Roland Berger Aerospace & Defence Management Issues Radar

Aerospace industry:
turning point ahead?

Mit diesem Titel beginnt die jährliche Umfrage der Roland Berger GmbH zu den aktuellen Trends in der Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie.

Das Ziel des Roland Berger Aerospace & Defence Management Issues Radars war es, die wichtigsten Entwicklungen und Herausforderungen der Industrie zu identifizieren und durch eine anschließende, aggregierte Analyse den Führungskräften in der Luftfahrt einen ganzheitlichen Überblick über entscheidende Branchenthemen zu ermöglichen.

Die diesjährige Studie bietet drei wichtige Erkenntnisse und viele weitere Anknüpfungspunkte  zum Nachdenken:

  • Wechselnde Marktdynamik: 87% aller Teilnehmer glauben, dass der Rückgang der europäischen Verteidigungsausgaben vorbei ist; 31% allerdings erwarten einen Rückgang der zivilen Luftfahrt in den nächsten drei bis fünf Jahren
  • Einfluss der Digitalisierung: 98% der Befragten glauben, dass die Digitalisierung der nächste große Treiber der Luftfahrtindustrie ist; allerdings ist nur 5% bewusst, was wirklich auf dem Spiel steht
  • Transformation der Engineering Funktion: Nur 11% der Teilnehmer sehen innerhalb Ihres Unternehmens eine klar definierte langfristige Vision für die Engineering Aktivitäten

Schmuckbild1

Zum Download der kompletten Studie (mit freundlicher Genehmigung der Roland Berger GmbH) gelangen Sie hier: Aerospace_industry_-_turning_point_ahead

Quelle: Roland Berger GmbH, www.rolandberger.com

 

 

MTU Aero Engines: 4. Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht

Nachhaltigkeit jetzt als Unternehmensziel verankert

München, 29. Juli 2016: MTU Aero Engines hat den 4. Nachhaltigkeitsbericht in der Geschichte des Unternehmens vorgelegt. Damit bekennt sich die MTU demonstrativ zu den Prinzipien des nachhaltigen Wirtschaftens. MTU sieht in der Nachhaltigkeit insbesondere auch den Schlüssel, langfristige Werte für die Stakeholder zu schaffen. Ganz oben auf der Agenda steht die Entwicklung von Flugzeugtriebwerken, die weniger Kerosin verbrauchen und weniger Emissionen wie CO2 und Lärm verursachen. Für die MTU ist der Getriebefan hierfür das beste Beispiel und zugleich Dreh- und Angelpunkt ihrer eigenen, sogenannten Clean-Air-Engine-Technologieagenda.

Klimawandel, Mobilität und Ressourcenknappheit gelten als globale Herausforderungen. Mit Clean-Air-Engine begegnet die MTU diesen Anforderungen aktiv. 65 Prozent weniger Lärmemissionen sowie 40 Prozent weniger CO2-Emissionen sieht die Roadmap bis 2050 vor. Der vierte Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens für das Jahr 2015 vereint die Berichterstattung nach den beiden Standards ‘UN Global Compact’ bzw. ‘Global Reporting Initiative’ (G4) und deckt alle europäischen Standorte der MTU ab.

“Die Basis unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist eine langfristig orientierte Wertschöpfungskette, die wir mit einer nachhaltigen Entwicklung der MTU verbinden. Unsere Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft ist ein integraler Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit“, erläutert Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines AG. „Als Unternehmen blicken wir stets nach vorne und wollen uns ständig weiterentwickeln. Daher haben wir für das laufende Geschäftsjahr 2016 Nachhaltigkeit als Unternehmensziel verankert.”

Verbindliche Sozial- und Umwelt-Standards

MTU hat verbindliche Sozial- und Umwelt-Standards entlang der Wertschöpfungskette integriert, in der eigenen Produktion an den Standorten und in der Zusammenarbeit mit ihren weltweiten Lieferanten. Ferner wird mit verschiedenen Maßnahmen daran gearbeitet, den eigenen Energie- und Rohstoffbedarf sowie die Emissionen zu begrenzen. Ziel sind ressourcen- und umweltschonende Produktionsverfahren. Vom CDP (Carbon Disclosure Project) ist die MTU im November 2015 zum Best Improver Germany’s ausgezeichnet worden – ein Beleg dafür, dass die MTU ihre Transparenz über ihre ökologischen Auswirkungen erhöht hat. Darüber hinaus verpflichtet sich das Unternehmen, die zehn Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen zu Menschenrechten, fairen Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und Anti-Korruption einzuhalten. MTU-CEO Winkler: „Wir werden auch in Zukunft Verantwortung übernehmen, um in allen Aspekten unseres Geschäfts- und Arbeitslebens nachhaltig zu sein.“

Nachhaltigkeitsbericht

Airbus A320neo mit PurePower PW1100G-JM Getriebefans von Pratt & Whitney, an deren Entwicklung und Produktion MTU Aero Engines maßgeblich beteiligt ist. Zu den wichtigsten Unternehmenszielen der MTU zählt die Entwicklung von Flugzeugtriebwerken, die weniger Emissionen und Lärm verursachen. Foto: R. Doerpinghaus

Der Nachhaltigkeitsbericht ist auf der MTU Aero Engines Website verfügbar: http://www.mtu.de/de/unternehmen/corporate-responsibility/berichte/

Quelle: MTU Aero Engines

‘Balance 2016’: Lufthansa Group veröffentlicht 22. Nachhaltigkeitsbericht

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Nachhaltigkeitsbericht: 3,84 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer

Frankfurt,  14. Juli 2016: Die Lufthansa Group hat ihren 22. Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Unter dem Titel „Balance“ informiert der Konzern damit bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten über wichtige Themen der unternehmerischen Verantwortung. Anfang 2016 hat die Lufthansa Group erneut eine Stakeholder-Befragung durchgeführt, um im Dialog mit den vielfältigen Anspruchsgruppen die zentralen Nachhaltigkeitsthemen zu priorisieren und weiterzuentwickeln. Das Ergebnis der umfassenden Befragung ist im Bericht in einer sogenannten Wesentlichkeitsmatrix abgebildet.

Arbeitswelt im Wandel

Motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind für die Lufthansa Group als Dienstleistungskonzern essenziell. Das dem Nachhaltigkeitsbericht vorangestellte Schwerpunktthema „Arbeitswelt im Wandel“ rückt daher die Mitarbeiter ins Zentrum und zeigt auf, wie der Konzern mit vielfältigen Ideen und Programmen auf die sich verändernden Rahmenbedingungen reagiert. Ziel ist es, den Beschäftigten am Boden und in der Luft stets ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten, um bestehende und künftige Talente für den global agierenden Aviation Konzern zu begeistern. Hierzu gehören auch Angebote, die Mitarbeitern und Führungskräften ein ausbalanciertes Berufs- und Privatleben ermöglichen. Weltweit arbeiten aktuell mehr als 120.000 Menschen für die Lufthansa Group. 2016 stellt der Aviation-Konzern 4.000 neue Mitarbeiter ein, davon 2.800 Flugbegleiter.

Mit dem neu gestarteten Projekt Diversity@LHGroup, das verstärkt Führungskräfte in den Blick nimmt, setzt sich die Lufthansa Group für noch mehr Vielfalt auf Leitungsebenen ein, darunter auch die nachhaltige Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Im Berichtsjahr erhöhte sich dieser Wert weltweit um 0,7 Prozentpunkte auf 14,9 Prozent, in Deutschland um 0,2 Prozentpunkte auf 16,2 Prozent.

Solide Umweltbilanz – weitere Erfolge absehbar

Der spezifische Treibstoffverbrauch der Passagierfluggesellschaften konnte 2015 mit durchschnittlich 3,84 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer trotz eines um 1,1 Prozentpunkte niedrigeren Nutzladefaktors auf dem Rekordwert des Vorjahres gehalten werden. Die Lufthansa Group arbeitet kontinuierlich daran, ihre Umweltbilanz zu verbessern und hat seit 2013 mehr als 500 Treibstoffeffizienz-Programme aufgesetzt, darunter zahlreiche Vorhaben zur Gewichtsreduktion wie zum Beispiel die 30.000 Leichtgewicht-Bordtrolleys. „Ein zentraler Punkt auf unserer Agenda ist auch unsere Verantwortung für den Schutz von Klima- und Umwelt. Das zeigen die vielfältigen Programme entlang der etablierten Vier-Säulen-Strategie, die technologische, operative, infrastrukturelle und ökonomische Maßnahmen umfasst“, so Carsten Spohr, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG, im Vorwort des Berichts.

