ELEMENT EINS

Power to Liquid

Gasunie, TenneT und Thyssengas steigen in konkrete Planung für grüne Sektorkopplung mit Power-to-Gas ein

  • Strom- und Gasnetzbetreiber planen Bau einer 100 MW Power-to-Gas-Anlage in Niedersachsen
  • Anlage soll Sektoren Energie, Verkehr und Industrie koppeln
  • Power-to-Gas kann helfen das Stromnetz zu stabilisieren, die Abregelung von Windenergie zu begrenzen und künftigen Netzausbaubedarf zu begrenzen

 

Bayreuth, Dortmund, Hannover, 16. Oktober 2018.

„Nägel mit Köpfen“ wollen der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und die Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Deutschland und Thyssengas bei der Kopplung von Strom- und Gasnetzen für die Energiewende machen. Die drei Netzbetreiber planen in Niedersachsen den Bau einer mit 100 Megawatt bis dato größten deutschen Power-to-Gas-Pilotanlage. In Betracht kommen Standorte im Bereich der TenneT-Umspannwerke Diele und Conneforde, in denen vor allem Offshore-Windstrom aus der Nordsee gesammelt und weiterverteilt wird.

Mit dem Pilotprojekt „ELEMENT EINS“ wollen die beteiligten Unternehmen erste Erfahrungen mit Power-to-Gas-Anlagen im industriellen Maßstab sammeln. Die Pilotanlage soll schrittweise ab 2022 ans Netz gehen und grünen Strom in Gas umwandeln, um so neue Speicherpotenziale für erneuerbaren Strom zu erschließen. Den Partnern geht es dabei um die umfassende Kopplung der Sektoren Energie, Verkehr und Industrie. So kann der in Gas umgewandelte Grünstrom nicht nur über bestehende Gasleitungen von der Nordsee ins Ruhrgebiet transportiert, sondern unter anderem auch über Wasserstoff-Tankstellen für Mobilität und über die Speicherung in Kavernen für die Industrie zur Verfügung stehen.

Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies sagte zu dem Projekt: „Das ist ein ganz wichtiges Signal für das Energieland Niedersachsen. Der Ausbau von Windenergie an Land und auf See schreitet voran. Allerdings dürfen wir die Energiewende nicht ausschließlich als Stromwende betrachten. Gerade der Sektorkopplung kommt eine herausragende Bedeutung zu. Ich begrüße es sehr, dass wichtige Player der Energiewende jetzt dabei aktiv werden. Das ist das richtige Signal. Einzelne Industrieunternehmen sind bereits am Thema Power-to-Gas dran. Wichtig ist es jetzt, dass wir industriepolitische Maßstäbe der Anlagen realisieren. Das ist hierbei der Fall. Gerade die Verbindung von Strom- und Gasnetz bietet große Entwicklungspotenziale. Aber auch die Nutzung des grünen Wasserstoffs für Mobilität, Wärme und Industrie bietet enorme Chancen. Wie dürfen nicht zu einseitig nur den Strombereich betrachten. Nur so erhalten wir eine Technikvielfalt und sind auch bei den engagierten Unternehmen breit aufgestellt.“

Die Partner haben das Projekt „ELEMENT EINS“ bereits dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß (MdB), vorgestellt. Dieser zeigte sich hochinteressiert an dem Projekt: „Ich bin überzeugt, dass die Nutzung von erneuerbarer Energie als Wasserstoff eine wichtige Antwort auf noch offene Fragen der Energiewende sein wird“, so Bareiß. Er unterstütze daher die Initiative der drei Unternehmen ausdrücklich.

Für TenneT hat Power-to-Gas großes Potenzial, da so dem Stromnetz dringend benötigte Flexibilität zur Verfügung stehen kann. „Wir brauchen leistungsfähige Speichertechnologien, um das ambitionierte Ausbauziel für erneuerbare Energien 2030 zu realisieren. Wenn wir große Mengen an erneuerbarem Strom speichern können, entlasten wir das Stromnetz. Das hilft uns, die teure Abregelung von Windanlagen zu begrenzen und macht die Stromversorgung sicherer“, sagte Lex Hartman, Geschäftsführer von TenneT, und fügte hinzu: „Mehr Speicherung von grünem Strom bedeutet für die Zeit nach 2030 auch weniger zusätzlichen Netzausbau.“ Das innovative Projekt gehört zum umfangreichen Innovationsprogramm des Übertragungsnetzbetreibers, mit dem er Möglichkeiten untersucht, um mehr Flexibilität für den sicheren Netzbetrieb verfügbar zu machen.

