Luftverkehr: Globales Klimaschutzabkommen hat höchste Priorität

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

BDL/Siegloch: Nationale Alleingänge nicht zielführend

Berlin, 21. März, 2016: Zwischen der Generalsekretärin der UN-Luftfahrtorganisation ICAO, Dr. Fang Liu, und dem BDL-Präsidenten Klaus-Peter Siegloch herrscht Einigkeit darüber, was im internationalen Luftverkehr derzeit höchste Priorität hat: die Verabschiedung eines internationalen Klimaschutzabkommens. Das wurde beim Treffen von Spitzenvertretern beider Organisationen in Berlin deutlich.  „Die ICAO hat in den vergangenen Jahren mit großer Entschlossenheit  daran gearbeitet, ihre Mitgliedsstaaten auf dem Weg zu einem CO2-neutralen Wachstum des internationalen Luftverkehrs ab 2020 zu unterstützen. Erst kürzlich wurde mit der Festlegung des ersten CO2-Standards für Flugzeugemissionen ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg erreicht“, sagte Dr. Fang Liu am Montag in Berlin.  „Mit Blick auf unsere Generalversammlung im September suchen wir jetzt auch weltweit Befürworter eines neuen, marktbasierten Instrumentes, das maßgeblich dazu beiträgt, unsere Klimaschutzziele zu erreichen. Deutschland war bislang eine sehr wichtige Stimme in dieser Diskussion und wir setzen auch weiter auf die Unterstützung von deutscher Seite.“

Seit 1990 haben die deutschen Fluggesellschaften ihren Treibstoffverbrauch pro Passagier und 100 Kilometer bereits um 42 Prozent senken können. Die Flotten der deutschen Fluggesellschaften verbrauchten 2014 durchschnittlich nur noch 3,64 Liter Kerosin.

„Klimaschutz kann nur international geregelt werden. Nationale Alleingänge sind nicht zielführend, sondern wirken im globalen Markt nur wettbewerbsverzerrend“, so Klaus-Peter Siegloch. „Wir brauchen eine Lösung, die für alle gilt.“ Beide waren sich einig, dass es jetzt darauf ankomme, international Mehrheiten zu finden, damit in der Generalsversammlung im Herbst die Einführung eines Klimaschutzinstrumentes beschlossen wird.

Auf dem Weg zum umweltfreundlicheren Fliegen ist die Dekarbonisierung des Luftverkehrs der wichtigste Schritt. Alternative Antriebe und Kraftstoffe, Effizienzsteigerung in den Abläufen am Boden und in der Luft sowie moderne Technologien sind der Schlüssel dazu. „Die Investition in moderne Technik und neue intelligente Lösungen ist jedoch nur möglich, wenn unsere Unternehmen auch die finanziellen Mittel haben. Aber durch europäische und nationale Alleingänge wie die Luftverkehrsteuer wird den deutschen Fluggesellschaften genau diese Investitionskraft genommen. Die Bundesregierung muss deshalb ihr Versprechen einlösen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrt zu erhalten“, sagt Klaus-Peter Siegloch.

Quelle: BDL

Erste Cyclean® Engine Wash-Servicestation in Australien

Lufthansa Technik: Erste Cyclean® Engine Wash-Servicestation in Australien

Geringerer Zeitaufwand und hohe Treibstoff- und Emissions-Einsparungen

Hamburg, 17. März 216: Lufthansa Technik AG hat jetzt die erste Cyclean® Engine Wash Servicestation im australischen Melbourne in Betrieb genommen. LHT bietet ihre Cyclean® Triebwerkswäschen somit rund um den Globus an: Von Nord- und Südamerika über Europa und den Nahen Osten bis nach Asien und nun auch in Australien.

Die Cyclean® Engine Wash Anlage am Melbourne Airport ist in einem Fahrzeug eingebaut und damit vollständig mobil, um zukünftig auch an umliegenden Flughäfen eingesetzt zu werden. Die Wäschen lassen sich im Rahmen von Wartungsarbeiten, im Transit zwischen zwei Flügen oder über Nacht durchführen. Das autonome System, das ohne externe Strom- und Wasserquellen auskommt, ermöglicht Airline-Kunden eine flexible Planung ihrer Wäschen.

