im Hinblick darauf, dass im Zuge der Energiewende in Deutschland anderswo Arbeitsplätze wegfallen könnten.

“Durch den Aufbau neuer Industrien bieten sich aber auch für PtX-Erzeugerländer große Chancen. Gerade für entwicklungsbedürftige Regionen, aber auch für Schwellenländer, könnten sich dadurch neue Entwicklungsperspektiven ergeben”, so Perner. Zudem verschaffe der Export erneuerbarer Kraft- und Brennstoffe auch jenen Ländern eine zusätzliche Perspektive, die gegenwärtig vor allem fossiles Öl und Gas ausführen.

Zusätzliche Option für die Energiewende

Erneuerbare Kraft- und Brennstoffe sind ein wirksamer Lösungsbeitrag für den globalen Klimaschutz. Um deren ökonomische und ökologische Vorteile nutzen zu können, sind jedoch erhebliche Investitionen nötig. Diese Investitionen setzen langfristig verlässliche Rahmenbedingungen voraus. Die Studienautoren empfehlen daher eine rechtzeitige politische Weichenstellung. Aktuell ist zum Beispiel die Anrechnung erneuerbarer Kraftstoffe bei der CO2-Flottenregulierung für Pkw und Nutzfahrzeuge dringend geboten, wie auch Dr. Kurt-Christian Scheel, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA), meint: “Um die Energiewende zu meistern, brauchen wir technologieoffene Lösungen. Daher ist es wichtig, neben der Elektromobilität und anderen alternativen Antrieben auch den Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe voranzutreiben. Die Politik sollte hierfür zügig für die passenden Voraussetzungen sorgen.”

Auftraggeber der Studie “Synthetische Energieträger – Perspektiven für die deutsche Wirtschaft und den internationalen Handel” sind: Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO), MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland sowie UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen. Die vollständige Studie sowie eine Kurzfassung sind auf den Websites der Verbände erhältlich: www.zukunftsheizen.de, www.mew-verband.de, www.uniti.de.

Quelle: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)

BDL Klimaschutzreport 2018

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Neue Bestmarke: Kerosinverbrauch im Luftverkehr sinkt auf 3,58 Liter pro 100 Personenkilometer

 

Berlin, 1. Oktober 2018: Der Luftverkehr wird immer energieeffizienter. Laut Klimaschutzreport 2018 des Bundesverbands der  Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) haben die deutschen Fluggesellschaften den spezifischen Energieverbrauch erneut senken können – auf nur noch 3,58 Liter Flugkraftstoff pro Passagier und 100 km. Das geht aus dem aktuellen Klimaschutzreport des BDL hervor. Bei der neuen Bestmarke handelt es sich um den tatsächlichen Energieverbrauch der Flugzeugflotten der Mitgliedsunternehmen, der nicht auf Basis theoretischer Herstellerangaben, sondern auf Grundlage des real gemessenen Verbrauchs errechnet wurde. Damit hat sich die Energieeffizienz seit 1990 um insgesamt 43 Prozent verbessert.

„Die deutschen Flugzeugflotten sind heute so energieeffizient wie nie zuvor! Der neue Effizienzrekord zeigt, dass Klimaschutz im Luftverkehr am besten durch Investitionen in moderne, energieeffiziente Flugzeuge gelingt. Hier haben wir schon viel erreicht. Damit wir auf diesem Weg weitere Fortschritte machen können, müssen wir die Investitionskraft der Unternehmen erhalten. Einseitige nationale Sonderlasten wie die Luftverkehrsteuer oder auch die gelegentliche Forderung  nach einer Kerosinbesteuerung gehen in die falsche Richtung, weil sie den Fluggesellschaften die benötigte Investitionskraft entziehen – und damit auch dem Klimaschutz schaden“, betont BDL-Präsident Prof. Klaus-Dieter Scheurle.

Obwohl der Energiebedarf pro Passagier dank besserer Effizienz und Auslastung kontinuierlich sinkt, nehmen die CO2-Emissionen durch das internationale Verkehrswachstum weltweit weiter zu. Deswegen hat die UN-Luftfahrtorganisation ICAO für den internationalen Luftverkehr die Einführung des CO2-Kompensationssystems CORSIA beschlossen, das die wachstumsbedingten CO2-Emissionen auf dem Niveau von 2020 stabilisieren wird. Damit ist die Luftfahrt die erste Branche mit einem wirksamen internationalen Klimaschutzinstrument.

