Umwelt- und Wirtschaftspreis startet in den Wettbewerb 2016

 — Die Bewerbungsphase für die GreenTec Awards 2016 ist eingeläutet. Gesucht werden technische Innovationen, die umweltschonend sind und beweisen, dass sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen. Im Wettbewerb 2016 gibt es folgende Kategorien: Automobilität, Bauen & Wohnen, Energie, Galileo Wissenspreis (ProSieben), Kommunikation, Lifestyle, Luftfahrt, Produktion, Recycling & Ressourcen, Reise, Start-up, Urbanisierung sowie Wasser & Abwasser.

Die Einreichungen werden von einer 70-köpfigen interdisziplinären Jury bewertet, die sich aus hochkarätigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Unterhaltung zusammensetzt. Zudem wird über ein öffentliches Online-Voting einer von drei Nominierten je Kategorie ermittelt. Die Sieger werden Ende Februar 2016 bei der Jurysitzung gewählt. Der gesamte Wettbewerbsprozess wird erneut vom TÜV NORD zertifiziert. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer glamourösen und öffentlichkeitswirksamen Gala am 29. Mai 2016 in München statt und fungiert gleichzeitig als Auftaktveranstaltung für die weltweit größte Umwelttechnologiemesse IFAT. Auch 2016 handelt es sich in Planung und Durchführung der Gala um eine zu 100 Prozent klimaneutrale Veranstaltung.

Tessa Wernik, Communications Director bei Fairphone, die in diesem Jahr mit dem ProSiebenSat.1 Accelerator Startup-Preis ausgezeichnet wurden, über den Gewinn des GreenTec Awards 2015 und die anschließende Preisverleihung: „Wir fühlen uns sehr geehrt, diesen Preis zu bekommen und es war sehr motivierend, hinterher mit so vielen Menschen zu sprechen, die unser Projekt unterstützenswert finden“.

green-tec-awards

Marco Voigt, Initiator der GreenTec Awards, betont vor allem die internationale Ausrichtung des Preises: „Wir werden die Awards weiterhin Schritt für Schritt internationalisieren, um noch mehr Projekte und Menschen zu erreichen. Letztes Jahr wurden 15 Prozent der Bewerbungen aus dem Ausland eingereicht und dieses Jahr erwarten wir eine weitere Steigerung durch die Zusammenarbeit mit dem renommierten International Cleantech Network“.

Das Bewerbungsformular kann online heruntergeladen werden.

Quelle: GreenTec Awards

Lufthansa-Traditionsflugzeug „Tante Ju“ wird „fliegendes Denkmal“

Frankfurt, 22. August 2015: Sie ist eines der ältesten, noch fliegenden Passagierflugzeuge der Welt. Von ihren vielen Fans im In- und Ausland wird sie liebevoll „Tante Ju“ genannt, oder auch respektvoll „Grande Dame der Lüfte“. Jetzt wurde dem Oldtimer, gebaut 1936 in den Junkers-Flugzeugwerken in Dessau, eine Ehre zuteil wie noch keinem Passagierflugzeug zuvor: Als weltweit erstes und einziges für den gewerblichen Flugbetrieb zugelassenes historisches Verkehrsflugzeug ist die Ju 52 der Lufthansa jetzt vom Amt für Denkmalschutz der Hamburger Kulturbehörde als „bewegliches Denkmal“ unter Schutz gestellt worden. Die Übergabe der offiziellen Denkmalschutzplakette fand am 22. August 2015 anlässlich der Airport Days Hamburg statt. Während einer Feierstunde mit rund 50 Ehrengästen überreichte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz die Plakette an Dr. Jürgen Weber, den Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG, und an Bernhard Conrad, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung. Die Stiftung ist die Betreiberin des Flugzeugs. Mit dieser Ehrung werden auch das Lebenswerk und die Leistung des legendären deutschen Ingenieurs, Luftfahrtpioniers und Unternehmers Hugo Junkers gewürdigt.

Dass die Ju 52 ein ebenso bedeutsames wie beliebtes Zeugnis der Luftfahrtgeschichte darstellt, belegen die mehr als 9.000 Fluggäste, die sich alljährlich im Sommerhalbjahr bei einem der zahlreichen Rund- und Streckenflüge in ganz Deutschland sowie in Österreich an Bord der „Tante Ju“ in die Pionierzeit der Passagierluftfahrt zurückversetzen lassen. Der jetzt verliehene Titel „bewegliches Denkmal“ durch das Denkmalschutzamt der Freien und Hansestadt Hamburg unterstreicht die Bedeutung der Ju 52 als wichtiges Zeugnis für die Konstruktions- und Luftfahrtgeschichte, dessen Nutzung und Erhalt im öffentlichen Interesse liegt.

