BDL beklagt falsche Klima-Signale des EU-Parlaments

Nachhaltigkeit in der Luftfahrt - Sustainable Aviation

CORSIA ab 2020 einziges globales Klimaschutzinstrument für den Luftverkehr

Berlin, 13. September 2017: Nach der Europäischen Kommission und dem Rat der EU hat sich auch das Europäische Parlament mit der Frage befasst, ob und wie der Luftverkehr künftig in den europäischen Emissionshandel (EU-ETS) einbezogen werden soll. Die Parlamentarier sind sich vor dem anstehenden Trilog einig mit der Europäischen Kommission und dem EU-Rat: Der Luftverkehr soll bis zur Einführung des globalen Klimaschutzinstruments CORSIA im Jahr 2020 weiter in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden, und zwar weiterhin beschränkt auf innereuropäische Flüge.

Dazu Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Diese Empfehlung war zu erwarten. Wir sehen es als Signal, dass in diesem Punkt Einigkeit unter den europäischen Gremien herrscht. Das schafft vorerst Planungssicherheit für unsere Fluggesellschaften. Aber die Bestrebung, den europäischen Emissionshandel auch nach 2020 auf innereuropäische Flüge anwenden zu wollen und die Bedingungen hierfür auch noch zu verschärfen, wäre ein völlig falsches Signal in der internationalen Klimapolitik im Luftverkehr und eine wettbewerbsverzerrende Doppelbelastung für europäische Fluggesellschaften.“ Vielmehr müsse es jetzt vordringlich darum gehen, das von der internationalen Staatengemeinschaft in der UN-Luftfahrtorganisation ICAO beschlossene Klimaschutzinstrument CORSIA zu stärken und mit Leben zu füllen, so Schulte weiter.

Auf das globale marktbasierte Klimaschutzinstrument CORSIA haben sich die 192 ICAO-Mitgliedsstaaten 2016 verständigt, um die CO2-Emissionen im internationalen Luftverkehr auf dem Niveau von 2020 zu stabilisieren. Fluggesellschaften müssen ab 2021 für ihre wachstumsbedingten CO2-Emissionen Zertifikate erwerben. Mit den Einnahmen werden in entsprechender Größenordnung CO2-senkende Projekte finanziert.

Alle Staaten der EU haben dem ICAO-System zugestimmt und sich bereit erklärt, freiwillig von Beginn an teilzunehmen. Damit verbunden ist die Zustimmung dazu, dass ab 2020 für den internationalen Luftverkehr weltweit allein das ICAO-Klimaschutzinstrument CORSIA gilt. Das muss auch die EU akzeptieren. Schulte: „CORSIA löst demnach das europäische Emissionshandelssystem für den Luftverkehr ab. Die Umsetzung von CORSIA in europäisches Recht hat dabei ohne Abweichungen zu erfolgen. Eine zusätzliche Weiterführung oder sogar Verschärfung des europäischen Emissionshandels würde den hiesigen Fluggesellschaften zusätzliche Kosten auferlegen, die ihre Wettbewerber aus Drittstaaten nicht haben. Klimaschutz im Luftverkehr kann nur international gelingen.“

Die ICAO hat nach der Hauptversammlung im Oktober des vergangenen Jahres intensiv gearbeitet und legt in wenigen Wochen konkrete Vorschläge zur Umsetzung von CORSIA vor. Die Energie des Misstrauens der EU gegenüber diesem neuen Klimaschutzinstrument sollte jetzt in positive Unterstützung umgewandelt werden. Nur durch Zusammenarbeit und internationale Kooperation sind die Herausforderungen im Klimaschutz zu meistern. Im nun möglichen Trilog sollten Europäische Kommission, EU-Rat und Europäisches Parlament die Chance nutzen, ein positives Signal an die internationale Staatengemeinschaft zu senden.

Quelle: BDL

Greener Skies Ahead 2017

Greener Skies Ahead

SAVE THE DATE – INVITATION – SAVE THE DATE – INVITATION – SAVE THE DATE

Please join us on October 26, 2017 for 

Sending a Message to the
UN Climate Change Conference, Bonn, Germany 2017

 

GREENER SKIES AHEAD 2017

International Conference on
Sustainable Solutions for a Sustainable Future of Aviation 

09:00 – 17:00
Deutsche Welle, Großer Sende- und Gremiensaal

Kurt-Schumacher-Str. 3
53113 Bonn, Germany

Ticket sichern unter: www.xing.com/events/greener-skies-ahead

Greener Skies Ahead 

IASA International Association for Sustainable Aviation e. V.

Godesberger Allee 70

53175 Bonn, Germany

www.iasaev.org

 

Nachhaltigkeit in der Luftfahrt - Sustainable Aviation

Lilium entwickelt fünfsitziges Elektro-Lufttaxi

Luft-Taxi nachhaltige Luftfahrt

Finanzierung des neuen Fünfsitzers von Lilium Aviation gesichert

05.09.2017

Lilium Aviation verkündet den Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde mit 90 Millionen Dollar

Die Fördergruppe von Lilium Aviation besteht aus u.a. aus Tencent und dem Skype Mitbegründer Niklas Zennström. 

