BDL beklagt falsche Klima-Signale des EU-Parlaments

Nachhaltigkeit in der Luftfahrt - Sustainable Aviation

CORSIA ab 2020 einziges globales Klimaschutzinstrument für den Luftverkehr

Berlin, 13. September 2017: Nach der Europäischen Kommission und dem Rat der EU hat sich auch das Europäische Parlament mit der Frage befasst, ob und wie der Luftverkehr künftig in den europäischen Emissionshandel (EU-ETS) einbezogen werden soll. Die Parlamentarier sind sich vor dem anstehenden Trilog einig mit der Europäischen Kommission und dem EU-Rat: Der Luftverkehr soll bis zur Einführung des globalen Klimaschutzinstruments CORSIA im Jahr 2020 weiter in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden, und zwar weiterhin beschränkt auf innereuropäische Flüge.

Dazu Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Diese Empfehlung war zu erwarten. Wir sehen es als Signal, dass in diesem Punkt Einigkeit unter den europäischen Gremien herrscht. Das schafft vorerst Planungssicherheit für unsere Fluggesellschaften. Aber die Bestrebung, den europäischen Emissionshandel auch nach 2020 auf innereuropäische Flüge anwenden zu wollen und die Bedingungen hierfür auch noch zu verschärfen, wäre ein völlig falsches Signal in der internationalen Klimapolitik im Luftverkehr und eine wettbewerbsverzerrende Doppelbelastung für europäische Fluggesellschaften.“ Vielmehr müsse es jetzt vordringlich darum gehen, das von der internationalen Staatengemeinschaft in der UN-Luftfahrtorganisation ICAO beschlossene Klimaschutzinstrument CORSIA zu stärken und mit Leben zu füllen, so Schulte weiter.

Auf das globale marktbasierte Klimaschutzinstrument CORSIA haben sich die 192 ICAO-Mitgliedsstaaten 2016 verständigt, um die CO2-Emissionen im internationalen Luftverkehr auf dem Niveau von 2020 zu stabilisieren. Fluggesellschaften müssen ab 2021 für ihre wachstumsbedingten CO2-Emissionen Zertifikate erwerben. Mit den Einnahmen werden in entsprechender Größenordnung CO2-senkende Projekte finanziert.

Alle Staaten der EU haben dem ICAO-System zugestimmt und sich bereit erklärt, freiwillig von Beginn an teilzunehmen. Damit verbunden ist die Zustimmung dazu, dass ab 2020 für den internationalen Luftverkehr weltweit allein das ICAO-Klimaschutzinstrument CORSIA gilt. Das muss auch die EU akzeptieren. Schulte: „CORSIA löst demnach das europäische Emissionshandelssystem für den Luftverkehr ab. Die Umsetzung von CORSIA in europäisches Recht hat dabei ohne Abweichungen zu erfolgen. Eine zusätzliche Weiterführung oder sogar Verschärfung des europäischen Emissionshandels würde den hiesigen Fluggesellschaften zusätzliche Kosten auferlegen, die ihre Wettbewerber aus Drittstaaten nicht haben. Klimaschutz im Luftverkehr kann nur international gelingen.“

Die ICAO hat nach der Hauptversammlung im Oktober des vergangenen Jahres intensiv gearbeitet und legt in wenigen Wochen konkrete Vorschläge zur Umsetzung von CORSIA vor. Die Energie des Misstrauens der EU gegenüber diesem neuen Klimaschutzinstrument sollte jetzt in positive Unterstützung umgewandelt werden. Nur durch Zusammenarbeit und internationale Kooperation sind die Herausforderungen im Klimaschutz zu meistern. Im nun möglichen Trilog sollten Europäische Kommission, EU-Rat und Europäisches Parlament die Chance nutzen, ein positives Signal an die internationale Staatengemeinschaft zu senden.

Quelle: BDL

Brüssel: Grünes Licht für Ausbau des Flughafens Memmingen

nachhaltige Luftfahrt

EU-Wettbewerbskommission genehmigt die Förderung des Projekts durch den Freistaat Bayern

Memmingen, 7. September 2017: Der Ausbau des Flughafens in Memmingen hat seine letzte große Hürde genommen. Die Wettbewerbskommission der EU sagte nun ‚Ja‘ zu der Absicht des Freistaats Bayern, das Bauvorhaben zu fördern. Somit kann im nächsten Jahr als erste Maßnahme die Start- und Landebahn von bisher 30 auf 45 Meter verbreitert werden.

Das lange Warten hat ein Ende. „Nun können wir endlich loslegen und die längst fälligen Baumaßnahmen angehen“, erklärt Flughafen Geschäftsführer Ralf Schmid in einer ersten Stellungnahme zum positiven Bescheid aus Brüssel. Der sieht vor, dass der Freistaat Bayern, wie geplant, zu der insgesamt 17 Millionen Euro teuren Investition 12,2 Millionen Euro beisteuern darf.

Begleitet und unterstützt wurde der Flughafen durch eine Vielzahl an Landes- und Kommunalpolitikern, allen voran von Herrn Ministerpräsident Horst Seehofer, den beiden Staatsministern Dr. Markus Söder sowie Herrn Joachim Herrmann und ihren zuständigen Mitarbeitern. Aber auch CSU Fraktionsvorsitzender Thomas Kreuzer, Staatssekretär Franz Josef Pschierer,   Wahlkreisabgeordneter Klaus Holetscheck sowie Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments, haben sich für den Airport und die geplante Förderung stark gemacht. „Unser Dank gilt allen Politikern und Befürwortern für die tatkräftige Unterstützung in den vergangenen Monaten“, betont Ralf Schmid.

Erste Priorität bei den Baumaßnahmen hat nun die Verbreiterung der Landebahn um 15 auf 45 Meter. „Wir beginnen jetzt sofort mit allen Vorarbeiten und Ausschreibungen“, erläutert Ralf Schmid. „Vorher waren uns leider die Hände gebunden.“ Es müssen zahlreiche Auflagen beachtet und die Naturschutz-Behörden eingebunden werden. Gebaut werden soll im kommenden Sommer zumeist nachts ohne den laufenden Flugbetrieb zu behindern, mit einer Fertigstellung wird im Herbst gerechnet. „Das ist ein sportliches Timing“, so der Geschäftsführer, „aber wir werden den Zeitplan einhalten.“ Ebenfalls ausgebaut werden sollen das Instrumentenlandesystem ILS 06, die Befeuerung und die Gepäckhalle.

Mit dem positiven Votum aus Brüssel und der Zurückweisung der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im April dieses Jahres, herrsche nun Planungssicherheit. „Jetzt stehen wirklich alle Zeichen auf Wachstum“, erklärt Schmid die positive Stimmung am Flughafen. Dazu habe nicht zuletzt die Stationierung einer Ryanair-Maschine in Memmingen beigetragen, der, so hoffen die Verantwortlichen, nach dem erfolgten Ausbau weitere folgen könnten.

nachhaltige Luftfahrt

Wird von 30m auf 45m verbreitert: Die Runway des Flughafens Memmingen wird den Anforderungen des zivilen Luftverkehrs angepasst

Die offizielle Presseerklärung der Europäischen Kommission können Sie unter folgendem Link einsehen:
http://europa.eu/rapid/midday-express-07-09-2017.htm

Quelle: Flughafen Memmingen


 

Bei synthetischen Kraftstoffen wird CO2 zum Rohstoff

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Bosch-Studie zeigt im Klimaschutz Einsparpotenzial allein im PKW-Verkehr von 2,8 Giga-Tonnen bis 2050

 

Gerlingen, August 2017: Ein CO2-neutraler Verbrennungsmotor – was vor wenigen Jahren wohl noch ins Reich der Fantasie gehört hätte, kann bald Realität werden. Der Kniff sind synthetische Kraftstoffe, sogenannte eFuels (auch PtL-Treibstoffe genannt, Anm. der Redaktion). Diese binden bei der Herstellung CO2. Das Treibhausgas wird so zum Rohstoff und mithilfe von regenerativ erzeugtem Strom lässt sich daraus Benzin, Diesel, Gas oder Kerosin herstellen.

„Synthetische Kraftstoffe können Benziner und Diesel CO2-neutral machen und einen großen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung leisten“, sagt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Wie groß dieser Beitrag allein im Pkw-Bestand Europas wäre, haben Bosch-Experten errechnet: Bis 2050 könnte der konsequente Einsatz von synthetischen Kraftstoffen ergänzend zur Elektrifizierung bis zu 2.800.000.000.000 Kilogramm CO2 (= 2,8 Giga-Tonnen) einsparen. Das entspricht der dreifachen Menge des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes von Deutschland im Jahr 2016.

 

 IASA - PtL-Impulskampagne

Rußarme Verbrennung reduziert Kosten der Abgasnachbehandlung

Der Blick über Europa hinaus zeigt die Dringlichkeit, die Emissionen im Verkehr weiter zu reduzieren: Um die in Paris gesteckten Klimaziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen des Verkehrs in den nächsten vier Jahrzehnten weltweit um 50 Prozent gesenkt werden, in den Industriestaaten um mindestens 85 Prozent.

„Um die künftigen Klimaziele zu erreichen, braucht es neben der

Elektromobilität weitere intelligente Lösungen“, sagt Denner. Denn selbst wenn alle Autos eines Tages rein elektrisch fahren: Flugzeuge, Schiffe und selbst Lkw werden auch zukünftig überwiegend mit Sprit angetrieben. CO2-neutrale Verbrennungsmotoren, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, sind deshalb ein vielversprechender weiterer Pfad – und zwar auch im Pkw. Hinzu

kommt, dass synthetische Kraftstoffe so designt werden können, dass sie praktisch rußfrei verbrennen. Damit lassen sich die Kosten der Abgasnachbehandlung reduzieren.

Ein weiterer zentraler Vorteil dabei ist, dass das bestehende Tankstellennetz weiter genutzt werden kann. Selbiges gilt auch für das bestehende Know-how bei der Verbrennungstechnik. Und obwohl Elektroautos in den nächsten Jahren deutlich günstiger werden, könnte sich die Entwicklung der Kraftstoffe lohnen.

Bosch hat errechnet, dass je nach Kosten der eingesetzten regenerativen Energie ein mit eFuels betriebener Hybrid bis zu einer Laufleistung von maximal 160.000 Kilometern günstiger sein könnte als ein Langstrecken-Elektroauto. 

Heutiges Tankstellennetz nutzbar, keine Umrüstung bei alten Fahrzeugen

Technisch ist es schon heute möglich, synthetische Kraftstoffe herzustellen. Wenn der Strom, der dafür eingesetzt wird, regenerativ – und damit CO2-frei – gewonnen wird, sind diese Kraftstoffe klimaneutral und vielseitig verwendbar. Mit dem Ausgangsstoff H2 können Brennstoffzellen betrieben werden, mit weiter verarbeiteten Kraftstoffen auch Verbrennungsmotoren oder Flugzeugturbinen.

Für synthetischen Diesel, Benzin und Gas erfolgen derzeit erste Industrialisierungen in Pilotprojekten in Norwegen und Deutschland. Dazu kommt: Weil sie mit der bisherigen Infrastruktur und Motorengeneration kompatibel sind, wirken synthetische Kraftstoffe direkt im Bestand und damit deutlich schneller als eine Flottenerneuerung durch Elektrofahrzeuge. Auch für Fahrer älterer Fahrzeuge würde sich nichts ändern: Denn synthetisch erstelltes Benzin bringt selbst einen Oldtimer zum Fahren – es bleibt von den chemischen Strukturen und grundsätzlichen Eigenschaften nach wie vor Benzin. 

Was muss getan werden, damit eFuels sich durchsetzen? 

Damit sich synthetische Kraftstoffe in der Breite durchsetzen, ist trotz allem noch große Anstrengung notwendig. Denn die Anlagentechnik ist heute noch teuer und es gibt nur wenige Testanlagen. In Deutschland fördert deshalb u. a. das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie synthetische Kraftstoffe im Rahmen der Initiative „Energiewende im Verkehr“. Auch die zunehmende Verfügbarkeit und der zukünftig sinkende Preis von regenerativ erzeugtem Strom werden die Durchdringung der Kraftstoffe in der Breite beschleunigen.

Wie werden synthetische Kraftstoffe hergestellt?

eFuels werden ausschließlich mit erneuerbaren Energien hergestellt, indem aus Wasser zunächst Wasserstoff produziert wird. Für einen flüssigen Kraftstoff wird nun noch Kohlenstoff benötigt. Dieser kann aus Industrieprozessen oder sogar mit Filtern aus der Luft gewonnen werden. Aus CO2 und H2 gewinnt man anschließend den synthetischen Kraftstoff – also Benzin, Diesel, Gas oder auch Kerosin.

Wie teuer wird der Kraftstoff sein? 

Noch ist die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen aufwendig und teuer. Doch ein Markthochlauf der Produktion sowie eine günstige Preisentwicklung beim Strompreis könnten dafür sorgen, dass synthetisch erzeugte Kraftstoffe deutlich günstiger werden. Langfristig sind nach aktuellen Studien reine Kraftstoffkosten von 1,00 bis 1,40 Euro pro Liter realisierbar (exklusive Steuer). 

Was unterscheidet eFuels von Biokraftstoffen?

Anders als bei Biokraftstoffen gibt es bei synthetischen Kraftstoffen nicht die Abwägung zwischen ‚Tank und Teller‘. Mit erneuerbarem Strom lassen sich eFuels zudem ohne die bei Biokraftstoffen zu erwartende Mengenbegrenzung – bspw. durch begrenzte Anbauflächen – herstellen.

Quelle: Bosch


 

BDL: Anhaltender Verlust bei Marktanteilen deutscher Airlines

Anhaltender Verlust bei Marktanteilen deutscher Airlines

Kennzahlen der deutschen Luftverkehrswirtschaft unterstreichen politischen Handlungsbedarf

Berlin, 7. August 2017: Im ersten Halbjahr 2017 zeigen die relevanten Kennzahlen zur Luftverkehrsentwicklung in Deutschland ein stärkeres Wachstum als im gleichen Vorjahreszeitraum: Im Passagierverkehr können die deutschen Fluggesellschaften mit 6,1 Prozent deutliche Zuwächse verzeichnen, und auch die deutschen Flughäfen weisen im ersten Halbjahr ein solides Wachstum von 6,4 Prozent auf. Der Luftfrachtverkehr zieht in den ersten sechs Monaten ebenfalls an.

Zu der Halbjahresbilanz sagt Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Die Passagier- und Frachtzahlen wachsen stärker als in vergangenen Jahren, hier sehen wir eine deutliche Erholung. Allerdings legen die deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen schwächer zu als der Gesamtmarkt. Damit setzt sich auch im ersten Halbjahr 2017 eine Tendenz der letzten Jahre fort: Deutsche Luftverkehrsunternehmen verlieren weiter Marktanteile.“ So haben die deutschen Fluggesellschaften an hiesigen Flughäfen seit 2011 insgesamt 6 Prozent Marktanteile verloren und liegen aktuell nur noch bei 56 Prozent. Größter Wachstumstreiber bleibt das Low-Cost-Segment.