Die Anerkennung als „bewegliches Denkmal“ setzt die Erfüllung strenger Kriterien des Denkmalschutzgesetzes voraus. Das dort geforderte Mindestalter von 30 Jahren erfüllt die Ju 52 quasi in Potenz; auch der erforderliche ausreichende Anteil an Originalsubstanz ist vorhanden. Den Denkmalschützern musste zudem nachgewiesen werden, dass die Ju 52 eine besondere Bedeutung hat, die ihren Erhalt zu einem Gegenstand des öffentlichen Interesses macht. Das gelang: „Die Tante Ju besitzt eine große luftfahrthistorische Bedeutung als eines der letzten und gut erhaltenen Beispiele dieses damals im Hinblick auf seine Konstruktion neuartigen Motorflugzeugtyps, der nicht umsonst seinerzeit lange Jahre ein Erfolgsmodell und Verkaufsschlager war“, erläutert Dr. Christine Onnen vom Hamburger Denkmalschutzamt.

„Für die Deutsche Lufthansa und die Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung ist es eine große Ehre und Verpflichtung zugleich, dass unsere Ju 52 in die Liste der beweglichen Denkmäler aufgenommen wird“, freut sich Jürgen Weber. Ein besonderer Dank gebühre den Ingenieuren und Technikern der DLBS und der Lufthansa Technik sowie den Piloten und Flugbegleitern, „die mit viel Liebe und Engagement dieses fliegende Denkmal mit Leben erfüllen und dafür sorgen, dass sich Jahr für Jahr tausende Menschen an einem Flugerlebnis wie zu Großmutters Zeiten erfreuen können.“ Weber verspricht: „Wir werden alles daran setzen, dass unsere Tante Ju noch lange Jahre fit bleibt. Das nächste Etappenziel ist der 100ste Geburtstag!“

JU 52 wird zum fliegenden Denkmal erklärt. Jürgen Conrad und Olaf Scholz Bürgermeister Hamburg Hamburg, den 22.08.2015

JU 52 wird zum fliegenden Denkmal erklärt. Jürgen Conrad und Olaf Scholz Bürgermeister Hamburg Hamburg, den 22.08.2015

Quelle: Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung

Bionik: Venusfliegenfalle als Vorbild für effizientere Landeklappen

Köln, 14. August 2015: Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) forschen an einer verformbaren Flügelhinterkante, die sich stufenlos in beliebige Zielformen bewegen kann und klassische Landeklappen überflüssig macht. Die Klappen an den Tragflächen heutiger Verkehrsflugzeuge werden durch eine aufwendige Mechanik betätigt. Deren Verkleidung sowie entstehende Spalte beim Ausfahren beeinträchtigen die Aerodynamik, erhöhen dadurch den Kraftstoffverbrauch und tragen zudem zum Fluglärm bei. Die neue Technologie ist dagegen nach dem Bewegungsvorbild der Venusfliegenfalle flexibel. Sie ermöglicht einen spaltfreien Übergang zwischen Tragfläche und Klappen.

Effizient durch Druck

Bei der Suche nach einer technischen Möglichkeit, die Tragflächenhinterkante während des Fluges ideal verformen zu können, hat sich die Venusfliegenfalle als erstaunlich guter Ideengeber herausgestellt. Das verwundert aber nur auf den ersten Blick. “Die fleischfressende Dionaea Muscipula muss sehr schnell ihre Fangblätter zusammenklappen können, um ihre fliegende Insektenbeute zu fangen”, sagt Benjamin Gramüller vom DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik. “Das schafft Sie durch eine Druckänderung in den Blattzellen und einer evolutionär optimierten Geometrie der Blattform.” Untersuchungen haben gezeigt, dass die Venusfliegenfalle durch Wasserdruck eine Vorspannung aufbaut, die sie im Auslösefall, wenn etwa eine Fliege die Falle betritt, schnell entladen kann. Dann schnappt die Falle zu. “Das Bewegungsprinzip der Pflanze nutzen wir nun für Luftfahrtanwendungen”, so Gramüller.