Wichtigster Hebel:  Investition in neue Technologien

Der größte Hebel, um verantwortungsvoll in die Zukunft zu fliegen, ist die Investition in neue Technologien. Allein 2016 erhält die Lufthansa Group 52 besonders treibstoffeffiziente und leise Flugzeuge. Die Flugzeugmuster Airbus A320neo und Bombardier CSeries sind dabei Weltpremieren und läuten eine neue Ära des ökoeffizienten Fliegen ein. Darüber hinaus erhält Lufthansa im Winter 2016 den ersten Airbus A350-900, das weltweit modernste und umweltfreundlichste Langstreckenflugzeug.

Um das Reiseerlebnis für die Fluggäste der Lufthansa Group weiter zu verbessern, haben die Airlines der Lufthansa Group 2015 erneut zahlreiche Serviceoptimierungen umgesetzt. „Balance“ informiert außerdem über „Nachhaltigkeit entlang des Reiseerlebnisses“ und stellt Maßnahmen und Angebote im Bereich der Produktverantwortung vor, darunter elektronische Bordkarten, eJournals, Angebote zur Intermodalität sowie zur freiwilligen CO2-Kompensation.

Im Bereich des gesellschaftlichen Engagements lag der Schwerpunkt der Citizenship-Aktivitäten 2015 auf der Flüchtlingshilfe. Die Lufthansa Group setzt hier gemeinsam mit der Mitarbeiterhilfsorganisation Help Alliance auf ein Drei-Stufen-Konzept. Dieses umfasst Projekte der Entwicklungszusammenarbeit, konkrete Nothilfe sowie nachhaltige Integrationsprojekte an großen Unternehmensstandorten in Deutschland.

Link zum Internet-Special sowie zum ePaper von „Balance“: https://www.lufthansagroup.com/de/themen/balance-2016

Quelle: Lufthansa Group 

Nachhaltigkeit in der Praxis

Sachbuch über Nachhaltigkeitsmanagement mit vielen Praxistipps

Neuerscheinung

‘Oh je, Herr Carlowitz’ / Nachhaltigkeit in der Praxis’

Gern gebraucht, oft missverstanden: Das Wort ‘nachhaltig’ ist heute in aller Munde. Ein gutes Zeichen eigentlich, denn fast jeder verbindet den Begriff der Nachhaltigkeit mit Verantwortung, zumeist im Hinblick auf Entwicklungen in der Umwelt (z. B. Klimawandel, Energiewende) oder im gesellschaftlichen Leben. Doch damit enden vielfach schon die Gemeinsamkeiten.  Bei genauerem Hinsehen scheint ein jeder etwas anderes unter dem Begriff der ‘Nachhaltigkeit’ zu verstehen. Höchste Zeit also, in dieser Sprachverwirrung ein paar Leitlinien aufzuzeigen, die helfen, den abstrakten Begriff der Nachhaltigkeit mit konkreten, praxisnahen Inhalten zu füllen.

Mit seinem Buch ‘Oh je, Herr Carlowitz / Nachhaltigkeit in der Praxis’ beschreibt Michael Wühle gleichermaßen anschaulich wie umfassend den Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Für den Autor ist Nachhaltigkeit dabei keine ‘Ideologie des Verzichts und der Verbote’, sondern vielmehr die Aufforderung zu intelligentem und innovativen, vor allem aber sozial verantwortlichem Handeln.

Nachhaltigkeit wird damit zur Maxime für zukunftsorientiertes Tun. Den Weg dorthin beschreibt Michael Wühle sehr anschaulich anhand eigener Gedankengänge, praktischer Beispiele und vielfältiger Denkanstöße. Das Buch reflektiert dabei wertvolle Erfahrungen, die Michael Wühle als Umweltverantwortlicher eines großen deutschen Flughafens sowie in seinen späteren Berufsjahren als Dozent bei Fachseminaren, Auditor und Gutachter sammeln konnte. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die selbst Entscheidungen im Sinne der Nachhaltigkeit treffen müssen oder sich ernsthaft über das Thema Nachhaltigkeit informieren möchten.