Die neuen Finanzmittel werden für die Entwicklung des Fünf-Sitz-Lilium-Jets verwendet, der kommerziell eingesetzt werden soll und dienen zudem zur Aufstockung des aktuellen Teams auf dann mehr als 70 Mitglieder.

Im April gelang dem Prototypen erstmals sein kompliziertestes Manöver – den Übergang zwischen Hover-Modus und horizontalem Flug

Daniel Wiegand, Mitbegründer und CEO von Lilium Aviation sagte, dass diese Investition ein enorm wichtiger Schritt für Lilium ist, denn er ermöglicht es, den fünfsitzigen Jet Realität werden zu lassen. Dies sei die nächste Etappe in der rasanten Entwicklung von der Idee bis hin zur Produktion eines kommerziell erfolgreich einsetzbaren Flugzeuges, das die Art und Weise, wie wir in den Städten der Welt und dazwischen reisen, revolutionieren wird. Es mache Lilium zu einem der besten elektrischen Flugzeugprojekte weltweit. 

Die eingesetzten Elektro-Jet-Motoren sind nach Angabe von Lilium hocheffizient und extrem geräuscharm, so dass die Jets auch in dicht besiedelten städtischen Gebieten geflogen werden können. 

Der Lilium Jet kann mit einer Batterieladung eine Stunde lang fliegen und das mit einer Geschwindigkeit bis zu 300 km pro Stunde – das bedeutet zum Beispiel, dass die 19km Strecke von Manhattan zum JFK Flughafen weniger als fünf Minuten dauern würde.

Luft-Taxi nachhaltige Luftfahrt

Foto: Lilium

 

Quelle der kompletten Original-News: https://lilium.com/news/


 

E-Flugzeugschlepper für den Köln-Bonner Airport

Elektro-Flotte am Flughafen wächst

25.08.2017

Der Köln Bonn Airport investiert weiter in umweltfreundliche Antriebstechnologien. Für den Einsatz auf dem Vorfeld hat der Flughafen zwei neue Flugzeugschlepper angeschafft, die voll elektrisch betrieben werden. Die neuen Großgeräte, für die der Airport rund 300.000 Euro investiert, ersetzen herkömmliche Schlepper mit Diesel-Antrieb. Dadurch können pro Jahr bis zu 15 Tonnen CO2 eingespart werden.

„Umweltschutz und die Vermeidung von Emissionen sind tragende Säulen unserer Unternehmenspolitik“, betont Flughafenchef Michael Garvens. Der Einsatz von Elektromobilität leiste einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von CO2 und sei ein wesentlicher  Bestandteil der Klimaschutzstrategie des Flughafens, so Garvens.

TPX-100E

Der TPX-100E vom Hersteller TLD ist ein moderner, elektrisch betriebener Flugzeugschlepper und hat die Aufgabe, Maschinen vor dem Start aus der Parkposition zu pushen oder über das Vorfeld zu schleppen. Das 6,7 m lange und 2 m hohe, rund 8420 kg schwere Fahrzeug verfügt über genügend Kraft, das 12-fache seines Gewichtes zu pushen, z.B. eine Boeing 737 oder einen Airbus A320. Dabei ist es so leise, dass man den Motor kaum hört. Zwei Stück hat der Flughafen gekauft.

Der Köln Bonn Airport setzt bereits seit vielen Jahren auf Elektromobilität. Im täglichen Flughafenbetrieb kommen verschiedene umweltfreundliche Fahrzeuge und Geräte zum Einsatz. Dazu gehört seit Kurzem etwa auch ein neues E-Mobil zur Auslieferung von Paketen und anderen größeren Sendungen auf dem Flughafengelände. Der „Streetscooter Work“, der speziell auf die Bedürfnisse von Paketboten zugeschnitten ist, wurde vom gleichnamigen Startup-Unternehmen an der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post entwickelt.

nachhaltige Luftfahrt - E-Flugzeugschlepper TPX-100E

Der neue Elektro-Schlepper TPX-100E vom Hersteller TLD im Push-Vorgang. Quelle: obs/Köln Bonn Airport

Die E-Flotte am Köln Bonn Airport:

Luftfahrtbodengeräte PKW Unterstützende Geräte (Hubbühnen, Stapler etc.)
2 Flugzeugschlepper (Batterie)

12 Gepäckschlepper (Batterie)

14 Gepäckschlepper (Diesel-Hybrid)

3 Gepäckwagenschlepper

3 Palettentransporter (Batterie)

6 Förderbandwagen (Batterie)

17 Treppen (Batterie, davon fünf selbstfahrend, der Rest mit Hilfsantrieb)

9 rein elektrisch

5 Hybrid (Benzin)

1 Brennstoffzelle

 

11 (Batterie)

 

Quelle: Köln Bonn Airport


 

Bei synthetischen Kraftstoffen wird CO2 zum Rohstoff

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Bosch-Studie zeigt im Klimaschutz Einsparpotenzial allein im PKW-Verkehr von 2,8 Giga-Tonnen bis 2050

 

Gerlingen, August 2017: Ein CO2-neutraler Verbrennungsmotor – was vor wenigen Jahren wohl noch ins Reich der Fantasie gehört hätte, kann bald Realität werden. Der Kniff sind synthetische Kraftstoffe, sogenannte eFuels (auch PtL-Treibstoffe genannt, Anm. der Redaktion). Diese binden bei der Herstellung CO2. Das Treibhausgas wird so zum Rohstoff und mithilfe von regenerativ erzeugtem Strom lässt sich daraus Benzin, Diesel, Gas oder Kerosin herstellen.

