Lufthansa Group stellt neuen Treibstoffeffizienzrekord auf

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Spezifische Treibstoffverbrauch sinkt um 4,5 Prozent
Frankfurt, 6. Juni 2018: Die Lufthansa Group hat einen neuen Treibstoffeffizienzrekord aufgestellt: Die Flugzeuge der Passagierflotten benötigten 2017 durchschnittlich nur 3,68 Liter Kerosin, um einen Fluggast 100 Kilometer weit zu befördern (2016: 3,85 l/100pkm). Dies entspricht einer Verbesserung von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Lufthansa Group hat damit das Airline-Branchenziel der jährlichen Effizienzsteigerung um 1,5 Prozent mehr als erfüllt. Dazu haben alle Fluggesellschaften des Konzerns beigetragen.
„Das ist das erfreuliche Resultat unserer kontinuierlichen Flottenmodernisierung und Effizienzprogramme. Um unseren Flugbetrieb so umweltverträglich wie möglich zu gestalten, werden wir auch weiterhin in wirtschaftliche, sparsame und leise Flugzeuge investieren. Wir wollen auch beim wichtigen Aspekt der Nachhaltigkeit eine führende Rolle in unserer Industrie einnehmen.“, so Carsten Spohr, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG, im Vorwort des heute veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichts „Balance“.
Die Lufthansa Group arbeitet kontinuierlich und systematisch daran, die Umweltverträglichkeit ihrer international angebotenen Dienstleistungen weiter zu verbessern. 2017 hat der Aviation-Konzern 29 neue Flugzeuge in Dienst gestellt, darunter weitere äußerst effiziente Modelle der Typen A350-900, A320neo und Bombardier C Series. Insgesamt stehen bei der Lufthansa Group aktuell rund 190 Flugzeuge auf der Bestellliste mit Auslieferung bis 2025.
Darüber hinaus setzten die Treibstoffeffizienz-Experten der Lufthansa Group 2017 insgesamt 34 Projekte zur Treibstoffeinsparung um, die die CO2-Emissionen um rund 64.400 Tonnen nachhaltig reduzierten. Die eingesparte Menge Kerosin betrug 25,5 Millionen Liter – dies entspricht dem Verbrauch von circa 250 Hin- und Rückflügen auf der Strecke München-New York mit dem Airbus A350-900. Der positive finanzielle Effekt dieser Maßnahmen betrug 7,7 Millionen Euro.
Umfangreiche Informationen, Kennzahlen und Interviews zu diesen und weiteren Themen der unternehmerischen Verantwortung liefert der heute veröffentlichte 24. Nachhaltigkeitsbericht „Balance“ der Lufthansa Group. Die Berichterstattung erfolgt in Übereinstimmung mit den international anerkannten GRI Standards der Global Reporting Initiative.
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Quelle: Lufthansa

Klimaforschung: Treibhausgase CH4 und CO2 im Fokus europaweiter Forschungsflüge

Klimaforschung

Messflüge reichen von Finnland bis nach Nordafrika

Köln, 1. Juni 2018: Ehrgeizige Ziele zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen benötigen eine effektive Überwachung der klimarelevanten Gase. Zudem müssen für zuverlässige Klimaprognosen die Quellen und Senken der Treibhausgase möglichst genau erforscht werden. Von Mitte Mai bis Mitte Juni 2018 fügt eine fluggestützte Messkampagne unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) diesen internationalen Bemühungen einen Baustein hinzu. Das Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) des DLR nimmt die zwei wichtigsten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4) ins Visier.
Neuartige Instrumente für die Erfassung der Treibhausgase werden erprobt, die dabei Daten über ganz Europa bis nach Nordafrika sammeln. Im Rahmen der Mission CoMet (Carbon dioxide and methane mission for HALO) sind zudem jeweils eine Cessna des DLR und eine der Freien Universität Berlin mit hochgenauen Messinstrumenten der Universität Bremen im Einsatz, ebenso wie die DLR Do-228 D-CFFU und das Forschungsflugzeug Falcon 20 der französischen Partner SAFIRE, CNRS und CNES. Messflüge finden unter anderem über Berlin, dem Kohlerevier der Lausitz und den polnischen Bergbauregionen statt.
“Mindestens 63 Flugstunden sind für die HALO Flüge über europäischen Ballungszentren, Bodenmessstationen und Kohlegruben bis Mitte Juni geplant”, sagt der Leiter des Projekts Dr. Andreas Fix vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre. Zusätzlich kommen noch bis zu 80 Flugstunden auf den drei kleineren Flugzeuge hinzu. Das Forschungsflugzeug HALO ist mit insgesamt sieben Instrumenten ausgestattet, um die Treibhausgase sowie weitere meteorologische Messgrößen zu erfassen und auch Luftproben zu sammeln. “Wir wollen mit unabhängigen Messungen die Quellen und Senken der Treibhausgase im Detail nachvollziehen. Methan-Emissionen stammen beispielsweise aus der Kohleförderung, der Erdöl- und Erdgasindustrie, von Mülldeponien sowie der Viehwirtschaft und dem Reisanbau. Daneben gibt es aber auch natürliche Quellen wie Feuchtgebiete oder Permafrostböden.”, so Fix weiter. “Um den Einfluss des von Menschen verursachten Methans auf den Klimawandel quantifizieren zu können, müssen neben den menschengemachten auch die natürlichen Quellen genau untersucht und die zu Grunde liegenden Prozesse verstanden werden. Hier herrscht gegenwärtig noch ein großes Forschungsdefizit.”
 