„Wir müssen jetzt ‘Power-to-Gas geben‘, um unsere Klimaschutzziele in 2030 und 2050 tatsächlich auch erreichen zu können“, sagte Jens Schumann, Geschäftsführer der Gasunie Deutschland. „Gerade das Thema Sektorkopplung, mit dem eine intelligente Verbindung der Gas-, Strom-, Wärme- und Mobilitätsinfrastrukturen volkswirtschaftlich sinnvoll weiterentwickelt werden kann, bietet in diesem Zusammenhang ein großes, bislang noch nicht umgesetztes Potenzial. Der Power-to-Gas-Technologie kommt hier eine große Bedeutung zu, denn diese ermöglicht eine praktische Lösung für die Verbindung bislang getrennter Infrastrukturen.“

„Mit dem Bau einer Power-to-Gas-Großanlage ist auch klar, dass die Energiewende eine Ingenieursaufgabe werden muss, soll sie denn gelingen. Technische Innovationen und die sektorübergreifende Suche nach tragfähigen Engineering-Lösungen sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Energiewende. Wenn wir den Mut haben, unsere technischen Stärken hier zielgerichtet zusammenzuführen, dann werden wir am Ende auch erfolgreich sein. Für die profitable Entfaltung technischen Know-hows brauchen wir jetzt den nötigen Rahmen“, so Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Thyssengas GmbH.

Power to Liquid

Hintergrund
Erneuerbare Energien speisen wetterabhängig ein und sind damit nicht immer verfügbar. Bis heute gibt es keine technisch und wirtschaftlich überzeugende Lösung zur Speicherung großer Mengen elektrischer Energie. Power-to-Gas kann hier einen Beitrag leisten, da entsprechende Anlagen regenerativen Strom in Gas (grüner Wasserstoff oder Methan) umwandeln, das über die Gasnetze transportiert oder gespeichert werden kann. Der in Gas umgewandelte regenerative Strom kann so in anderen Sektoren eingesetzt werden und damit dazu beitragen, die Energiewende zu beschleunigen.

Quelle: TenneT

Power to Liquid
Klimaschutz strategischer und internationaler entwickeln –Weltenergierat stellt Roadmap für grüne synthetische Kraftstoffe vor

Pressemitteilung 18.10.2018

  • Ehrgeizige Klimaziele sind ohne Power-to-X Kraftstoffe nicht denkbar – besonders im Verkehrssektor
  • Weltenergierat fordert mit Studie „Internationale Aspekte einer Power-to-X Roadmap“ den langfristigen Aufbau eines globalen PtX-Marktes ein
  • PtX ist industrie- und klimapolitisch eine große Chance für internationale Zusammenarbeit – die muss aber strategischer aus Deutschland heraus entwickelt werden

„Ambitionierte Klimaziele sind nur erreichbar, wenn erneuerbare Energien nicht allein direkt als Strom genutzt werden, sondern auch als Gas oder flüssiger Brennstoff speicherbar sind. Deshalb müssen wir uns viel systematischer mit der Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen beschäftigen“, erklärt Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierat-Deutschland, anlässlich der Vorstellung der Studie „Internationale Aspekte einer Power-to-X Roadmap“. „Sie werden die zweite Säule der Nutzung erneuerbarer Energien.“

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Die Energiewende in Deutschland wird langfristig erhebliche Importe synthetischer Kraftstoffe aus dem Ausland erfordern, die aus erneuerbaren Energien erzeugt werden – sogenannten Power-to-X Produkten (PtX). Diese lassen sich in vielen Regionen der Welt aufgrund der besseren Standortbedingungen für erneuerbare Energien deutlich günstiger produzieren als hierzulande und anschließend exportieren. „Um internationale Zusammenarbeit anzustoßen, müssen wir aber mit diesen Ländern sprechen. Bislang sind unsere Erwartungen an die Rolle von PtX im Ausland zu wenig bekannt“, so Rolle weiter.
„Power-to-X wird nicht plötzlich da sein, seine Entwicklung braucht eine langfristige politische Strategie und eine schrittweise Skalierung.

Dazu sollen die vom Weltenergierat entwickelten Elemente einer Power-to X Roadmap beitragen“ erklärt Carsten Rolle.
Die Entwicklung eines globalen Marktes für Power-to-X aus Deutschland heraus ist eine industriepolitische Chance und klimapolitisch ein Schlüsselfaktor für ein CO2-freies Energiesystem. Der Bedarf an synthetischen Kraftstoffen kann langfristig sehr groß werden. Die hierfür benötigten Kapazitäten für Wasserstoffelektrolyseanlagen etwa können bis zu 3.000 bzw. 6.000 GW weltweit betragen. Bisher sind Elektrolyseanlagen mit einer Kapazität von lediglich rund 20 GW installiert.

Vielversprechende Partnerländer hat der Weltenergierat auf allen Kontinenten identifiziert. „Vorreiter wie Norwegen haben die technologische Umsetzung frühzeitig vollzogen und bereits erste Handelsbeziehungen aufgebaut“, nennt Rolle als Beispiel. „Mittelfristig stehen sogenannte ́Hidden Champions` wie Chile bereit, die über passende wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen verfügen, um PtX-Projekte schnell zu entwickeln. Auch Länder wie Australien, Marokko und Saudi-Arabien verfügen über ausreichend Ressourcen, um zur Diversifizierung des Marktes beitragen.”