“Die ersten Cyclean®-Wäschen an IAE V2500-Triebwerken des Flugzeugmusters Airbus A320 haben wir bereits erfolgreich durchgeführt. Grundsätzlich bedienen wir aber alle gängigen Triebwerksmuster. Zurzeit bieten wir unsere Triebwerkswäsche verschiedenen australischen Airline-Kunden zu Demonstrationszwecken an”, so Oliver C. Winter, Leiter Engine Life Cycle Services bei Lufthansa Technik.

Cyclean® Engine Wash soll in Zukunft auch internationalen Airlines, die Melbourne anfliegen und entsprechende Bodenzeiten haben, angeboten werden. Aufgrund der hohen Nachfrage nach effizienten Triebwerkswäschen wird die Zahl der Wasch-Stationen somit weiter kontinuierlich steigen. Mittelfristig soll das Service-Netzwerk in Australien um weitere Stationen an den Flughäfen Sydney, Perth und Brisbane ausgebaut werden.

Cyclean® Engine Wash verkürzt die herkömmliche Triebwerkswäsche um bis zu 70 Prozent und ermöglicht die uneingeschränkte Durchführung überall am Flughafen. Die neue Triebwerkswäsche lässt sich an allen Triebwerksmustern der führenden Hersteller General Electric, Rolls-Royce, Pratt & Whitney, CFMI und IAE anwenden.

Bis heute wurden weltweit über 40.000 Triebwerkswäschen für über 40 Airline-Kunden mit Cyclean® Engine Wash durchgeführt. Bislang ist Cyclean®  die einzige am Markt etablierte Triebwerkswäsche, die innerhalb einer Stunde direkt am Gate möglich ist. Dank ihres geringen Zeitaufwandes, der hohen Treibstoff- und Emissions-Einsparungen und der Minimierung der Wartungskosten für Triebwerke hat sich Cyclean® für viele Kunden zu einer unverzichtbaren Dienstleistung entwickelt.

Cyclean® Engine Wash

Von Lufthansa Technik entwickelt: Mit dem Cyclean® Engine Wash (siehe rechtes Triebwerk) lassen sich nicht nur die erforderlichen Standzeiten bei Triebwerkswäschen verkürzen, sondern auch erhebliche Verbrauchs- und Emissions-Einsparungen erzielen Foto: Lufthansa Technik

 

Quelle: Lufthansa Technik

 

Köln/Bonn erneut Europas Nr. 1 bei Skytrax-Awards

Best Regional Airport Europe

Auszeichnung als „Best Regional Airport Europe“

Köln, 17. März 2016: Hattrick vor heimischer Kulisse: Der Köln Bonn Airport ist zum dritten Mal in Folge zum besten Regional-Flughafen Europas gekürt worden. Bei den renommierten „Skytrax World Airport Awards“, die Abend im Rahmen der Branchenmesse „Passenger Terminal Expo“ in Köln verliehen wurden, landete Köln/Bonn in der Kategorie „Best Regional Airport Europe“ wie schon 2014 und 2015 auf Platz 1. In der weltweiten Wertung der Regional-Flughäfen belegte Köln/Bonn den zweiten Platz. Außerdem erreichte der rheinische Flughafen in der Gesamtwertung, die alle Airport-Kategorien umfasst, einen hervorragenden 19. Platz.

„Es macht uns unheimlich stolz, dass wir zum dritten Mal infolge auf Platz 1 gewählt wurden. Ganz besonders, weil es ein Publikumspreis ist, der auf der Meinung von Passagieren beruht“, freut sich Flughafenchef Michael Garvens. Der Skytrax-Award sei eine besondere Anerkennung für das gesamte Flughafen-Team und gebühre „in erster Linie unseren Mitarbeitern, die hier jeden Tag Hervorragendes leisten.“

Die „Skytrax World Airport Awards“ sind die begehrtesten  Auszeichnungen im Luftverkehr und werden gern auch als „Branchen-Oscar“ bezeichnet. Sie werden in unterschiedlichen Kategorien vergeben. Die Ergebnisse basieren auf einer weltweiten Passagierbefragung, die von der britischen Unternehmensberatung Skytrax durchgeführt wird. 2015 wurden weltweit Fluggäste umfassend zu Service- und Leistungskriterien von Airports befragt, unter anderem zur Service-Qualität, zu Familienfreundlichkeit und zum Shopping-Angebot.

Best Regional Airport Europe

Alexandra Wissen, Head of Central Infrastructure and Ulrich Stiller, Director Marketing & Sales

Quelle: Flughafen Köln/Bonn

BARIG: Standortkosten des Luftverkehrs nachhaltig senken

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Airlines fordern schnelle Realisierung eines nachhaltigen Luftverkehrskonzepts für Deutschland

Frankfurt, 9. März 2016: „Während der Luftverkehr weltweit weiter wächst, hinkt Deutschland hinter dieser Entwicklung hinterher. Es fehlt ein klares Konzept für die Zukunft. Die von und nach Deutschland operierenden Luftverkehrsgesellschaften müssen entlastet werden. Die Standortkosten in Deutschland müssen nachhaltig gesenkt werden, auch um Arbeitsplätze auf Dauer zu sichern – denn die Luftfahrtindustrie ist und bleibt einer der entscheidenden Wirtschaftsfaktoren für die Zukunft in Deutschland“, erklärt das Board of Airline Representatives in Germany (BARIG) anlässlich der Internationalen Tourismus-Börse (ITB)in Berlin.

BARIG-Generalsekretär Michael Hoppe forderte die Bundesregierung auf, das Versprechen des Koalitionsvertrages umzusetzen und den Luftverkehrsstandort Deutschland attraktiver zu machen. Dazu zähle auch die schrittweise Abschaffung der Luftverkehrsteuer, eine deutliche Kostensenkung bei den Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen, die Reduzierung der Flugsicherungsgebühren sowie die Planungssicherheit bei den Betriebszeiten deutscher Airports. So dürfe es keine weiteren Nachtflugverbote mehr geben.

Die Bundesregierung müsse das seit Jahren diskutierte Luftverkehrskonzept jetzt so schnell wie möglich anpacken. Sonst bestünde die Gefahr, dass Deutschland im interkontinentalen Konkurrenzkampf Schaden nimmt – und damit die deutsche Wirtschaft und ihre Arbeitsplätze gefährdet sind. Hoppe: „Die weltweite Länderkonkurrenz der Luftverkehrsstandorte präsentiert sich derzeit auf der ITB in Berlin. Das globale Forum zeigt sich in beeindruckender Weise bestens vorbereitet, um weitere Marktanteile zu gewinnen und Passagiere und Waren auch über andere Länder als Deutschland in die Welt zu transportieren. Jetzt muss gehandelt werden.“

Der Airline-Verband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) e.V. vertritt die gemeinsamen Interessen von rund 100 nationalen und internationalen Fluggesellschaften aus Linienflug, Ferienflug und Air Cargo. Seit seiner Gründung 1951 arbeitet der Verband für die Verbesserung der Rahmenbedingungen des Luftverkehrs in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik, Behörden, Wirtschaft und Medien. Die BARIG Mitgliedsgesellschaften befördern weltweit rund 1,7 Milliarden Passagiere und über 25 Millionen Tonnen Fracht zu über 1.500 Destinationen. Nach und aus Deutschland reisen jedes Jahr rund 175 Millionen Passagiere mit den BARIG Fluggesellschaften. Die BARIG Airlines beschäftigen in der Bundesrepublik mehr als 105.000 Mitarbeiter, die Luftverkehrsbranche sichert insgesamt mehr als 823.000 Arbeitsplätze und ist somit ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Weitere Informationen unter www.BARIG.aero