Messungen im Spiralflug

Das Forschungsflugzeug HALO startet jeweils von Oberpfaffenhofen bei München für die Messflüge in die Zielregionen, die von Finnland bis nach Nordafrika reichen. Damit die Forscher mit Hilfe der Fernerkundungsinstrumente ein genaues Bild der Verteilung der Treibhausgase bekommen, ist HALO zunächst in rund 8 bis 15 Kilometern Höhe im Mess-einsatz. An ausgewählten Orten werden dann Spiralen bis nahe zum Erdboden geflogen, um zusätzlich hochgenaue Informationen über die Höhenverteilung der Treibhausgase zu erhalten. In die Lufteinlässe strömende Luft wird dabei mit den Instrumenten an Bord kontinuierlich analysiert. Zusätzlich sammeln die Forscher bis zu 12 Luftproben pro Flug, die sie später im Labor noch genauer auf verschiedene Bestandteile untersuchen.
“Die Durchführung derartiger Flugzeugmissionen – besonders im verkehrsreichen Luftraum über Europa – erfordert ein hohes Maß an Koordination mit den verschiedenen Flugsicherungen der überflogenen Länder”, sagt Forschungspilot Dr. Marc Puskeiler “Die Absprache mit den Flugsicherungen muss mehrere Tage im Voraus erfolgen. Dies stellt hohe Anforderungen an die Wettervorhersage und die Flugplanung, denn die Forscher benötigen möglichst wolkenfreie Messbedingungen”, ergänzt Frank Probst von der DLR-Einrichtung Flugexperimente, der den Betrieb der DLR-Flugzeuge während der CoMet-Mission leitet.

 

Oberschlesisches Kohlerevier: Europas größte Methanquelle

Während HALO hauptsächlich Messungen in Höhen bis zu 15 Kilometern durchführt, erkunden die zwei Cessnas die Verteilung des Treibhausgases im unteren Bereich der Atmosphäre bis auf eine Höhe von drei Kilometern. Dabei schrauben sie sich ebenfalls teilweise auf einem spiralförmigen Flugweg nach oben, um Messwerte bis zur geplanten Gipfel-Höhe zu erfassen. “Die gemeinsamen HALO-Flüge mit den Cessnas werden sich auf zwei wissenschaftlich besonders interessante Gebiete konzentrieren: das oberschlesische Kohlerevier, das aufgrund des emittierten Grubengases der vielen Anthrazitminen mit die größte europäische Methanquelle darstellt, sowie der Berliner Raum, der aufgrund seiner “Insellage” umgeben von dünnbesiedelten Regionen ein interessantes Messgebiet ist, um die Treibhausgasflüsse einer Metropole zu erforschen”, erklärt Fix. In Oberschlesien wird das Projekt dabei von den polnischen Partnern der AGH Universität in Krakau unterstützt. Während eines experimentellen Messfluges nach Polen begleitet sogar ein viertes Flugzeug, die DLR Do-228 die CoMet Mission. Sie ist dabei mit einem Hyperspektralsensor ausgerüstet. Dabei testen die Forscher, ob dieses eigentlich für die Erdoberfläche genutzte Fernerkundungs-Instrument auch in der Lage ist, starke Methanquellen aus der Luft sichtbar zu machen.
 

Methan: Treibhausgas mit starker Wirkung

CO2 ist allgemein als das wichtigste vom Menschen auf der Erde emittierte Treibhausgas bekannt. “Weniger bekannt hingegen ist, das Methan trotz der etwa 200-fach geringeren Konzentration in der Atmosphäre gegenüber CO2 ein sehr großes Treibhausgaspotential hat. Denn laut Bericht des Weltklimarates aus dem Jahr 2013 ist ein ausgestoßenes Methanmolekül über die ersten 20 Jahre 86-mal so klimawirksam wie ein CO2-Molekül. Für 100 Jahre sinkt dieser Wert auf die immer noch beachtliche 28-fache Klimawirksamkeit, da Methan schneller in der Atmosphäre abgebaut wird”, erläutert Fix.
Insgesamt beträgt der Anteil an der Klimaerwärmung von CO2 seit Beginn der industriellen Revolution etwa 65 Prozent, der von Methan etwa 18 Prozent bezogen auf alle vom Menschen emittierten Treibhausgase. Dabei hat sich die Methankonzentration in der Atmosphäre seit dem Jahr 1750 sogar mehr als verdoppelt während CO2 im gleichen Zeitraum ‘nur’ um etwa 44 Prozent angestiegen ist. “Ein besseres Verständnis der Konzentrationen von Methan in der Atmosphäre und Strategien zur kurzfristigen Verringerung von Methan-Emissionen können signifikant dazu beitragen das 2-Grad-Ziel zu erreichen”, so Fix weiter.
 