„Synthetische Kraftstoffe können Benziner und Diesel CO2-neutral machen und einen großen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung leisten“, sagt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Wie groß dieser Beitrag allein im Pkw-Bestand Europas wäre, haben Bosch-Experten errechnet: Bis 2050 könnte der konsequente Einsatz von synthetischen Kraftstoffen ergänzend zur Elektrifizierung bis zu 2.800.000.000.000 Kilogramm CO2 (= 2,8 Giga-Tonnen) einsparen. Das entspricht der dreifachen Menge des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes von Deutschland im Jahr 2016.

 

 IASA - PtL-Impulskampagne

Rußarme Verbrennung reduziert Kosten der Abgasnachbehandlung

Der Blick über Europa hinaus zeigt die Dringlichkeit, die Emissionen im Verkehr weiter zu reduzieren: Um die in Paris gesteckten Klimaziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen des Verkehrs in den nächsten vier Jahrzehnten weltweit um 50 Prozent gesenkt werden, in den Industriestaaten um mindestens 85 Prozent.

„Um die künftigen Klimaziele zu erreichen, braucht es neben der

Elektromobilität weitere intelligente Lösungen“, sagt Denner. Denn selbst wenn alle Autos eines Tages rein elektrisch fahren: Flugzeuge, Schiffe und selbst Lkw werden auch zukünftig überwiegend mit Sprit angetrieben. CO2-neutrale Verbrennungsmotoren, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, sind deshalb ein vielversprechender weiterer Pfad – und zwar auch im Pkw. Hinzu

kommt, dass synthetische Kraftstoffe so designt werden können, dass sie praktisch rußfrei verbrennen. Damit lassen sich die Kosten der Abgasnachbehandlung reduzieren.

Ein weiterer zentraler Vorteil dabei ist, dass das bestehende Tankstellennetz weiter genutzt werden kann. Selbiges gilt auch für das bestehende Know-how bei der Verbrennungstechnik. Und obwohl Elektroautos in den nächsten Jahren deutlich günstiger werden, könnte sich die Entwicklung der Kraftstoffe lohnen.

Bosch hat errechnet, dass je nach Kosten der eingesetzten regenerativen Energie ein mit eFuels betriebener Hybrid bis zu einer Laufleistung von maximal 160.000 Kilometern günstiger sein könnte als ein Langstrecken-Elektroauto. 

Heutiges Tankstellennetz nutzbar, keine Umrüstung bei alten Fahrzeugen

Technisch ist es schon heute möglich, synthetische Kraftstoffe herzustellen. Wenn der Strom, der dafür eingesetzt wird, regenerativ – und damit CO2-frei – gewonnen wird, sind diese Kraftstoffe klimaneutral und vielseitig verwendbar. Mit dem Ausgangsstoff H2 können Brennstoffzellen betrieben werden, mit weiter verarbeiteten Kraftstoffen auch Verbrennungsmotoren oder Flugzeugturbinen.

Für synthetischen Diesel, Benzin und Gas erfolgen derzeit erste Industrialisierungen in Pilotprojekten in Norwegen und Deutschland. Dazu kommt: Weil sie mit der bisherigen Infrastruktur und Motorengeneration kompatibel sind, wirken synthetische Kraftstoffe direkt im Bestand und damit deutlich schneller als eine Flottenerneuerung durch Elektrofahrzeuge. Auch für Fahrer älterer Fahrzeuge würde sich nichts ändern: Denn synthetisch erstelltes Benzin bringt selbst einen Oldtimer zum Fahren – es bleibt von den chemischen Strukturen und grundsätzlichen Eigenschaften nach wie vor Benzin. 

Was muss getan werden, damit eFuels sich durchsetzen? 

Damit sich synthetische Kraftstoffe in der Breite durchsetzen, ist trotz allem noch große Anstrengung notwendig. Denn die Anlagentechnik ist heute noch teuer und es gibt nur wenige Testanlagen. In Deutschland fördert deshalb u. a. das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie synthetische Kraftstoffe im Rahmen der Initiative „Energiewende im Verkehr“. Auch die zunehmende Verfügbarkeit und der zukünftig sinkende Preis von regenerativ erzeugtem Strom werden die Durchdringung der Kraftstoffe in der Breite beschleunigen.

Wie werden synthetische Kraftstoffe hergestellt?

eFuels werden ausschließlich mit erneuerbaren Energien hergestellt, indem aus Wasser zunächst Wasserstoff produziert wird. Für einen flüssigen Kraftstoff wird nun noch Kohlenstoff benötigt. Dieser kann aus Industrieprozessen oder sogar mit Filtern aus der Luft gewonnen werden. Aus CO2 und H2 gewinnt man anschließend den synthetischen Kraftstoff – also Benzin, Diesel, Gas oder auch Kerosin.

Wie teuer wird der Kraftstoff sein? 

Noch ist die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen aufwendig und teuer. Doch ein Markthochlauf der Produktion sowie eine günstige Preisentwicklung beim Strompreis könnten dafür sorgen, dass synthetisch erzeugte Kraftstoffe deutlich günstiger werden. Langfristig sind nach aktuellen Studien reine Kraftstoffkosten von 1,00 bis 1,40 Euro pro Liter realisierbar (exklusive Steuer). 