Quelle: BARIG

Nachhaltigkeitsberichterstattung

zertifizierte Nachhaltigkeit für alle Organisationen und Unternehmen

IMS03: Nachhaltigkeit – Reporting und Berichte:
Impulse für Unternehmen

Wenn es um die Zukunftssicherung von Unternehmen geht, gewinnt ein Kriterium zunehmend an Bedeutung: Nachhaltigkeit. Getrieben vom drohenden Klimawandel wie auch einer veränderten gesellschaftlichen Wahrnehmung, verlangen Kunden nicht nur nach erstklassigen Produkten zu wettbewerbsfähigen Preisen, sie erwarten auch die Übernahme unternehmerischer Verantwortung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Konsumenten und Kunden fordern zunehmend die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien von der Produktion bis zur Entsorgung (cradle-to-cradle). Den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden ist eine der größten unternehmerischen Herausforderungen der Gegenwart. Unternehmen, die diese Erwartungen nicht erfüllen, werden sich in der Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Markt behaupten können.

Um den Markt von den erreichten Leistungen im Hinblick auf die Nachhaltigkeit zu informieren und sich vom Wettbewerb abzugrenzen, ist ein gutes Berichtswesen unumgänglich. Nur so können Unternehmen ihre Strategien und Zielsetzungen offenlegen. Eine solche offene, ehrliche und transparente Berichterstattung schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch eine nachhaltige, von Überzeugungen getragene Kundenbindung. Ein Reporting dieser Art hilft zudem Ziele zu setzen, Leistungen zu messen und Veränderungen zu schaffen, um die eigene Geschäftstätigkeit leichter nachhaltig gestalten zu können.

Mit ihrem Seminar zum Reporting über nachhaltiges unternehmerisches Handeln vermittelt IASA das notwendige Rüstzeug zur Erstellung eines eigenen Berichtswesens dieser Art. Das eintägige Seminar richtet sich an Nachhaltigkeits- und Umweltbeauftragte, sowie an Führungskräfte, Geschäftsführer und Vorstände von unternehmerisch handelnden Organisationen.

NachhaltigkeitsberichterstattungIhr Nutzen

  • Sie kennen die unterschiedlichen Reportingansätze für ein nachhaltig handelndes Unternehmen
  • Sie kennen die betreffenden gesetzlichen Zwänge und Freiheiten beim Nachhaltigkeits-Reporting
  • Sie können mit dem erworbenen Wissen sofort an die Entwicklung eines eigenen Reports für Ihr Unternehmen / Organisation beginnen
  • Sie erhalten einen vielleicht entscheidenden Wissensvorsprung vor Ihren Mitbewerbern

Inhalt des Seminars

  • Bedeutung, Nutzen und Chancen einer qualifizierten Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI4)
  • Bedeutung, Nutzen und Chancen einer nicht-finanzieller Berichterstattung nach der europäischen Richtlinie 2014/95/EU
  • Weitere wichtige Leitlinien zum Nachhaltigkeits-Reporting (UN Global Compact, OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen, ISO 26000 – Leitlinien zur gesellschaftlichen Verantwortung)
  • Anleitung zur Erstellung eines unternehmensspezifischen Nachhaltigkeits-Reports
  • Ausblicke, Trends und Beispiele zum Thema

Ort / Datum / Preis

Ort: IASA e.V., Geschäftsstelle, Godesberger Allee 70, 53175 Bonn

Datum: Mittwoch, 4. Mai 2016 (Kurs 2)

Leitung: Dipl.-Ing.(FH) Michael Wühle, Rudolf (Rolf) Dörpinghaus

Preis: 135€ Unkostenbeitrag pro Person (Verpflegung mit Kaffee, Softgetränken und
Mittagessen sind im Unkostenbeitrag enthalten)

Online-Tickets: https://www.xing.com/events/nachhaltigkeit-reporting-berichte-kurs-2-1622612

