Peter Altmaier plädiert für Nachhaltigkeit

Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016 – Bundesweite Dialogreihe

Berlin, 29. Oktober 2015

“Globale Nachhaltigkeitsziele – nationale Verantwortung”, so lautete das Programm der Auftaktkonferenz zur Weiterentwicklung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Die sehr gut besuchte Veranstaltung fand im dbb-Forum in Berlin statt und war möglicherweise der Weckruf, der notwendig war um die Herausforderungen, die durch den stattfindenden Klimawandel entstanden sind, erfolgreich begegnen zu können.

Bundesminister Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramtes, eröffnete die Konferenz mit einer Rede zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie. Herr Altmaier stellte fest, dass die Staaten die stabilsten sind, die nachhaltig aufgestellt sind und führte die aktuelle Flüchtlingskrise als Beleg dafür an. Diese Flüchtlingskrise resultiert demnach auf mangelnder Nachhaltigkeit in den betroffenen Staaten und das in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, der ökonomischen, der ökologischen und der sozial / gesellschaftlichen Dimension.

Herr Altmaier nannte die jetzige Situation nicht nur eine humanitäre Krise, sondern eine Nachhaltigkeitskrise. Bundesminister Altmaier führte aus, dass das was wir gerade als größte Flüchtlingsbewegung seit dem zweien Weltkrieg erleben, nur ein Vorgeschmack auf das ist, was uns blühen kann, wenn die ersten Wellen der “climate refugees” über uns hereinbrechen.

“Es geht um nicht weniger als um Alles!”

Mit diesen Worten leitete Herr Altmaier den Ausblick auf die bevorstehende Klimakonferenz in Paris und die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung ein, die im September auf dem Gipfel der Vereinten Nationen in New York verabschiedet wurde. Mit ihr lösen die Sustainable Development Goals (SDGs) die Millenium Development Goals (MDGs) ab, die 2015 auslaufen. Minister Altmaier erläuterte, dass die SDG im Gegensatz zu den MDGs einen wesentlich verbindlicheren Charakter haben. Er betonte, das die derzeitige deutsche Nachhaltigkeitsstrategie schon jetzt ein wirksames Instrument darstellt. Gleichzeitig sprach er den dadurch einhergehenden Transformationsprozess an und die Bedeutung, der durch die Umsetzung der Agenda 2030 erforderlichen konkreten Maßnahmen.

Bundesminister Peter Altmaier eröffnet die Auftaktkonferenz zur Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie am 29. Oktober 2015 in Berlin

Bundesminister Peter Altmaier eröffnet die Auftaktkonferenz zur Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie am 29. Oktober 2015 in Berlin

Herr Altmaier machte dabei klar, dass die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie den beschlossenen 17 internationalen SDGs und seiner 169 Unterzielen folgen wird.

In den nachfolgenden Diskussionsrunden wurde rund um die 17 SDGs diskutiert, wobei folgender Versuch einer Zusammenfassung dieser 17 Ziele meine absolute Zustimmung findet: 5Ps = People, Planet, Prosperity, Parnership and Peace. Jepp, let´s do this!

Kommentar: Nationale und internationale Ziele verschwimmen zunehmend; der Weg in eine nachhaltige Welt geht über eine “Welt-Innenpolitik”.

Lufthansa Group führend beim Thema Nachhaltigkeit

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Lufthansa, Swiss und Austrian von Focus-Studie ausgezeichnet

Frankfurt, 30. Oktober 2015: Die Fluggesellschaften Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines wurden von Verbrauchern in Deutschland zu den drei nachhaltigsten Fluggesellschaften gewählt. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Umfrage „Mit gutem Gewissen“, die das Wirtschaftsmagazin Focus Money zusammen mit Deutschland Test und dem Analyse-Unternehmen ServiceValue durchgeführt hat. Dabei kürten die Befragten in der Kategorie „Fluggesellschaften“ Lufthansa als Marke mit dem höchsten Verantwortungswert und damit als nachhaltigste Airline. Neben Lufthansa erhielten auch die beiden Group Airlines Swiss (2. Platz) und Austrian Airlines (3. Platz) das Gold-Siegel für besonders verantwortungsvolles Handeln in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Das jüngste Umfrage-Ergebnis honoriert erneut den Anspruch der Lufthansa Group, in allen Bereichen verantwortungsvoll zu wirtschaften und würdigt die zielgerichteten Investitionen des Luftfahrtkonzerns in eine nachhaltige Unternehmensführung. Bereits Anfang 2015 hatte die Lufthansa Group zum zweiten Mal in drei Jahren die renommierte Auszeichnung “Eco-Airline of the Year“ des US-Fachmagazins Air Transport World erhalten.

Beispiel Klima- und Umweltverantwortung: Mit Nachdruck arbeitet der Konzern daran, die Beförderung von Fluggästen und Fracht so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Die Passagierflotten der Lufthansa Group verbrauchten 2014 durchschnittlich nur noch 3,84 Liter Kerosin (2013: 3,91 l/100pkm), um einen Fluggast 100 Kilometer weit zu befördern. Damit erreicht die Lufthansa Group wie in den Vorjahren das anspruchsvolle Branchenziel einer jährlichen Effizienzsteigerung von 1,5 Prozent. Mit Milliardeninvestitionen in besonders treibstoffeffiziente Flugzeuge ist eine weitere Absenkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs absehbar. Darüber hinaus engagiert sich der Konzern seit vielen Jahren im aktiven Schallschutz. So bringt die jüngste Investition in lärmreduzierende Wirbelgeneratoren für die Lufthansa A320-Familie eine deutliche Entlastung für Flughafenanrainer.

Die Studie „Mit gutem Gewissen“ ist die größte Untersuchung zur Nachhaltigkeit von Marken aus Verbrauchersicht. Zu 1.000 Marken aus 56 Branchen wurden jeweils die Meinungen von 500 Bundesbürgern in 33 Befragungswellen zur sozialen, ökologischen und ökonomischen Verantwortung eingeholt.

Quelle: Deutsche Lufthansa AG

NORAH-Studie vorgestellt

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Flughafen Frankfurt: Gesamtergebnisse der NORAH-Studie vorgestellt

Gesundheitlichen Risiken durch Fluglärm geringer als bisher angenommen

Frankfurt, 29. Oktober 2015: Die gesundheitlichen Risiken durch Fluglärm sind minimal und damit geringer als bisher angenommen. Das ist das Gesamtergebnis der heute in Frankfurt vorgestellten sogenannten NORAH-Studie („Noise-Related Annoyance, Cognition, and Health“). So konnte die der Studie zu Grunde liegende Ausgangsthese eines Wirkzusammenhangs zwischen Fluglärm und einer Gesundheitsgefährdung durch Blutdruckerhöhung nicht bestätigt werden, zudem wurde für die Gesamtgruppe kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Belastung durch Fluglärm und dem Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko festgestellt. Die Gesundheit der Flughafen-Anwohner wird demnach durch den Luftverkehr generell nicht signifikant beeinträchtigt. Diese neuen und von bisherigen Studien abweichenden Ergebnisse sind durch die hohen wissenschaftlichen Standards der Studie, zu denen umfangreiche Qualitätskontrollen gehörten, besonders gesichert.

Ziel der NORAH-Studie war es, eine möglichst umfassende und wissenschaftlich abgesicherte Beschreibung der Auswirkungen des Lärms vom Flug-, Schienen- und Straßenverkehr auf die Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Wohnbevölkerung zu erhalten. Die auf dieser Grundlage heute vorgestellten wissenschaftlich sehr validen Ergebnisse zeigen dabei im Vergleich zu früheren wissenschaftlichen Annahmen bemerkenswerte neue Erkenntnisse: Im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern und auch im Vergleich zu früheren Studien ergab die NORAH-Studie insgesamt die geringsten Risikoerhöhungen durch Fluglärm. Zudem waren diese Risikoerhöhungen, entgegen früherer Annahmen, überwiegend nicht signifikant.
“Neue Basis für sachlichen Dialog in der Region”

Schulte: „Die Ergebnisse der NORAH-Studie sind für uns alle ermutigend und bieten eine neue Basis für den sachlichen Dialog in der Region, um darüber auch das Belästigungsempfinden weiter zu reduzieren. Sie zeigen, dass Anwohnerinnen und Anwohner des Flughafens aufgrund des Flugbetriebs keine Angst um ihre Gesundheit haben müssen“, sagte Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. „Die Ergebnisse zeigen zudem: Die gemeinsamen freiwilligen Anstrengungen zum Lärmschutz, die wir mit allen Beteiligten aus Politik und Luftverkehrswirtschaft unternommen haben, setzen an den richtigen Stellen an – und wirken. An diesem erfolgreichen Weg werden wir auch unverändert festhalten. Mein persönlicher Dank gilt allen beteiligten Wissenschaftlern, Studienteilnehmern und Förderern dieser Studie, die in Unabhängigkeit, Untersuchungsumfang und Qualität neue Maßstäbe setzt.“

Die jetzt vorliegenden fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Verkehrslärm müssen in den kommenden Wochen und Monaten detailliert bewertet werden. Die dritte “Internationale Konferenz Aktiver Schallschutz – ICANA“, die vom 12. bis 13. November 2015 in Frankfurt stattfindet, bietet eine geeignete Plattform, um mit internationalen Experten die Ergebnisse weiter zu vertiefen.

Auswirkungen insgesamt sehr gering, keine Ursache-Wirkungsbeziehung zwischen Fluglärm und Blutdruckerkrankungen: Neben der Untersuchung der Auswirkungen von Straßen-, Schienen- und Luftverkehrsgeräuschen auf die Bevölkerung wurde im Rahmen von NORAH auch untersucht, welchen Einfluss die Änderungen des Flugbetriebs am Frankfurter Flughafen im Herbst 2011 auf die Gesundheit und Lebensqualität der Umlandbevölkerung haben. Damals war auch das Nachtflugverbot von 23-5 Uhr eingeführt worden.

Die heute vorgestellten Ergebnisse stammen aus den Modulen I und II der NORAH-Studie und beleuchten die Aspekte Lebensqualität, Krankheitsrisiken, Blutdruckmonitoring und Schlafqualität. Die Ergebnisse des Moduls III, das sich mit der Entwicklung von Kindern beschäftigte, wurden bereits im Herbst 2014 vorgestellt.

In den einzelnen Modulen ergaben sich klare Erkenntnisse:

Modul I (Belästigung und Lebensqualität): Die Lebensqualität der Menschen in der Rhein-Main-Region ist insgesamt hoch, teils sogar höher als im Bundesdurchschnitt und unabhängig vom Fluglärmpegel. Allerdings fühlen sich die Studienteilnehmer stark durch Fluglärm belästigt. Die Studienergebnisse legen jedoch den Schluss nahe, dass das Belästigungsempfinden nur in geringem Maß vom Lärmpegel und damit von der Anzahl der Flugbewegungen beeinflusst wird, sondern vielmehr stark von subjektiven Faktoren der Befragten abhängt. Diese Faktoren umfassen etwa die Erwartungen an zukünftige Lärmsituationen, das Vertrauen in die Lärmverantwortlichen oder die bewertete Nützlichkeit des Luftverkehrs. Vereinfacht gesagt: Weniger Flugbewegungen würden nicht zu einem geringeren Belästigungsempfinden führen. Hingegen würde ein ausgewogener und sachlicher Dialog auf Basis der nun vorliegenden Erkenntnis eine gute Plattform bieten, das gegenseitige Vertrauen zu erhöhen und damit das Wohlbefinden der Menschen zu steigern.