Die Halbjahresbilanz der deutschen Luftverkehrswirtschaft unterstreicht den politischen Handlungsbedarf: „Wenn wir die gute Anbindungsqualität für Wirtschaft und Verbraucher erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrt stärken wollen, müssen wir gegensteuern. Unsere Unternehmen machen ihren Job bei der Zukunftssicherung, aber auch die Politik ist gefordert. Denn für die sinkenden Marktanteile der deutschen Unternehmen sind ganz wesentlich auch politische Rahmenbedingungen verantwortlich, die vom Gesetzgeber hausgemacht sind“, so Schulte weiter.

Zu diesem Ergebnis kommt auch das im Auftrag der Bundesregierung erarbeitete Gutachten zur Markt- und Wettbewerbsentwicklung im Luftverkehr. Die Gutachter identifizieren nationale und europäische Sonderlasten als Hemmnis für die deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Dazu Schulte: „Für die Stärkung der deutschen Luftfahrt brauchen wir keinen Protektionismus, sondern faire Wettbewerbsbedingungen. Die Gutachter der Bundesregierung und das darauf fußende Luftverkehrskonzept des Bundesverkehrsministers machen die richtigen Vorschläge zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Dazu gehören der Abbau der Luftverkehrsteuer und die Teilübernahme der Luftsicherheitskosten in den Bundeshaushalt.“

Zu der vom Umweltbundesamt (UBA) vorgeschlagenen weiteren Beschränkung der Betriebszeiten an deutschen Flughäfen und Verschärfung der Lärmgrenzwerte sagte Schulte: „Erst Mitte Juli stellte der Hessische Verwaltungsgerichtshof fest, dass es keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Gesundheitsgefahren durch Fluglärm gibt, die über die im Fluglärmschutzgesetz berücksichtigten wissenschaftlichen Erkenntnisse hinausgehen. Damit bestätigt der Verwaltungsgerichtshof, dass es keine Rechtfertigung für verschärfte Grenzwerte im Fluglärmschutzgesetz gibt. Auch eine Auswertung der bisherigen Lärmwirkungsstudien, die die Charité durchgeführt und publiziert hat, kommt zu diesem Ergebnis.“

Die Ergebnisse der Halbjahresbilanz 2017 im Einzelnen:

  • Fluggesellschaften: Weltweit wuchs der Passagierluftverkehr um 7,9 Prozent, in Europa um 8,8 Prozent. Dieses Wachstum kommt auch bei den deutschen Fluggesellschaften an. Sie weisen ein Wachstum von 6,1 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum auf. Dies ist eine wesentlich bessere Entwicklung als im Jahr zuvor, als die deutschen Fluggesellschaften zum Halbjahr Rückgänge hinnehmen mussten. Allerdings liegen die deutschen Unternehmen weiterhin hinter dem dynamischen Wachstum in anderen Weltregionen zurück.
  • Flughäfen: Auch die deutschen Flughäfen konnten in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich zulegen. Sie begrüßten fast 110 Millionen an- und abreisende Fluggäste und damit 6,4 Prozent mehr Passagiere als im ersten Halbjahr des Vorjahres. Dabei ist der internationale Verkehr deutlich stärker gewachsen als der inländische Flugverkehr. Auch bei den Flughäfen fällt das Wachstum aber unterdurchschnittlich aus, andere europäische Luftverkehrsstandorte konnten stärkere Wachstumsraten aufweisen.
  • Marktanteile: Das Wachstum an deutschen Flughäfen wird ganz wesentlich von ausländischen Fluggesellschaften getrieben. Damit setzt sich eine problematische Entwicklung der letzten Jahre auch im laufenden Jahr fort: Die deutschen Fluggesellschaften verlieren Marktanteile, während ausländische Fluggesellschaften im deutschen Markt Kapazitäten aufbauen und ihre Marktposition stärken. So ist der Marktanteil der deutschen Fluggesellschaften an hiesigen Flughäfen von 62 Prozent im Jahr 2011 auf nunmehr 56 Prozent gesunken.
  • Low Cost: Größter Wachstumstreiber im Passagierluftverkehr bleiben Low-Cost-Verkehre. Seit 2011 nahmen die Low-Cost-Verkehre an den deutschen Flughäfen um 120 Prozent zu, was den Wettbewerbs- und Kostendruck weiter verschärft. Im gleichen Zeitraum konnten die europäischen Netzwerk-Fluggesellschaften wie British Airways oder Air France ihr Angebot um 8 Prozent ausbauen. Deutsche Netzwerk-Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Air Berlin haben ihr Flugangebot hingegen um 23 Prozent reduziert, u.a. weil sie Flüge auf Low-Cost-Plattformen verlagert haben, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • Konnektivität: Die Anbindungsqualität der deutschen Flughäfen ist nach wie vor sehr gut: Im Sommer 2017 können von deutschen Flughäfen 356 internationale Ziele direkt mit dem Flugzeug erreicht werden. Das ist gut für die Verbraucher und vor allem auch für die exportorientierte deutsche Wirtschaft, die auf eine gute Anbindung auf dem Luftweg angewiesen ist. Allerdings holen wichtige Wettbewerbsländer wie etwa die Niederlande und Spanien auf. Sie konnten ihre Konnektivität, also die Anzahl von direkten Zielen und Frequenzen, in den vergangenen Jahren deutlich steigern.
  • Luftfracht: Der weltweite Frachtluftverkehr wuchs im ersten Halbjahr 2017 um 10,4 Prozent. Das ist eine deutlich positivere Bilanz als im Vorjahr, wo der Frachtverkehr mit 0,5 Prozent stagnierte. Die europäischen Fluggesellschaften sind mit 13,6 Prozent sogar stärker gewachsen als der weltweite Schnitt. Maßgeblich dafür war die hohe Nachfrage zwischen Europa und Asien. Doch weder die Lufthansa Cargo noch die großen Frachtflughäfen in Deutschland haben in der Größenordnung des weltweiten Durchschnittswachstums zulegen können.