Infos: https://www.iasaev.org/de/seminare/ / Rückfragen unter: mw@iasaev.org

Umweltfreundliche Luftfahrt

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Umweltfreundliche Luftfahrt: Neues Forschungsprojekt startet am IfBB

04.03.2016

Dr. Lisa Mundzeck IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe
Hochschule Hannover

Wie können in der Luftfahrt mehr nachhaltige Werkstoffe eingesetzt werden? Welche Möglichkeiten der Kombination von herkömmlichen Hochleistungs-Luftfahrtwerkstoffen mit neuartigen Bio-Materialien gibt es?
Mit dem Verbundprojekt „Funktionsintegrative und ressourcenschonende Leichtbaustruktur für die Luftfahrt“ startet am IfBB ein innovatives Forschungsprojekt im Bereich der Luftfahrt.

Zentrales Thema des Verbundvorhabens ist der Einsatz nachhaltiger Werkstoffe in der Luftfahrt. Ziel ist es, den Anteil dieser Materialien im Luftfahrzeugbau signifikant zu steigern.

Dabei geht es nicht um die reine Substitution herkömmlicher Werkstoffe durch Materialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Damit im Bauteil keine Eigenschaftsverluste auftreten, sollen vielmehr Hochleistungs-Luftfahrtwerkstoffe vorteilhaft mit Materialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu intelligenten Hybridverbunden kombiniert werden.

Eine repräsentative Helikopter-Verkleidungsstruktur dient im Forschungsprojekt zur Demonstration des Technologiekonzepts. Die Arbeiten werden durch Konzepte zur Materialwirtschaft und zum Recycling der neuartigen Materialverbunde vervollständigt. Darüber hinaus erfolgt eine ganzheitliche Ökologiebewertung, die als Orientierungshilfe für spätere Anwender dient.

Als Partner arbeiten im Verbund die Technische Universität Chemnitz, Professur für Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, die Technische Universität München, Lehrstuhl für Hubschraubertechnologie, sowie auf Industrieseite Airbus Helicopters Deutschland GmbH mit dem IfBB zusammen. Am IfBB wird das Teilvorhaben mit dem Titel „Charakterisierung, Recycling und Ökologie von Materialien für die ressourcenschonenden Leichtbaustrukturen für die Luftfahrt“ erarbeitet, die Projektleitung liegt bei der TU Chemnitz.

Projektträger des Verbundvorhabens ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), gefördert wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Die Auftaktveranstaltung fand am 15. Februar an der Technischen Universität Chemnitz statt.

Kontakt und Ansprechpartner:
Für weitere Fragen steht Ihnen Dr. Lisa Mundzeck am Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover unter Telefon 0511-9296-2269 oder via E-Mail: lisa.mundzeck@hs-hannover.de gerne zur Verfügung.


Weitere Informationen:

http://ifbb.wp.hs-hannover.de/blog/verbundvorhaben-funktionsintegrative-und-ress… Projektbeschreibung


 

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft

Erste A350-900 für Lufthansa

Fertigung der ersten Bauteile in Hamburg, Stade und Bremen

München, 4. März 29016: Die ersten Großbauteile der Lufthansa A350-900 werden derzeit an den Airbus Standorten gefertigt. In Hamburg-Finkenwerder montieren Airbus-Mitarbeiter in diesen Wochen die vorderen und hinteren Rumpfteile der ersten Lufthansa A350 und rüsten sie mit allen flugrelevanten Systemen wie unter anderem Elektrik und Hydraulik aus. Im Airbus-Werk Stade werden bereits die oberen Flügelschalen der ersten  Lufthansa-A350-Flugzeuge gefertigt. Hier entsteht auch das Seitenleitwerk aus Verbundwerkstoffen.