‘Oh je, Herr Carlowitz / Nachhaltigkeit in der Praxis’ ist als Kindle Edition (265 Seiten in der Print-Ausgabe) für EUR 9,99 als eBook und für EUR 24,90 als Taschenbuch über amazon.de erhältlich: https://www.amazon.de/Oh-Herr-Carlowitz-Nachhaltigkeit-Praxis-ebook

„Uhrwerk Ozean“ liefert Beitrag zur Klimaforschung

Zeppelin NT von erfolgreicher Expedition zurückgekehrt

Friedrichshafen, 07.Juli 2016: Zehn Tage lang war der Zeppelin NT aus Friedrichshafen im Rahmen der Expedition „Uhrwerk Ozean“ des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) unterwegs und ist vergangene Woche nach erfolgreichem Abschluss der Mission wieder gut an den Bodensee zurückgekehrt. Prof. Dr. Burkard Baschek, Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, hat mit seinem Team das einzigartige Forschungsprojekt „Uhrwerk Ozean“ ins Leben gerufen. Ziel dieses Projekts ist die Untersuchung kleinster Wasserwirbel im Meer. Diese Wirbel greifen wie die Zahnrädern eines Uhrwerks ineinander und beeinflussen so die Zirkulation der Ozeane.

Die Forscher sind begeistert von den während der Expedition gewonnenen Daten. Die Wissenschaftler vermuten, dass die kleinen Meereswirbel für den globalen Energiehaushalt eine wichtige Rolle spielen und sowohl unser Klima als auch die Produktivität der Meere und die Fischwanderung beeinflussen.

Fundierte Aussagen dazu soll die Expedition „Uhrwerk Ozean“ liefern, bei der weltweit erstmalig ein Forschungszeppelin in der Küsten- und Meeresforschung zum Einsatz kam. Ausgerüstet mit Spezialkameras war es die Aufgabe des Luftschiffs, diese kleinen Wasserwirbel aufzuspüren. Gleichzeitig fungierte es als fliegende Schaltzentrale der Mission. Vom Zeppelin aus dirigierte Expeditionsleiter Burkard Baschek die beteiligten Forschungsschiffe und Flugzeuge.

An allen fünf Messtagen konnten vielversprechende Daten gewonnen werden. Unter anderem war es zum ersten Mal möglich, den gesamten Prozess eines Wirbels mit rund 400 Metern Durchmesser über einen Zeitraum von sechs Stunden zu verfolgen – von der Entstehung bis zu seinem Verfall. Derartige Beobachtungen sind nur aus der Luft möglich. Luftschiffe sind hierbei die bestmöglichen Arbeitsplattformen. „Sehr schön auch, dass wir uns am Anfang der Messung etwa 50 Minuten mit dem Zeppelin wirklich direkt über dem Wirbel aufhalten konnten“, so Baschek nach diesem Messflug.

Dr. Otmar Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, ist davon überzeugt, dass die Expedition „Uhrwerk Ozean“ unser Verständnis von klimatischen und ozeanografischen Zusammenhängen grundlegend verändern wird.  „Jetzt sind wir auf die Datenauswertung in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren sehr gespannt,“  so Bascheck.

Auch das Zeppelin-Team ist mit dem Verlauf der Expedition sehr zufrieden. „Die Zusammenarbeit mit dem Forscherteam war hervorragend. Wie in einem Uhrwerk, haben alle Zahnräder perfekt ineinander gegriffen“, so Fritz Günther, Flugbetriebsleiter der Deutschen Zeppelin-Reederei GmbH. „Solche Forschungseinsätze sind für uns Piloten eine hochinteressante Abwechslung zu den Passagierflügen hier am Bodensee. Die geforderte Präzisionsfliegerei während einer Mission unterscheidet sich doch sehr von den touristischen Flügen. Die physischen und psychischen Herausforderungen sind bei diesen wissenschaftlichen Einsätzen andere als bei einem Passagierflug, der nur zwischen 30 und 120 Minuten dauert. Zum Beispiel ein Schwebeflug über Land fordert den Piloten deutlich weniger als ein punktgenauer Schwebeflug über dem offenen Meer.”