Modul II (Gesundheit): Die Studienergebnisse zeigen insgesamt, dass die Risiken von Fluglärm für die Gesundheit minimal sind. Sie bleiben ein Vielfaches hinter Größenordnungen zurück, die in früheren Studien gefunden wurden, und sind damit geringer als von vielen befürchtet. Im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern (Straße, Schiene) und auch im Vergleich zu früheren Studien zeigten sich weitestgehend die geringsten Erhöhungen gesundheitlicher Risiken durch Fluglärm.

So ergab sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen erhöhtem Blutdruck und Fluglärm, auch nicht in den höheren Pegelklassen. Eine Risikoerhöhung für Schlaganfälle wurde ebenso wenig festgestellt wie eine Erhöhung der Herzfrequenz durch eine Belastung durch Fluglärm. Zudem wurde generell auch kein signifikanter Zusammenhang zwischen Fluglärm und dem Herzinfarktrisiko festgestellt. Insgesamt hat sich damit die zentrale Forschungshypothese der Studie – eine Ursache-Wirkungskette zwischen Fluglärm, Blutdruckerhöhung und daraus resultierenden Krankheiten – nicht bestätigt.

Die Studie hat insgesamt einen Zusammenhang zwischen allen drei Verkehrslärm-Arten (Flug-, Straßenverkehrs- und Schienenverkehrslärm) und der Diagnose einer depressiven Episode festgestellt. Die spezifischen Risikofaktoren für Depressionen wurden in der Studie allerdings nicht berücksichtigt. Den Schluss, wonach Verkehrslärm im Sinne eines Auslösers für das Entstehen der Erkrankung verantwortlich wäre, ist in dieser Form daher nicht aus den Studienergebnissen ableitbar.

Die Wissenschaftler untersuchten zudem die Schlafqualität in der Rhein-Main-Region – und zwar sowohl subjektiv auf Basis von Befragungen als auch objektiv durch medizinische Untersuchungen. Wesentliche Erkenntnis: Die Schlafqualität im Flughafenumland ist insgesamt hoch und vergleichbar mit unbelasteten Gebieten. Die Einführung des Nachtflugverbots hat eine deutliche Entlastung in den Nachtstunden zur Folge. Der Schlaf hat sich subjektiv gesehen insgesamt verbessert. Die Fokussierung des nächtlichen Flugbetriebs auf die Randstunden hat auch nicht zu einem Anstieg von Schlafstörungen, insbesondere nicht zur Beeinträchtigung des Einschlafens oder zu einem häufigen oder verfrühten Erwachen geführt.

Allerdings zeigte sich auch bei diesem Modul, dass die persönliche Einstellung zum Thema Fluglärm Auswirkungen haben kann: So weisen die Wissenschaftler nach, dass eine negative Einstellung zum Flugverkehr zu einer Verkürzung der Tiefschlafphasen und damit zu einer Verringerung der Schlafqualität führt.

Modul III (Lebensqualität von Kindern): Die Ergebnisse aus dem Modul im Herbst vergangenen Jahres zeigten, dass die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Kinder und das Wohlbefinden von Kindern und Eltern an allen untersuchten Standorten hoch sind. Fluglärm hat keine Auswirkungen auf die Ausprägung sogenannter Vorläuferfähigkeiten, die Grundschulkinder zur kognitiven Weiterentwicklung benötigen. Damit konnte auch hier eine zentrale Forschungshypothese nicht bestätigt werden. Messbar ist allerdings ein vergleichsweise geringer Einfluss auf die Leseleistung. Deutlich stärker wirken andere Faktoren, wie beispielsweise sozioökonomische Einflüsse oder unterrichtliche Rahmenbedingungen.

“Schallschutzengagement wirkt, Akzeptanz des Luftverkehrs weiter verbessern”

Schulte: „Die Menschen in der Region sind uns wichtig. Es ist unser klarer Anspruch, ihnen auch künftig ein verantwortungsvoll handelnder Partner zu sein. Dank der Ergebnisse der Studienmodule wissen wir, woran wir in Zukunft arbeiten müssen“, so Fraport-Vorstandschef Schulte. „Sie zeigen: Schallschutz wirkt. Sie zeigen auch: Mit dem Fluglärmschutzgesetz liegt ein Gesetzeswerk vor, das bereits umfänglich alle schutzbedürftigen Pegelbereiche abdeckt, die in der Studie als relevant beschrieben wurden. Weitere Regulierungen und Beschränkungen sind deshalb nicht nur unnötig, sondern auch nicht zielführend. Vielmehr muss es jetzt darum gehen, wieder zu einem vertrauensvollen Umgang miteinander zurückzufinden. Gerade weil das Belästigungsempfinden der Menschen wesentlich von subjektiven Faktoren abhängt, sind die jetzt vorliegenden beruhigenden Ergebnisse so wichtig. Sie könnten helfen, die Ängste, die sich in der seit über 30 Jahren hoch-emotional geführten Diskussion um den Flughafenausbau angestaut haben, zu lindern. Als Fraport wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern aus Politik und Luftverkehrswirtschaft und unseren Nachbarn den erfolgreichen Weg beim Lärmschutz fortführen, um das Vertrauen in unser hohes Engagement und damit die Akzeptanz des Luftverkehrs in der Region weiter zu erhöhen.“

Zum Schallschutz-Engagement: Fraport und seine Partner sind seit vielen Jahren internationale Vorreiter beim aktiven und passiven Lärmschutz. Umfangreiche Informationen zu den Schallschutz-Maßnahmen am Flughafen Frankfurt finden Sie im Internet: http://www.fraport.de/de/nachhaltigkeit/schallschutz-fluglaerm/schallschutz.html

Zur NORAH-Studie: Die NORAH-Studie („Noise-Related Annoyance, Cognition, and Health“) wurde seit April 2011 von einem Konsortium unabhängiger Wissenschaftler durchgeführt. Ihr Ziel ist es, eine möglichst repräsentative und wissenschaftlich abgesicherte Beschreibung der Auswirkungen des Lärms vom Flug-, Schienen- und Straßenverkehr auf die Gesundheit und Lebensqualität zu geben. Auftraggeber der Studie ist die gemeinnützige Umwelthaus GmbH, die zu 100 Prozent dem Bundesland Hessen gehört. Nachdem im November des letzten Jahres die Ergebnisse des Teilmoduls III (Einfluss von Fluglärm auf die Lebensqualität und die geistige Entwicklung von Schulkindern) vorgestellt wurden, folgten heute die Ergebnisse zum Einfluss von Lärm auf die allgemeine Lebensqualität von Menschen (Modul I) und die Erkenntnisse zum Einfluss auf die Gesundheit (Modul II). Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite des UNH: http://www.laermstudie.de/
oder auf der Webseite der Fraport AG: http://www.fraport.de/norah

Quelle: Fraport AG

IDRF Herbsttagung

Tagung der Regionalflughäfen im Sauerland

Allendorf (Eder), 27./28. Oktober 2015
Im herbstlich schönen Sauerland fand auf dem Gelände der Vissmannwerke in Allendorf die Herbsttagung des Interessenverbands der deutschen Regionalflughäfen (IDRF) statt.

Die Teilnehmer diskutierten wichtige Themen der Regionalflughäfen aus dem laufenden Jahr, zukünftige Entwicklungen und Trends.

Vorstand und Geschäftsführung des IDRF (siehe Foto) waren von der großen Teilnehmeranzahl angenehm beeindruckt und stellten die zunehmende Akzeptanz des Verbands im deutschen und europäischen Luftverkehr fest.

IDRF-Herbsttagung: Geschäftsführer Thomas Mayer, Vorstände Ralf Schmid, Dr-Ing. K.-J. Schwahn, Peter Schmitt, Reinhard Becker (von links nach rechts)

IDRF-Herbsttagung: Geschäftsführer Thomas Mayer, Vorstände Ralf Schmid, Dr-Ing. K.-J. Schwahn, Peter Schmitt, Reinhard Becker (von links nach rechts)

MTU: Nachhaltige Verwertung von Alttriebwerken

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Neues Angebot im Bereich Asset- und Material-Management

Amsterdam, Niederlande, 14. Oktober 2015: Die MTU Maintenance hat ihr Leistungsspektrum erweitert und bietet Kunden, die Triebwerke als Kapitalanlage besitzen, unterschiedliche Lösungen an, um Triebwerke kurz vor oder am Ende ihres Lebenszyklus optimal zu verwerten und so die Renditen zu erhöhen. Mit MTUPlus Asset Value Maximization kann ein Triebwerk, das vom Betreiber selbst nicht mehr genutzt wird, anderweitig verwendet werden, sofern es noch einsatzfähig ist; andernfalls wird der Wert durch die Wiederverwertung seiner Einzelteile maximal gesteigert.

Die Bewertung des Restwertes eines Triebwerks ist eine der Kernkompetenzen der MTU Maintenance und bildet die Grundlage von MTUPlus Asset Value Maximization. Den Kunden stehen dann je nach Zustand der Triebwerke verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, wie sie ihre älteren Triebwerke bestmöglich verwerten und dafür Geld bekommen können. Die Bandbreite reicht vom Weiterverleasen über den Verkauf und den Austausch gegen ein anderes Triebwerk bis hin zur Zerlegung in Einzelteile und Material-Management. Dank des modularen Aufbaus können die unterschiedlichen Serviceleistungen individuell zusammengestellt und damit genau an die jeweiligen Kundenbedürfnisse angepasst werden. Die Leistungen von MTUPlus Asset Value Maximization werden über die Tochtergesellschaft der MTU Maintenance, die MTU Maintenance Lease Services B.V., einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem japanischen Handelshaus Sumitomo Corporation, erbracht. Das Joint Venture wurde gegründet, um das Triebwerks-Leasinggeschäft der MTU im Bereich der zivilen Luftfahrt auszubauen. Nun ergänzen Asset- und Material-Management für Triebwerke älterer aber auch neuerer Generationen das Angebot.

Den Entschluss, ihr Serviceportfolio mit MTUPlus Asset Value Maximization zu erweitern, begründet die MTU Maintenance mit der steigenden Nachfrage nach integrierten Lösungen im Instandhaltungsmarkt. „Bei der MTU Maintenance verfügen wir über mehr als 35 Jahre Erfahrung im Bereich der Triebwerksinstandsetzung und sind darüber hinaus bereits seit über 15 Jahren auf dem Markt für Leasingtriebwerke und den Handel mit Gebrauchtmaterial tätig“, so Martin Friis-Petersen, Geschäftsführer der MTU Maintenance Lease Services B.V. „Unser Angebot geht weit über die klassische Instandsetzung hinaus: Zum einen helfen wir unseren Kunden dabei, ihre Betriebs- und Instandhaltungskosten zu senken, zum anderen achten wir darauf, dass sie für ihre Triebwerke den höchstmöglichen Gegenwert erhalten. MTUPlus Asset Value Maximization passt somit perfekt in unser Portfolio integrierter Dienstleistungen.“ Das Angebot ist für ältere und aktuelle Triebwerke aus dem Portfolio der MTU Maintenance verfügbar, darunter für kleinere Modelle wie das CF34, aber auch das CFM56, das PW2000, das V2500 bis hin zum CF6, einem Triebwerk für Großraumflugzeuge. Im Bereich der zivilen Instandhaltung zählt MTU zu den Top 5 der weltweiten Dienstleister für Luftfahrtantriebe und Industriegasturbinen. Die Aktivitäten sind unter dem Dach der MTU Maintenance zusammengefasst.

Im Geschäftsjahr 2014 hat MTU mit rund 9.000 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von rund 3,9 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Quelle: MTU

TUM: Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus eröffnet

Effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen

München, 13. Oktober 2015: Ein weltweit einmaliges Technikum für die Algenzucht hat die Technische Universität München (TUM) in Kooperation mit der Airbus Group auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn südlich von München aufgebaut. Hier sollen effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen aus Algen erforscht werden. Heute wurde das Technikum im Beisein des Bayerischen Wissenschaftsministers, Dr. Ludwig Spaenle, des Chief Technical Officer der Airbus Group, Dr. Jean Botti und des Präsidenten der TU München, Professor Wolfgang A. Herrmann, feierlich eröffnet.

Das 1500 Quadratmeter große Gebäude beherbergt drei Räume zur Algenkultivierung sowie Labor- und Büroräume. Die Besonderheit des Ottobrunner Algentechnikums besteht darin, dass die lichttechnischen und klimatischen Bedingungen für praktisch jeden Ort auf der Welt simuliert werden können. Die Kosten von etwas mehr als 10 Millionen Euro teilen sich die Airbus Group und das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

150.000 Algenarten gibt es, so schätzen Wissenschaftler. Rund 5000 davon sind bisher ansatzweise charakterisiert. Doch nur etwa zehn Arten haben es bisher bis zu einer kommerziellen Nutzung gebracht. Das wollen die Forscher mit dem neuen Algentechnikum ändern. Hier sollen effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen entwickelt werden.

„Während bei der Produktion von Biokraftstoff aus Mais eine problematische Konkurrenz zwischen Teller und Tank besteht“, sagt Professor Thomas Brück, Leiter des Fachgebiets Industrielle Biokatalyse der Technischen Universität München, „wachsen Algen auch in Salzwasser; sie brauchen keinen fruchtbaren Boden und keine Pestizide. Trotzdem können sie einen bis zu zehn Mal höheren Ertrag pro Hektar und Jahr liefern.“

„Mit dem Algentechnikum stellen wir der Wissenschaft eine weltweit einmalige Forschungseinrichtung zur Verfügung“, sagt Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle. „Gleichzeitig ist das eine strategische Investition auch in den Wirtschaftsstandort Bayern, denn nur durch permanente Innovation können wir im weltweiten Wettbewerb bestehen.“

Das neue Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn – Foto: Andreas Heddergott / TUM

Das neue Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn – Foto: Andreas Heddergott / TUM

„Die Investition in das Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus unterstreicht einmal mehr das starke Interesse und das Engagement der Airbus Group an der Entwicklung regenerativer Treibstofftechnologien“, sagt Dr. Jean Botti, Chief Technical Officer der Airbus Group.

Quelle: Technische Universität München / Dr. Andres Battenberg

Verbessertes Cyclean® für die Triebwerkswäsche

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Jetzt auch Waschzyklen bei bis zu -10 Grad Außentemperatur möglich

Hamburg, 13. Oktober 2015: Regelmäßige Triebwerkswäschen sind im aktuellen Flugbetrieb ein wichtiger Beitrag zur Verminderung des Treibstoffverbrauchs und damit auch zur Verminderung von Emissionen bzw. zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im Luftverkehr.

Lufthansa Technik AG bietet in diesem Zusammenhang eine weiterentwickelte Version ihrer Triebwerkswäsche Cyclean® engine wash an. Auf Grundlage der erfolgreichen ersten Version hat die Produktentwicklung von Lufthansa Technik das System weiter optimiert. Der Temperaturbereich für die Nutzung von Cyclean® wurde dabei erheblich erweitert. Das verbesserte System kann jetzt bei einer Lufttemperatur von bis zu -10 Grad Celsius verwendet werden, im Vergleich zu +5 Grad Celsius bei der vorherigen Version.

Die Cyclean®-Anlage wurde angepasst, um ein Gefrieren des Wassers bei Temperaturen unter +5 Grad zu verhindern, was den Einsatz der Triebwerkswäsche bisher einschränkte. Das System fügt dem Wasserstrahl jetzt automatisch eine Glykol-Mischung hinzu. Abhängig
von der Außentemperatur kann der Nutzer zwischen verschiedenen Mischprogrammen wählen. Die neue Temperatur-Untergrenze von -10 Grad Celsius ermöglicht den Kunden eine flexiblere Planung ihrer Triebwerkswäschen, die nun auch im Winter durchgeführt werden können.

Die erste Einheit des weiterentwickelten Cyclean®-Systems ist am Flughafen London-Heathrow stationiert und hat bereits mit regelmäßigen Triebwerkswäschen die Einsatzfähigkeit unter Beweis gestellt. Ein zweites System wird am Züricher Flughafen in der Schweiz eingesetzt, gefolgt von einem dritten System am Montréal-Trudeau Airport in Kanada, das noch im Oktober den Betrieb aufnehmen soll. Das Einsatzportfolio des modernen Cyclean®-Systems soll planmäßig spätestens zum Winter 2016/2017 auf alle gängigen Triebwerkstypen ausgeweitet werden.

Unterdessen arbeitet Lufthansa Technik an einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit dem Namen Cyclean® 2.0, bei dem die Zeitdauer des Waschzyklus verkürzt und die Leistung erhöht werden soll, indem statt Wasser Pellets aus CO2-Trockeneis zum Waschen verwendet werden. Auf http://www.lufthansa-technik.com/cyclean steht ein Video zu Cyclean®  zur Verfügung.

Quelle: Lufthansa Technik

Vom „Airport zum E-PORT“

Emissionsarme Flugzeugabfertigung: Erstes „Green Gate“ am Flughafen Frankfurt eröffnet

Frankfurt, 12. Oktober 2015: Die Partner der Initiative E-PORT AN, die Fraport AG, die Lufthansa Group, das Land Hessen und die Modellregion Elektromobilität Rhein-Main, haben das erste „Green Gate“ am Flughafen Frankfurt eröffnet. Ab sofort können sich Fluggäste am Lufthansa Gate A15 über die zahlreichen Projekte zum Thema Elektromobilität am größten Verkehrsflughafen Deutschlands informieren. Als wichtigen Projektbaustein präsentiert das „Green Gate“ damit eine Flugzeugabfertigung, die zukünftig weitgehend mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen erfolgen kann. Anhand von Modellen, Informationstafeln und Animationen stellen die Partner ihre Aktivitäten vor, darunter eine solarbetriebene Passagiertreppe, Elektro-Förderbandwagen, Hybrid-Flugzeugschlepper und Elektro-Palettenhubwagen.

Bei einer Flugzeugabfertigung kommen bis zu 20 verschiedene Fahrzeuge zum Einsatz. Als erste Schritte konsolidiert E-PORT AN bereits vorhandene Elektrofahrzeuge und integriert elektrisch betriebene Neuentwicklungen in den Abfertigungsprozess. Emissionen und Lärm nehmen hierdurch ab, was neben der Umweltbilanz auch die Arbeitsbedingungen auf dem Vorfeld verbessert. Zusätzlich werden die Auswirkungen des großflächigen Einsatzes von Elektrofahrzeugen auf das Stromnetz des Flughafens betrachtet. Ziel aller Beteiligten von E-PORT AN ist es, mehr Elektrofahrzeuge einzusetzen und damit der Vision einer „grünen“ Abfertigung näher zu kommen.

Förderung durch den Bund: Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Der Einsatz von Elektrofahrzeugen bei der Flugzeugabfertigung und im Roll- und Schleppverkehr kann Lärm und Abgase an Flughäfen deutlich verringern. Das entlastet die Umwelt und die Mitarbeiter vor Ort. Im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die E-PORT AN Projekte mit einem Gesamtvolumen von acht Millionen Euro. Ich freue mich, dass sich ab heute auch Fluggäste vor Ort über diese ‚Grüne Abfertigung‘ informieren können – damit werden gleichzeitig auch Anreize zur Nachahmung geschaffen, denn der Mehrwert elektromobiler Abfertigung für die Zukunft ist klar erkennbar.“

Weniger CO2-Emissionen: Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG sieht vor allem im Einsatz von Elektrofahrzeugen einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Flughäfen: „Der Einsatz von Elektrofahrzeugen am Flughafen ist – neben der energetischen Optimierung der Terminals – ein wesentlicher Ansatzpunkt für uns, um CO2-Emissionen zu reduzieren.“

„Grüne“ Abfertigung erleben: Klaus Froese, Vorstand Operations & Hub Frankfurt, Deutsche Lufthansa AG: „Wir freuen uns, am ‚Green Gate‘ unsere Elektromobilitätsprojekte präsentieren zu dürfen. So können unsere Fluggäste … eine grüne Abfertigung erleben. Neben unserer Investition in besonders effiziente und geräuscharme Flugzeuge setzen wir auch auf Innovationen am Boden. Mit dem TaxiBot verfügen wir beispielsweise über einen weltweit einzigartigen Flugzeugschlepper mit Hybridantrieb, der vom Piloten selbst zur Startbahn gesteuert werden kann. Da er das Flugzeug ohne laufende Triebwerke zur Piste zieht, werden unsere Bodenprozesse nicht nur leiser, sondern wir sparen auch Kerosin und entlasten die Umwelt.“

Inbetriebnahme E-Gate

E-PORT AN wird über die Modellregion Elektromobilität Rhein-Main durch Mittel des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Modellregionen Elektromobilität werden von der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gebietsübergreifend koordiniert. Die regionale Koordination liegt bei der Projektleitstelle der Modellregion Rhein-Main, die bei der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH angesiedelt ist. Durch die Integration von E-PORT AN in die Landesinitiative „Strom bewegt“ wird die Sichtbarkeit des Projektes über das Flughafenumfeld hinaus sichergestellt.

Die Bundesregierung hat E-PORT AN im Jahr 2013 als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet und fördert die Vorhaben mit insgesamt 8,1 Millionen Euro. 2014 hat die Initiative den renommierten GreenTec Award in der Kategorie Luftfahrt erhalten. 2015 wurde sie in die ATAG 100 Aviation Climate Solutions aufgenommen. Weitere Informationen unter: www.e-port-an.de

Quelle: Fraport

Kondensstreifen – Messungen im Abgasstrahl

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

DLR-Flugversuche zu alternativen Treibstoffen

Köln Wahn, 9. Oktober 2015: Alternative Treibstoffe haben das Potenzial, eine umwelt- und klimaschonende Entwicklung des Luftverkehrs zu unterstützen. Rund fünf Prozent trägt der weltweite Flugverkehr derzeit zur Klimaerwärmung bei. Neben dem Klimagas CO2 entfalten dabei Kondensstreifen und daraus resultierende Zirren eine wesentliche Klimawirkung. Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) untersuchte bis zum 9. Oktober in dreiwöchigen Flugversuchen, wie sich mit alternativen Treibstoffen die Klimawirkung des Luftverkehrs  reduzieren lässt. Eine wichtige  Rolle spielt dabei die mögliche Verringerung der Rußemissionen und damit eine Veränderung der strahlungswirksamen Eigenschaften von Kondensstreifen.

ATRA und Falcon im Formationsflug: Für die Versuche flogen zwei DLR-Forschungsflugzeuge in typischen Reiseflughöhen zwischen neun und zwölf Kilometern hintereinander in Formation in einem dafür gesperrten Luftraum. “Angeführt wird die Formation vom zweistrahligen Airbus A320 ATRA, der vom Flughafen in Manching startet und zuvor mit einer bis zu 48-prozentigen Mischung aus einem alternativen Treibstoff und herkömmlichem Jet-A1 betankt wurde”, sagt der Leiter des DLR-Forschungsflugbetriebs Oliver Brieger. “Der zum Flugversuchsträger umgebaute Mittelstrecken-Passagierjet ist ein ideales, repräsentatives Forschungsobjekt für die Wissenschaftler mit seinen weltweit tausendfach eingesetzten Triebwerken der Baureihe V2500.” Dahinter fliegt die mit zahlreichen Messgeräten ausgestatte Dassault Falcon des DLR. Sie startet vom DLR-Standort in Oberpfaffenhofen und misst die Abgaszusammensetzung und Kondensstreifen-Eigenschaften in einer Entfernung von weniger als 100 Metern bis 20 Kilometern hinter ATRA. Zudem finden nach jedem Flug ergänzende Abgasmessungen am Boden statt.

Wechselnde Treibstoffzusammensetzung: “Bei den verschiedenen Messflügen setzen wir jeweils einen alternativen Treibstoff mit einer anderen Zusammensetzung ein”, erklärt der Leiter des Projekts ECLIF (Emission and Climate Impact of Alternative Fuels) Dr. Patrick Le Clercq. Die zwei V2500-Triebwerke des ATRA werden gleichzeitig mit verschiedenen zugelassenen voll- und teilsynthetischen alternativen Treibstoffen betrieben. “Wir variieren dabei den Anteil der zyklischen Kohlenwasserstoffe in einem Bereich von 10 bis 19 Prozent und messen die  Änderungen  im Abgasstrahl”, so Le Clercq, der im DLR-Institut für Verbrennungstechnik in Stuttgart tätig ist. Die zyklischen Kohlenwasserstoffe, unter Forschern auch Aromaten genannt, sind maßgeblich für die Rußbildung bei der Verbrennung im Triebwerk verantwortlich. Ruß wiederum liefert im Flugzeugabgas Kondensationskeime für die Bildung von  Kondensstreifen bei geeigneten meteorlogischen Bedingungen. Zum Vergleich gibt es Versuchsflüge mit dem reinen konventionellen Flugtreibstoff Jet-A1.

Eiskristalle im Fokus: Das Atmosphärenforschungsflugzeug Falcon ist vollgepackt mit Instrumenten, die die Anzahl und Größe der Rußpartikel, ebenso wie die Anzahl und Form der resultierenden Eiskristalle messen. “Anzahl, Größe und Form der Eiskristalle bestimmen die Strahlungswirkung von Kondensstreifen”, sagt Dr. Hans Schlager vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen. “Wir wollen herausfinden, wie die Zusammensetzung der verschiedenen Treibstoffe die strahlungswirksamen optischen Eigenschaften der resultierenden Eiskristalle verändern.” Die Instrumentierung der Falcon erlaubt eine vollständige Erfassung der Emissionen im Abgasstrahl und der gebildeten Eiskristalle über den gesamten Größenbereich der Partikel. Dazu wurde auf der Falcon erstmals eine zusätzliche Laser-Partikelsonde eingesetzt, die einzelne Eispartikel in Kondensstreifen und resultierenden Zirruswolken abbilden kann.

Langfristig können die Erkenntnisse aus den jetzigen Flugversuchen eingesetzt werden, um verbesserte Flugtreibstoffe zu designen. “Denkbar ist beispielsweise die Synthese von Treibstoffen aus erneuerbaren Energiequellen für den Luftverkehr in Richtung klimagünstigerer Emissionen weiterzuentwickeln”, sagt Dr. Patrick Le Clercq. “In Bezug auf die CO2-Bilanz sowie auf die gesellschaftliche Akzeptanz sind dabei langfristig besonders Biomassequellen wie Camelina, Jatropha und Algen interessant, die nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen.”

Vorangegangene Flugversuche mit der NASA: Schon heute zeigt der für den Luftverkehr zugelassene Biotreibstoff HEFA (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids) tendenziell eine günstigere Umwelt- und Klimaverträglichkeit  im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin. Das konnten gemeinsame Flugversuche von DLR und NASA 2014 zeigen. Dabei führte die Falcon des DLR gemeinsam mit der DC-8 und einer Falcon der NASA Testflüge mit HEFA vom kalifornischen Palmdale aus durch. Messungen in Abgasstrahlen und Kondensstreifen von Flugzeugen erfordern viel Erfahrung und eine spezielle Messausrüstung. Diese hat das DLR in den vergangenen Jahren bei Messungen im Nachlauf von Flugzeugen aufgebaut. Seit dem Jahr 2000 wurde die DLR-Falcon bereits in verschiedenen Messkampagnen bei der Untersuchung von Emissionen und Kondensstreifen hinter Verkehrsflugzeugen eingesetzt.

Das Projekt ECLIF: Insgesamt werden im Projekt ECLIF die Emissionen alternativer Treibstoffe mit der ganzen Bandbreite der im DLR zur Verfügung stehenden Methoden analysiert, von der Verbrennungsanalyse in Laboren des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik, über Tests in Brennkammerprüfständen des DLR-Instituts für Antriebstechnik, bis hin zu den nun stattfindenden Abgasmessungen des Instituts für Physik der Atmosphäre im Flugversuch. Wissenschaftler der NASA vom Langley Research Center, und der Universität Oslo beteiligen sich an den ergänzenden Bodenmessungen bei Standläufen mit dem A320 ATRA auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr (WTD 61) in Manching. Die WTD 61 unterstützt das DLR ebenfalls bei der logistischen Abwicklung der Flugversuche.