Voraussetzung für einen internationalen PtX-Markt ist die Weiterentwicklung der Technologie und eine schrittweise Skalierung, wodurch sich eine erhebliche Kostenreduktion realisieren ließe. Dies schließt auchgrößere Demonstrationsvorhaben und Erprobungen in Reallaboren und Modellregionen mit ein. Darüber hinaus ist die Schaffung von gleichen Wettbewerbsbedingungen für synthetische Kraftstoffe gegenüber konventionellen Brennstoffen aus Öl und Gas erforderlich.

Carsten Rolle weist auf den besonderen Wert der Zusammenarbeit hin: „Ohne eine stärkere internationale Kooperation wird eine Skalierung von PtX Technologien nicht gelingen. Umso wichtiger ist es daher, solche politischen Dialoge mit Partnerländern strategisch zu planen.“

PtX-Produkte sind eine CO2-freie Alternative zu den derzeitigen Energiequellen wie Öl und Gas und können in verschiedenen Sektoren wie Verkehr, Wärme, Industrie und der Stromerzeugung eingesetzt werden. Besonders beim Schwerlasttransport über lange Strecken, bei der Schifffahrt und bei der Luftfahrt gibt es bislang kaum CO2-freie Alternativen. PtX-Produkte spielen hier ihre Vorteile bei der Transportierbarkeit und der Energiedichte gegenüber Batterielösungen aus.

Die Studie, die Frontier Economics im Auftrag des Weltenergierat-Deutschland erstellt hat, ist online abrufbar unter: www.weltenergierat.de

Quelle: Weltenergierat – Deutschland e.V.

TU Braunschweig erfolgreich mit zwei Exzellenzclustern in Luftfahrt und Metrologie

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

27.09.2018

TU braunschweig: Exzellenzkommission entscheidet sich für Förderung der Forschungsvorhaben „SE²A“ und „QuantumFrontiers“. Die beiden Forschungsprojekte „QuantumFrontiers“ und „SE²A“ werden ab 2019 für sieben Jahre im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert. Die Exzellenzstrategie fördert Spitzenforschung an deutschen Universitäten und soll Deutschland als international konkurrenzfähigen Wissenschaftsstandort stärken. Am 27. September 2018 wählte die Exzellenzkommission die Exzellenzcluster „SE²A – Sustainable and Energy Efficient Aviation“ und „QuantumFrontiers“ der Technischen Universität Braunschweig aus 88 Förderanträgen aus.

„Wir freuen uns riesig über diese Entscheidung, die die hohe Qualität unserer Forschung in den beiden Schwerpunkten bestätigt. Allen Beteiligten, die seit fast einem Jahr unter Hochdruck an den Anträgen mitgearbeitet haben, danke ich im Namen des gesamten Präsidiums sehr! Ihre immense Arbeit hat sich ausgezahlt. Die Förderung wird der TU Braunschweig neue Schubkraft verleihen. Wir freuen uns, die wissenschaftlichen Aufgaben nun mit voller Energie angehen zu können“, sagt Professorin Anke Kaysser-Pyzalla, Präsidentin der TU Braunschweig.

Nachhaltige Luftfahrt

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „SE²A – Sustainable and Energy Efficient Aviation“ um den Projektsprecher Professor Jens Friedrichs, TU Braunschweig, wird Technologien für eine nachhaltige und energieeffiziente Luftfahrt entwickeln. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt.

„Das ist ein toller Erfolg für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unserer Region, die sich mit den Themen Luftfahrt, Energie und Mobilität beschäftigen. Dass die Luftfahrt vor dem Hintergrund von Klimaschutz und Mobilität vor großen Herausforderungen steht, ist allen Expertinnen und Experten klar. Darum ist es schon jetzt eine Auszeichnung, dass unsere Lösungsansätze von den internationalen Gutachtern als richtig angesehen werden“, sagt Professor Jens Friedrichs. „Ich freue mich sehr, dass die Arbeit mit unserem hervorragenden Team jetzt beginnen kann.“

„QuantumFrontiers“, vertreten durch die Sprecher Professor Karsten Danzmann, Professor Piet O. Schmidt (beide Leibniz Universität Hannover, LUH), Professor Andreas Waag von der TU Braunschweig, erforscht die Grenzen des Messbaren mittels Quanten- und Nanotechnologie und ist ein gemeinsames Vorhaben der Wissenschaftsallianz der TU Braunschweig und der LUH in enger Zusammenarbeit mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).

Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Braunschweig sind außerdem im Exzellenzcluster „PhoenixD: Simulation, Fabrikation und Anwendung optischer Systeme“ vertreten, das ebenfalls erfolgreich war.

Die Exzellenzkommission besteht aus Mitgliedern eines internationalen Expertengremiums und den für Wissenschaft und Forschung zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder. Das Expertengremium wurde von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder (GWK) berufen.