Was unterscheidet eFuels von Biokraftstoffen?

Anders als bei Biokraftstoffen gibt es bei synthetischen Kraftstoffen nicht die Abwägung zwischen ‚Tank und Teller‘. Mit erneuerbarem Strom lassen sich eFuels zudem ohne die bei Biokraftstoffen zu erwartende Mengenbegrenzung – bspw. durch begrenzte Anbauflächen – herstellen.

Quelle: Bosch


 

DLR/NASA-Design Challenge

Nachhaltige Luftfahrt

Nachwuchsforscher entwerfen das Flugzeug der Zukunft

Donnerstag, 17. August 2017

  • DLR und NASA veranstalten einen gemeinsamen Studierenden-Wettbewerb auf der Suche nach dem Flugzeug der Zukunft
  • In Braunschweig wurden jetzt die Sieger prämiert
  • Schwerpunkt(e): Luftfahrt, Digitalisierung

Leise, umweltfreundlich, aerodynamisch elegant: So stellen sich deutsche Studierende das Flugzeug der Zukunft vor. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat jetzt die nationalen Gewinner eines gemeinsam mit der NASA ausgetragenen Wettbewerbs um die besten Ideen für künftige Luftfahrzeuge ausgezeichnet. Gewinner ist ein Team der TU München.

Die Münchner entwarfen mit ihrem „Urban Liner“ ein ungewöhnlich aussehendes Flugzeug mit Hybridantrieb. Auffallendstes Merkmal ist das einzelne Triebwerk, das am Heck zwischen den Leitwerken angebracht ist. Geht es nach den Studierenden, soll der Treibstoffverbrauch halbiert und der Stickoxidausstoß gar um 80 Prozent verringert werden können.

„Die vorgeschlagenen Technologien beim „Urban Liner“ sind hochinnovativ und alles wurde zu einem stimmigen Gesamtkonzept entwickelt“, würdigte DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke bei der Preisverleihung in Braunschweig den Münchner Entwurf.

Bei dem Ziel, ein leiseres Flugzeug zu entwerfen, verfolgten die Münchner einen radikalen Ansatz: „Normalerweise wird beim Flugzeug erst spät im Entwurf auf Möglichkeiten der Lärmreduzierung geachtet“, so Teamleiter Christian Decher, „wir haben dem von Anfang an alles andere untergeordnet.“

Mit dem zweiten Platz wurde das Konzept „HORUS 3000-300“ der FH Aachen ausgezeichnet. Die Jury aus Luftfahrtforschern des DLR zeigte sich von den vielfältigen Ideen aller teilnehmenden Studierenden beeindruckt. „Unsere größte Herausforderung als Luftfahrtforscher ist, trotz weltweit stetig wachsender Passagierzahlen den Umwelteinfluss des Flugverkehrs weiter zu mindern und so Emissionen und Lärm zu reduzieren. Dafür brauchen wir frische und ungewöhnliche Ideen, und solche haben die Studierenden präsentiert“, sagte Henke.

Im Wettbewerb waren neben Design-Vorschlägen für leiseres Fliegen auch solche für effiziente Überschalljets gefragt. Das Konzeptflugzeug sollte mindestens 200 Passagiere beziehungsweise 12 beim Überschallflieger transportieren und bis 2035 realisiert werden können. Die teilnehmenden Studierenden-Teams in Deutschland und Amerika wählten eines der Themen für ihren Wettbewerbsbeitrag. Ein innovatives Konzept für ein Überschallflugzeug, quasi ein umweltfreundlicher Nachfolger der Concorde, präsentierte ein Team der Universität Stuttgart, das mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde. Deren Konzept „HELESA“ schlägt ein langgestrecktes Flugzeug mit vorwärts gepfeilten Schwenkflügeln vor.

63 Studierende aus sieben Universitäten

Für die NASA/DLR-Design Challenge hatten sich auf deutscher Seite 63 Studierende verteilt auf zehn Teams aus sieben Hochschulen angemeldet. Die vier Erstplatzierten sind:

1.    TU München: „Urban Liner“
2.    FH Aachen: „HORUS 3000-300“
3.    Universität Stuttgart: „High-Efficient Low-Emission Supersonic Aircraft HELESA”
4.    RWTH Aachen: „Low Noise Hybrid Passenger Aircraft“

Außerdem nahmen Teams der TU Berlin und der TU Hamburg-Harburg teil. Auf amerikanischer Seite gibt es ebenfalls eine zweistellige Anzahl teilnehmender Teams verschiedener Hochschulen. Das deutsche Gewinnerteam des Wettbewerbs reist im Herbst 2017 zur amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA in die USA. Dort präsentieren sie neben den amerikanischen Siegern ihre prämierte Arbeit in einem Symposium mit international anerkannten Luftfahrtforschern. „Mit dieser gemeinsamen Aktion zur Nachwuchsförderung wird auch die hervorragende Kooperation des DLR mit der NASA im Bereich Luftfahrtforschung weiter gestärkt“, stellte Prof. Henke abschließend fest.

DLR/NASA-Design Challenge - Nachhaltige Luftfahrt

Quelle: DLR


 

Volocopter: Fliegen für jedermann

sustainable aviation

Fliegende Lufttaxis aus Deutschland erobern die Welt

25 Millionen Euro für Volocopter

⋅ Lukasz Gadowski und die Daimler AG gehören zu den Investoren
⋅ Investitionen fließen verstärkt in die Markteinführung des Volocopters

Bruchsal, 1. August 2017 – Ihr Ziel, das Fliegen für jedermann zu ermöglichen, ist näher gerückt: Das Luftfahrt-Startup Volocopter hat im Juli 2017 eine Finanzierung über 25 Millionen Euro mit dem Stuttgarter Autokonzern Daimler, dem Berliner Technologieinvestor Lukasz Gadowski und weiteren Investoren abgeschlossen. Mit dem frischen Kapital wird Volocopter die führende Technologie seiner senkrecht-startenden und rein elektrobetriebenen Fluggeräte (eVTOL) weiter ausbauen, die Einführung des Volocopter Serienmodells beschleunigen und den Markt fliegender Lufttaxis erobern. Die sicheren, leisen und umweltfreundlichen Fluggeräte, die für den Transport von zwei Passagieren geeignet sind, werden die Mobilität in Metropolen revolutionieren. Zur Verwirklichung dieser Vision investiert Volocopter auch in sein Team und plant dieses kontinuierlich aufzubauen.

Nicht nur mit der erfolgreichen Finanzierungsrunde legt Volocopter einen Senkrechtstart hin: Bereits im Juni gewann das junge Unternehmen den Spitzenplatz im internationalen Rennen um das weltweit erste Pilotprojekt für Lufttaxis im urbanen Raum. Gemeinsam mit der staatlichen Verkehrsbehörde „Roads and Transport Authority“ (RTA) in Dubai wird Volocopter im vierten Quartal 2017 erste Demonstrationen eines autonomen Lufttaxis durchführen. Bis zum Jahr 2030 will Dubai 25 Prozent seiner Personenreisen mit Hilfe autonomer Verkehrsmittel abwickeln.

„Das starke finanzielle Engagement unserer neuen Investoren ist ein Signal und Beleg für die wachsende Zuversicht in den neu entstehenden Markt für elektrisch angetriebene Senkrechtstarter als persönliche Lufttaxis“, freut sich Florian Reuter, Geschäftsführer von Volocopter. „Wir haben bewusst eine Mischung aus Investoren mit strategischem und unternehmerischem Hintergrund gesucht und konnten das mit Daimler und Lukasz Gadowski hervorragend umsetzen.“

Gerade Automobilkonzerne befassen sich intensiv mit zukünftiger Mobilität – beispielsweise mit dem autonomen Fahren und der Elektromobilität. Daimler ist für Volocopter dadurch ein sehr wertvoller strategischer Partner. „Wir sind weltweit führend in der Entwicklung elektrischer VTOL-Aircrafts“, so Reuter. „Damit das auch zukünftig so bleibt, freuen wir uns sehr über die Beteiligung des weltweit führenden Automobilkonzerns.“

Während der Investor Lukasz Gadowski das Luftfahrt-Startup auf ganz andere Weise unterstützen kann: Er hat bereits zahlreiche Unternehmen erfolgreich gegründet und finanziert. Gadowski hat enorme Erfahrungen im schnellen und weltweiten Skalieren von Tech-Startups. Das wird für Volocopter extrem wertvoll sein, um sich auf den internationalen Märkten zu behaupten. „Schon eine Weile beschäftige ich mich mit Flugautos und verfolge die Entwicklung. Als ich den Volocopter sah, begriff ich: Das „fliegende Auto“ hat keine Räder! Bei Volocopter begeistern nicht nur die großartige Vision, sondern auch das bereits konkret Umgesetzte. Abgehoben mit Bodenhaftung – eine einzigartige Kombination! Der bemannten Luftfahrt steht in den kommenden Jahren eine Revolution bevor. Wir werden diese mit Volocopter maßgeblich mitgestalten!“

Volocopter wird die neuen Finanzmittel nutzen, um gemeinsam mit seinen Partnern  technische Innovationen und seine Vorreiterrolle in der Branche weiter auszubauen. Geplant sind die Weiterentwicklung der Volocopter zur Serienreife und kommerziellen Zulassungen durch Luftfahrtbehörden weltweit. Hierfür sind u.a. umfangreiche Testflugprogramme vorgesehen. Um die Entwicklungsgeschwindigkeit dabei zu erhöhen, ist die Einstellung von weiteren Ingenieuren in den Bereichen Flugsystementwicklung, Software und elektrischer Antrieb sowie der Aufbau der kommerziellen Funktionen angestoßen worden.

Um das Volocopter Serienmodell mit voller Kraft in den Markt einzuführen, wird das Unternehmen die Investitionen auch zum Aufbau der Markenbekanntheit verwenden. Den Auftakt dazu bildet die heute gelaunchte, neue Webseite. Darüber hinaus soll ein professionelles Kommunikationsteam rund um Marketing und PR installiert werden, um für geplante Veranstaltungen und Demonstrationen des Volocopters in den kommenden Monaten bestmöglich gerüstet zu sein. Das wird – neben der RTA in Dubai – für weitere Interessenten und Käufer des Volocopters sorgen.