Uhrwerk Ozean

Zeppelin NT im Forschungseinsatz für das Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) Foto: Torsten Fischer

Das Expeditions-Branding des „Uhrwerk Ozean“-Zeppelins ist übrigens das Zeppelin-Branding Nummer 50. Ein Branding-Jubiläum sozusagen!  Weitere Informationen rund um die Expedition „Uhrwerk Ozean“ sowie den Zeppelin NT gibt es unter www.uhrwerk-ozean.de und www.zeppelinflug.de

Quelle: ZLT Zeppelin Luftschifftechnik

Siemens: Extra 330LE fliegt

Weltrekord-Elektromotor absolviert Erstflug

 

München / Dinslaken, 04. Juli 2016: Erfolgreicher Jungfernflug: Erstmals fliegt ein Flugzeug der Zertifizierungs-Kategorie CS23 mit Permit-to-Fly rein-elektrisch. Der Siemens-Motor hat eine Leistung von 260 Kilowatt und ein Gewicht von nur 50 Kilogramm – damit verfügt er über ein Rekord-Leistungsgewicht.

Extra 330LE fliegt nahezu lautlos

Siemens-Forscher haben den neuartigen Elektromotor für Flugzeuge entwickelt, der fünfmal so viel elektrische Dauerleistung liefert wie vergleichbare Antriebe. Das Rekord-Antriebssystem hat am 4. Juli 2016 auf dem Flughafen Dinslaken Schwarze Heide seinen ersten Flug vor der Öffentlichkeit absolviert und dabei ein Kunstflugzeug vom Typ Extra 330LE nahezu lautlos angetrieben. Seinen Jungfernflug hatte der neue Antrieb bereits einige Tage zuvor, am 24. Juni 2016, bestritten. Damit werden hybride Elektroflugzeuge mit vier oder mehr Sitzen möglich.

Link zum Video

Technik wird in Kooperation mit Airbus eingebracht

“Heute ist ein Tag, der die Luftfahrt verändern wird”, sagt Frank Anton, Leiter eAircraft bei der zentralen Siemens-Forschung Corporate Technology. “Zum ersten Mal ist ein Elektroflugzeug in der Leistungsklasse von einem Viertel Megawatt geflogen.” Die rund 1.000 Kilogramm schwere Extra 330LE dient dabei als Erprobungsträger für den neuen Antrieb – als Kunstflugzeug eignet sie sich besonders dafür, die Komponenten an ihre Grenzen zu bringen, zu testen und weiterzuentwickeln.

Die Technologie wird Siemens zudem in seine Kooperation mit Airbus zum Elektrischen Fliegen einbringen, die beide Unternehmen im April 2016 vereinbart hatten. Elektrische Antriebe sind skalierbar – auf Basis des Rekord-Motors werden Siemens und Airbus hybrid-elektrische Regionalflugzeuge entwickeln. “Bis 2030 erwarten wir erste Maschinen mit bis zu 100 Passagieren und rund 1.000 Kilometern Reichweite”, erklärt Anton.

Russwurm: “Wir brauchen disruptive Ideen”

“Der Erstflug unseres Antriebssystems ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Elektrifizierung der Luftfahrt”, sagt Siemens-Technikvorstand Siegfried Russwurm. “Um diesen Weg weiter erfolgreich zu begehen, braucht es disruptive Ideen und Mut zum Risiko. Daher ist die Entwicklung elektrischer Antriebe für Luftfahrzeuge auch das erste Projekt unserer neuen Start-up-Organisation next47.” Siemens ist entschlossen, die hybrid-elektrischen Antriebssysteme für Luftfahrzeuge als künftiges Geschäft aufzubauen.

Extra 330LE

Erfolgreicher Jungfernflug: Erstmals fliegt ein Flugzeug der Zertifizierungs-Kategorie CS23 mit Permit-to-Fly rein-elektrisch. Der Siemens-Motor hat eine Leistung von 260 Kilowatt und ein Gewicht von nur 50 Kilogramm – damit verfügt er über ein Rekord-Leistungsgewicht.

Das Antriebssystem hat Siemens mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Deutschen Luftfahrtforschungsprogramms LuFo entwickelt. Die Extra 330LE ist in Zusammenarbeit von Siemens, Extra Aircraft, MT-Propeller und Pipistrel (Batterie) entstanden.