Die wichtigsten Ergebnisse des Klimaschutzreports 2018:

  • Passagierverkehr: Im Jahr 2017 verbrauchten die Flugzeuge der deutschen Fluggesellschaften durchschnittlich 3,58 Liter Kerosin pro 100 Personenkilometer. Im Vergleich zu 1990 sind das 43 Prozent weniger.
  • Luftfracht: Auf Passagiere umgerechnet (je 100 kg inklusive Gepäck) verbraucht die Fracht-Flotte der Lufthansa Cargo nur 1,80 Liter auf 100 Kilometer.
  • Fluggerät: Die deutschen Fluggesellschaften investieren in den nächsten Jahren in 242 verbrauchsärmere Flugzeuge zum Listenpreis von 39 Milliarden Euro. Technische Innovationen sorgen dafür, dass der Treibstoffbedarf mit jeder Flugzeuggeneration um bis zu 25 Prozent sinkt. Die Investitionen in neue Flugzeuge könnten jedoch höher ausfallen, wenn der Gesetzgeber wettbewerbsverzerrende Sonderbelastungen wie die Luftverkehrsteuer abbauen würde.
  • Flughäfen: Die deutschen Flughäfen konnten ihre spezifischen CO2-Emissionen zwischen 2010 und 2017 um mehr als 38 Prozent auf 1,91kg CO2 pro Verkehrseinheit senken.
  • Flugsicherung: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) reduzierte die durchschnittliche Abweichung von der Ideallinie einer Flugstrecke in Deutschland in den vergangenen Jahren um 31 Prozent. 2017 fielen durch die Vermeidung von Umwegen rund 69.000 Tonnen weniger CO2 an.

Der vollständige BDL-Klimaschutzreport 2018 steht auf der BDL-Website unter www.bdl.aero zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen zum Thema Klimaschutz im Luftverkehr finden Sie auf dem Klimaschutz-Portal unter www.klimaschutz-portal.aero.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

6. Bayerischer CSR-Tag

6. Bayerischer CSR-Tag

Nachhaltig wirtschaften im digitalen Zeitalter

München, 26. September 2018

Am heutigen Tag fand bei der IHK für München und Oberbayern der 6. Bayerische CSR-Tag statt.

Peter Driessen

Der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) e.V. und Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, Peter Driessen, eröffnete die gut besuchte Veranstaltung an einem spätsommerlichen Nachmittag in München.

Die Digitalisierung ist in unserem Alltag angekommen und manchmal ist es erschreckend, sagte er in seinem Einführungsstatement.
Es wäre falsch, Digitalisierung nur auf ihre Größenordnung zu reduzieren. Der Megatrend BigData und die Künstliche Intelligent (KI) verändern Menschen und Geschäftsmodelle. Diese Entwicklung, gerne auch Industrie 4.0 genannt, bedürfe einer gesellschaftspolitischen Begleitung, so Driessen.
Der andere Megatrend, die Nachhaltigkeit ist seinen Worten zufolge eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhundert, verwoben mit dem zuerst genannten Megatrend. Dabei betonte er, das es immer unser Ziel sein muß, die Zukunft enkeltauglich zu gestalten. Der digitale Wandel birgt enorme Chancen auch für eine menschlichere Zukunft.
Peter Driessen CSR-Tag

Peter Driessen, Foto Michael Wühle, © EnergieAgentur Oberbayern eG

 

Der Referent wies darauf hin, dass der Stromverbrauch in Deutschland weiterhin steigt, trotz aller bisherigen Erwartungen und Anstrengungen bezüglich Energieeffizienz. Grund ist so Driessen, daß wir es uns immer bequemlicher machen und unsere Lebensbedingungen immer weiter verbessern, z.B. durch höhere Raumtemperaturen. Wir müssen uns intensiv und selbstkritisch mit diesen Tendenzen auseinandersetzen betonte er. Er veranschaulichte diese Tendenz mit dem schönen Beispiel, wäre das Internet kein System, sondern ein Staat, dann läge es heute an Platz 6 in der Welt beim Energieverbrauch.