Quelle: DLR

inter airport Europe 2015: Leitmesse der Flughafenindustrie endet mit Besucheranstieg von 7%

München, 9. Oktober 2015

Die 20. Jubiläumsmesse der inter airport Europe, Internationale Fachmesse für Flughafen-Ausrüstung, Technologie, Design & Service, ist heute mit sehr positiven Ergebnissen zu Ende gegangen. Während der vier Messetage kamen 12.706 Fachbesucher aus 110 Ländern auf das Münchener Messegelände, um die neuesten Trends der Flughafenbranche und innovative Ausrüstung und Systeme zu entdecken. Dies bedeutet einen Besucherzuwachs von 7% im Vergleich zur Veranstaltung 2013.

Mit 676 Ausstellern aus 44 Ländern und einer Nettoausstellungsfläche von 29.870 m2 konnte die inter airport Europe 2015 im Vergleich zur Vorveranstaltung auch um 5,5% an Ausstellerzahlen und Fläche zulegen.

„Dies sind natürlich sehr positive Ergebnisse. Eine erste Analyse der Ausstellerumfrage zeigt, dass die teilnehmenden Unternehmen mit dem Resultat der inter airport Europe 2015 sehr zufrieden sind. Die große Mehrheit der Aussteller konnte ihre Zielgruppen erreichen und lobte die hohe Qualität der Fachbesucher. Die Aussteller haben uns ebenfalls von vielen neuen Geschäftskontakten und positiven Verkaufszahlen berichtet. Viele Aussteller haben sich in diesem Jahr mit beeindruckenden Ständen gezeigt. Sie haben eine enorme Vielfalt an neuen Produkten und innovativen Lösungen gezeigt und somit die Messe einmal mehr zum Besuchermagneten für Flughafenspezialisten aus aller Welt gemacht. Wir möchten uns bei allen Ausstellern und Besuchern für diese außerordentlich erfolgreiche 20. Jubiläumsausgabe der inter airport Europe bedanken“, erklärt Nicola Hamann, Geschäftsführerin des Veranstalters Mack Brooks Exhibitions.

Das erfolgreiche Ergebnis der Messe spiegelt die wirtschaftliche Lage der Branche wider. Der Anstieg des Passagieraufkommens an Flughäfen weltweit stellt eine Herausforderung für Flughafenbetreiber dar. Diese müssen ihre Flughäfen ausbauen, neue Terminals konzipieren und zusätzlicheStart- und Landebahnen bauen. Laut der International Aviation Organization (ICAO) haben Fluggesellschaften weltweit im vergangenen Jahr 3,2 Milliarden Passagiere befördert; und mit prognostizierten Wachstumsraten des Flughafenverkehrs weltweit von durchschnittlich 5% gibt es momentan keine Anzeichen einer Abkühlung der Konjunktur in dieser Branche.

Aussteller auf der inter airport Europe präsentierten eine umfangreiche Auswahl von Ausrüstung und Services zur Beschleunigung der Sicherheitskontrollen sowie der Check-in-, Gepäckabfertigungs- und Boardingprozesse. Intelligente IT-Systeme zur Verbesserung der Abläufe am Terminal und luftseitig sowie umweltfreundliches Bodengerät zur Reduktion des CO2-Ausstoßes wurden ebenfalls auf der Messe vorgestellt. Wichtige technologische Trends auf der diesjährigen Veranstaltung waren grüne Technologien, Datenaustausch und integrierte Flughafen-Systemlösungen zur Verbesserung des Passagierkomforts.

Vier ausstellende Unternehmen wurden für ihre Innovationen mit dem inter airport Europe Award in den vier Ausstellungskategorien ausgezeichnet. Preisträger in der Kategorie interTERMINAL war DSG BagDrop aus Dänemark; Gewinner in der Kategorie interDATA war 3D Interaction Technologies GmbH aus Deutschland. Midstream Lighting aus dem Vereinigten Königreich gewann den Preis in der Kategorie interRAMP, und SMV Sitz- & Objektmöbel GmbH aus Deutschland wurde in der Kategorie interDESIGN geehrt.

inter airport Europe 2015 war erneut eine sehr internationale Veranstaltung. Rund 70% der Aussteller und Besucher waren kamen von außerhalb Deutschlands. Die wichtigsten Ausstellerländer nach Deutschland waren die USA, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Italien, Schweden, Österreich, Dänemark und die Schweiz. Die wichtigsten Regionen, aus denen die Besucher kamen, waren Europa, Zentral- und Südostasien, der Nahe Osten und Amerika.

InterAirport2015 (Foto: Mack Brooks Exhibitions Ltd)

InterAirport2015 (Foto: Mack Brooks Exhibitions Ltd)

Für die globale Flughafencommunity veranstaltet Mack Brooks Exhibitions eine Reihe von inter airport Events in Wachstumsregionen: Nächstes Jahr findet inter airport China vom 12. – 14. September 2016 im China International Exhibition Centre in Peking statt. Die nächste inter airport South East Asia findet vom 15. – 17. Februar 2017 auf dem Singapore EXPO in Singapur statt.

Die nächste inter airport Europe, 21. Internationale Fachmesse für Flughafen-Ausrüstung, Technologie, Design & Service findet vom 10. – 13. Oktober 2017 auf dem Münchener Messegelände statt.

www.interairport.com

Herausgegeben von:

Susanne Neuner, PR & Marketing Director

inter airport Europe Pressebüro

Mack Brooks Exhibitions Ltd

Romeland House, Romeland Hill, St Albans, Herts AL3 4ET, Großbritannien

Tel: +44 (0)1727 814400, Fax: +44 (0)1727 814501, E-Mail: press@interairport.com

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