Laserradar-Erprobung für Weltraummission MERLIN

Die auf Initiative des DLR, des Max-Planck-Institutes für Biogeochemie und der Universitäten in Bremen und Heidelberg ins Leben gerufene Mission CoMet wird neben anderen Instrumenten das im DLR-Institut für Physik der Atmosphäre neu entwickelte laserbasierte LIDAR-Messgerät ‘CHARM-F’ (CH4 Atmospheric Remote Monitoring) zur hochaufgelösten Methandetektion einsetzen. “Die neue Technik erlaubt es, CH4 und CO2 unabhängig vom Sonnenlicht aus großer Entfernung und mit hoher Genauigkeit zu messen”, unterstreicht Fix. Ein solches Lidar-Instrument soll ab 2023 an Bord der deutsch-französischen Satellitenmission MERLIN (Methane Remote Sensing Mission) regionale und globale Emissionen des Treibhausgases Methan aus dem All bestimmen. Dies ist eine ideale Ergänzung zu den COPERNICUS Satelliten Sentinel-5 Precursor und Sentinel-5. Zur Erprobung der MERLIN-Technologie ist das französische Forschungsflugzeug Falcon 20 an einem der Messflüge beteiligt.
Es trägt ein in-situ Treibhausgasinstrument für Vergleichsmessungen während die Forscher an Bord von HALO die LIDAR-Technologie erproben, die später auf MERLIN eingesetzt werden soll. Der gemeinsame Messflug wird mit Bodenstationen und Ballonaufstiegen koordiniert und erfordert wolkenlosen Himmel über dem größten Teil Frankreichs.
Neben dem Laserradar (Lidar) ‘CHARM-F’ trägt HALO ein Cavity-Ringdown-Spektrometer des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena, mit dem die wichtigsten Treibhausgase in-situ gemessen werden, sowie einen Probensammler zur Bestimmung weiterer Gase in Laboranalysen der gesammelten Luftproben. Mit einem optischen Spektrometer der Universität Heidelberg an Bord von HALO werden gleichzeitig mit den Treibhausgasen emittierte Luftschadstoffe gemessen.
Die beiden kleineren Forschungsflugzeuge der Mission sind ebenfalls mit hochwertigen Instrumenten ausgestattet. Die Cessna Grand Caravan des DLR unterstützt die Mission mit in-situ Treibhausgas- und Windmessungen in der Grenzschicht, dem untersten Teil der Atmosphäre und ist unter anderem mit einem state-of-the-art Quantenkaskadenlasersystem ausgestattet. “Der untere Teil des Treibhausgasprofils dominiert gerade in der Nähe von relevanten Methanquellen wie in Oberschlesien oftmals die Gesamtverteilung nach der Höhe und weist zudem die größte Variabilität auf. Wir tragen mit unseren Messungen dazu bei Emissionen ausgewählter Quellen im Detail zu charakterisieren” sagt Dr. Anke Roiger, Leiterin der DLR Cessna Mission vom Institut für Physik der Atmosphäre. Zudem trägt die Cessna 207 der Freien Universität Berlin ein passives optisches Spektrometersystem (MAMAP) der Universität Bremen zur flächenhaften Erfassung der Treibhausgasverteilungen von CO2 und Methan.
Für die Forschungsflüge haben die Forscher mehrere Prognose-Modelle entwickelt, die Ihnen vorhersagen, wo erhöhte Konzentrationen der Treibhausgase bei bestimmten Wetterlagen zu erwarten sind. Anhand dieser Modelle erfolgt die Flugplanung. “Unser Ziel ist eine optimale Messstrategie für die CoMet-Mission, um die Datenlücken über Europa möglichst effektiv zu schließen und die Modelle zu trainieren”, so Fix.
 

Projektpartner und Förderung

Wissenschaftliche Projektpartner sind neben dem DLR das Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena, die Universitäten Bremen, Heidelberg und die Freie Universität Berlin. Darüber hinaus sind Forschungsinstitute aus acht verschiedenen Ländern sowie internationalen Messnetzverbünde und Weltraumagenturen beteiligt, die von dieser besonderen Flugzeugmission profitieren. Das Forschungsprojekt CoMet (Carbon dioxide and methane mission for HALO) wird mit rund einer Million Euro von den Partnerinstituten und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Zudem wird die Auswertung der Messergebnisse der aktuell stattfindenden Flugversuche, sowie die Weiterentwicklung und Nutzung der Instrumente und Modelle im Rahmen des Projekts AIRSPACE (Aircraft Remote Sensing of Greenhouse Gases with combined Passive and Active instruments) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 3,9 Millionen Euro gefördert. 

Forschungsflugzeug HALO

Das Forschungsflugzeug HALO basiert auf einer zweistrahligen Gulfstream G550 und ist eine Gemeinschaftsinitiative deutscher Umwelt- und Klimaforschungseinrichtungen. HALO wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Helmholtz-Gemeinschaftund der Max-Planck -Gesellschaft beschafft. Der Betrieb von HALO wird von der DFG, der Max-Planck -Gesellschaft, dem Forschungszentrum Jülich, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig (TROPOS) getragen. Das DLR ist zugleich Eigner und Betreiber des Flugzeugs.
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Gemeinschaftsinitiative deutscher Umwelt- und Klimaforschungseinrichtungen, das auf einer zweistrahligen Gulfstream G550 basierende Forschungsflugzeug HALO des DLR

Quelle: DLR


 

Erste A350-1000 an Qatar Airways ausgeliefert

Größter Airbus-Großraumjet in der Twin-Aisle-Kategorie

Toulouse, 20. Februar 2018: Airbus hat den ersten A350-1000-Großraumjet an den Erstkunden Qatar Airways im Rahmen eines Festaktes in Toulouse übergeben. Das Flugzeug ist das erste von insgesamt 37 A350-1000, die Qatar bei Airbus in Auftrag gegeben hat. Mit insgesamt 76 bestellten Flugzeugen ist Qatar Airways der weltweit größte Kunde der A350 XWB-Familie und zugleich der größte A350-1000-Kunde. Die A350-1000 fügt sich nahtlos in die wachsende Flotte von Qatar Airways ein, die derzeit 20 A350-900 umfasst. Beide Flugzeuge ergänzen sich hervorragend. Sie zeichnen sich durch hohe Kommunalität und Betriebseffizienz aus. Für das Wohlbefinden an Bord sorgen mehr Bewegungsfreiheit, eine optimierte Kabinendruckhöhe, mehr Frischluft, Regelung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, integrierte Anschlüsse und In-Flight-Entertainment der neuesten Generation.