Was erwarten wir vom Gesetzgeber von Gesetzgebungsregularien bei KI? Peter Driessen glaubt nicht, dass gesetzliche Regularien hier funktionieren. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, so Driessen und eigene Lösungen finden. Nachhaltigkeit sollte wesentlicher Bestandteil der Digitalisierung werden wünscht sich Peter Driessen und schloss seinen Vortrag mit dem Versprechen, für die Mitgliedsunternehmen der IHK in Oberbayern einen Beitrag zur Innovationsentwicklung zu leisten.
 

Markus Zorzi

Der Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, Markus Zorzi, bekräftigte, daß CSR sehr wichtig ist für Gesellschaft und Wirtschaft. Er möchte Nachhaltigkeit stärker in das Bewusstsein der Menschen bringen, insbesondere bei Unternehmen. Nachhaltige Unternehmensführung, nachhaltige Produktion sind hier die Themen. Markus Zorzi glaubt, dass es wichtig sei, diese Herausforderung als Chance für eine nachhaltige Entwicklung zu sehen. CSR sollten Unternehmen zusätzlich zu Digitalisierung machen, da ökonomischer Erfolg und verantwortliches Handeln zwei Seiten einer Medaille sind, so Zorzi.
 
Es gilt dabei die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit ins Boot der Nachhaltigkeit zu holen. CSR ist auch Sponsoring, Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen auch zur Kundenbindung. Er verwies auf CSR.Bayern.de, die offizielle Webseite seines Ministeriums, auf der unter anderem ein Online-Tool zur Selbsteinschätzung und ein Leitfaden zur Implementierung von Nachhaltigkeit in Unternehmen zu finden ist. Die Seite ist besonders auf KMU zugeschnitten. Schließlich bekräftigte Zorzi, dass das Prinzip der Freiwilligkeit auch beim Thema Nachhaltigkeit gilt. Es wäre völlig falsch, wenn der Gesetzgeber Vorgaben machen würde, wie gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen gelebt werden soll.
 
 

Fazit

Der 6. Bayerischer CSR-Tag war ein wichtiger Impuls insbesondere in Richtung KMU, die Transformation der bayerischen Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit und Energieeffizienz konsequent und zielstrebig weiter zu gehen, denn dies ist die beste Zukunftssicherung für jedes Unternehmen. Dies gilt gerade auch im Zeichen der gegenwärtigen Megatrends Klimawandel und seine Folgen, Digitalisierung und KI, sowie der angestrebten Energiewende in Deutschland. Alles in allem war dies eine Veranstaltung, die den Akteuren im Bereich Nachhaltigkeit neuen Mut gemacht hat.

Quelle: EnergieAgentur Oberbayern eG


6. Bayerischer CSR-Tag

Power-to-X: Flexible Speicherlösungen für die Sektorenkopplung

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Berlin, 25. September 2018

Der BVES veröffentlicht seine Kernforderungen zur Systemintegration von Power-to-X(PtX)-Energiespeicherlösungen.

  Mit flexibler Sektorenkopplung CO2– Emissionen senken  Power-to-X-Technologien (PtX) überwinden Sektorengrenzen, übertragen flexibel Energie und tragen so nachhaltig zur Reduktion von CO2-Emissionen und zur Effizienz bei. Daneben gleichen integrierte Energiespeicher in system-, netz- und marktdienlicher Betriebsweise die Volatilität erneuerbarer Energie aus und geben damit einen entscheidenden kostensenkenden Effekt in das Gesamtsystem. Energiewandlung ist kein Energieverbrauch Die besonderen Potentiale von Energiespeichern auch bei der Sektorenkopplung werden im deutschen Recht aktuell nur marginal berücksichtigt. Stattdessen werden Speicher pauschal als Letztverbraucher eingestuft, an die die Erhebung von Umlagen und Abgaben knüpft. Darüber hinaus erkennt der regulatorische Rahmen in der Regel die Senkung von CO2-Emissionen nicht an und es fehlt die notwendige Planungs- und Investitionssicherheit. Viele PtX-Systeme sind bereits heute kommerziell und industriell verfügbar. Trotz ihrer Systemvorteile werden in Deutschland aufgrund der regulatorischen Bedingungen nur sehr wenige Speicher und Power-to-X-Anlagen gebaut. Dabei könnten Speicher bereits heute den Bedarf an Flexibilität in vielen Fällen volkswirtschaftlich günstiger und technisch besser erfüllen als herkömmliche Erzeugungsanlagen oder Instrumente. Energiewendekosten auf die Schultern aller Sektoren verteilen Der BVES plädiert für ein grundlegendes Umdenken weg von einer einseitig über den Stromsektor finanzierten Energiewende hin zu einer sektorengerechten Wälzung der Kosten auf alle Energieerzeugnisse. Das zukünftige Energiemarktdesign muss verlässliche Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche Sektorenkopplung schaffen und die Senkung von CO2-Emissionen honorieren. Das Design muss zudem unbedingt den Grundsatz der Technologieoffenheit respektieren. Konkrete Lösungsansätze liegen vor Der BVES erläutert in seinem Positionspapier konkrete Lösungsansätze zur verbesserten wirtschaftlichen und systemdienlichen Implementierung von PtX-Technologien, die den netzdienlichen Einsatz, die intelligente Nutzung von Strom aus Erneuerbaren Energien in Zeiten von Einspeisemanagement oder die Stärkung regionaler Ansätze berücksichtigen. Anhand von Anwendungsbeispielen für Power-to-Gas (PtG), Power-to-Methane (PtM), Power-to-Liquid (PtL), Power-to-Heat (PtH) oder Power-to-Heat-to-Power (PtHtP) zeigt der BVES, dass bereits heute bedeutende Projektgrößen umsetzbar sind, die für Marktakteure auch außerhalb des F&E-Bereichs interessant sind. Bundesregierung muss Handlungsaufträge jetzt umsetzen Die politischen Handlungsaufträge im Koalitionsvertrag müssen heute realisiert werden, damit PtX-Technologien zur Anwendung kommen und ihren entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele einbringen können und zudem ihre immensen wirtschaftlichen Chancen der Technologien für den Standort Deutschland ausspeilen können. Die Kopplung der Energiesektoren Strom, Wärme und Mobilität in Verbindung mit Speichertechnologien ist ein in sich schlüssiges und nachhaltiges Konzept für unsere Energieversorgung, das unser System effizienter und klimafreundlicher macht. Die wesentliche regulatorische Bedingung hierfür ist, von einem reinen Strom- zu einem ganzheitlichen Energiesystem zu kommen, in dem die Energie zwischen den Sektoren frei fließen kann. Quelle: BVES
 

Pschierer verteidigt Stromtrassen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Neppersreuth, 20.09.2018

Bayerns Energieminister wirbt bei Kammersteiner Energietag für Kohleausstieg – 10H-Regel soll überprüft werden

Neppersreuth (rsc) Für den bayerischen Wirtschafts- und Energieminister Franz Josef Pschierer (CSU) sind es drei Kriterien, die künftig als Leitlinien für die Energieversorgung in Bayern gelten müssen.

(Auszug) … Für die nähere Zukunft setzt Pschierer außerdem auf zusätzliche großflächige Photovoltaik am Boden, einen Mix aus weiteren regenerativen Quellen und Speichertechniken wie “Power to Gas” und “Power to Liquid”. Dabei wird überschüssiger Strom aus Sonne und Wind in Methan und Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoff umgewandelt. Eine Technik, die auch das Energiebündel Roth-Schwabach für sinnvoll hält. “Wir haben ein riesiges Gasleitungssystem, die Speicherung dort ist technisch lösbar und bezahlbar”, meinte Energiebündel-Chef Werner Emmer. …

Den kompletten Artikel finden Sie unter: https://www.donaukurier.de/lokales/hilpoltstein/Landtagswahl-in-Bayern-2018-Pschierer-verteidigt-Stromtrassen;art596,3921507 

Quelle: Donaukurier

dena startet Global Alliance Power Fuels

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

19.09.2018, Berlin

Breites Bündnis entwickelt internationale Märkte für synthetische Kraft- und Brennstoffe aus erneuerbaren Energien