Über Volocopter

Die Volocopter GmbH ist weltweit führend bei der Entwicklung von senkrecht-startenden, voll-elektrischen Multikoptern für den Personentransport und als Schwerlastdrohnen. Die technische Plattform ist äußert flexibel und lässt den pilotierten, ferngesteuerten und voll-autonomen Flugbetrieb zu. Darüber hinaus sorgt das einzigartige Konzept aufgrund seiner hohen Redundanz aller kritischen Komponenten für extreme Sicherheit. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist jedem Menschen den Traum vom Fliegen zu ermöglichen und modernen Städten zu helfen, ihre wachsenden Mobilitätsprobleme zu lösen. Bereits 2011 schrieb das Unternehmen Luftfahrtgeschichte mit dem bemannten Flug des weltweit ersten, rein elektrischen Multicopter. Seitdem setzte das junge Unternehmen weitere Meilensteine: 2016 erhielt Volocopter die vorläufige Verkehrszulassung durch die deutsche Luftfahrtbehörde für einen 2-Sitzer Volocopter und 2017 traf das Luftfahrt-Startup eine Vereinbarung mit RTA Dubai über die weltweite Premiere eines autonom fliegenden Lufttaxis. Im nächsten Jahr soll der erste Volocopter mit Zulassung auf den Markt gebracht werden. Die Gründer Stephan Wolf und Alexander Zosel haben mittlerweile ein schlagkräftiges Team von erfahrenen Managern wie CEO Florian Reuter (vormals Siemens) und CTO Jan-Hendrik Boelens (vormals Airbus Helicopters) um sich versammelt. Damit wurden die Weichen für das weitere Wachstum des Unternehmens gestellt.

Fliegen für jedermann

Website: volocopter.com      |      YouTube: youtube.com/volocopter

Quelle: Volocopter


 

Eearth Overshoot Day: Leben auf ökologischem Pump

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Unionspolitiker Lenz fordert mehr Anstrengung für Nachhaltigkeit

Baden-Baden, 01.08.2017: Deutschland hat beim nachhaltigen Umgang mit Ressourcen noch Hausaufgaben zu machen. Das sagte der Unionspolitiker Andreas Lenz (CSU) im Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR) anlässlich des morgigen „Earth Overshoot Day“. An diesem Tag hat die Menschheit rein rechnerisch die zur Verfügung stehende Jahresmenge an Ressourcen verbraucht. Lenz, der dem Parlamentarischen Beirat für Nachhaltige Entwicklung angehört, verwies im SWR2-Tagesgespräch auf den Nationalen Klimaschutzplan und die darin enthaltenen klaren Vorgaben für CO2-Einsparungen. Insofern sei Deutschland Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Zugleich verlangte er, die formulierten Ziele auch ernst zu nehmen. Es könne nicht sein, dass man bei Verfehlen einer Zielvorgabe diese für die Zukunft „einfach nach oben schraube“, so Lenz wörtlich.

Zusätzliche Anstrengungen

Der Unionspolitiker räumte ein, dass Deutschlands aktuelle Anstrengungen nicht ausreichten. Die Bundesrepublik verbrauche pro Jahr an fossilen Brennstoffen so viel, „wie erdgeschichtlich in 500.000 Jahren angewachsen sind“ – da könne man nicht von einem „globalen Wirtschaften sprechen“. Hier sei der Gesetzgeber gefordert. Zugleich seien im Kampf gegen CO2- Emissionen europäische und globale Konzepte gefragt. Lenz verwies auf den Handel mit CO2- Emissions-Zertifikaten. Aus seiner Sicht wirke am schnellsten und wirkungsvollsten, CO2- Emissionen „mit einem angemessenen Preis zu versehen“.

Das „SWR2 Tagesgespräch“ führte Pascal Fournier.

Wortlaut des Live-Gesprächs:

Fournier: Für dieses Jahr lebt die Menschheit nur noch heute im ökologisch grünen Bereich, so haben es kalifornische Wissenschaftler berechnet. Wie wichtig ist ein solches symbolische Datum?

Lenz: Sie haben es ja schon gesagt, es ist ein symbolisches Datum, aber ich halte es trotzdem für wichtig. Gerade, wenn es um den Bereich der Nachhaltigkeit geht, dann geht es ja darum, dass wir nicht zu Lasten zukünftiger Generationen wirtschaften. Und natürlich machen wir das durch die Art und Weise, wie wir wirtschaften, im Moment schon, dass wir eben zu Lasten der zukünftigen Generationen momentan Ressourcen verbrauchen.

Fournier: Dieser Weltüberlastungstag oder Earth Overshoot Day wird seit Mitte der 80er Jahre berechnet. Damals lag er noch Mitte Dezember, und seither ist er jedes Jahr weiter nach vorne gerückt, das heißt, der Raubbau nimmt eher zu statt ab. Woran liegt das?