Extra 330LE ist in Zusammenarbeit von Siemens, Extra Aircraft, MT-Propeller und Pipistrel entstanden

Dipl.-Phys. Frank Anton, Leiter eAircraft im Hause Siemens, mit Firmengründer und Testpilot Walter Extra (links)

Quelle: Siemens

Klimapakt Münchener Wirtschaft

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

MTU Aero Engines beteiligt sich am ‘Klimapakt Münchener Wirtschaft’

München, 1. Juli 2016: Im Rahmen einer Feierstunde haben 15 namhafte Großunternehmen den ‘Klimapakt Münchener Wirtschaft’ unterzeichnet und sich zu freiwilligen Klimaschutzmaßnahmen verpflichtet. Mit dabei war auch die MTU Aero Engines. Mit dem innovativen Energiemanagementsystem CLAIR-IS (Clean Air – Industrial Site) definiert MTU die strategischen und operativen Energieziele zur Vermeidung und Reduzierung des Energieverbrauchs am Standort München. Mit der Teilnahme am ‘Klimapakt Münchener Wirtschaft’ hat sich die MTU konkrete Ziele für den Zeitraum 2015 bis 2017 gesetzt.

Triebwerke der Spitzenklasse

Triebwerke der Spitzenklasse zeichnen sich durch sparsame, saubere und leise Triebwerkskonzepte aus. Nicht nur der Einsatz neuester Werkstoffe und modernster Verfahren sind dafür entscheidend. Auch ein erprobtes Energiemanagement am Standort München ist ein wesentlicher Stellhebel. Der Fokus liegt dabei auf Betriebssicherheit, Umwelt und Wirtschaftlichkeit. Die Verantwortung für den Klimaschutz ist ebenfalls als ein Schwerpunkt in das MTU-interne Leitbild integriert. Damit verpflichtet sich das Unternehmen Emissionen zu reduzieren und mit Rohstoffen und Energie ressourcenschonend umzugehen. Das Energiemanagement CLAIR-IS dient somit als Vorbild für die weiteren Standorte der MTU im In- und Ausland. Pate stand das von der MTU initiierte Technologieprogramm Claire (Clean Air Engine), welches eine CO2-Reduktion im Triebwerk um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 beschreibt. CLAIR-IS setzt sich eine 25-prozentige Reduktion des CO2-Verbrauchs am Standort München im selben Zeitraum zum Ziel. Im Rahmen des ‘Klimapakts Münchener Wirtschaft’ wurde das Einsparpotenzial der MTU auf rund 5.500 Tonnen CO2 festgelegt. Mit diesem Ziel, das bis 2017 erreicht werden soll, liegt die MTU im vorderen Drittel der teilnehmenden Unternehmen. „Ganz oben auf unserer Agenda steht die Entwicklung von Flugzeugtriebwerken, die weniger Kerosin verbrauchen und weniger Emissionen wie CO2 und Lärm verursachen“, erklärt Standortleiter Lars Wagner. „Verantwortliches Wirtschaften hat für die MTU einen sehr hohen Stellenwert.“

Reduktion von CO2-Emissionen

Einen entscheidenden Schritt zur Reduktion von CO2-Emissionen hat die MTU bereits vollzogen: Das Grundwasser wird am Standort München aus einem eigenen Förderbrunnen auf dem Werksgelände entnommen und zur Kühlung in Produktionsprozessen verwendet. Im Vergleich zur konventionellen Kälte-Erzeugung wird dabei elektrische Energie eingespart und der Einsatz von umweltbelastenden Kältemitteln vermieden. Diese Maßnahme führt nicht nur zu einer Senkung der Betriebskosten für die Kühlung von Maschinen, EDV- und versorgungstechnischen Anlagen, sondern auch zu einer enormen Reduktion des CO2-Ausstoßes. In den nächsten Jahren erfolgt sukzessive der Ausbau der Nutzung in den Produktionsanlagen. Langfristig gewährleisten auch eine Optimierung von Lüftungsanlagen, die Nutzung von regenerativen Energieträgern sowie der Einsatz energieeffizienter Beleuchtungssysteme die Erreichung der Klimapakt-Ziele.

Quelle: MTU Aero Engines