Die A350-1000 bietet entscheidende Vorteile bei der Treibstoff- und Kosteneffizienz. Hierzu Chris Cholerton, Rolls-Royce President – Civil Aerospace: “Mit dem Trent XWB-97 verfügt das neue Flugzeug über das leistungsstärkste Triebwerk, das je für ein Airbus-Flugzeug entwickelt wurde.“

Die A350-1000 ist der neueste und größte Airbus-Großraumjet in der Twin-Aisle-Kategorie. Der Rumpf der A350-1000 wurde gegenüber dem kleineren Schwestermodell A350-900 um sieben Meter gestreckt. So bietet die A350-1000 insgesamt 40 Prozent mehr Raum für hochwertige Kabinenprodukte. In der Konfiguration für Qatar Airways verfügt die A350-1000 über 44 zusätzliche Sitze. Mit einer Reichweite von 14.800 km/8.000 nm bei der Indienststellung ist sie ein echtes Langstreckenflugzeug.

Modernste Technologien senken die Betriebskosten im Vergleich zu früherem Fluggerät um 25 Prozent.

Die A350-1000 (vorne) fügt sich nahtlos in die wachsende Airbus-Flotte von Qatar Airways ein, die derzeit 20 A350-900 umfasst

Quelle: Airbus

Shell: Weltgrösste Wasserstoff-Elektrolyse entsteht in der Rheinland Raffinerie bis 2020

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Fortschrittliche Wasserstoff-Gewinnung als Beitrag zur Energiewende

Wesseling/Köln, 18. Januar 2018: Shell und ITM Power werden in der Raffinerie Rheinland, Werk Wesseling, die weltweit größte PEM-Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage errichten. Mit einer Kapazität von zehn Megawatt wird der Wasserstoff vor allemfür die Verarbeitung von Produkten der Raffinerie genutzt. Die Technologie wird zugleich für einen möglichen Einsatz in anderen Sektoren getestet.
Das europäische Konsortium von Shell, ITM Power, SINTEF, thinkstep und Element Energy hat eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Die Gesamtinvestition des Projekts, einschließlich der Integration in die Raffinerie, beläuft sich auf rund 20 Millionen Euro. Davon stellt die Europäische “Fuel Cell Hydrogen Joint Undertaking” zehn Millionen Euro zur Verfügung.
Nach dem offiziellen Startschuss beginnen die Experten nun mit dem detaillierten technischen Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Anlage mit dem Namen „Refhyne“ soll 2020 in Betrieb gehen. Es wird die erste großindustrielle Anwendung der so genannten Polymer-Elektrolyt-Membran-Technologie sein.
„Die neue Anlage ermöglicht es, Wasserstoff aus Strom statt aus Erdgas zu gewinnen. Darüber hinaus kann die geplante Anlage zur Stabilität des Stromnetzes beitragen und die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen erleichtern”, erklärt Lori Ryerkerk, Executive Vice President Shell Manufacturing. „Wenn er als ‘grüner Wasserstoff’ mit erneuerbarer Elektrizität gewonnen wird, wird er dazu beitragen, die CO2-Intensität des Standorts zu reduzieren. Das ist für uns ein wichtiges Ziel“.
Die Rheinland Raffinerie benötigt jährlich rund 180.000 Tonnen Wasserstoff, der derzeit vor allem durch Dampfreformierung aus Erdgas gewonnen wird. Die neue Anlage kann jährlich zusätzliche 1.300 Tonnen Wasserstoff produzieren, die vollständig in die Raffinerie-Prozesse integriert werden, beispielsweise für die Entschwefelung konventioneller Kraftstoffe.
Dr. Thomas Zengerly, Direktor der Shell Rheinland Raffinerie, betont: „Wir freuen uns, mit der Europäischen Union zusammenzuarbeiten und durch die Erprobung dieser Technologie am Standort Wesseling das künftige Energiesystem Europas mit zu entwickeln. Bei Erfolg besteht die Möglichkeit, dass diese Technologie in unserer Raffinerie erweitert und in anderen Produktionsstätten eingesetzt wird. Wir könnten dann auch Wasserstoff an Kunden außerhalb der Raffinerie liefern.“
Wasserstoff kann bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Heute wird Wasserstoff bereits bei Brennstoffzellen-Fahrzeugen sowie in industriellen Anwendungen eingesetzt. Beim Transport kann Wasserstoff helfen, die Luftqualität vor Ort zu verbessern, da Brennstoffzellen-Fahrzeuge nur Wasserdampf ausstoßen. Wenn der Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, trägt er dazu bei, die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs zu verringern. Shell beteiligt sich an mehreren Initiativen zum Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes in einer Reihe von Märkten, so auch in Deutschland.
Das Projekt wird mit Mitteln der Fuell Cells and Hydrogen 2 Joint Undertaking im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 779579 unterstützt. Dieses Unternehmen erhält Unterstützung aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union “Horizont 2020” und der Wasserstoff-Industrie und der Wasserstoff-Europa-Forschung.

Quelle: Shell


 

NASA und DLR: Gemeinsame Flugversuche zur Klimawirkung des Luftverkehrs

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Deutliche Verringerung der Rußemissionen bei alternativen Kraftstoffen erwartet

Köln, 12. Januar 2018: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA werden im Januar 2018 erstmals gemeinsame Forschungsflüge in Deutschland durchführen. Im Fokus stehen die Emissionen von alternativen Kraftstoffen und die Charakterisierung der Eiskristalle in Kondensstreifen, wobei exemplarisch Biokraftstoff zum Einsatz kommt. Erste gemeinsame DLR/NASA-Flüge im Jahr 2014 in Palmdale/Kalifornien zeigten, dass eine Beimischung von 50 Prozent alternativem Kraftstoff im Reiseflug die Rußpartikel-Emissionen eines Flugzeugtriebwerks um 50 bis 70 Prozent gegenüber der Verbrennung von reinem Kerosin reduziert. Mit den nun geplanten Forschungsflügen sollen  die Partikel-Emissionen und ihr Einfluss auf die Wolkenbildung aus Kondensstreifen und damit ihre Klimawirkung bestimmt werden. Ab dem 14. Januar 2018 wird dafür das NASA-Forschungsflugzeug DC-8 für drei Wochen nach Deutschland kommen und gemeinsam mit dem DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA fliegen. “Wir freuen uns über das Vertrauen der NASA, solch eine umfangreiche Mission mit uns gemeinsam in Deutschland durchzuführen”, sagt DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke. Die Forschungsflüge werden von der Ramstein Air Base aus starten.