Die beiden Exzellenzcluster der TU Braunschweig werden ab 1. Januar 2019 gefördert. Die Förderdauer beträgt sieben Jahre, nach einer erfolgreichen Wiederbewerbung kann eine zweite Förderperiode von ebenfalls sieben Jahren folgen. Für die 57 Exzellenzcluster sind dabei jährlich rund 385 Millionen Euro Fördermittel vorgesehen, die zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent vom jeweiligen Sitzland bereitgestellt werden.
Die Entscheidung über die Exzellenzcluster ist zugleich eine der wesentlichen Grundlagen für den Wettbewerb in der Förderlinie Exzellenzuniversitäten, die der Wissenschaftsrat durchführt: Universitäten mit mindestens zwei (bei Verbünden mit mindestens drei) Exzellenzclustern können bis zum 10. Dezember 2018 Anträge für die Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ einreichen. Über diese wird nach erfolgten Begutachtungen am 19. Juli 2019 entschieden.

Über „SE²A“ – Nachhaltige und energieeffiziente Luftfahrt
Den Luftverkehr auch zukünftig effizient zu gestalten und dabei die konkurrierenden Anforderungen an stetiges Wachstum und langfristige Umweltverträglichkeit zu erfüllen, ist die Herausforderung, der sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Luftfahrtforschung, Elektrotechnik, Energieforschung und Design mit dem Verbundvorhaben „SE²A“ stellen werden. Ihre Ziele sind die Senkung von Emissionen, die Verringerung der Lärmbelastung, die Gewährleistung der Recyclingfähigkeit von Lufttransportsystemen sowie die Entwicklung eines angepassten Luftverkehrs-Managements. Eine zentrale Aufgabe dabei ist die Entwicklung von Bewertungsmethoden für Luftfahrtsysteme im Hinblick auf eine sich vollziehende Energiewende. Diese sollen unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen und sozioökonomischen Methoden weiterentwickelt und um designwissenschaftliche Überlegungen ergänzt werden.

Die langjährige Zusammenarbeit der TU Braunschweig mit der LUH und dem DLR im Niedersächsischen Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL) und dessen internationale Reputation wird im Cluster um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Elektrotechnik, Energieforschung und Design erweitert. Auf dieser Grundlage wird der Cluster die interdisziplinäre, koordinierte Forschung zum gesamten Luftverkehrssystem ausbauen und langfristige Lösungen für eine nachhaltige und energieeffiziente Luftfahrt vorantreiben.

Über „QuantumFrontiers“ – Licht und Materie an der Quantengrenze
Mit dem Verbundvorhaben „QuantumFrontiers“ wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Physik, dem Ingenieurwesen und den Naturwissenschaften durch die Erforschung der Quanten- und Nanotechnologien die Grenze des Messbaren verschieben und noch nie dagewesene experimentelle Präzision erreichen. Erforscht werden die Grundlagen der quanten- und nano-metrologischen Phänomene und die Entwicklung neuer Technologien, um ein neues metrologisches Fenster in die Welt des Kleinsten und des Größten zu öffnen. Mit der Forschungsallianz der TU Braunschweig und der LUH haben Forscher beider Universitäten ihre Zusammenarbeit im strategischen Forschungsbereich QUANOMET – Quanten- und Nanomesstechnik intensiviert. In enger Zusammenarbeit mit der PTB Braunschweig entstand so der gemeinsame Exzellenzclusterantrag „QuantumFrontiers“.

Maßgeblich beteiligt ist das Forschungszentrum für Nanometrologie der TU Braunschweig, das „Laboratory for Emerging Nanometrology“ (LENA).

Quelle: Technische Universität Braunschweig

Greener Skies Ahead 2018

Power-to-Liquid

PtL-Leitmesse in Deutschland

Bonn, Haus der Luftfahrt

Die 9. Internationale Konferenz “Greener Skies Ahead” zum Themenbereich Nachhaltige Luftfahrt findet am 13. November in Bonn statt. Auch in diesem Jahr steht die Konferenz ganz im Zeichen von Power-to-Liquid für die internationale Luftfahrt. Das Programm steht nun zum Download bereit.

Wie im letzten Jahr werden bekannte Experten zum Thema Power-to-Liquid referieren und insbesondere die enormen Potenziale und Chancen von PtL für die Luftfahrt erläutern.

Die Konferenz hat sich in den letzten drei Jahren zu einer Leitmesse für Nachhaltige Luftfahrt und PtL im deutschsprachigen Raum entwickelt. Von der Konferenz werden auch in diesem Jahr wichtige Impulse in Richtung Politik und Wirtschaft ausgehen und zu Umsetzungsprojekten von PtL-Produktionsanlagen anregen.

Die Anmeldung kann am einfachsten über die Event-Seite Greener Skies Ahead 2018  erfolgen. Alternativ steht ein Anmeldeformular im Programm zur Verfügung, oder Sie melden sich über die IASA-Event-Seite an.

Machen Sie mit und gestalten Sie mit uns die Zukunft einer Nachhaltigen Luftfahrt!

Power-to-Liquid

BAYERNS MINISTERPRÄSIDENT STARTET DEN FLUGHAFEN-AUSBAU

nachhaltige Luftfahrt
Flughafen Memmingen, 5. Oktober

Erster Spatenstich aus prominenter Hand: Für den Ausbau des Flughafen Memmingen griff Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder höchstpersönlich zur Schaufel. Gemeinsam mit weiteren Ehrengästen leitete er am heutigen Freitag symbolisch die Ausbauarbeiten ein, die Bayerns dritten Verkehrsflughafen fit für die Zukunft machen sollen.

„Der Freistaat Bayern steht zum Flughafen Memmingen und fördert diese wichtige Zukunftsmaßnahme“, betonte der Ministerpräsident. „Der Allgäu Airport entwickelt sich hervorragend, stärkt den Wirtschafts- und Tourismusstandort Schwaben und ist eine feste Größe in Deutschlands Flugverkehr. Eine echte Erfolgsgeschichte weiß-blauer Strukturpolitik!“

„Wir halten gegenüber unseren Partnern und Passagieren Wort“, betonte auch Flughafen Geschäftsführer Ralf Schmid und wies auf das vertrauensvolle Verhältnis des Flughafens zu seinen Airline-Partnern hin, die seit Jahren mit Ausnahmegenehmigungen am Flughafen Memmingen agierten. Seit geraumer Zeit wachse der Airport schneller als erwartet. In diesem Jahr rechne man mit 1,4 Millionen Passagieren. „Dieses Wachstum“, so Schmid, „zwingt uns zum Handeln. Dies sind wir auch unseren Partnern schuldig, die uns immer wieder mit einem Vertrauensvorschuss bedacht haben.“

Gebhard Kaiser, Beiratsvorsitzender der Allgäu Airport GmbH & Co KG und Landrat a.D., würdigte Mut und Entschlossenheit der Airport Gesellschafter und betonte die erfolgreiche organisatorische Neuausrichtung des Flughafens, die dafür gesorgt habe, dass der Airport nun schuldenfrei agieren könne und letztendlich erstmals auch schwarze Zahlen geschrieben habe. Dank gebühre in diesem Zusammenhang auch den beteiligten Kommunalpolitikern und Banken

Im Mittelpunkt des geplanten Ausbaus stehen die Sanierung und Verbreiterung (von 30 auf 45 Meter) der Start- und Landebahn, die von der Memminger Firma Kutter durchgeführt wird. Dazu kommen die Erneuerung der Flughafenbefeuerung, die Optimierung des Instrumentenlandesystems sowie eine Erweiterung der Gepäckhalle. Finanzielle Unterstützung erhält der Flughafen durch den Freistaat Bayern, der von den bisher geplanten 17,7 Millionen Euro Baukosten 12,2 Millionen übernehmen wird. Die insbesondere durch Kapazitätsengpässe bei Baufirmen und die anhaltend gute Baukonjunktur hervorgerufene Verzögerung des Baubeginns führte nun zu Kostensteigerungen. Auch diese werden, so unterstrich Ministerpräsident Dr. Söder am Freitag, vom Freistaat in Teilen mitgetragen.

Nach der Vergabe der Tiefbau- und Elektrotechnik-Arbeiten erfolgten bereits die vorbereitenden Maßnahmen in diesen Bereichen. Die Arbeiten zur Sanierung und Verbreiterung der Start- und Landebahn beginnen im Frühjahr 2019. Mit einem Abschluss der gesamten Arbeiten ist im Jahr 2020 zu rechnen.

Start frei für den Ausbau des Flughafen Memmingen: Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Flughafen Geschäftsführer Ralf Schmid (Mitte) gemeinsam mit Kommunalpolitikern und Vertretern des Airports beim ersten Spatenstich.
Quelle: Flughafen Memmingen

6. Bayerischer CSR-Tag

6. Bayerischer CSR-Tag

Nachhaltig wirtschaften im digitalen Zeitalter

München, 26. September 2018

Am heutigen Tag fand bei der IHK für München und Oberbayern der 6. Bayerische CSR-Tag statt.

 

CSR

6. Bayerischer CSR-Tag, Foto Michael Wühle, © EnergieAgentur Oberbayern eG

Peter Driessen

Der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) e.V. und Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, Peter Driessen, eröffnete die gut besuchte Veranstaltung an einem spätsommerlichen Nachmittag in München.

Die Digitalisierung ist in unserem Alltag angekommen und manchmal ist es erschreckend, sagte er in seinem Einführungsstatement.
Es wäre falsch, Digitalisierung nur auf ihre Größenordnung zu reduzieren. Der Megatrend BigData und die Künstliche Intelligent (KI) verändern Menschen und Geschäftsmodelle. Diese Entwicklung, gerne auch Industrie 4.0 genannt, bedürfe einer gesellschaftspolitischen Begleitung, so Driessen.
Der andere Megatrend, die Nachhaltigkeit ist seinen Worten zufolge eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhundert, verwoben mit dem zuerst genannten Megatrend. Dabei betonte er, das es immer unser Ziel sein muß, die Zukunft enkeltauglich zu gestalten. Der digitale Wandel birgt enorme Chancen auch für eine menschlichere Zukunft.
Peter Driessen CSR-Tag