Global Alliance Power Fuels

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) und Partner aus der Industrie haben die Global Alliance Power Fuels gestartet. Das international ausgerichtete Bündnis verfolgt das Ziel, globale Märkte für synthetische Kraft- und Brennstoffe auf Basis erneuerbarer Energien zu erschließen. Es wird von einem branchenübergreifenden Kreis von Wirtschaftsunternehmen getragen und soll ein breites Partnernetzwerk aus den Bereichen Forschung und Wissenschaft, Politik und Gesellschaft aufbauen. Analysiert werden unter anderem internationale Märkte für Power Fuels und die Rahmenbedingungen für ihren Einsatz in verschiedenen Bereichen und Sektoren.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung: „Synthetische, erneuerbare Energieträger sind die dritte Säule für eine erfolgreiche Energiewende. Denn allein mit Energieeffizienz und der direkten Nutzung von erneuerbarem Strom wird sich der Energiebedarf in Zukunft nicht klimaneutral decken lassen. Unsere dena-Leitstudie und eine Reihe weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen verdeutlichen die Rolle von Power Fuels als Missing Link für einen ambitionierten, weltweiten Klimaschutz. Die dena arbeitet seit mehreren Jahren an diesen Fragestellungen.

Die Debatte dazu nimmt auch im internationalen klimapolitischen Diskurs immer mehr Fahrt auf. Bei der Entwicklung der entsprechenden Technologien ist Deutschland Vorreiter. Deshalb ist es auch naheliegend, eine derartige internationale Plattform hier auf den Weg zu bringen. Jetzt ist die Zeit gekommen, das bestehende Know-how zu nutzen und weiterzuentwickeln, groß ausgelegte Projekte anzustoßen und einen nachhaltigen Zukunftsmarkt zu erschließen.“

Power Fuels: vielfältige Einsatzmöglichkeiten für ambitionierten Klimaschutz

Power Fuels sind zum Beispiel im Verkehr oder in der chemischen Industrie für eine weitreichende Einsparung von Treibhausgasen erforderlich. Im Jahr 2050 können sie allein in Deutschland einen Bedarf von 150 bis 900 Terawattstunden abdecken – insbesondere in Anwendungsbereichen, die sich durch eine direkte Nutzung erneuerbaren Stroms nicht oder nur schwer von Emissionen befreien lassen, so ein Ergebnis der im Juni veröffentlichten dena-Leitstudie Integrierte Energiewende.

Power Fuels sind synthetische, gasförmige oder flüssige Kraft- und Brennstoffe, die mithilfe von erneuerbaren Energien erzeugt werden. Die Umwandlungsverfahren sind bekannt unter Begriffen wie Power to Gas (Strom zu Gas) und Power to Liquid (Strom zu Flüssigkeit). Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: als Kraftstoff im Verkehr, als Brennstoff zur Erzeugung von Wärme und Strom oder als Grundstoff in der chemischen Industrie. Power Fuels lassen sich – anders als Strom – flexibel speichern und transportieren.

Das Auftakttreffen der Global Alliance Power Fuels fand am 19. September in Berlin statt. Teilnehmer waren Unternehmen und Verbände aus den Branchen Energie und erneuerbare Energien, Automobil und Luftfahrt, Chemie und Mineralöl, Maschinen- und Anlagenbau, Versicherung und Finanzen, unter anderem Daimler AG, Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Deutscher Verband Flüssiggas e. V., Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), ENERTRAG AG, IWO Institut für Wärme und Oeltechnik e. V., Robert Bosch GmbH, Uniper Kraftwerke GmbH, UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V.

Der Partnerkreis wird weiter ausgebaut. Interessierte Unternehmen können sich bei der dena melden.

Quelle: dena

Methanbasierte Kraftstoffe für Verkehr und Energieversorgung

nachhaltige Luftfahrt

Leitprojekt MethQuest startet – Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert mit 19 Millionen Euro – 27 Partner aus Forschung, Industrie und Energiewirtschaft

Umweltfreundliche, bezahlbare und nicht zuletzt praktikable Lösungsansätze für eine erfolgreiche Energiewende sind Ziel des Leitprojekts „Methan aus erneuerbaren Quellen in mobilen und stationären Anwendungen“ (MethQuest), das heute, 14. September 2018, startet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt mit 19 Millionen Euro, die gemeinsame Leitprojektkoordination übernehmen Rolls-Royce Power Systems und die DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). An zwei der Verbundvorhaben des Projekts sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT beteiligt.  