“Die NASA könnte diese Forschungsflugmission nicht alleine stemmen”, sagt Bruce Anderson, wissenschaftlicher Leiter der Mission bei der NASA. „Wir bringen hier beide Forschungseinrichtungen mit ihren Ressourcen und Forschungsinfrastrukturen in einer Weise zur Untersuchung von alternativen Kraftstoffen zusammen, wie es niemals zuvor möglich war.“ Die gemeinsame Forschungsflugkampagne trägt den Namen ND-MAX/ECLIF 2 (NASA/DLR-Multidisciplinary Airborne eXperiments/Emission and CLimate Impact of alternative Fuel).

Im Rahmen der internationalen Forschungsmission wird das DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) mit verschiedenen Kraftstoffmischungen fliegen, während das vollinstrumentierte “Fliegende Labor” der NASA (DC-8) in sicherem Abstand folgt, um im Abgasstrahl Rußpartikel, Gasemissionen und Eiskristalle im Kondensstreifen  zu messen. Dabei sind zahlreiche Messgeräte des DLR an Bord des NASA-Flugzeugs installiert. “Wir haben Instrumente zur simultanen Vermessung der Größenverteilung der Ruß-und Eispartikel sowie der gasförmigen Emissionen im Nachlauf des ATRA  an Bord der DC-8 installiert”, berichtet Dr. Hans Schlager vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre. “Der Fokus unserer Messungen liegt darauf, die Emissionen beim Einsatz verschiedener Kraftstoffmischungen zu charakterisieren. Besonders interessiert uns wie sich die Rußemissionen der unterschiedlichen Treibstoffe auf die Strahlungseigenschaften und Lebensdauer der Kondensstreifen auswirken.”

Vorbereitungen in Kalifornien

Mehrere DLR-Wissenschaftler und Ingenieure haben zuvor am Heimatstandort der DC-8 beim Armstrong Flight Research Center der NASA in Kalifornien am Einbau der Messgeräte gearbeitet. Gleichzeitig liefen die Vorbereitungen auf dem Gelände der NATO Air Base in Ramstein, Rheinland-Pfalz, von wo aus die Forschungsflüge in der zweiten Januarhälfte jeweils ihren Ausgangspunkt nehmen. “Wir sind gerade dabei den speziell für die Flugversuche produzierten Kraftstoff anzuliefern”, sagt André Krajewski von den DLR-Flugexperimenten. “Für insgesamt acht geplante gemeinsame Forschungsflüge haben wir Kraftstoff-Mischungen mit einem Anteil von 30 Prozent bis 50 Prozent beigemischtem HEFA.” Der exemplarisch gewählte Biotreibstoff HEFA (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids) wird zu großen Teilen aus dem Öl von Leindotter-Pflanzen gewonnen, er steht hier exemplarisch für alternative Kraftstoffe, die auch synthetisch sein könnten.

Neben den Emissionen interessiert das internationale Forscherteam ebenfalls, wie sich die verschiedenen Kraftstoffmischungen auf die Leistungsfähigkeit der Triebwerke auswirken. “Biotreibstoffe wie HEFA unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung zu herkömmlichem Kerosin dadurch, dass sie reine Paraffine sind und keine zyklischen Kohlenwasserstoffe beinhalten. In Mischung mit herkömmlichem Jet A-1 Kerosin erhält man einen zugelassenen Kraftstoff”, erklärt Dr. Patrick Le Clercq vom DLR-Institut für Verbrennungstechnik. “Diese veränderte Zusammensetzung hat Auswirkungen auf die Bildung von Ruß bei der Verbrennung.”

Bisherige gemeinsame Forschungsflüge

In den vergangenen Jahren fanden bereits mehrere Forschungskampagnen in den USA und in Deutschland zu alternativen Kraftstoffen statt, bei denen verschiedene Forschungsflugzeuge bei unterschiedlichen meteorologischen Bedingungen eingesetzt wurden. Frühere Forschungskampagnen unter der Leitung der NASA fanden 2013 und 2014 in Kalifornien unter dem Namen ACCESS I und II statt (Alternative Fuel Effects on Contrails and Cruise Emissions). Während dieser Kampagnen flog die DC-8 der NASA mit alternativen Kraftstoffen, während kleinere Forschungsjets wie die Falcon HU-25 der NASA und die Falcon 20 des DLR im Abgasstrahl Messungen durchführten. 2015 folgte die ECLIF-Kampagne unter Leitung des DLR in Deutschland, bei der ebenfalls Forscher der NASA beteiligt waren. Bei dieser Kampagne flog der A320 ATRA des DLR mit alternativen Treibstoffen und die instrumentierte DLR-Falcon 20 führte im Nachlauf  Messungen der Emissionen und Kondensstreifen durch. Zudem fanden umfangreiche Emissionsmessungen bei Standläufen am Boden statt.

