Nachhaltigkeit messbar machen

Auditorenschulung erfolgreich abgeschlossen

Bonn, 26.08.2016

Um Nachhaltigkeit messbar zu machen, hat die International Association for Sustainable Aviation (IASA e.V.) ein eigenes Zertifizierungssytem geschaffen, das auf der ISO 26000, Guidance on Social Responsibility, aufbaut und den Grad der Nachhaltigkeit bei Unternehmen feststellen kann. Zur Verbreitung dieses Systems bildet die IASA e.V. eigene Auditoren aus.

Die nächste Staffel tritt nun an

An einem der heißesten Tage in diesem Jahr fand der 4. Lehrgang zum IASA-Auditor nach dem System Sustainability. Now.® statt.

Insgesamt sechs Kandidaten stellten sich am Abschlusstag in der Bonner Geschäftsstelle der IASA e.V., im Haus der Luftfahrt, der entscheidenden schriftlichen Prüfung. Die Auditoren-Anwärter hatten sich zuvor in einem mehrwöchigen Selbststudium nach vorgegeben Inhalten das notwendige Wissen im Themenfeld der Nachhaltigkeit angeeignet, um berechtigte Aussicht auf eine erfolgreiche Prüfung zu haben.

Am Nachmittag war es dann soweit. Nach einer im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibenden Prüfung konnte das Ergebnis verkündet werden. Die Mühe hat sich gelohnt, alle Kandidaten haben die Prüfung erfolgreich abgelegt. Die neuen IASA-Auditoren können nun Unternehmen tatkräftig dabei unterstützen den Weg in eine nachhaltige, in eine erfolgreiche Zukunft zu finden und das IASA-Gütesiegel IASA Certified Sustainability® für nachhaltige Unternehmen zu erhalten.

IASA Certified Sustainability

Die frisch gebackenen IASA-Auditoren v.l.n.r: Thorsten Leidag-Hartlmaier, Michael Barsakidis, Viktor Lidke, Martin Wittau, Samuil Simeonov, Axel Scheithauer

Weitere Informationen zum Zertifizierungssystem Sustainability. Now.® und dem Gütesiegel IASA Certified Sustainability® finden Sie unter: https://www.iasaev.org/de/zertifizierung/

Den Flyer zur Nachhaltigkeitszertifizierung erhalten Sie hier: Download Flyer

Falls Sie weitere Fragen zu unserem Zertifizierungssystem haben, kontaktieren Sie uns doch unter: cert@iasaev.org

Klimaschutzreport

BDL: Deutsche Airlines verbrauchten 2015 nur noch 3,63 Liter pro Passagier und 100 km

Berlin, 17. August 2016: Die deutsche Luftfahrt arbeitet seit langem intensiv und erfolgreich daran, den spezifischen Energiebedarf ihrer Flugzeuge zu senken. So konnte im Jahr 2015 eine weitere Verminderung von Verbräuchen und Emissionen erreicht werden. Mit durchschnittlich 3,63 Litern Kerosin pro 100 Personenkilometer erzielten die deutschen Carrier dabei eine neue Bestmarke.

Der jährliche Klimaschutzreport des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) spiegelt zudem die aktuellen Kennzahlen zur Verbesserung von Energieeffizienz und Klimaschutz. Demnach konnte die Energieeffizienz der BDL-Gesellschaften seit 1990 im Bereich Passage um insgesamt 42% verbessert werden. Im gleichen Zeitraum sanken die absoluten CO2-Emissionen im innerdeutschen Luftverkehr um immerhin 7%.

Der Anteil des innerdeutschen Luftverkehrs am Gesamtvolumen der deutschen CO2-Emissionen betrug in 2014 laut BDL lediglich 0,28% (!). Der Anteil des globalen Luftverkehrs an den weltweiten CO2-Emmisionen wird für 2013 mit 2,48% ausgewiesen.

Trotz dieser vielleicht gering erscheinenden Prozentsätze und der derzeit vergleichsweise günstigen Ölpreise setzen die deutschen Airlines ihre Bemühungen um eine weitere Senkung von Verbräuchen und Emissionen uneingeschränkt fort. Diesem Ziel dient auch das bislang größte Flottenerneuerungsprogramm in der Geschichte des deutschen Luftverkehrs.