Peter Driessen, Foto Michael Wühle, © EnergieAgentur Oberbayern eG

Der Referent wies darauf hin, dass der Stromverbrauch in Deutschland weiterhin steigt, trotz aller bisherigen Erwartungen und Anstrengungen bezüglich Energieeffizienz. Grund ist so Driessen, daß wir es uns immer bequemlicher machen und unsere Lebensbedingungen immer weiter verbessern, z.B. durch höhere Raumtemperaturen. Wir müssen uns intensiv und selbstkritisch mit diesen Tendenzen auseinandersetzen betonte er. Er veranschaulichte diese Tendenz mit dem schönen Beispiel, wäre das Internet kein System, sondern ein Staat, dann läge es heute an Platz 6 in der Welt beim Energieverbrauch.

Was erwarten wir vom Gesetzgeber von Gesetzgebungsregularien bei KI? Peter Driessen glaubt nicht, dass gesetzliche Regularien hier funktionieren. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, so Driessen und eigene Lösungen finden. Nachhaltigkeit sollte wesentlicher Bestandteil der Digitalisierung werden wünscht sich Peter Driessen und schloss seinen Vortrag mit dem Versprechen, für die Mitgliedsunternehmen der IHK in Oberbayern einen Beitrag zur Innovationsentwicklung zu leisten.

Markus Zorzi

Der Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, Markus Zorzi, bekräftigte, daß CSR sehr wichtig ist für Gesellschaft und Wirtschaft. Er möchte Nachhaltigkeit stärker in das Bewusstsein der Menschen bringen, insbesondere bei Unternehmen. Nachhaltige Unternehmensführung, nachhaltige Produktion sind hier die Themen. Markus Zorzi glaubt, dass es wichtig sei, diese Herausforderung als Chance für eine nachhaltige Entwicklung zu sehen. CSR sollten Unternehmen zusätzlich zu Digitalisierung machen, da ökonomischer Erfolg und verantwortliches Handeln zwei Seiten einer Medaille sind, so Zorzi.
Es gilt dabei die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit ins Boot der Nachhaltigkeit zu holen. CSR ist auch Sponsoring, Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen auch zur Kundenbindung. Er verwies auf CSR.Bayern.de, die offizielle Webseite seines Ministeriums, auf der unter anderem ein Online-Tool zur Selbsteinschätzung und ein Leitfaden zur Implementierung von Nachhaltigkeit in Unternehmen zu finden ist. Die Seite ist besonders auf KMU zugeschnitten. Schließlich bekräftigte Zorzi, dass das Prinzip der Freiwilligkeit auch beim Thema Nachhaltigkeit gilt. Es wäre völlig falsch, wenn der Gesetzgeber Vorgaben machen würde, wie gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen gelebt werden soll.
CSR Markus Zorzi

Markus Zorzi, Foto Michael Wühle, © EnergieAgentur Oberbayern eG

Fazit

Der 6. Bayerischer CSR-Tag war ein wichtiger Impuls insbesondere in Richtung KMU, die Transformation der bayerischen Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit und Energieeffizienz konsequent und zielstrebig weiter zu gehen, denn dies ist die beste Zukunftssicherung für jedes Unternehmen. Dies gilt gerade auch im Zeichen der gegenwärtigen Megatrends Klimawandel und seine Folgen, Digitalisierung und KI, sowie der angestrebten Energiewende in Deutschland. Alles in allem war dies eine Veranstaltung, die den Akteuren im Bereich Nachhaltigkeit neuen Mut gemacht hat.

Quelle: EnergieAgentur Oberbayern eG


Deutscher Gründerpreis 2018 für PtL-Pionier

Power to Liquid

Ineratec erhält Auszeichnung für dezentral nutzbare PtL-Reaktoren

Berlin, 12. September 2018 – Der Deutsche Gründerpreis 2018 in den Kategorien StartUp und Aufsteiger wurde gestern in Berlin an die Ineratec GmbH aus Karlsruhe und die Tesvolt GmbH aus Lutherstadt Wittenberg verliehen. Der Preis wird jährlich von den Partnern stern, Sparkassen, ZDF und Porsche ausgelobt.

Die Jury des Deutschen Gründerpreises ehrt die Ineratec GmbH in der KategorieStartUp. Ineratec ist es gelungen, gigantische chemische Anlagen auf Miniaturformat zu schrumpfen. Die dezentral nutzbaren Reaktoren produzieren beispielsweise mit Hilfe von Solar- oder Windenergie synthetische Kraftstoffe für die Luftfahrt. Die Auswahljury des Deutschen Gründerpreises war beeindruckt von den extrem vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.