Im Leitprojekt MethQuest sollen Technologien entwickelt und untersucht werden, über die sich methanbasierte Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen gewinnen, in mobilen und stationären Anwendungen nutzen und schnell in den Markt einführen lassen. Während Gas insbesondere in der Wärmeversorgung weit verbreitet ist, ist dessen Potenzial im Personen-, Güter- und Schiffsverkehr bisher kaum erschlossen.

„Für eine erfolgreiche Energiewende ist es unabdingbar, dass die Sektoren Energie und Verkehr gekoppelt und gesamtheitlich betrachtet werden. Dabei spielen methanbasierte Kraftstoffe, die anhand von Strom aus erneuerbaren Energiequellen („Power to Gas“) gewonnen werden, eine wichtige Rolle. Mit ihnen lassen sich Treibhausgasemissionen signifikant senken, was uns dabei unterstützt, die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Weiterentwicklung der Technologien, durch die diese Kraftstoffe energieeffizient eingesetzt werden können, ist ein wesentlicher Bestandteil des Leitprojekts MethQuest“, sagte Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft zum Projektstart.

Wesentlich für MethQuest ist der sektorenübergreifende Untersuchungsansatz. „Durch die sechs Verbundprojekte erreichen wir einen Innovationsschub in zahlreichen Bereichen, angefangen bei der Entwicklung neuartiger Lösungen, um Gas aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, über neuartige Motorenkonzepte für Pkw, stationäre Anwendungen und Schiffsantriebe bis hin zur Gestaltung von Microgrids für Binnen- und Seehäfen“, so Dr. Frank Graf, Bereichsleiter Gastechnologie der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des KIT. Er nahm den offiziellen Förderbescheid mit Andreas Schell, Vorstandsvorsitzender von Rolls-Royce Power Systems, stellvertretend für die 27 Partner aus Industrie und Forschung entgegen.

Das Vorhaben hat ein Gesamtvolumen von 32 Mio. Euro und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit insgesamt 19 Millionen Euro gefördert. In sechs Verbundprojekten, die von der Methangewinnung über neue Motorenkonzepte für Schiffe, Blockheizkraftwerke und Pkw bis hin zur Sektorenkopplung durch Microgrid-Lösungen für Binnen- und Seehäfen sowie der systemanalytischen Bewertung gehen, arbeiten die Partner zusammen.

An zwei Verbundvorhaben von „MethQuest“ ist das KIT beteiligt

Im Verbundvorhaben MethFuel, das sich mit neuartigen verfahrenstechnischen Konzepten zur Wasserstoff- und Kohlenstoffdioxid-Bereitstellung und zur katalytischen Methanisierung beschäftigt, sind der Lehrstuhl Chemische Technik des Instituts für Technische Chemie und Polymerchemie (ITCP) und der Bereich Chemische Energieträger – Brennstofftechnologie des Engler-Bunte-Instituts (EBI ceb) sowie das mit dem KIT assoziierte Europäische Institut für Energieforschung (EIfER) beteiligt. Das ITCP und EIfER werden in ihrem gemeinsam betriebenen Labor ENERMAT (ENErgetische MATerialien) untersuchen, wie die einzelnen Komponenten der Power-to-Gas-Anlagen, die mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden, mit einem stark schwankenden Stromangebot zurechtkommen. Dabei geht es vor allem um die Aufgabe, Festelektrolysezellen optimal für die hohen dynamischen Anforderungen von Power-to-Gas-Anwendungen einzusetzen. Komplementär dazu wird das EBI ceb die Dreiphasen-Methanisierung (3PM) untersuchen, die Stromschwankungen sehr schnell folgen kann. Dies ermöglicht die direkte Kopplung der Methanisierung an die Wasserstofferzeugung ohne Zwischenspeicherung und somit eine deutliche Reduzierung von Investitions- und Betriebskosten.