Lenz: Ja, jetzt kann man natürlich zunächst mal auch die Berechnungsgrundlage durchaus in Frage stellen. Da hat sich ja auch – gerade, wenn es um die Berechnung geht – einiges verändert, aber es ist natürlich auch so, dass letztlich global gesehen, wir ja nicht weniger an Ressourcen verbrauchen, sondern sogar mehr an Ressourcen verbrauchen. Da ist es zwar so, dass wir durchaus beispielsweise in Deutschland oder auch in anderen Ländern Anstrengungen unternehmen, aber natürlich auch die Entwicklungsländer ein Mehr an Ressourcen-Verbrauch verzeichnen, aber auch ein Mehr an Energiehunger natürlich zu Tage legen. Daher kommt es natürlich, dass wir letztlich mehr Ressourcen, auch immer noch zunehmend mehr Ressourcen verbrauchen, als eigentlich zur Verfügung stehen würden.

Fournier: Deutschland ist im weltweiten Verbrauch ein Großverbraucher, etwa wenn es um Flächen geht oder um den CO2-Ausstoß. Wo sehen Sie denn deutsche Anstrengungen, den Ressourcen-Verbrauch deutlich zurückzuschrauben?

Lenz: Wir haben natürlich eigene Klimakonzepte, wir haben Einsparprogramme, wir binden uns natürlich auch an die Vereinbarungen der Pariser Verträge. Aber trotzdem hat natürlich auch Deutschland Hausaufgaben zu machen. Auch wenn wir oft natürlich Vorreiter sind oder uns auch als Vorreiter bezeichnen, gibt es auch in Deutschland durchaus Hausaufgaben noch zu machen. Wir brauchen natürlich gerade für die Zukunft noch verstärkte Anstrengungen, dass wir eben auch bei der Einsparung, gerade wenn es um CO2 geht, voran schreiten.

Fournier: Was für Maßgaben?

Lenz: Natürlich ist der Gesetzgeber gefordert. Wir haben in der letzten Legislatur einen Klimaschutzplan auch umgesetzt, der die einzelnen Sektoren auch mit einzelnen Maßnahmen versieht. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es darf natürlich nicht so sein, dass letztlich je weiter wir in der Zeit voran schreiten, dass da umso ambitionierter die Ziele werden, also das heißt, wenn ein Ziel nicht erreicht wird, dann wird es einfach für die Zukunft nach oben geschraubt. Das kann natürlich nicht sein. Wir müssen unsere Ziele ernst nehmen und dann natürlich auch ein Bewusstsein schaffen, dass jeder letztlich auch verantwortlich ist, diese Ziele zu erreichen.

Fournier: Sind die Ziele denn ambitioniert genug, denn national heruntergebrochen hat Deutschland seinen jährlichen Ressourcen-Anteil eigentlich sogar schon Ende April aufgebraucht? Also bräuchten wir nicht sehr viel radikalere Vorgaben?

Lenz: Wenn die Ziele tatsächlich umgesetzt werden, dann ist Deutschland durchaus ambitioniert, durchaus Vorreiter. Wir haben, gerade wenn es um die CO2-Einsparung geht, bis 2020 ein Ziel von 40 Prozent, bis 2050 von über 80 Prozent Einsparungen. Das zu erreichen, das ist an sich schon eine sehr, sehr große Herausforderung, aber es ist natürlich so, dass gerade die westlichen Industrienationen auch, wenn man es global betrachtet, ja mehr Ressourcen beanspruchen als die sich entwickelnden Länder.

Fournier: Ich muss nochmal nachfragen, Herr Lenz: Was sind aus Ihrer Sicht die Stellschrauben, mit denen sich am schnellsten und am wirkungsvollsten gegensteuern ließe?

Lenz: Am schnellsten ging es meiner Meinung nach, gerade wenn man auch das klimaschädliche CO2 auch mit einem angemessenen Preis versehen würde. Da sind wir natürlich auf nationaler Ebene gefragt. Wir brauchen aber auch europäische Konzepte, wir brauchen auch globale Konzepte. Deutschland ist in dem Zusammenhang keine Insel. Wenn es um den Ressourcen-Verbrauch geht, dann ist Deutschland meiner Meinung nach gut aufgestellt. Wir haben eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Aber alleine nochmal auf das CO2 zurückzukommen: Wir haben mittlerweile den höchsten gemessenen Wert seit 650 Jahren. Wir haben erdgeschichtlich die Situation, dass wir in einem Jahr so viele fossile Brennstoffe verbrauchen, wie erdgeschichtlich innerhalb von 500-tausend Jahren angewachsen sind, und da kann man natürlich insgesamt nicht von einem globalen Wirtschaften sprechen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Maßnahmen auch umgesetzt werden.

Fournier: Sie sind Mitglied im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Finden Sie denn bei den politischen Entscheidungsträgern ausreichend Gehör?

Lenz: Also ich denke schon, dass das Thema Klimaschutz in Deutschland, aber auch global, zur Chefsache gemacht wurde. Wenn wir an die G7-Konferenz in Elmau denken, wo ja das Jahrhundert der Dekarbonisierung ausgerufen wurde, wenn wir auch an das Pariser Klimaschutzabkommen denken oder jetzt auch an G20, dann hat das Thema schon einen hohen Stellenwert. Aber Sie haben natürlich Recht, das ist ein Dauerthema, und häufig könnte man schon denken, auch anhand der kurzfristigen Entscheidungsprozesse, denen die Politik unterliegt, dass es häufig natürlich von tagesaktuellen Themen überschattet wird. Aber es ist ein Dauerthema und deswegen umso wichtiger, dass wir die Ziele ernst nehmen, aber dass wir auch das Bewusstsein bei jedem einzelnen eben stärken.