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BERLIN, GERMANY – SEPTEMBER 11: Helmut Schleweis, Tim Boeltken, Philipp Engelkamp and guest during the Deutscher Gruenderpreis at ZDF Hauptstadtstudio on September 11, 2018 in Berlin, Germany. (Photo by Franziska Krug/Getty Images for Deutscher Gruenderpreis)

Aus dem Klimakiller CO2 und Wasserstoff kann man synthetisches Erdgas oder synthetische Kraftstoffe herstellen, etwa fürs Auto oder die Luftfahrt. Dazu braucht man aber reichlich Energie. Was liegt also näher, als dies in der Nähe von Wasser-, Solar- oder Windkraftanlagen zu machen? Bislang war eine solche dezentrale Produktion jedoch nicht wirtschaftlich möglich, weil für diese Verfahren normalerweise extrem teure, großtechnische chemische Anlagen nötig sind.

Den Ineratec-Gründern Dr. Tim Böltken (33), Philipp Engelkamp (27) und Dr. Paolo Piermartini (37) gelang nun der Durchbruch: Die drei Ingenieure entwickelten eine passende chemische Reaktortechnologie, die in einem handelsüblichen Schiffscontainer Platz findet. Die fix und fertig montierten, preisgünstigen Kompaktanlagen sind nach dem Baukastensystem konzipiert, sodass man die Kapazität ganz nach Bedarf erweitern kann. „Damit ist es auch möglich, regenerative Energie dauerhaft zu speichern und so die Energiewende voranzutreiben“, erläutert Dr. Tim Böltken.

Die schlüsselfertigen Kompaktanlagen können aber noch viel mehr: An vielen Stellen, beispielsweise auf Mülldeponien oder in der Industrie, entstehen nämlich relativ kleine Mengen wertvoller Gase, die aus Kostengründen häufig einfach verbrannt werden. Mit den mehrfach preisgekrönten Minireaktoren von Ineratec lohnt es sich, auch diese bislang verschwendeten Ressourcen zu nutzen, um daraus synthetische Kraftstoffe oder hochwertige Produkte für die chemische Industrie herzustellen. „Wir nutzen bekannte Verfahren wie die Synthesegaserzeugung, die Fischer-Tropsch-Synthese, die Methanolsynthese und die Methanisierung, nur eben in extrem kompakter Bauweise“, erklärt Dr. Tim Böltken. Und genau das war die technische Herausforderung.

Wir wollten unbedingt an den Markt gehen, denn eine solche Chance hat man nur einmal im Leben

Hinter der innovativen Ausgründung stehen mehr als 15 Jahre Forschung am Karlsruher Institut für Technologie, wo sich die Gründer während ihrer wissenschaftlichen Arbeit kennen lernten. Schon bald zeigten Anwender aus der Industrie Interesse an den Forschungsergebnissen. „Wir wollten unbedingt an den Markt gehen, denn eine solche Chance hat man nur einmal im Leben.“ Mit Hilfe des Exist-Forschungstransfers des Wirtschaftsministeriums und weiterer Fördermittel trieben die Gründer die Produktentwicklung voran, präsentierten auf Fachveranstaltungen und gewannen so die ersten Kunden. „Der Bedarf ist da und das Feedback vom Markt ist sehr positiv.“ Die mehrfach patentierten Reaktoren sind weltweit gefragt. Pilotanlagen laufen bereits in Deutschland, Spanien und Finnland. Weitere starten demnächst in Kanada, Brasilien, Malaysia sowie in der Schweiz. „Die Anlage ist direkt im Container montiert und leicht auf Schiffen oder LKW zu transportieren.“

Quelle: DSGV e. V. Deutscher Gründerpreis 

TU Braunschweig setzt auf nachhaltige Luftfahrt

nachhaltige Luftfahrt

“Zukunftsfähigkeit der Luftfahrtforschung”: TU Braunschweig setzt auf nachhaltige Luftfahrt

Deutschland kann den Anschluss in der Luftfahrtforschung verlieren. Auf dieses Risiko weist soeben eine Expertengruppe der Wissenschaftsakademie Leopoldina in ihrem Diskussionspapier „Zukunftsfähigkeit der Luftfahrtforschung in Deutschland“ hin. Die TU Braunschweig verfügt am Forschungsflughafen Braunschweig über weithin sichtbare Expertise und ausgezeichnete Infrastrukturen. Mit einem Ausbau der Forschungsaktivitäten will sie die strategischen Zukunftsziele zur nachhaltigen und energieeffizienten Luftfahrt erreichen sowie junge Expertinnen und Experten ausbilden und halten.

Im Niedersächsischen Zentrum für Luftfahrt (NFL) sind 23 luft- und raumfahrttechnische Institute der TU Braunschweig, des Deutschen Zentrums für Luftfahrt, der Leibniz Universität Hannover, der Fraunhofer Gesellschaft und der PTB vertreten. Das Cluster „Sustainable and Energy-Efficient Aviation – SE²A“, über das in Kürze im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder entschieden wird, soll wissenschaftliche Grundlagen für den Wandel des Luftverkehrs in den nächsten Jahrzehnten schaffen. Ziel ist es, die Umweltauswirkungen des Luftverkehrs durch den Einsatz nachhaltiger Energieträger und dafür optimierter Flugzeuge deutlich zu reduzieren, den Luftverkehr sicherer zu machen und sein weiteres Wachstum zu unterstützen.

nachhaltige Luftfahrt

Flugsimulator auf dem Gelände des DLR am Forschungsflughafen Braunschweig.
TU Braunschweig/Stephan Nachtigall

Leopoldina: dem Expertiseverlust entgegenwirken

In ihrem aktuellen Diskussionspapier betonen die Autoren der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina e.V. – Nationale Akademie der Wissenschaften zwar die Stärken der bestehenden Infrastruktur der deutschen Luftfahrtforschung. Infolge der Konsolidierung von Schlüsselindustrien der Luftfahrt könne es jedoch zu einem schleichenden Expertiseverlust in wichtigen Forschungsfeldern sowie in der Systemfähigkeit im Flugzeugbau kommen.