Im Verbundvorhaben MethCar, das sich mit der Entwicklung von neuartigen Pkw-Gasmotoren befasst, ist der Bereich für Verbrennungstechnik am Engler-Bunte-Institut (EBI vbt) beteiligt. Die besonderen Eigenschaften von komprimiertem Methan aus erneuerbaren Energien versprechen in einem spezifisch angepassten Pkw-Motor besonders hohe Effizienz, zudem weisen Methanmotoren gegenüber Diesel- und Benzinmotoren sehr geringe Partikelemissionen auf. Allerdings stehen aber auch sehr feine Partikelgrößen, die kleiner als 100 Nanometer Durchmesser haben, zunehmend im Fokus. Um die Bildung dieser Partikel bei bestimmten Betriebszuständen zu vermeiden, werden diese Abläufe von EBI vbt nachgestellt und beschrieben, um sie bei der anschließenden Auslegung des MethCar-Brennverfahrens und der Motorkalibrierung sicher vermeiden zu können.

Des Weiteren untersuchen die Verbundvorhaben MethPower neuartige Motorenkonzepte für stationäre Anwendungen, MethMare zwei Konzepte für schnelllaufende und dynamisch betreibbare Gasmotoren für die Schifffahrt, MethGrid erzeugungs-, netz- und verbrauchsseitige Lösungen zur Gestaltung von Microgrids für Binnen- und Seehäfen sowie Methsys eine verbundübergreifende systemanalytische Bewertung der Kosten, Klimawirkung und Umsetzbarkeit der neuen Technologien.

 

Die Partner im Leitprojekt MethQuest:

AREVA H2Gen GmbH, Continental Automotive GmbH, DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg, DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Institut für Technische Chemie und Polymerchemie (ITCP) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT),  Engler-Bunte-Institut (EBI) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Karlsruher Institut für Technologie (KIT), European Institute for Energy Research (EIfER), Erdgas Südwest GmbH, Energy Systems Analysis Associates – ESA2 GmbH, FORD-Werke GmbH, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, iGas energy GmbH, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, Institut für Luft- und Kältetechnik gemeinnützige Gesellschaft mbH, keep it green GmbH, Kelvion Machine Cooling Systems GmbH, L’Orange GmbH, MTU Friedrichshafen GmbH/Rolls-Royce Power Systems, Open Grid Europe GmbH, RWTH Aachen University, Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Stadtwerke Karlsruhe GmbH, terranets bw GmbH, Technische Universität Berlin und Technische Universität München.

nachhaltige Luftfahrt

Methan aus erneuerbaren Quellen für vielfältige Anwendungen nutzbar zu machen – dieses Ziel verfolgt MethQuest. (Grafik: MethQuest)

Hintergrund: Power-to-Gas-Verfahren

In so genannten Power-to-Gas-Verfahren kann mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen umweltfreundlich Gas gewonnen werden, das sich leicht speichern und später bei Bedarf nutzen lässt. Methan aus Power-to-Gas-Prozessen hat dabei zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Power-to-X-Prozessen, die Herstellungsprozesse sind einfacher und zeigen deutlich höhere Wirkungsgrade. Das hat einen positiven Einfluss auf die Produktionskosten. Zudem kann das fossile Erdgas problemlos durch komprimiertes oder verflüssigtes Methan aus erneuerbaren Energien sukzessive ersetzt werden. Die bestehenden Gasnetze und -anwendungen lassen sich so ohne kosten- und zeitaufwendige Anpassungen weiter nutzen.

Zum einen sind gasbasierte Technologien weit entwickelt und millionenfach im Einsatz, zum anderen ist mit den bestehenden Erdgasnetzen und -speichern eine flächendeckende und leistungsstarke Infrastruktur vorhanden, mit deren Hilfe sich Schwankungen bei der Bereitstellung von erneuerbaren Energien ausgleichen, große Energiemengen speichern und Lastspitzen im Energieverbrauch abfedern lassen. Fahrzeuge, die mit Gasen aus erneuerbaren Quellen angetrieben werden, können in Ergänzung zur Elektromobilität einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

 

DGVW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des KIT

Die DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut (EBI) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist eine gemeinsame, unabhängige Einrichtung des DVGW – Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V., Bonn und des KIT. Sie wird von den EBI-Bereichen Chemische Energieträger – Brennstofftechnologie (EBI ceb), Verbrennungstechnik (EBI vbt) sowie Wasserchemie und Wassertechnologie (EBI wct) gemeinsam getragen und gliedert sich in die Bereiche Gastechnologie, Prüflaboratorium Gas und Wassertechnologie.

Weitere Informationen: www.methquest.de

Quelle: Karlsruher Institut für Technologie


 

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