 

Anhaltender Verlust bei Marktanteilen deutscher Airlines

Seit 2015 legt der BDL regelmäßig zweimal im Jahr Kennzahlen zur Lage der deutschen Luftverkehrswirtschaft vor. Die Zahlen umfassen die Entwicklung der Fluggesellschaften und Flughäfen und ordnen diese anhand von internationalen Vergleichszahlen ein. Zu diesem Zweck zieht der BDL unterschiedliche aktuelle Quellen heran: die konsolidierten Zahlen der BDL-Mitglieds-unternehmen, die Ergebnisse der ADV-Statistik sowie die Zahlen der IATA zur weltweiten Entwicklung.

Quelle: BDL

‚FAMOS‘: Neues Forschungsprojekt der Lufthansa Technik zur Verminderung des Widerstands

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Automatisiertes System ermöglicht das Beschichten großer Oberflächen mit Ribletstruktur

Hamburg, 13. Juli 2017: Lufthansa Technik hat zusammen mit Partnern im Forschungsprojekt „FAMOS“ ein neuartiges Führungssystem entwickelt, das die multifunktionalen Oberflächen von Verkehrsflugzeugen mit einer strömungsgünstigen „Haifischhaut“-Struktur automatisch beschichtet. Zunächst soll die Struktur auf den Flügeloberseiten sowie auf den Ober- und Unterseiten des Höhenleitwerks appliziert werden. Weitere Anwendungsflächen, vor allem am Rumpf, sollen folgen.

Frühere Forschungen hatten bereits eine lange Haltbarkeit und einen
hohen Nutzen dieser Struktur bestätigt. Dabei konnten zunächst neue
Lacke entwickelt und die Beständigkeit der Riblet- beziehungsweise
Haifischhautstrukturen auch unter realen Bedingungen im Flugbetrieb
bewiesen werden.

Hierzu wird der Lack zunächst auf eine UV-transparente Form (Matrix)
aufgebracht. In diese Matrix ist vorab das Negativ der Riblet-Form
eingebracht worden. Die Negativ-Form wird in den frischen Lack
eingedrückt und dieser gleichzeitig durch UV-Licht gehärtet. Wenn die
Negativ-Form entfernt wird, bleibt das Positiv der Haifischhaut auf
der Oberfläche stehen. Die Matrix kann auch als endloser Gürtel
ausgebildet werden und somit einen automatischen Prozess ermöglichen.

„Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass wir den Reibungswiderstand
der Luft trotz geringfügiger Abnutzung der Mikrostrukturen um fünf
bis acht Prozent reduzieren können. Dadurch würden Airline-Betreiber
nicht nur rund eineinhalb Prozent Treibstoff einsparen, sondern auch
die Schadstoff-Emissionen ihrer Flotten um einen entsprechenden Wert
reduzieren können“, so Projektleiter Dr. Mathias Nolte.

Wird in den kommenden Monaten mit der Industrialisierung und
Überführung in die Produktion begonnen, könnte die automatisierte
Beschichtung von Flugzeugen mit strömungswiderstandsreduzierender
Haifischhaut bereits 2019 Realität werden.

Quelle: Lufthansa Technik


 

Globales Klimaschutzinstrument CORSIA muss europäischen Emissionshandel ab 2020 ersetzen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Position des Umweltausschusses im Europäischen Parlament weist in falsche Richtung 

Berlin, 11. Juli 2017: Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich mit der Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel befasst. Zu den Beschlüssen sagt Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Wir begrüßen, dass auch der Umweltausschuss des Parlaments den Emissionshandel bis 2020 nicht verschärfen will. Aber der Vorschlag der Umweltpolitiker, den europäischen Emissionshandel auch nach 2020 auf innereuropäische Flüge anwenden zu wollen, wäre eine wettbewerbsverzerrende Zusatzbelastung für die europäischen Fluggesellschaften.“

Die Europäische Kommission hatte empfohlen, Luftverkehr bis zur Einführung des globalen Klimaschutzinstruments CORSIA im Jahr 2020 weiter in den europäischen Emissionshandel einzubeziehen, und zwar weiterhin beschränkt auf innereuropäische Flüge. Diesem Vorschlag folgten der EU-Rat und nun auch der Umweltausschuss. Für die Zeit nach 2020 fordert der Ausschuss, Flüge zwischen den EU-Mitgliedsstaaten weiter in den Emissionshandel einzubeziehen und das System sogar noch zu verschärfen.

„Die von den EU-Umweltpolitikern geforderte Verschärfung des europäischen Emissionshandels würde den hiesigen Fluggesellschaften zusätzliche Kosten auferlegen, die ihre Wettbewerber aus Drittstaaten nicht haben“, so Schulte. „Stattdessen muss die Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel ab 2020 vollständig durch das globale Klimaschutzinstrument CORSIA abgelöst werden. Denn Klimaschutz im Luftverkehr kann nur international gelingen.“

Im Oktober 2016 hat sich die internationale Staatengemeinschaft im Rahmen der ICAO auf die Einführung des globalen marktbasierten Klimaschutzinstruments CORSIA verständigt, um die CO2-Emissionen im internationalen Luftverkehr auf der Höhe von 2020 zu stabilisieren. Um das Ziel des CO2-neutralen Wachstums zu erreichen, zahlen die Fluggesellschaften ab 2021 für ihre wachstumsbedingten CO2-Emissionen einen Zertifikatspreis. Mit den Einnahmen werden in entsprechender Größenordnung CO2-senkende Projekte finanziert.

Das globale Offsetting-Instrument CORSIA ist ein entscheidender Teil der umfassenden Klimaschutzstrategie für die Luftfahrt und ergänzt effizienzsteigernde Innovationen bei der Flugzeug‐ und Triebwerkstechnik sowie bei betrieblichen Prozessen am Boden und in der Luft.


Quelle: BDL


 

Deutsche Airlines mit neuer Bestleistung in 2016

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Nur 3,64 Liter Kerosin pro 100 Personenkilometer

Berlin, 3. Juli 2017: Mit einem durchschnittlichen Flottenverbrauch von nur 3,64 Liter Kerosin pro Person und 100 Kilometer erreichten die deutschen Fluggesellschaften 2016 einen Top-Wert. „Die neuesten Zahlen belegen, dass die Maßnahmen der Luftverkehrsbranche zur Steigerung der Energieeffizienz greifen“, sagt Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zur Vorstellung der neusten Kennzahlen im aktuellen BDL-Jahresreport zum Klimaschutz im Luftverkehr.

Der BDL legt einmal im Jahr auf Grundlage des tatsächlichen Kerosinverbrauchs und der zurückgelegten Personenkilometer die Zahlen zur Energieeffizienz und CO2-Emissionen vor. Der aktuelle Jahresbericht zeigt: Luftverkehr wird ökologisch immer effizienter, weil es gelingt, die Zunahme des Kerosinverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emissionen geringer zu halten als das Verkehrswachstum. Der durchschnittliche Verbrauch der deutschen Flotte pro Person und 100 Kilometer ist seit 1990 um 42 Prozent gesunken. Schulte: „Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Branchenerfolg, der auf den Maßnahmen vor allem der deutschen Fluggesellschaften, aber auch der Flughäfen und der Deutschen Flugsicherung beruht. Das bestätigt, dass die Branche bei der Erfüllung ihrer Klimaschutzstrategie auf dem richtigen Weg ist.“

Zur Erinnerung: Die internationale Klimaschutzstrategie der Luftfahrt beinhaltet drei wichtige Elemente:

  • Die Treibstoffeffizienz soll pro Jahr um 1,5 Prozent gesteigert werden,
  • ab 2020 soll das Wachstum des Luftverkehrs CO2-neutral erfolgen und
  • bis 2050 sollen gegenüber dem Jahr 2005 die netto-CO2-Emissionen der Luftfahrt um 50 Prozent sinken.

Da der weltweite Luftverkehr weiter um etwa 5 Prozent pro Jahr wachsen wird, reicht die Senkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs nicht aus, um den Anstieg der CO2-Emissionen zu stoppen. Daher wurde 2016 auf UN-Ebene bei der staatlichen Luftfahrtorganisation ICAO das internationale Offsetting-System CORSIA beschlossen. Schulte: „Mit diesem globalen, marktbasierten Klimaschutzinstrument wächst der Luftverkehr ab 2020 CO2-neutral.“ Die Fluggesellschaften zahlen dann dafür, dass die wachstumsbedingten CO2-Emissionen in von der UN zertifizierten Projekten kompensiert werden. „Es gilt jetzt, das von der ICAO beschlossene Klimaschutzinstrument zügig auszugestalten und umzusetzen. Dabei ist entscheidend, dass CORSIA weltweit nach gleichen Regeln umgesetzt wird – ohne europäische Verschärfungen. Und: CORSIA muss ab 2020 das EU-ETS ablösen“, so BDL-Präsident Schulte.

  • Kernzahlen aus dem aktuellen Klimaschutzreport des BDL:
  • Investition in neue Technologie: Die deutschen Fluggesellschaften investieren in den nächsten Jahren in 214 verbrauchsärmere Flugzeuge zum Listenpreis von 37 Milliarden Euro. Technische Innovationen sorgen dafür, dass mit jeder Flugzeuggeneration der Treibstoffbedarf um rund 15 Prozent sinkt. Die Investitionen in neue Flugzeuge könnten höher ausfallen, wenn der Gesetzgeber wettbewerbsverzerrende Sonderbelastungen etwa bei der Luftverkehrsteuer abbauen würde.
  • Effizienz-Rekord bei der Frachtflotte: Deutsche Frachtflugzeuge fliegen so effizient wie nie zuvor: Auf Passagiere (je 100 kg inklusive Gepäck) umgerechnet verbrennt die Fracht-Flotte der Lufthansa Cargo nur 1,83 Liter auf 100 Kilometer.
  • Anhaltend niedriger Verbrauch: Im Jahr 2016 verbrauchten die Flugzeuge der deutschen Airlines durchschnittlich 3,64 Liter Kerosin pro 100 Personenkilometer.
  • Flughäfen senken CO2-Ausstoß weiter: Die Flughäfen konnten ihre spezifischen CO2-Emissionen zwischen 2010 und 2015 um mehr als 26 Prozent auf 2,28 kg CO2pro Verkehrseinheit senken.
  • Beitrag der Deutschen Flugsicherung: Weniger Umwege als je zuvor: Die durchschnittliche Abweichung von der Ideallinie einer Flugstrecke konnte in den vergangenen Jahren in Deutschland um 33 Prozent reduziert werden. 2016 wurden durch die Vermeidung von Umwegen rund 70.500 Tonnen weniger CO2ausgestoßen.

