Luftfahrt-Verbände: Auf Nachhaltigkeit angelegte Luftfahrtpolitik gefordert

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Berlin, 31. März 2017: Industrie, Luftverkehrswirtschaft und Luftfahrtindustrie verlangen zur nachhaltigen Stärkung des Luftfahrtstandortes Deutschland einen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Das teilten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am Freitag in Berlin mit.

Gemeinsames Ziel der drei Verbände ist eine auf Nachhaltigkeit angelegte Luftfahrtpolitik. Es geht demnach um einen wettbewerbsfähigen Industriestandort Deutschland sowie Fortschritte im Klima- und Umweltschutz. Dafür braucht die Branche einen verlässlichen und fairen Rahmen.

BDL-Präsident Stefan Schulte: „Die deutsche Luftfahrtindustrie produziert hochinnovative Flugzeuge, die führend sind bei Qualität und Umweltschutz. In der Praxis kommen diese Innovationen aber nur an, wenn die Fluggesellschaften auch die Investitionskraft haben, um diese Produkte kaufen zu können. Hierzu brauchen unsere Fluggesellschaften und Flughäfen faire und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dafür brauchen wir eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure, die in Deutschland Luftfahrt verantworten und gestalten. Was bislang jedoch fehlt, ist eine gemeinsame industriepolitische Initiative von Bund, Ländern, Luftfahrtindustrie, Luftverkehrswirtschaft und Gewerkschaften zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Nur so sichern wir für unsere Unternehmen die Investitionskraft, um effizientere, leisere und umweltfreundlichere Technik zu betreiben.“

In diesem Zusammenhang haben BDI, BDL und BDLI eine umfangreiche Bestandsaufnahme vorgelegt. Diese enthält auch Handlungsempfehlungen für die 19. Legislaturperiode der Bundesregierung. Dazu gehören:

  • Ausbau der Forschungsförderung für hochinnovative Spitzentechnologie
  • Abschaffung der Luftverkehrsteuer
  • Übernahme von Kosten der Luftsicherheit durch die öffentliche Hand
  • Bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Flughafeninfrastruktur und keine weiteren Betriebsbeschränkungen
  • Förderprogramm für private Investitionen in leiseren und energieeffizienteren Luftverkehr in Deutschland
  • Regelmäßige Bund-Länder-Konferenz mit Bundes- und Landespolitik, Luftfahrtunternehmen und Gewerkschaften

Quelle: BDL


 

Erneuerbare Energien: Anteil im Verkehrssektor leicht gesunken

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Wachstum der Erneuerbaren insgesamt deutlich verlangsamt

 
Dessau-Roßlau, 27. März 2017: Das Wachstum bei den erneuerbaren Energien fiel im Jahr 2016 deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Das zeigt die erste offizielle Schätzung für 2016 der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) am Umweltbundesamt (UBA). 
Die Nutzung von Energie aus Sonne, Wind und Co ist 2016 zwar voraussichtlich leicht gestiegen. Da aber der Energieverbrauch insgesamt ebenfalls gestiegen ist, fällt die Bilanz der Erneuerbaren in allen drei Sektoren (Strom, Wärme und Verkehr) moderat bis negativ aus.
Besonders im Stromsektor kann von einer im Vergleich zu den Vorjahren sehr mäßigen Entwicklung ausgegangen werden: Zwar wurde im vergangen Jahr insgesamt etwas mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als noch 2015. Da im gleichen Zeitraum aber auch die fossile Stromerzeugung leicht zugelegt hat, stieg der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung nur marginal von 31,5 auf 31,7 Prozent an.
Das Wachstum der erneuerbaren Stromerzeugung wird dabei hauptsächlich von der Wasserkraft und gestiegener Stromproduktion aus Biomasse getragen. Trotz einer wachsenden Anzahl von Solaranlagen und Windrädern wurde im Jahr 2016 witterungsbedingt weniger Strom aus Sonne und Wind erzeugt als noch im Vorjahr.
Im Wärme- und Verkehrssektor zeigten sich die erneuerbaren Energien im Jahr 2016 in etwa auf Vorjahresniveau. Beim Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte sank der Anteil der erneuerbaren Energien gegenüber dem Vorjahr leicht von 13,5 auf 13,4 Prozent. Dabei stieg die absolute Nutzung erneuerbarer Energieträger für Wärmezwecke merklich an – gleichzeitig stieg in etwa gleichem Maße aber auch die Nutzung der konventionellen, fossilen Energieträger. Auch der Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor sank leicht um 0,1 auf nunmehr 5,2 Prozent.
Quelle: Umwelt-Bundesamt

DLR: Größte künstliche Sonne der Welt eingeweiht

Nachhaltige Luftfahrt

Synlight  – Neue Forschungsanlage zur Energiewende

Jülich, 23. März 2017:  Die größte künstliche Sonne der Welt scheint beim DLR in Jülich. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel nahm gemeinsam mit Dr. Georg Menzen (BMWi) und Prof. Dr. Karsten Lemmer, Vorstand für Energie und Verkehr des DLR, die neue Forschungsanlage “Synlight” in Betrieb. Mit der Anlage sollen unter anderem Produktionsverfahren für solare Treibstoffe, wie beispielsweise Wasserstoff, entwickelt werden.

In dem dreistöckigen Synlight-Gebäude strahlen insgesamt 149 Xenon-Kurzbogenlampen. Zum Vergleich: in einem großen Kinosaal wird die Leinwand durch eine einzelne Xenon-Kurzbogenlampe bestrahlt. Die Wissenschaftler können die Strahler auf eine Fläche von 20 mal 20 Zentimeter fokussieren. Trifft die Strahlung der Lampen mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt dort auf, hat sie die bis zu 10.000 fache Intensität der Solarstrahlung auf der Erde. Im Fokus der Lampen entstehen Temperaturen bis zu 3.000 Grad Celsius. Diese Temperaturen nutzen die Forscher um nachhaltige Treibstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff herzustellen.

Wasserstoff gilt als der Treibstoff der Zukunft. Er verbrennt ohne dabei Kohlendioxid (CO2) abzugeben. Die Herstellung von Wasserstoff durch Aufspalten des weltweit verfügbaren Rohstoffs Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff bedarf einer großen Menge Energie. Diese kann von der Sonne bereitgestellt werden. “Erneuerbare Energien bilden zukünftig das Rückgrat für die weltweite Energieversorgung”, betont DLR-Vorstand Lemmer die Relevanz intensiver Forschungen zur alternativen Energiegewinnung. “Solar erzeugte Kraft-, Treib- und Brennstoffe bieten große Potentiale für die Langzeitspeicherung, die Erzeugung chemischer Grundstoffe und die Reduzierung von CO2-Emissionen. Synlight gibt unseren Forschungen auf diesem Gebiet Rückenwind.”

Da die Sonne in Mitteleuropa selten und unregelmäßig scheint, ist für die Entwicklung von Produktionsverfahren solarer Treibstoffe eine künstliche Sonne das Mittel der Wahl. Bei den Synlight-Versuchen können Schlechtwetterperioden und schwankende Strahlungswerte die Tests und ihre Auswertung nicht erschweren oder verzögern. Das Forschungszentrum Jülich bietet zudem mit seiner Infrastruktur, darunter auch der Solarturm Jülich und das wissenschaftliche Umfeld, ideale Bedingungen für innovative Entwicklungen in der Solartechnik. Eine Verlagerung von Forschungsanlagen in sonnenreichere Regionen verspricht lediglich auf den ersten Blick günstigere Bedingungen, da auch dort die Sonne niemals mit derselben Intensität scheint. Aber genau das ist wichtig für gleichbleibende Testbedingungen, die schnell und exakt reproduziert werden können. Das wiederum ist die Voraussetzung für die Realisierung schneller Innovationszyklen.

Am DLR-Institut für Solarforschung ist die Herstellung von Wasserstoff mit Hilfe von Solarstrahlung bereits vor Jahren geglückt, allerdings lediglich im Labormaßstab. Damit solche Prozesse für die Industrie interessant werden, muss der Maßstab deutlich vergrößert werden. Genau das ist das Ziel von Synlight. Im Fokus der Forschungsarbeiten steht die solare Treibstoffherstellung, doch die neue Anlage kann für eine Vielzahl weiterer Anwendungen eingesetzt werden. Da das Spektrum der UV-Strahlung dem der Sonne gleicht, können beispielsweise auch Alterungsprozesse von Materialien zeitlich gerafft dargestellt werden. Ein interessanter Aspekt, sowohl für die Raumfahrt, als auch für die Industrie insgesamt.

“Synlight füllt eine Lücke in der Qualifizierung solarthermischer Komponenten und Prozesse”, erklärt Dr. Kai Wieghardt, der den Aufbau der Anlage maßgeblich betreut hat. “Die neue künstliche Sonne steht zwischen den Anlagen im Labormaßstab, wie dem Hochleistungsstrahler im DLR in Köln und den großtechnischen Anlagen wie dem Solarturm hier in Jülich.”
Für die Experimente stehen den Nutzern der Anlage drei Bestrahlungskammern zur Verfügung. Die notwendigen Lampen werden, je nach Bedarf, gebündelt, oder flächig auf den Testaufbau ausgerichtet. Mit den drei Kammern können mehrere Experimente zeitgleich vorbereitet und die Anlage optimal ausgelastet werden.

Nachhaltige Luftfahrt: Die größte künstliche Sonne der Welt

Freude über neue Forschungsanlage: 149 Hochleistungsstrahler können gebündelt ein Vielfaches der Sonnenstrahlung erzeugen. Ziel ist die Entwicklung neuer Verfahren zur Produktion nachhaltiger Treibstoffe. Foto: DLR

Quelle: DLR


 

FLUGHAFEN MEMMINGEN WIRD AB HERBST BASIS VON RYANAIR

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

21. März 2017

Bereits vor der großen Party zum zehnten Geburtstag im Juni freuen sich die Verantwortlichen des Airport Memmingen über ein vorgezogenes Geschenk: Die irische Fluggesellschaft Ryanair stationiert in Memmingen ein Flugzeug und bedient mit Beginn des Winterflugplans 2017/18 ab ihrer neuen Basis im Allgäu sieben neue Routen. Dies gaben am heutigen Dienstag Vertreter der Fluggesellschaft bei einer Pressekonferenz am Airport bekannt.

Kenny Jacobs, Chief Marketing Officer von Ryanair, war eigens aus Dublin angereist, um die Neuheit in Memmingen zu verkünden. „Wir freuen uns sehr, hier am Flughafen eine neue Basis zu eröffnen und somit pro Jahr 825.000 Kunden befördern zu können.“ In Memmingen baut Ryanair, seit 2009 am Allgäu Airport aktiv, sein Angebot deutlich aus. So geht es ab Oktober, wie bereits berichtet, erstmals in die polnische Hauptstadt Warschau, nach Sevilla im Süden Spaniens, ins marokkanische Fes und nach Thessaloniki in Griechenland. Neu im Gepäck hatte Jacobs drei weitere Verbindungen. So stehen ab Oktober die schwedische Hauptstadt Stockholm, Lviv in der Ukraine und Oradea im Westen Rumäniens auf dem Memminger Flugplan. Obendrein wird die beliebte Verbindung nach Palma de Mallorca nun auch im Winter angeboten. Insgesamt bietet Ryanair dann 17 Ziele ab und nach Memmingen an. „Damit unterstreichen wir auch unser Bekenntnis zu Deutschland“, betonte Marketing-Chef Kenny Jacobs. Er zeigte sich zudem sehr erfreut, dass seine Airline für den anstehenden Sommer bereits jetzt Rekord-Buchungen ab und nach Memmingen verzeichnen könne.

Für Airport Geschäftsführer Ralf Schmid ist die neue Basis eine Bestätigung der Arbeit, „die unser ganzes Team in den letzten zehn Jahren geleistet hat und eine Belohnung des Mutes unserer Gründungsgesellschafter.“ Aber sie sei auch ein wichtiger Vertrauensvorschuss von Ryanair gegenüber den Verantwortlichen am Flughafen und in der Politik. Schmid: „Unser Partner erwartet einen zeitnahen Ausbau unseres Flughafens und vertraut auf die politischen Akteure, ihren Zusagen Taten folgen zu lassen und die geplanten Maßnahmen zu unterstützen.“ Das verstärkte Engagement von Ryanair in Memmingen sichere dem Flughafen in den nächsten beiden Jahren Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Die Airline werde weiterhin rund die Hälfte des Memminger Flugverkehrs bestreiten.

Wichtige Impulse sieht Schmid auch für den heimischen Tourismus. Bestehende Strecken wie London, Dublin und Moskau sowie die neuen Verbindungen mit Warschau, Stockholm und Lviv eröffneten einem neuen Kundenkreis die attraktiven Ziele in der Region, in Bayern sowie im angrenzenden Alpenraum. Gerade der aktuelle Streckenmix in Memmingen, der sowohl Reisen zu Sonnenzielen, als auch zu heimischen attraktiven Destinationen wie München, Neuschwanstein, Bodensee und weltbekannten Skiorten anbietet, mache den Airport saisonunabhängig. „Das ist auch einer der Gründe“, so Schmid, „warum wir stetig wachsen.“

Zur Feier der neuen Basis in Memmingen bietet Ryanair bis zum Donnerstag, 23. März um Mitternacht, alle europäischen Strecken ab Memmingen bereits zu Preisen ab 19,99 Euro an.

Über Ryanair:
Ryanair, Europas beliebteste Low Cost Airline, bedient derzeit täglich über 1.800 Strecken in 33 Ländern und fliegt dabei über 200 verschiedene Flughäfen an. Der Preiswertanbieter verfügt aktuell über 85 europäische Basen und unterhält eine Flotte von über 360 Boeing 737-800, weitere 300 Boeing 737-Maschinen sind bestellt. Dies wird Ryanair ermöglichen, die Preise weiter zu senken und statt 119 Millionen Passagieren in diesem Jahr, mehr als 200 Millionen Passagiere pro Jahr bis 2024 zu transportieren. Ryanair beschäftigt derzeit über 12.000 kompetente Mitarbeiter, die Ryanair zur pünktlichsten Airline Europas machen und kann einen makellosen Sicherheitsrekord von 31 Jahren vorweisen.

Quelle: Flughafen Memmingen


 

Skytrax World Airport Awards: Köln/Bonn erneut mit Top-Platzierung

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Amsterdam, 15. März 2017: Der Flughafen Köln/Bonn ist bei der Verleihung der diesjährigen Skytrax World Airport Awards in der Kategorie „Bester Regional Airport Europa“ auf einem hervorragenden zweiten Platz gelandet. Im weltweiten Vergleich belegte Köln/Bonn in dieser Kategorie Platz 5 und gehört somit auch 2017 zu den besten Flughäfen seiner Klasse.

„Auf diesen Erfolg können alle unsere Mitarbeiter sehr stolz sein“, sagt Flughafenchef Michael Garvens. Zuletzt hatte Köln/Bonn in der Kategorie Bester Regional-Airport dreimal in Folge Platz 1 belegt. „Wir werden unser Bestes geben, um auch im nächsten Jahr wieder ganz vorn mit dabei zu sein“, so Garvens.

Die renommierten „Branchen-Oskars“, die anlässlich der Fachmesse „Passenger Terminal Expo“ in Amsterdam verliehen wurden, basieren auf der Befragung von rund 14 Millionen Passagieren weltweit und werden in unterschiedlichen Kategorien vergeben. Durchgeführt wird die Erhebung von der britischen Unternehmensberatung Skytrax.

Quelle: Flughafen Köln/Bonn


 

Flughafen Stuttgart: Neue Ladestation für E-Fahrzeuge

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Stuttgart, 15. März 2017: Das Carsharing-Unternehmen car2go bietet jetzt 30 neue Stellplätze ganz nah am Terminal 1 für seine zwei- und viersitzigen Smarts und anderen E-Fahrzeuge. Ein neuartiger Ladearm, der sechzehn der Stellplätze abdeckt, kann bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig aufladen. Die Ladestation wurde von der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG), der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und car2go extra für den Standort Flughafen entworfen. Das erweiterte Angebot bietet den Kunden des Unternehmens eine hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge und genügend Parkraum. So können Kunden von car2go schnell und unkompliziert mit den E-Fahrzeugen an den Flughafen oder umgekehrt nach der Landung in die Stadt fahren.

Der Landesflughafen hat sich in seinem fairport-Programm das Ziel gesetzt, die Emissionen an CO2– und Luftschadstoffen auf seinem Vorfeld auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Seit 2013 hat die FSG über 4,4 Mio. Euro in rund 25 elektrisch betriebene Vorfeldfahrzeuge und in die dafür nötige Infrastruktur investiert. Die rund 20 Ladestationen im Sicherheitsbereich werden z.B. von elektrisch angetriebenen Passagierbussen, Vans, Förderbändern, Pushback-Fahrzeugen, Gepäck- und Fracht­schleppern genutzt. Noch in 2017 soll der Passagier- und Gepäcktransport auf dem Flughafenvorfeld vollständig auf Elektroantriebe umgestellt werden.

Quelle: Flughafen Stuttgart


 

BARIG: Luftverkehr in Deutschland darf nicht weiter zurückfallen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

 

Luftverkehrssteuer wird zum Standortnachteil

Frankfurt, 7. März 2017: Angesichts der jüngsten Wachstumszahlen im europäischen Luftverkehr warnt das Board of Airline Representatives in Germany (BARIG) eindringlich davor, dass Deutschland im europäischen Vergleich nicht weiter an Boden verliert. Der Luftverkehr in Deutschland läuft Gefahr, seine führende Position aufs Spiel zu setzen, was zwangsläufig negative Auswirkungen auf das Flugangebot, die Netzqualität und generell auf Wirtschaft und Arbeitsplätze zur Folge hätte.

Im Jahr 2016 verzeichneten die deutschen Flughäfen insgesamt rund 223,2 Millionen Fluggäste, 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Innerhalb Europas befindet sich Deutschland mit diesem Plus weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Zum Vergleich: In Großbritannien kletterte die Zahl der Passagiere 2016 um 6,2 Prozent, in den Niederlanden um 8,6 Prozent, in Irland um 10,4 Prozent, in Spanien um 11 Prozent und in Luxemburg um 11,8 Prozent.

„Diese Entwicklung ist bedenklich, zumal unter den gegebenen Bedingungen keine Trendwende zu erwarten ist“, so BARIG Generalsekretär Michael Hoppe. „Es ist daher dringend an der Zeit, dass bei Politik, Behörden und auch Flughafenbetreibern ein Umdenken einsetzt. Deutschland benötigt attraktive, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für den Luftverkehr, ist aber im Vergleich viel zu teuer. Unnötige hohe und national hausgemachte Belastungen bremsen nicht nur das Wachstum, sondern drohen sogar, es zu ersticken.“

Der Verband mit rund 100 nationalen und internationalen Fluggesellschaften, die in Deutschland tätig sind, fordert eine spürbare Entlastung für die Airlines. Allein die Luftverkehrssteuer belastet sie mit jährlich über 1 Milliarde Euro. Hinzu kommen die Luftsicherheitsgebühren, die in Deutschland mit rund 700 Millionen Euro zu Buche schlagen. Allerdings liegen nach Auffassung des BARIG die Luftsicherheit und die Terrorabwehr hoheitlich in der Verantwortung des Staates und sollten dementsprechend, wie es auch teilweise in anderen Ländern der Fall ist, von der öffentlichen Hand getragen werden. Gute Beispiele hier sind Spanien, USA und Italien.

Spürbare Zurückhaltung fordert BARIG darüber hinaus von den Airport-Betreibern. Dazu Michael Hoppe: „Anstatt die Gebührenspirale immer weiter nach oben zu drehen, müssen neue Mechanismen greifen. Durch geringere Gebühren für alle an einem Standort operierenden Fluggesellschaften lässt sich nachhaltiges Passagierwachstum erzielen, wovon natürlich gerade auch die Airports profitieren. Mehr Fluggäste bedeuten mehr Einnahmen für die Flughäfen, da Passagiere in zunehmenden Maße an den Airports parken, einkaufen, essen usw.“

Im Zusammenhang mit den Flughafengebühren fordert BARIG ebenfalls eine deutlich höhere Transparenz auf seitens der Airport-Betreiber ein und fordert darüber hinaus faire Gebührenordnungen, die einzelne Player weder besonders bevorzugt noch benachteiligt.

Quelle: BARIG