Nachhaltigkeitsstudie zu deutschen Flughäfen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Nachhaltigkeitsstudie der Hochschule Fresenius zeigt: Frankfurt und Stuttgart sind Vorzeigeflughäfen

Köln, 8. November 2017

Nachhaltigkeitsstudie

In einer qualitativen Studie der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien in Köln, wurde untersucht, wie nachhaltig deutsche Flughäfen sind. Hierfür hat Benjamin Schwalm im Rahmen seiner Masterarbeit alle internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland befragt, von denen 80 Prozent antworteten. Das Ergebnis: Die großen Airports engagieren sich aktiv für Nachhaltigkeit, bei kleineren besteht allerdings noch Nachholbedarf.

Fluglärm, Luftschadstoffemissionen, Vergütung der Mitarbeiter oder der Schutz der biologischen Vielfalt: An einem Flughafen gibt es zahlreiche Bereiche, die mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung stehen. Der Frage, wie nachhaltig deutsche Flughafenbetreiber tatsächlich handeln, sind Benjamin Schwalm und die beiden Hochschulbetreuer Prof. Dr. Heinz Walterscheid und Prof. Dr. Frank Lasogga in ihrer Studie nachgegangen. Dazu wurden insgesamt 15 internationale deutsche Verkehrsflughäfen von Benjamin Schwalm mittels eines Onlinefragebogens befragt. Ergänzend führte Schwalm Experteninterviews mit ausgewählten Flughafenbetreibern durch. Dabei wurde untersucht, wie nachhaltig die Flughäfen in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie agieren.

Flughafen Stuttgart ist besonders nachhaltig

Das Ergebnis: Den ökologischen Maßnahmen kommt an Flughäfen eine besonders hohe Bedeutung zu. So setzen bereits 55 Prozent der befragten Flughafen-Vertreter einen starken Fokus auf erneuerbare Energien. Besonders hervorzuheben ist hier der Flughafen Stuttgart: Durch den Bezug von erneuerbaren Energien ist es den Schwaben bereits heute gelungen, beim eigenen Energiebedarf kohlendioxidfrei zu operieren. Weiter zeigt die Studie, dass auch die soziale Nachhaltigkeit starke Beachtung findet. Geringe Personalfluktuation, übertarifliche Zusatzleistungen und positive Rückkehrraten nach der Elternzeit sind hierfür beispielhafte Indikatoren.

Im Vergleich zu den großen Airports weisen Flughäfen mit unter zehn Millionen Passagieren pro Jahr allerd ings deutlich weniger Konzepte, Standards und Zertifikate der Nachhaltigkeit auf. „Die kleineren Flughäfen müssen hier noch aufholen“, so Prof. Dr. Heinz Walterscheid, Studiendekan „Logistik & Handel“. So empfiehlt er auch, die drei Nachhaltigkeitsbereiche Ökologie, Soziales und Ökonomie miteinander zu verzahnen. Es sei absehbar, dass im Verdrängungswettbewerb nur diejenigen Flughäfen eine Chance hätten, die sich den Herausforderungen des nachhaltigen Handelns aktiv stellten. „Denn Nachhaltigkeit ist mittlerweile mehr Pflicht als Kür“, fasst Walterscheid die Bedeutung der Studie zusammen.

Quelle: Fresenius https://www.hs-fresenius.de


 

Power-to-Liquid Newsletter

Power to Liquid

Klimaschutz im Luftverkehr braucht PtL

Bonn, 14.11.2017

Mit der Überschrift “Klimaschutz im Luftverkehr braucht PtL” beginnt die erste Ausgabe des PtL-Newsletters der IASA e.V.

Der Satz ist der Videobotschaft von Staatssekretär Flasbarth anläßlich der diesjährigen IASA-Konferenz “Greener Skies Ahead 2017” entnommen.

Die Bausteine für das Power-to-Liquid-Verfahren (PtL) sind lange bekannt: Elektrischer Strom aus Sonnenkraft oder Wind, fortschrittliche Elektrolyse-Systeme zur Produktion von Wasserstoff, Anlagen zur Entnahme von CO2 aus der Umgebungsluft und – last, but not least – erheblich verbesserte Fischer-Tropsch-Reaktoren. Das Ergebnis: Synthetisches, CO2-neutrales Kerosin und andere Treibstoffe für die Luftfahrt.

Mit dem Power-to-Liquid-Verfahren ließe sich bis 2050 ein emissionsfreier Flugverkehr realisieren und damit die Klimaziele der Luftfahrt mehr als erfüllen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dazu ist die Information über das PtL-Verfahren auf möglichst breiter Ebene. Denn damit wird der Druck aufgebaut, der notwendig ist, damit synthetische, CO2-neutrale Treibstoffe für die Luftfahrt produziert und geflogen werden.

Power to Liquid

Mehr dazu erfahren Sie unter: https://www.iasaev.org/landing-page/power-to-liquid/

Unter https://www.iasaev.org/de/newsletter/ können Sie den PtL-Newsletter abonnieren.

Quelle: IASA e.V.