Im Fertigungswerk Bremen werden in Kürze die Tragflächen für die erste A350-900 der Lufthansa aus Großbritannien eintreffen. Dann erfolgt in Bremen die Ausrüstung der Tragflächen unter anderem mit Landeklappen und zahlreichen weiteren Systemen. Danach reisen die Tragflächen an Bord des Spezialtransporters „Beluga“ zur Endmontage nach Toulouse. Auf diesem Weg gelangen auch die Rumpfsegmente von Hamburg nach Toulouse.

Die erste A350 der Lufthansa trägt bei Airbus die Fertigungsnummer MSN074 und wird bei Lufthansa unter der internationalen Kennung D-AIXA fliegen. Lufthansa stationiert die ersten zehn Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900  ab Januar 2017 in München. Erste Destinationen sind voraussichtlich Delhi und Boston. Das Flugzeug wird 293 Passagieren Platz bieten: 48 Gästen in der Business Class, 21 in der Premium Economy und 224 in der Economy Class.

A350-900

Airbus-Mitarbeiter vor dem Rumpf der ersten A350-900 der Lufthansa mit der Fertigungsnummer „MSN074“ / Foto: Airbus

Die A350-900 ist das weltweit modernste und umweltfreundlichste Langstreckenflugzeug. Es verbraucht 25 Prozent weniger Kerosin und erzeugt einen bis zu 50 Prozent kleineren Lärmteppich als vergleichbare Flugzeugtypen.

Quelle: Lufthansa

Nutzung regenerativer Energie durch Wasserstoffverbrennung

Verbesserte Nutzung regenerativer Energie durch Wasserstoffverbrennung in Gasturbinen

Europäischer Forschungsrat fördert DLR-Verbrennungsforscher mit Consolidator Grant

 Stuttgart, 2. März 2016: Wohin mit überschüssigem Strom aus Windkraft, wenn der Wind zwar weht, aber die Nachfrage auf dem Strommarkt gering ist? Ein Lösungsansatz ist die Herstellung von Wasserstoff mittels Elektrolyse. Elektrische Energie wird dabei in chemische Energie umgewandelt, also der Strom genutzt, um Wasserstoff zu erzeugen. Eine Verwendungsmöglichkeit für diesen regenerativ erzeugten Wasserstoff ist die Einspeisung ins Erdgasnetz. In konventionellen Gasturbinenkraftwerken könnte dann das Wasserstoff-Erdgas-Gemisch verbrannt und so wieder Strom erzeugt werden.

Wasserstoffeinspeisung ins Erdgasnetz erfordert neue Brennkammerkonzepte

Im Projekt HYBURN (enabling hydrogen-enriched burner technology for gas turbines through advanced measurement and simulation) untersuchen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart, welche Auswirkungen die Beimischung von Wasserstoff auf die Verbrennung und damit das Brennkammerdesign von Gasturbinen hat. Sie entwickeln dazu neue laserbasierte Messmethoden, um die Verbrennungsprozesse in Gasturbinen besser und effizienter untersuchen zu können. Das Projekt ist am DLR-Institut für Verbrennungstechnik angesiedelt und wird vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) mit einem Consolidator Grant gefördert. Die Gesamtfördersumme beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Wasserstoff ist äußerst reaktiv. Deshalb unterscheiden sich die Verbrennungseigenschaften des Wasserstoff-Erdgas-Gemisches von denen reinen Erdgases. “Zum Beispiel ändern sich Form und Verhalten der Flamme innerhalb der Brennkammer. Das kann unerwünschte Auswirkungen haben, die die Brennkammer beschädigen können”, erläutert DLR-Verbrennungsforscher Dr. Isaac Boxx, der das Projekt HYBURN leitet. “Bisher verstehen wir diese Prozesse noch nicht gut genug, um Wasserstoff-Erdgas-Gemische zuverlässig in existierenden Gaskraftwerken einzusetzen”. Im Zuge des Projekts wird das Team um Isaac Boxx deshalb die Prozesse in realitätsnahen Versuchsständen analysieren. Dazu kommt vor allem schnelle und zeitlich hochauflösende Lasermesstechnik zum Einsatz, die ebenfalls im Zuge des Projekts entwickelt wird.

Mit Hightech-Lasermesstechnik zu optimalen Brennerkonzepten

“Die Prozesse in Gasturbinenbrennkammern spielen sich in Millisekunden ab. Um sie sichtbar zu machen und zu verstehen, entwickeln wir Lasermesstechniken, die mit 10.000 Bildern pro Sekunde die Flammenstruktur und das Strömungsfeld erfassen”, beschreibt DLR-Wissenschaftler Boxx die zentrale messtechnische Herausforderung. Mit den so erhaltenen Messdaten werden die Forscher im nächsten Schritt Simulationswerkzeuge erarbeiten, mit deren Hilfe sie die Verbrennungsprozesse am Computer nachbilden und noch genauer auswerten können.

ERC Consolidator Grant

Mit den ERC Consolidator Grants fördert der Europäische Forschungsrat herausragende exzellente Wissenschaftler, die eine unabhängige Forschungsgruppe aufbauen.

Europäischer Forschungsrat fördert DLR-Verbrennungsforscher mit Consolidator Grant

Neue laserbasierte Messmethoden des DLR Instituts für Verbrennungstechnik ermöglichen eine effizientere Untersuchung der Verbrennungsprozesse in Gasturbinen

Quelle: DLR

DLR: Forschungskampagne in Gabun zur Verbesserung der Klimamodelle

Bestimmung der Biomasse im Regenwald

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben im Februar im zentralafrikanischen Gabun zahlreiche Messflüge durchgeführt, um den Zustand des Regenwaldes zu bestimmen. Die gewonnenen Daten helfen dabei, Klimamodelle zu verbessern und die Erderwärmung besser zu verstehen. Die Kampagne wurde in Kooperation mit der europäischen (ESA), der französischen (ONERA), der gabunischen (AGEOS) und dem amerikanischen Raumfahrtzentrum (NASA) durchgeführt. ONERA führte bereits im Juli 2015 Messflüge zur Trockenzeit durch, während das DLR und die NASA mit insgesamt drei Flugzeugen den Regenwald zur Regenzeit erforschten. Die Ergebnisse dienen der für 2020 geplanten ESA-Satellitenmission BIOMASS und dem deutschen Missionsvorschlag Tandem-L als Referenzdaten.

Das Klimasystem der Erde ist hochkomplex und abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Eine hohe Ungewissheit in der globalen Zusammensetzung des Kohlenstoffs besteht derzeit (nach dem Intergovernmental Panel for Climate Change, IPCC) in der Landnutzungsänderung. Zirka ein Drittel der Landoberfläche der Welt ist mit Wald bedeckt. Da der Wald die Hälfte des gesamten gebundenen Kohlenstoffs in seiner Biomasse bindet, wirken sich Veränderungen (z.B. durch Windwurf oder Rodungen) besonders stark aus. Deshalb ist eine globale Bestandsaufnahme des Waldes sowie deren Änderung besonders entscheidend für eine genauere Bestimmung des gebundenen Kohlenstoffs.

Neben den anderen Waldformen spielt der Regenwald mit seinem hohen Anteil an Vegetationsmasse eine wichtige Rolle. Das Problem: Der Bestand an vorhandenem Regenwald ist bisher unzureichend erfasst und auch seine Veränderung, entweder durch Abholzung, aber auch durch Aufwuchs, kann bisher noch nicht regelmäßig beobachtet und quantifiziert werden. Es ist unklar, wie viel Kohlenstoff eigentlich in einem bestimmten Zeitraum gebunden bzw. wieder freigesetzt wird. Ein besseres Verständnis des Bestandes und dessen Veränderung würde die globale Kohlenstofferfassung enorm verbessern. Sie führen letztendlich zu nachhaltigeren Gegenmaßnahmen zur Erderwärmung.

Gabun besteht zu 88 Prozent aus Regenwald und ist deshalb ideal für die Messkampagne. Über dem Dschungel der zentralafrikanischen Westküste maßen die Forscher des DLR-Instituts für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme die oberirdisch gebundene Biomasse der üppigen Regenwald-Vegetation. Dazu wurde das DLR-Forschungsflugzeug DO 228-212 mit moderner Radartechnologie im L- und P-Band ausgerüstet.

Blick durch die Baumkronen

Mit herkömmlicher Radartechnik lässt sich lediglich die oberflächliche Struktur des Regenwald-Gebiets erfassen. Das deutsche Zwillings-Satellitenpaar Tandem-X beispielsweise misst die Streuung des Radarsignals an der Baumkrone – dringt aber nicht durch diese hindurch. Mit Hilfe des am DLR entwickelten flugzeuggestützten Radarsystems “F-SAR” (SAR: Synthetic Aperture Radar) ist es möglich, gleichzeitig in mehreren Frequenzbereichen zu messen. Die neue Radartechnik basiert auf polarimetrischer SAR-Interferometrie (Pol-InSAR). Sie ermöglicht ein breit gefächertes Messen von verschiedenen Parametern. “Dank der sehr langwelligen Radarsignale im L- und P-Band dringen wir mit unserem Radar bis zum Waldboden vor und können so den gesamten Bereich zwischen Boden und Krone erfassen”, erklärt Prof. Irena Hajnsek, Projektleiterin der AfriSAR-Mission. Aus den gewonnenen Daten wird die Höhe des Waldes errechnet und ein vertikales 3D-Profil erstellt. “Anhand dieser Kenngrößen können wir ableiten, wie viel Kohlenstoff in der Regenwald-Biomasse gebunden ist”, so Prof. Hajnsek weiter. Mit den ausgewerteten Daten lassen sich anschließend die bestehenden Klimamodelle erheblich verbessern. Als Nebenprodukt werden dank der Kartierung des Dschungels gerodete und abgeholzte Gebiete deutlich sichtbar, was mit optischen Sensoren aufgrund der ständigen Wolkenbedeckung nur sehr schwer möglich ist.

Radaraufnahme des F-SAR Systems über dem Pongara-Nationalpark

Radaraufnahme des F-SAR Systems über dem Pongara-Nationalpark südlich von Libreville, Gabun von DLR German Aerospace Center

 

20.000 Fuß über dem Wald

Die zweimotorige Dornier DO 228-212 eignet sich durch ihren rechteckigen Kabinenquerschnitt und die großen Öffnungen im Boden besonders gut zur Installation von speziellen Kamera- und Radarsystemen. Da sie keine Druckkabine besitzt und die Messungen in 20.000 Fuß (6.100 Meter) über dem Meeresspiegel stattfinden, fliegen die Piloten mit Höhen-Atemsauerstoff. “In diesen Höhen bekommt das Gehirn schon nach kurzer Zeit nicht mehr genug Sauerstoff. Das Tragen einer Sauerstoffmaske ist deshalb Pflicht”, betont Oliver Brieger, Leiter des DLR-Forschungsflugbetriebs.

Die DO 228 auf ihrem Weg zu 6100 Meter Höhe

Die DO 228 auf ihrem Weg zu 6100 Meter Höhe von DLR German Aerospace Center

 

Eine der großen Herausforderungen beim Fliegen: Das Wetter. In der innertropischen Konvergenzzone, in der sich das äquatoriale Gabun befindet, sind ganztägig hochreichende Wolken mit Turbulenzen, heftige Gewitter vor allem am Abend und Dunst mit schlechter Sicht keine Seltenheit. Für die Radarmessungen auf den insgesamt 15 Messflügen musste sehr ruhig geflogen und sehr genau werden; die Piloten versuchten, möglichst nicht mehr als ein bis zwei Meter vom geplanten Flugpfad abzuweichen. Diese extreme Genauigkeit ist erforderlich, um später aus den Radardaten mehrerer paralleler Flugpfade einen tomographischen Datensatz zu erzeugen, aus dem sich später das 3D-Modell des Waldes ableiten lässt.

Quelle: DLR