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Den Report finden Sie unter http://www.bdl.aero/download/2555/klimaschutz-report_2017.pdf

Quelle: BDL


 

Geschäftsführungswechsel bei der ZLT Zeppelin Luftschifftechnik

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Eckhard Breuer übernimmt Unternehmensführung von Thomas Brandt

 

Friedrichshafen, 03.Juli 2017: Wie bereits im April dieses Jahres angekündigt, hat Thomas Brandt, der bisherige Geschäftsführer der ZLT Zeppelin Luftschifftechnik sowie der Deutschen Zeppelin-Reederei, am 1. Juli den Staffelstab an seinen Nachfolger Eckhard Breuer übergeben.

Zusammen mit seinem Team brachte Thomas Brandt in den 13 Jahren seines Wirkens die beiden Unternehmen zielgerichtet, kontinuierlich und erfolgreich voran. 2011 landete die ZLT den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte: Die Goodyear Tire & Rubber Company bestellte drei neue Zeppelin NT “made in Friedrichshafen”. Zwei dieser Luftschiffe wurden in den USA bereits in Betrieb genommen, das dritte ist momentan in der Endmontage und wird im Frühjahr 2018 zu seinem Erstflug abheben.

Der Zeppelin NT erfreut sich mit seinen einzigartigen Flugeigenschaften nicht nur bei Touristen großer Beliebtheit, sondern hat sich auch im Bereich der Wissenschafts- und Sondermissionen als Forschungsplattform erfolgreich etabliert. Aufgabe des neuen Geschäftsführers Eckhard Breuer wird es sein, an diese Erfolgsgeschichte anzuknüpfen. “Ich gratuliere Thomas Brandt und dem ganzen Team zu dieser erfolgreichen und soliden Aufbauarbeit. Darauf können Sie wirklich stolz sein. Auf die vor uns liegende Zusammenarbeit und den weiteren Ausbau unserer Unternehmen freue ich mich sehr. Ein großes Dankeschön an alle Passagiere, die in den 20 Jahren seit dem Erstflug des Zeppelin NT mit uns geflogen sind – und natürlich auch an alle Kunden aus Industrie und Wissenschaft sowie an alle Werbepartner, die unser Luftschiff als sympathischen und unübersehbaren Markenbotschafter für sich genutzt haben”, so Breuer bei der Übergabe des Staffelstabes. Der 53-jährige Diplom-Ingenieur ist ein langjähriger Vertriebsprofi und profilierter Nordamerika-Kenner. Sein gesamtes bisheriges Berufsleben hat Breuer in der Luftfahrtbranche verbracht und bringt somit eine enorm breite Branchenexpertise in sein neues Aufgabenfeld mit ein. Im Anschluss an sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Bundeswehr-Universität München war er Zeitsoldat bei der Luftwaffe – unter anderem als Offizier im Einsatzführungsdienst und als AWACS-Besatzungsmitglied. Nach seiner Bundeswehrzeit war Breuer von 1995 bis 1998 Vertriebsingenieur bei der Aerodata AG und übernahm im Anschluss daran die Verantwortung für den Bereich Marketing und Vertrieb bei der CAE Elektronik GmbH. Beim kanadischen Flugzeugbauer Bombardier leitete er ab 2004 den Vertrieb von Geschäftsflugzeugen in Deutschland und Österreich. Seine Kunden waren neben Privatkunden auch die Flugbereitschaft des BMVg sowie Werk- und Charterflugbetriebe. Seit 2015 verantwortete Breuer bei Bombardier den Vertrieb von Special Mission-Flugzeugen an Regierungskunden und hat nun zum 1. Juli 2017 die Geschäftsführung der ZLT und DZR übernommen.

Thomas Brandt gibt Eckhard Breuer und den Mitarbeitern seinen Dank und gute Wünsche mit auf den Weg: “Ich bin dankbar für eine ereignisreiche unternehmerische Zeit mit dem Zeppelin NT und wünsche meinem Nachfolger, dem Mitarbeiter-Team und den Unternehmen eine glückliche und erfolgreiche Zukunft.”

Der Zeppelin NT (Neue Technologie) ist das größte und einzige für den kommerziellen Passagierbetrieb zugelassene Luftschiff der Welt und verfügt über eine starre Innenstruktur. Antriebe, Leitwerke und Kabine sind direkt an die Tragstruktur montiert und verleihen dem Zeppelin NT ein Höchstmaß an Sicherheit, Komfort, Leistung und Manövrierfähigkeit. Darüber hinaus ist der Zeppelin NT ein beispielhaft umweltverträgliches Luftfahrzeug.

Mit einer Länge von 75 m und einem Volumen von 8.425 m³ ist der Zeppelin NT das derzeit größte halbstarre Luftschiff. Die ZLT setzt auf die Kombination von bewährten Erfahrungswerten und modernster Technik. Der Zeppelin NT ist in der Bauart LZ N07-100 für den kommerziellen Flugbetrieb bis 13 Passagiere durch LBA, EASA, FAA und JCAB zugelassen – und in der neuen Version LZ N07-101 bis 15 Passagiere durch LBA, EASA und FAA.

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Thomas Brandt (rechts) übergibt den Staffelstab des Zeppelin-Geschäftsführers an seinen Nachfolger Eckhard Breuer
Foto: ZLT

Quelle: ZLT Zeppelin Luftschifftechnik / Deutsche Zeppelin-Reederei


 

Airbus-Team erhält „Innovationspreis der deutschen Luftfahrt”

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Neues Konzept zum Drucken von elektrischen Leitungen

Hamburg / Berlin, 30. Juni 2017: Gedruckte Verbindungen aus leitfähiger Tinte statt schwerer Kabelbündel – so könnte die zukünftige Stromversorgung im Flugzeug für viele Kabinensysteme aussehen. Ein Airbus-Entwicklungsteam hat dieses Verfahren in mehreren Jahren für den Einsatz am Bord optimiert. Das Projekt wurde jetzt in Berlin mit dem „Innovationspreis der deutschen Luftfahrt“ ausgezeichnet.

„Wir freuen uns sehr über diese hochrangige Auszeichnung für unsere Forschungsteams. Verfahren wie der Druck von elektrischen Verbindungen sind elementarer Bestandteil von zukunftweisenden Technologien zur Gewichtsersparnis und Optimierung unserer Fertigungsabläufe“, sagte Andreas Fehring, Mitglied der Geschäftsführung von Airbus in Deutschland und Werkleiter Hamburg. „Wir forschen an zahlreichen Projekten zum Thema Industrie 4.0 – und dieses ist nur ein Beispiel, wie neue Verfahren unsere Flugzeuge und deren Herstellung noch effizienter machen und zugleich mehr Flexibilität für unsere Airline-Kunden ermöglichen.“

Die gedruckten Verbindungen werden mittels Tintenstrahldrucker auf eine Kunststofffolie aufgebracht. Die Spezialtinte ist mit Silberpartikeln versetzt und dadurch leitfähig. Eine zusätzliche Lackschicht schützt den elektrischen Leiter. Die Folie könnte in Zukunft auf Oberflächen in und außerhalb der Kabine genutzt werden: für Beleuchtung, Ventilatoren, Datenübertragung. Für die Entwicklung des neuen Verfahrens arbeiteten die Airbus-Entwickler im Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung ZAL in Hamburg unter anderem mit der Firma Altran sowie den Fraunhofer Instituten Bremen und Chemnitz zusammen.

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Die Gewinner der Kategorie Industrie 4.0, André Hubert, Dennis Hahn und Guido Kaiser (v. l.) mit Max Seißler (Altran) und Laudatorin Catrin Hinkel,
Vorstandsmitglied Accenture Dienstleistungen GmbH.
Foto: IDL / photothek

Quelle: Airbus


 

Flughafen Stuttgart – Vorreiter bei Umstellung auf abgasfreien Vorfeldtransport

nachhaltige Luftfahrt

Neuer Gepäckschlepper in Hannover vorgestellt

Hannover, April 2017: Auf der Hannover Messe 2017 (24. bis 28. April) stellt der Flughafen Stuttgart den Einsatz von Elektrofahrzeugen auf dem Vorfeld vor, darunter den neusten Zuwachs – ein Elektro-Gepäckschlepper mit Lithium-Ionen-Batterie.
In Punkto Elektromobilität nimmt die Flughafen Stuttgart GmbH eine Vorreiterrolle unter den deutschen Airports ein. Noch 2017 wird der Passagier- und Gepäcktransport auf dem Vorfeld komplett auf leise und abgasfreie Elektroantriebe umgestellt. Bereits jetzt sind dort 25 Elektrofahrzeuge im Einsatz. In den nächsten drei Jahren soll die Elektroflotte um rund 40 weitere Abfertigungsfahrzeuge wie Passagierbusse, Gepäck- und Frachtschlepper, Förderbänder und Pushback-Fahrzeuge erweitert werden.
Dieses Ziel verfolgt der Flughafen in Zusammenarbeit mit dem Abfertigungsdienstleister Losch Airport Service GmbH und dem Öko-Institut e.V. im Rahmen des Projekts scale-up!. Dabei wird untersucht, wie sich die Beschaffung von Vorfeldfahrzeugen mit elektrischen Antrieben von ihrer Produktion über die Energieversorgung bis hin zur Entsorgung der Batterie auf Umwelt und Wirtschaftlichkeit auswirken.
nachhaltige Luftfahrt

In Stuttgart im Einsatz: Neuer Elektro-Gepäckschlepper mit Lithium-Ionen-Batterie

Quelle: Flughafen Stuttgart

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