BDL Klimaschutzreport

Hier der Link zum aktuellen Klimaschutzreport des BDL: https://www.bdl.aero/download/2280/bdl_klimaschutzreport_2016.pdf

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Deutschland vom weltweiten Wachstum des Luftverkehrs abgekoppelt

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Halbjahreszahlen des BDL belegen: Deutschland vom weltweiten Wachstum des Luftverkehrs abgekoppelt 

Wachstum im Wesentlichen nur noch von ausländischen Airlines getragen 

Berlin, 4. August 2016: Im Vergleich zur europäischen und internationalen Entwicklung hinkt die deutsche Verkehrsluftfahrt hinterher. Das zeigen die Halbjahreszahlen des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Während der Passagierluftverkehr (in verkauften Personenkilometern) weltweit in den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 insgesamt um 6 Prozent gewachsen ist, verzeichneten die deutschen Fluggesellschaften ein Minus von 0,8 Prozent. Das Wachstum im Weltluftverkehr wird vor allem von den Airlines aus dem Nahen Osten mit einem Wachstum von 10,6 Prozent getragen. Zum Vergleich: Die europäischen Fluggesellschaften wuchsen im gleichen Zeitraum nur um 3,8 Prozent.

Zu dieser Schieflage erklärt BDL-Präsident Dr. Stefan Schulte: „Die Zahlen bestätigen die Analyse des Luftverkehrsgutachtens der Bundesregierung!“ Darin wird hervorgehoben, dass die deutschen Luftverkehrsunternehmen im internationalen Wettbewerb benachteiligt sind. Insbesondere sind es die einseitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie die nationalen Alleingänge bei der Luftverkehrsteuer, bei den Luftsicherheitskosten und bei den rigidesten Nachtflugbeschränkungen, die die deutsche Luftverkehrswirtschaft im internationalen Wettbewerb benachteiligen. Schulte weiter: ” Fluggesellschaften und Flughäfen senken ihre Kosten, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Aber wir warten immer noch darauf, dass die große Koalition ihr Vorhaben, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftverkehrswirtschaft auch bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu stärken, in dieser Legislaturperiode umsetzt.“

Wachstumsschwäche

Die Wachstumsschwäche der deutschen Fluggesellschaften wirkt sich auch auf die Entwicklung der Flughäfen in Deutschland aus. Diese konnten in den ersten sechs Monaten des Jahres lediglich 2,9 Prozent mehr Passagiere begrüßen als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zu anderen europäischen Flughäfen ist das ein unterdurchschnittliches Plus. Dabei fällt auf, dass das Wachstum im Wesentlichen nur noch von ausländischen Airlines erzeugt wird. Diese erhöhen ihren Marktanteil, indem sie ihre innereuropäischen Direktverbindungen von Deutschland aus kontinuierlich ausbauen. Der Marktanteil der deutschen Airlines dagegen hat sich in den letzten Jahren auf rund 60 Prozent (2012: 69 Prozent) reduziert.

Eine weitere Entwicklung macht der deutschen Luftverkehrswirtschaft Sorgen. Deutschland hat über Jahrzehnte hinweg von einer Vielzahl direkter interkontinentaler Verbindungen und einer starken Anbindung an die globale Luftverkehrsmobilität profitiert. Jetzt aber stagniert diese Entwicklung. Aus Sicht des BDL-Präsidenten sind diese Direktverbindungen zu Fernzielen beispielsweise in Asien von großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf globalen Märkten und damit letztlich für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Schulte warnt: „Diese weltweite Anbindung ist kein Selbstläufer. Wir dürfen diesen Wettbewerbsvorteil nicht leichtfertig verspielen.“ Dabei verweist Schulte z. B. auf die Niederlande und die Türkei. Zwischen 2010 und 2016 haben die beiden Länder ihre Direktverbindungen zu internationalen Zielen kontinuierlich erhöht.

Entwicklung im Frachtverkehr

Die Entwicklung im Frachtverkehr (gemessen in Frachttonnenkilometern) muss je nach Geschäftsmodell differenziert betrachtet werden. Die klassische Luftfracht oder General Cargo tritt wegen des stagnierenden Welthandels auf der Stelle. Hier haben die Frachtairlines weltweit im ersten Halbjahr lediglich 0,5 Prozent mehr Frachttonnenkilometer verkaufen können als noch im Vorjahr. Ganz anders zeigt sich die Situation bei der Integrator- oder Expressfracht, also bei Anbietern, die die komplette Logistikkette von der Abholung beim Versender bis hin zur Auslieferung beim Empfänger anbieten. Dieses Geschäftsmodell kann seinen Wachstumskurs aufgrund des boomenden Online-Handels fortsetzten. Zwingende Voraussetzung, dass das auch zukünftig so bleibt, sind wettbewerbsfähige Betriebszeiten, die den für dieses Geschäftsmodell zwingenden Nachtflugbetrieb sichern.

Die Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich über 200 Mio. Fluggäste und trägt mit dem Transport von Waren im Wert von über 200 Mrd. EUR zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland bei. Die Luftfahrt sichert in Deutschland mehr als 800.000 Arbeitsplätze.04

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL