Mitsubishi Regional Jet mit MTU-Technologie

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

PW1200G-Antrieb mit MTU-Technologie hebt erstmals mit Mitsubishi Regional Jet ab

München, 11. November 2015: Der Erstflug des Mitsubishi Regional Jets (MRJ) ist nicht nur für Japan ein besonderer Tag, sondern auch für die MTU Aero Engines. Angetrieben wird der MRJ vom PW1200G aus der PurePower®-Triebwerksfamilie, die Pratt & Whitney gemeinsam mit Deutschlands führendem Triebwerkshersteller realisiert hat. Neben dem MRJ treibt sie – größtenteils exklusiv – vier weitere Flugzeugmuster an: den Airbus A320neo, die CSeries von Bombardier, die zweite Generation der E-Jets von Embraer sowie die MS-21 des russischen Herstellers Irkut.

(hier der Link zum Video des Erstflugs: http://www.mrj-japan.com/movie.html )

„Zusammen mit dem V2500 sind die Getriebefan-Programme die wichtigsten Triebwerke im Auftragsbestand“, ordnet MTU-Programmvorstand Michael Schreyögg ein. „Die PW1000G-Triebwerke sind damit für die MTU ein klarer Wachstumstreiber.“ Am MRJ-Triebwerk PW1200G beträgt der MTU-Programmanteil 15 Prozent. Das Unternehmen entwickelt und fertigt die komplette schnelllaufende Niederdruckturbine, die vorderen vier Stufen des Hochdruckverdichters und übernimmt 30 Prozent der weltweiten Serienmontage der Getriebefan-Triebwerke (GTF) für die A320neo.

Grundlage der Triebwerksfamilie ist die Geared Turbofan-Technologie. Anders als bei konventionellen Triebwerken wird der Fan dabei nicht mehr direkt von der Niederdruckturbine angetrieben. Durch ein eingesetztes Getriebe kann der Fan mit seinem großen Durchmesser langsamer drehen und die Turbine erheblich schneller. Dadurch erreichen beide Komponenten ihr jeweiliges Optimum und verhelfen dem Getriebefan zu einem sehr hohen Wirkungsgrad. Das verringert Treibstoffverbrauch, Kohlendioxidausstoß (CO2) und Lärmentwicklung erheblich; zudem wird der Antrieb leichter, da weniger Verdichter- und Turbinenstufen benötigt werden. „Der niedrige Kraftstoffverbrauch und die geringen Lärmemissionen sind die wesentlichen Gründe für den Markterfolg der GTF-Antriebsfamilie“, ist sich Rainer Martens, Technik-Vorstand bei der MTU, sicher. „Für den Hochlauf der Serienproduktion und die Lieferung der MTU-Komponenten haben wir enorm viel investiert – aber wir sind hierfür bestens aufgestellt.“

Zwei Varianten hat der japanische Flugzeughersteller Mitsubishi Aircraft Corporation entwickelt. Der MRJ90 bringt je nach Bestuhlung Platz für gut 90 Passagiere mit. Der etwas zeitversetzt gefertigte kleinere MRJ70 für etwa 70 Gäste. Zusammen kommen sie auf 223 feste Bestellungen und zusätzlichen 192 Optionen. Die Markteinführung und erste Auslieferungen an die Kunden sind für 2017 geplant.

Quelle: MTU Aero Engines