– Ende Wortlaut –

‚FAMOS‘: Neues Forschungsprojekt der Lufthansa Technik zur Verminderung des Widerstands

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Automatisiertes System ermöglicht das Beschichten großer Oberflächen mit Ribletstruktur

Hamburg, 13. Juli 2017: Lufthansa Technik hat zusammen mit Partnern im Forschungsprojekt „FAMOS“ ein neuartiges Führungssystem entwickelt, das die multifunktionalen Oberflächen von Verkehrsflugzeugen mit einer strömungsgünstigen „Haifischhaut“-Struktur automatisch beschichtet. Zunächst soll die Struktur auf den Flügeloberseiten sowie auf den Ober- und Unterseiten des Höhenleitwerks appliziert werden. Weitere Anwendungsflächen, vor allem am Rumpf, sollen folgen.

Frühere Forschungen hatten bereits eine lange Haltbarkeit und einen
hohen Nutzen dieser Struktur bestätigt. Dabei konnten zunächst neue
Lacke entwickelt und die Beständigkeit der Riblet- beziehungsweise
Haifischhautstrukturen auch unter realen Bedingungen im Flugbetrieb
bewiesen werden.

Hierzu wird der Lack zunächst auf eine UV-transparente Form (Matrix)
aufgebracht. In diese Matrix ist vorab das Negativ der Riblet-Form
eingebracht worden. Die Negativ-Form wird in den frischen Lack
eingedrückt und dieser gleichzeitig durch UV-Licht gehärtet. Wenn die
Negativ-Form entfernt wird, bleibt das Positiv der Haifischhaut auf
der Oberfläche stehen. Die Matrix kann auch als endloser Gürtel
ausgebildet werden und somit einen automatischen Prozess ermöglichen.

„Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass wir den Reibungswiderstand
der Luft trotz geringfügiger Abnutzung der Mikrostrukturen um fünf
bis acht Prozent reduzieren können. Dadurch würden Airline-Betreiber
nicht nur rund eineinhalb Prozent Treibstoff einsparen, sondern auch
die Schadstoff-Emissionen ihrer Flotten um einen entsprechenden Wert
reduzieren können“, so Projektleiter Dr. Mathias Nolte.

Wird in den kommenden Monaten mit der Industrialisierung und
Überführung in die Produktion begonnen, könnte die automatisierte
Beschichtung von Flugzeugen mit strömungswiderstandsreduzierender
Haifischhaut bereits 2019 Realität werden.

Quelle: Lufthansa Technik


 

Globales Klimaschutzinstrument CORSIA muss europäischen Emissionshandel ab 2020 ersetzen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Position des Umweltausschusses im Europäischen Parlament weist in falsche Richtung 

Berlin, 11. Juli 2017: Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich mit der Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel befasst. Zu den Beschlüssen sagt Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Wir begrüßen, dass auch der Umweltausschuss des Parlaments den Emissionshandel bis 2020 nicht verschärfen will. Aber der Vorschlag der Umweltpolitiker, den europäischen Emissionshandel auch nach 2020 auf innereuropäische Flüge anwenden zu wollen, wäre eine wettbewerbsverzerrende Zusatzbelastung für die europäischen Fluggesellschaften.“

Die Europäische Kommission hatte empfohlen, Luftverkehr bis zur Einführung des globalen Klimaschutzinstruments CORSIA im Jahr 2020 weiter in den europäischen Emissionshandel einzubeziehen, und zwar weiterhin beschränkt auf innereuropäische Flüge. Diesem Vorschlag folgten der EU-Rat und nun auch der Umweltausschuss. Für die Zeit nach 2020 fordert der Ausschuss, Flüge zwischen den EU-Mitgliedsstaaten weiter in den Emissionshandel einzubeziehen und das System sogar noch zu verschärfen.

„Die von den EU-Umweltpolitikern geforderte Verschärfung des europäischen Emissionshandels würde den hiesigen Fluggesellschaften zusätzliche Kosten auferlegen, die ihre Wettbewerber aus Drittstaaten nicht haben“, so Schulte. „Stattdessen muss die Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel ab 2020 vollständig durch das globale Klimaschutzinstrument CORSIA abgelöst werden. Denn Klimaschutz im Luftverkehr kann nur international gelingen.“

Im Oktober 2016 hat sich die internationale Staatengemeinschaft im Rahmen der ICAO auf die Einführung des globalen marktbasierten Klimaschutzinstruments CORSIA verständigt, um die CO2-Emissionen im internationalen Luftverkehr auf der Höhe von 2020 zu stabilisieren. Um das Ziel des CO2-neutralen Wachstums zu erreichen, zahlen die Fluggesellschaften ab 2021 für ihre wachstumsbedingten CO2-Emissionen einen Zertifikatspreis. Mit den Einnahmen werden in entsprechender Größenordnung CO2-senkende Projekte finanziert.

Das globale Offsetting-Instrument CORSIA ist ein entscheidender Teil der umfassenden Klimaschutzstrategie für die Luftfahrt und ergänzt effizienzsteigernde Innovationen bei der Flugzeug‐ und Triebwerkstechnik sowie bei betrieblichen Prozessen am Boden und in der Luft.


Quelle: BDL


 

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