Bisherige Ergebnisse der Forschungsflüge zeigten eine deutliche Verringerung der Rußemissionen bei alternativen Kraftstoffen und legen nah, dass damit die Anzahl an Eiskristallen in Kondensstreifen reduziert wird. “Die geringere Rußemission bei diesen Kraftstoffen ist eine gute Nachricht für die Umwelt, und sie wäre noch besser, wenn die Flugtests bestätigen, dass sich damit auch die Anzahl der Eiskristalle in Kondensstreifen reduzieren lässt”, sagt NASA-Forscher Anderson. DLR-Forscher Dr. Hans Schlager ergänzt: “Diese Frage ist von großer Bedeutung, weil Kondensstreifen und die sich daraus bildenden Zirruswolken vermutlich eine größere wärmende Wirkung auf die Erdatmosphäre haben, als alle über mehr als 100 Jahre in der Atmosphäre gesammelten Kohlendioxid-Emissionen des Luftverkehrs zusammen.” Kondensstreifen bestehen aus  vielen kleinen Eispartikeln, die sich durch Kondensation von Wasserdampf an den Rußpartikeln der Flugzeugabgase bilden. Die  Kondensstreifen können  in Höhen von etwa 8 bis 12 Kilometern bei feucht-kalten Bedingungen mehrere Stunden bestehen und hohe Wolken sogenannte Kondensstreifen-Zirren bilden. Diese Wolken können je nach Sonnenstand und Untergrund  lokal eine wärmende oder kühlende Wirkung entfalten. Die Kenntnis darüber ist für die Beurteilung der Klimawirkung der Luftfahrt essentiell. Bisherige Forschungsarbeiten legen nahe, dass global die wärmende Wirkung überwiegt.

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Günstige meteorologische Bedingungen in Deutschland

Für die anstehenden DLR/NASA-Flüge, mit den geplanten Messungen der Eiskristalle in Kondensstreifen, sind die meteorologischen Bedingungen im Winter  in Deutschland für die Bildung von Kondensstreifen günstig. Durch den Einsatz des DLR A320 ATRA als „Emissionsquelle“ und der NASA DC-8 als Messplattform, können die Forscher ihre Flugtests in Höhen und mit üblichen Reisefluggeschwindigkeiten von Passagierjets durchführen, wo sich Kondensstreifen typischerweise bilden. Dabei konnten  die Forscher in der DC-8 die bisher  umfangreichste  Messinstrumentierung für solche Untersuchungen installieren wobei die Hälfte der Messgeräte vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre stammt.

Die gemeinsamen Flugtests von NASA und DLR sind bis zum 2. Februar geplant und sollen insgesamt 80 Flugstunden umfassen.

 

Quelle: DLR

UBA: Umweltwirtschaft bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor

Deutschland muss Planungssicherheit für Investoren schaffen

Dessau, 4. Dezember 29017: Umweltschutz ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Deutsche Umweltschutzgüter sind in allen Weltregionen und über alle Umweltschutzbereiche hinweg gefragt. Das zeigt ein aktueller Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) zur Umweltwirtschaft 2015. Deutsche Unternehmen produzierten im Jahr 2015 Güter im Wert von über 83 Milliarden Euro, die für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden können. Gleichzeitig steigt der internationale Wettbewerb. China konnte vor allem aufgrund der Produktion von Solaranlagen seinen Anteil am internationalen Handel mit potenziellen Umweltschutzgütern seit 2002 mehr als verdreifachen und ist nun Exportweltmeister. Deutschland liegt mit einem Welthandelsanteil von 13,5 Prozent an zweiter Stelle (China 16,2 Prozent). Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Der weltweite Markt für Umweltschutzgüter wächst stetig, seit einigen Jahren insbesondere in aufstrebenden Schwellenländern in Asien, Südamerika und aktuell auch Afrika. Deutschland muss aufpassen, seine derzeit gute Stellung hier nicht zu verlieren. Die Umweltpolitik ist gefordert und muss mit den notwendigen langfristigen Zielen und den richtigen ökonomischen Rahmenbedingungen Planungssicherheit für Investoren schaffen.“

Maria Krautzberger weiter: „Deutschland steht noch gut da, nicht zuletzt, weil die Unternehmen schon früh mit hohen umweltpolitischen Standards konfrontiert waren. Es besteht die Gefahr, dass wir diese gute Position verlieren, wenn wir nur noch die europäischen Mindeststandards umsetzen. Um Innovationen zu fördern, brauchen wir auch ein anspruchsvolles Umweltrecht. Hier müssen wir eine entsprechende Entwicklung in der EU und in Deutschland vorantreiben.“

Lag das Produktionsvolumen im Umweltschutz 2013 noch bei 81,6 Milliarden Euro, ist es 2015 auf über 83 Milliarden Euro leicht gewachsen. Es entspricht jetzt sechs Prozent der gesamten Industriegüterproduktion. Güter, die dem Klimaschutz dienen können, stellen mit 40 Prozent des Produktionsvolumens erneut den mit Abstand größten Umweltbereich. Hierzu gehören beispielsweise Windenergie- und Solaranlagen. Maria Krautzberger: „Die Weltklimakonferenz (COP23) in Bonn hat noch einmal ganz deutlich gemacht, dass wir den Klimawandel konsequent bekämpfen müssen. Die weltweiten Anstrengungen hierzu werden auch dazu führen, dass der Weltmarkt für Klimaschutzgüter und Klimaschutztechnologien wächst. Hieraus ergeben sich wirtschaftliche Chancen, die wir nutzen sollten.“

Für die Beurteilung der internationalen Wettbewerbsposition sind nicht nur die Exporte, sondern auch die Importe von Bedeutung. Denn deutsche Unternehmen konkurrieren mit ihren Produkten auch im eigenen Land mit ausländischen Anbietern. Die Entwicklung der letzten Jahre bei Solarzellen hat dies ganz klar verdeutlicht. Bei Windkraftgütern konnten deutsche Unternehmen hingegen in den letzten Jahren Anteilsgewinne auf Auslandsmärkten verzeichnen. Besonders wettbewerbsstark ist die deutsche Industrie traditionell in den Bereichen Mess-, Steuer- und Regeltechnik für den Umweltschutz sowie Abfall- und Abwassertechnologien.

