TUM: Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus eröffnet

Effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen

München, 13. Oktober 2015: Ein weltweit einmaliges Technikum für die Algenzucht hat die Technische Universität München (TUM) in Kooperation mit der Airbus Group auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn südlich von München aufgebaut. Hier sollen effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen aus Algen erforscht werden. Heute wurde das Technikum im Beisein des Bayerischen Wissenschaftsministers, Dr. Ludwig Spaenle, des Chief Technical Officer der Airbus Group, Dr. Jean Botti und des Präsidenten der TU München, Professor Wolfgang A. Herrmann, feierlich eröffnet.

Das 1500 Quadratmeter große Gebäude beherbergt drei Räume zur Algenkultivierung sowie Labor- und Büroräume. Die Besonderheit des Ottobrunner Algentechnikums besteht darin, dass die lichttechnischen und klimatischen Bedingungen für praktisch jeden Ort auf der Welt simuliert werden können. Die Kosten von etwas mehr als 10 Millionen Euro teilen sich die Airbus Group und das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

150.000 Algenarten gibt es, so schätzen Wissenschaftler. Rund 5000 davon sind bisher ansatzweise charakterisiert. Doch nur etwa zehn Arten haben es bisher bis zu einer kommerziellen Nutzung gebracht. Das wollen die Forscher mit dem neuen Algentechnikum ändern. Hier sollen effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen entwickelt werden.

„Während bei der Produktion von Biokraftstoff aus Mais eine problematische Konkurrenz zwischen Teller und Tank besteht“, sagt Professor Thomas Brück, Leiter des Fachgebiets Industrielle Biokatalyse der Technischen Universität München, „wachsen Algen auch in Salzwasser; sie brauchen keinen fruchtbaren Boden und keine Pestizide. Trotzdem können sie einen bis zu zehn Mal höheren Ertrag pro Hektar und Jahr liefern.“

„Mit dem Algentechnikum stellen wir der Wissenschaft eine weltweit einmalige Forschungseinrichtung zur Verfügung“, sagt Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle. „Gleichzeitig ist das eine strategische Investition auch in den Wirtschaftsstandort Bayern, denn nur durch permanente Innovation können wir im weltweiten Wettbewerb bestehen.“

Das neue Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn – Foto: Andreas Heddergott / TUM

Das neue Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn – Foto: Andreas Heddergott / TUM

„Die Investition in das Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus unterstreicht einmal mehr das starke Interesse und das Engagement der Airbus Group an der Entwicklung regenerativer Treibstofftechnologien“, sagt Dr. Jean Botti, Chief Technical Officer der Airbus Group.

Quelle: Technische Universität München / Dr. Andres Battenberg