Wichtige Grundlagen-Disziplinen der Luftfahrttechnik, wie beispielsweise die Flugmechanik, seien fast nicht mehr in Deutschland vertreten, stellen die Experten fest. Viele Ingenieure in diesen Fachgebieten würden der Untersuchung zufolge im Ausland arbeiten. Dadurch fehlen Bewerberinnen und Bewerber auf freie Lehrstühle an deutschen Universitäten. Langfristig sei es so nicht mehr möglich, die Qualität der wissenschaftlichen Ausbildung zu gewährleisten.

nachhaltige Luftfahrt

Flugzeugtriebwerk am Forschungsflughafen Braunschweig.
TU Braunschweig/Stephan Nachtigall

Künftige Anforderungen an die Luftfahrt böten Chancen, die Expertise zu erhalten oder wieder aufzubauen. Die Arbeitsgruppe der Akademie schlägt unter anderem vor, die Luftfahrtstrategie der Bundesregierung zu erweitern, um die Luftfahrtindustrie und die damit verbundene Forschung zu stärken.

Neben Ingenieurwissenschaftlern der Technischen Universitäten Darmstadt und München sowie der Universitäten Bremen und Stuttgart sind in der Arbeitsgruppe der Leopoldina auch der Leiter des Instituts für Strömungsmechanik der Technischen Universität Braunschweig, Professor Rolf Radespiel, und Professor Stefan Levedag vom Institut für Flugsystemtechnik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig vertreten.

Quelle: Technische Universität Braunschweig


 

E-Fuels sichern das Erreichen der Klimaziele

Power-to-Liquid

Perspektiven flüssiger Energieträger in der Energiewende

Im Auftrag der Mittelständischen Energiewirtschaft Deutschland e.V. (MEW) erstellte Prognos eine Studie zum Status und zur Perspektive flüssiger Energieträger in der Energiewende.

Dabei kommt die Studie zum Ergebnis, dass flüssige Energieträger und Rohstoffe heute und morgen, gerade im Rahmen der Energiewende, eine erhebliche Bedeutung haben. Vor allem im Luftverkehr sind flüssige Energieträger und Rohstoffe demnach aufgrund der erforderlichen hohen Energiedichte nicht oder nur schwer zu ersetzen. Da flüssige Energieträger weiter benötigt werden, ist die Entwicklung des Technologiepfads Power-to-Liquid unter Klimaschutzaspekten eine No-Regret-Maßnahme und daher dringend zu empfehlen.

Anmerkung: Als No-Regret-Strategien werden Maßnahmen bezeichnet, deren gesellschaftlicher Nutzen, der zusätzlich zum Nutzen der verhinderten Klimaänderung eintritt, den gesellschaftlichen Kosten gleichkommt oder diese übersteigt

Power-to-Liquid (PtL)

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass PtL-Energieträger und Rohstoffe genauso verarbeitet, transportiert und vertankt werden können, wie heutige fossile, flüssige Energieträger (z.B. Kerosin). Flüssige Energieträger können kostengünstig gelagert und weltweit transportiert werden. Die deutschen Raffineriestandorte können nach gewissen Anpassungsinvestitionen das PtL-“Rohöl” wie gewohnt zu den klassischen Endprodukten, insbesondere zu Treibstoffen verarbeiten.

Wirtschaftlichkeit

Beim Kriterium Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus der Studie ein differenziertes Bild. Demnach ergeben sich bei noch niedrigen PtL-Anteilen in den meisten Fällen wirtschaftliche Vorteile für flüssige Energieträger. Zudem hängt die Bewertung der Wirtschaftlichkeit auch von der Höhe der Steuerbelastung für die jeweiligen Energieträger ab. Wie allgemein bekannt, sind gegenwärtig flüssige Energieträger wie Benzin und Diesel mit höheren Steuern belegt als Strom.

Mittel- bis langfristig sind Produktionskosten von 0,7 bis 1,3 Euro pro Liter, bezogen auf das Jahr 2015 möglich. Voraussetzung dafür ist allerdings ein groß-industrieller Einstieg in die PtL-Technologie, damit Lerneffekte erzielt und die Produktionskosten gesenkt werden können.

 

Energiewende: Power-to-Liquid

 

Die Studie Status und Perspektiven flüssiger Energieträger in der Energiewende kann über die Homepage des MEW-Verbands heruntergeladen werden.


 

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