Die Informationen zur Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Umweltwirtschaft werden alle zwei Jahre vom Umweltbundesamt aktualisiert und veröffentlicht.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger fordert, mit langfristigen Zielen und den richtigen ökonomischen Rahmenbedingungen mehr Planungssicherheit für Investoren im Umweltbereich zu schaffen

Quelle: UBA

BDL: Lärmobergrenze darf Planfeststellung nicht in Frage stellen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Fluglärm durch Investition in leisere Flugzeuge reduzieren

Berlin, 7. November 2017: Zur Ankündigung des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir, eine Fluglärm-Obergrenze am Frankfurter Flughafen einzuführen, erklärt Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Die Einführung einer Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt erschwert zusätzlich den Wettbewerb in einem ohnehin angespannten Marktumfeld. Es gibt einen gültigen Planfeststellungsbeschluss, der den Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit gewähren soll.

Die freiwillige Lärmobergrenze darf die Verlässlichkeit von planfestgestellten Kapazitäten nicht in Frage stellen. Denn gerade im Luftverkehr wird mit langen Vorlaufzeiten geplant und umso mehr muss man sich auf vereinbarte und bestandskräftige Beschlüsse auch verlassen können. Deswegen begrüßen wir, dass die Beteiligten sich einig sind, dass der Luftverkehrsstandort Frankfurt auch weiterhin am Luftverkehrswachstum teilhaben soll.

Der wirkungsvollste Weg Fluglärm zu reduzieren ist das Vermeiden von Lärm am Flugzeug selbst. Das bedeutet an erster Stelle die Investition in neue und leisere Flugzeuge und setzt sich in der Nutzung von optimierten Flugrouten und Landeverfahren fort.

Sind Anwohner dennoch von Fluglärm betroffen, können sie seit Jahren Maßnahmen wie Schallschutzfenster geltend machen. Notwendig ist zukünftig auch eine deutlich effektivere Steuerung der Siedlungsflächenentwicklung im Umfeld von Flughäfen mit dem Ziel einer klaren Begrenzung der Zahl der Fluglärmbetroffenen. Dafür sind in erster Linie Anrainerkommunen und die Länder – in diesem Fall das Land Hessen – zuständig.

Damit der Lärm weiter reduziert werden kann, ist es wichtig, dass die Luftverkehrsunternehmen in Zukunft ausreichend Investitionskraft für neue Technologien haben. Dafür müssen mit einer neuen Regierungskoalition die Weichen gestellt werden, denn unsere Unternehmen brauchen Investitions- und Planungssicherheit und fairen Wettbewerb. Nationale Sonderlasten, wie etwa die deutsche Luftverkehrsteuer, die Art und Weise, wie in Deutschland Luftsicherheitskontrollen organisiert werden und die massive Beschränkung der Maschinenlaufzeiten an deutschen Flughäfen sind Gift, weil sie die Investitionskraft für ökologische Innovationen schwächen.“

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

BARIG: Freiwillige Zusammenarbeit zur Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Airline-Verband steht zu Interessensausgleich mit den Anwohnern

Frankfurt, 7. November 2017. Der Branchenverband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) akzeptiert die freiwillige Zusammenarbeit zu einer Fluglärm-Obergrenze am Flughafen Frankfurt. Dazu BARIG Generalsekretär Michael Hoppe: „Wir stehen weiter zu einem fairen Interessensausgleich mit den Anwohnern des Flughafens Frankfurt. Die im BARIG zusammengeschlossenen Airlines setzen sich mit zahlreichen Maßnahmen aktiv dafür ein, die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten. Hierzu gehört der aktive Schallschutz mit dem Einsatz moderner, leiser Flugzeuge und der Überprüfung neuer Anflugverfahren. So akzeptiert BARIG die Einführung einer freiwilligen Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt als gemeinsamen Schritt der abschließenden Umsetzung der Mediationsergebnisse zum Ausbau des Flughafens.“

In diesem Zusammenhang weist BARIG auf die hohe Bedeutung des Luftverkehrs in Frankfurt für Arbeitsplätze, wirtschaftliche Prosperität und Mobilität hin, weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus. Nicht hinnehmbar wären eine Einschränkung der Kapazitäten oder eine weitere Einengung der Betriebszeiten. Solche Maßnahmen hätten unmittelbare und nachhaltig negative Auswirkungen auf Frankfurt sowie den gesamten Luftverkehrsstandort Deutschland.