 


 

BDL: Lärmobergrenze darf Planfeststellung nicht in Frage stellen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Fluglärm durch Investition in leisere Flugzeuge reduzieren

Berlin, 7. November 2017: Zur Ankündigung des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir, eine Fluglärm-Obergrenze am Frankfurter Flughafen einzuführen, erklärt Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Die Einführung einer Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt erschwert zusätzlich den Wettbewerb in einem ohnehin angespannten Marktumfeld. Es gibt einen gültigen Planfeststellungsbeschluss, der den Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit gewähren soll.

Die freiwillige Lärmobergrenze darf die Verlässlichkeit von planfestgestellten Kapazitäten nicht in Frage stellen. Denn gerade im Luftverkehr wird mit langen Vorlaufzeiten geplant und umso mehr muss man sich auf vereinbarte und bestandskräftige Beschlüsse auch verlassen können. Deswegen begrüßen wir, dass die Beteiligten sich einig sind, dass der Luftverkehrsstandort Frankfurt auch weiterhin am Luftverkehrswachstum teilhaben soll.

Der wirkungsvollste Weg Fluglärm zu reduzieren ist das Vermeiden von Lärm am Flugzeug selbst. Das bedeutet an erster Stelle die Investition in neue und leisere Flugzeuge und setzt sich in der Nutzung von optimierten Flugrouten und Landeverfahren fort.

Sind Anwohner dennoch von Fluglärm betroffen, können sie seit Jahren Maßnahmen wie Schallschutzfenster geltend machen. Notwendig ist zukünftig auch eine deutlich effektivere Steuerung der Siedlungsflächenentwicklung im Umfeld von Flughäfen mit dem Ziel einer klaren Begrenzung der Zahl der Fluglärmbetroffenen. Dafür sind in erster Linie Anrainerkommunen und die Länder – in diesem Fall das Land Hessen – zuständig.

Damit der Lärm weiter reduziert werden kann, ist es wichtig, dass die Luftverkehrsunternehmen in Zukunft ausreichend Investitionskraft für neue Technologien haben. Dafür müssen mit einer neuen Regierungskoalition die Weichen gestellt werden, denn unsere Unternehmen brauchen Investitions- und Planungssicherheit und fairen Wettbewerb. Nationale Sonderlasten, wie etwa die deutsche Luftverkehrsteuer, die Art und Weise, wie in Deutschland Luftsicherheitskontrollen organisiert werden und die massive Beschränkung der Maschinenlaufzeiten an deutschen Flughäfen sind Gift, weil sie die Investitionskraft für ökologische Innovationen schwächen.“

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

BARIG: Freiwillige Zusammenarbeit zur Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Airline-Verband steht zu Interessensausgleich mit den Anwohnern

Frankfurt, 7. November 2017. Der Branchenverband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) akzeptiert die freiwillige Zusammenarbeit zu einer Fluglärm-Obergrenze am Flughafen Frankfurt. Dazu BARIG Generalsekretär Michael Hoppe: „Wir stehen weiter zu einem fairen Interessensausgleich mit den Anwohnern des Flughafens Frankfurt. Die im BARIG zusammengeschlossenen Airlines setzen sich mit zahlreichen Maßnahmen aktiv dafür ein, die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten. Hierzu gehört der aktive Schallschutz mit dem Einsatz moderner, leiser Flugzeuge und der Überprüfung neuer Anflugverfahren. So akzeptiert BARIG die Einführung einer freiwilligen Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt als gemeinsamen Schritt der abschließenden Umsetzung der Mediationsergebnisse zum Ausbau des Flughafens.“

In diesem Zusammenhang weist BARIG auf die hohe Bedeutung des Luftverkehrs in Frankfurt für Arbeitsplätze, wirtschaftliche Prosperität und Mobilität hin, weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus. Nicht hinnehmbar wären eine Einschränkung der Kapazitäten oder eine weitere Einengung der Betriebszeiten. Solche Maßnahmen hätten unmittelbare und nachhaltig negative Auswirkungen auf Frankfurt sowie den gesamten Luftverkehrsstandort Deutschland.

BARIG vertritt die gemeinsamen Interessen von rund 100 nationalen und internationalen Fluggesellschaften aus Linienflug, Ferienflug, Low Cost und Air Cargo. Seit seiner Gründung 1951 arbeitet der Airline-Verband für die Verbesserung der Rahmenbedingungen des Luftverkehrs in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik, Behörden, Wirtschaft und Medien. Die BARIG Mitgliedsairlines befördern weltweit rund 1,8 Milliarden Passagiere und über 25 Millionen Tonnen Fracht zu über 1.500 Destinationen. Nach und aus Deutschland reisen jedes Jahr rund 225 Millionen Passagiere mit den BARIG Fluggesellschaften. Die BARIG Airlines beschäftigen in der Bundesrepublik mehr als 105.000 Mitarbeiter, die Luftverkehrsbranche sichert insgesamt mehr als 823.000 Arbeitsplätze und ist somit ein entscheidender Wirtschaftsfaktor

Quelle: BARIG