BARIG vertritt die gemeinsamen Interessen von rund 100 nationalen und internationalen Fluggesellschaften aus Linienflug, Ferienflug, Low Cost und Air Cargo. Seit seiner Gründung 1951 arbeitet der Airline-Verband für die Verbesserung der Rahmenbedingungen des Luftverkehrs in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik, Behörden, Wirtschaft und Medien. Die BARIG Mitgliedsairlines befördern weltweit rund 1,8 Milliarden Passagiere und über 25 Millionen Tonnen Fracht zu über 1.500 Destinationen. Nach und aus Deutschland reisen jedes Jahr rund 225 Millionen Passagiere mit den BARIG Fluggesellschaften. Die BARIG Airlines beschäftigen in der Bundesrepublik mehr als 105.000 Mitarbeiter, die Luftverkehrsbranche sichert insgesamt mehr als 823.000 Arbeitsplätze und ist somit ein entscheidender Wirtschaftsfaktor

Quelle: BARIG

Internationale Fachkonferenz mit Erik Lindbergh

Power to Liquid - Nachhaltige Luftfahrt

GREENER SKIES AHEAD 2017

Nachhaltige Treibstoffe für eine nachhaltige Luftfahrt

Der Klimaschutz stellt den Luftverkehr vor ganz besondere Herausforderungen. Wie kaum ein anderer Verkehrsträger benötigt die Luftfahrt systembedingt Treibstoffe hoher Energiedichte (Kerosin, AvGas). Synthetische, weitestgehend CO2-neutrale und ausschließlich unter Verwendung erneuerbarer Energien gewonnene Treibstoffe (PtL) sind hier ein wichtiger, durch aktuelle technische Entwicklungen ermöglichter Lösungsansatz.

Um im Vorfeld der U.N.-Weltklimakonferenz COP23 für die Entwicklung und Produktion derartiger Treibstoffe zu werben, veranstaltet die International Association for Sustainable Aviation  e.V. (IASA) mit freundlicher Unterstützung des Umweltbundesamtes (UBA) die internationale Fachkonferenz

GREENER SKIES AHEAD 2017

PtL-Solutions for a Sustainable Aviation

  1. Oktober 2017 · 09:00 – 17:30

Deutsche Welle · Großer Gremiensaal

Kurt-Schumacher-Str. 3 · 53113 Bonn · Germany

 

Erik Lindbergh

Zu den Keynote-Speakern zählt Erik Lindbergh, Enkel des legendären Luftfahrtpioniers Charles Lindbergh, der sich international als Vorkämpfer für einen nachhaltigen Luftverkehr einen Namen gemacht hat.

sustainable aviation

Im Rahmen der Konferenz ist die Verabschiedung einer Resolution geplant, die im Anschluss – zusammen mit einem Resümee der Konferenz – an die Teilnehmer von COP23 übermittelt wird.

Registrierung erforderlich. Primäre Konferenzsprache ist Englisch.

Es wird eine Verpflegungspauschale von €30,- erhoben.

Anmeldung erbeten unter: www.iasaev.org oder www.xing.com/events/greener-skies-ahead


 

ADV

ADV: Flughäfen sind Wirtschaftsmotor


Verlässliche Rahmenbedingungen angemahnt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben

Berlin, 21. September 2017:  Kurz vor der Bundestagswahl 2017 hat der Hauptgeschäftsführer des deutschen Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, eindringlich an die deutsche Politik appelliert, sich in der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages der Verbesserung der Rahmenbedingungen der deutschen Flughäfen anzunehmen. Ihre aktuellen Handlungsempfehlungen hat die ADV in einer Broschüre zusammengefasst und detailliert begründet.

Beisel: “Die Flughäfen sind ein stabiler und unverzichtbarer Wachstumsgeber und Wirtschaftsmotor für Regionen und die deutsche Volkswirtschaft. 2016 arbeiteten 180.000 Menschen an den 22 internationalen ADV-Flughafenstandorten in Deutschland. Die deutschen ADV-Flughäfen haben in den letzten 20 Jahren die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mehr als verdoppelt.”

Die jährliche Wertschöpfung, so Beisel, liege bei 5,7 Mrd. Euro. Allein 1 bis 2 Mrd. Euro investierten die ADV-Flughäfen jährlich in den Ausbau ihrer Infrastruktur. Von den deutschen Flughäfen ließen sich mehr als 600 Flugziele durch Direktflüge erreichen. 2016 begrüßten die 22 internationalen ADV-Verkehrsflughäfen in Deutschland rund 223 Mio. Passagiere.

Beisel weiter:  “Die Flughäfen werden auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Deutschland, die Regionen und ihre Bewohner leisten. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland weiter zu stärken und zukunftssichere Arbeitsplätze bereitzustellen, ist unser Ziel.

Daher sind die deutschen Flughäfen mehr denn je auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen der Branche und der Politik kann verhindert werden, dass die deutschen Flughäfen international den Anschluss verlieren.”

Vor diesem Hintergrund erhebt der Flughafenverband ADV nachstehende Forderungen (hier in Kurzform zusammengefasst):

 

  1. Reduzierung der steuerlichen Belastung des Luftverkehrs zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit – Abschaffung der Luftverkehrsteuer
  2. Senkung der Luftsicherheitskosten für Unternehmen und Verbraucher – mehr Verantwortung des Staates
  3. Verantwortlichkeiten bei den Luftsicherheitskontrollen neu regeln – Flughafenstandorte zukunftssicher machen
  4. Bereits hohe Investitionen zum Schutz vor Fluglärm anerkennen – bestehendes Fluglärmschutzgesetz ist ausreichend
  5. Dauerhaft wettbewerbsfähige Betriebszeiten der Flughäfen – mehr Rechts- und Planungssicherheit
  6. Bedarfsgerechter Ausbau der Flughafeninfrastruktur – klares Bekenntnis der Bundesregierung
  7. Bürokratieabbau und Bürgerbeteiligung – Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen
  8. Verbesserung der Anbindung an internationale Märkte – Verkehrsrechteverhandlungen mit dem Ziel der weiteren Marktöffnung
  9. Nutzerfinanzierung der Luftverkehrsinfrastruktur erhalten – bewährtes und individuelles System beibehalten
  10. Standort attraktiver machen – Änderung des Systems und Prozesses zur Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer
  11. Mehr erreichen für Deutschland – Industriepolitische Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Luftfahrt und Gewerkschaften stärken

 

ADV

Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der ADV

Quelle: ADV

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