Venusfliegen-Falle

Bewegung in zwei Zellschichten

Der DLR-Forscher und seine Kollegen haben die Idee des Zellverbundes, der unter Druck eine gewünschte Form annimmt, auf die Flügelhinterkante übertragen. Sie entwickelten dafür weltweit erstmals einen Landeklappendemonstrator, der mit Druckluft betrieben wird und flexibel aerodynamische Formen für den Reiseflug oder den Landeanflug annehmen kann. Die Kunststoffzellen im Demonstrator haben verschiedene Größen, um der Form einer Flügelhinterkante gerecht zu werden. Zwei Zellschichten liegen übereinander. “Um die Kante anzuheben, geben wir Druckluft in die untere, um sie abzusenken in die obere Zellschicht”, erklärt Gramüller. “Die Druckluft ist durch das bestehende Druckluftsystem eines Flugzeugs später leicht verfügbar.” Mit der neuartigen Flügeltechnologie konnten die DLR-Forscher bereits zeigen, dass sich abhängig von der zugeführten Druckluft die gewünschten Klappenformen für Start und Landung ergeben.

Demonstrator für die bionischen Klappen eines Flugzeugs

Den ausgefahrenen Landeklappen verdankt ein Flugzeug bei langsamer Geschwindigkeit die Fähigkeit, durch einen erhöhten Auftriebsbeiwert in der Luft zu bleiben. Die Klappen vergrößern die Wölbung der Tragflächen im Langsamflug und kompensieren so den Auftriebsverlust aufgrund der geringeren Fluggeschwindigkeit.

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Zukünftig planen die Wissenschaftler, ihre neue Klappentechnologie im Windkanal zu testen. Das Forschungsvorhaben PACS (Pressure Actuated Cellular Structures) wird in Zusammenarbeit mit Airbus Defence and Space durchgeführt.

Quelle: DLR

BDL: Halbjahreszahlen der deutschen Luftfahrt

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Berlin, 6. August 2015: Der Bundesverband der Deutschen Luftverlkehrswirtschaft BDL hat den Bericht für das erste Halbjahr 2015 vorgelegt. Trotz einer international tendenziell positiven Entwicklung spiegelt der Report mit den vorgelegten Zahlen die schwierigen Rahmenbedingungen der deutschen Verkehrsluftfahrt, die die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Luftverkehrsunternehmen erheblich belasten. Hier ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse:

  • Die Aussichten für den internationalen Luftverkehr 2015 sind tendenziell zwar positiv, aber auch im ersten Halbjahr des Jahres wird deutlich, dass die deutschen Airlines entschieden langsamer wachsen als ihre Konkurrenten in Europa und in anderen Weltregionen.
  • Auch die deutschen Flughäfen liegen trotz Wachstums bei den Passagierzahlen im Vergleich zu den meisten europäischen Nachbarstaaten zurück.
  • Der Frachtverkehr tritt – vom wachsenden Expressgeschäft einmal abgesehen – im Durchschnitt an den deutschen Flughäfen auf der Stelle, während er weltweit wächst.
  • Die Flugbewegungen nehmen in Deutschland wieder zu.
  • Weltweit erzielten Airlines im Durchschnitt eine operative Marge in Höhe von +4,6%.
  • Die deutschen Fluggesellschaften erwirtschafteten dagegen nur einen operativen Gewinn in Höhe von +0,9% vom Umsatz.
  • Die Kostenbelastung durch die deutsche Luftverkehrsteuer betrug im Jahr 2014 im Durchschnitt 1,7% vom Umsatz – und war damit fast doppelt so hoch wie die operative Marge.
  • Die vier deutschen Airlines haben seit Einführung der Luftverkehrsteuer 2.395 Millionen Euro an den Fiskus gezahlt. Dieses Geld fehlt für die Investitionen in lärmärmere und energieeffizientere Flugzeuge.
  • Wie stark eine solch zusätzlich Besteuerung des Luftverkehrs die Entwicklung des Luftverkehrs eines Landes hemmt, zeigt sich, wenn diese Steuer abgeschafft wird. In Irland, wo der Steuersatz seit dem 1. April 2014 null Euro beträgt, boomt derzeit der Luftverkehr mit +13,0%.
  1. PASSAGIERVERKEHR
  2. Verkehrsentwicklung bei den deutschen Airlines

Der Aufwärtstrend im globalen Passagierluftverkehr hält nach Angaben des internationalen Airline-Verbands, IATA, unverändert an. Diese Aussage bezieht sich auf die aktuellen IATA-Zahlen, die zeitgleich mit dem vorliegenden Bericht veröffentlicht werden:

In den ersten sechs Monaten diesen Jahres wuchs der Luftverkehr weltweit um +6,3% – gemessen in verkauften Personenkilometern.

Die größten Wachstumsraten weisen unverändert Airlines aus dem Nahen Osten mit +11,3%, aus dem asiatisch-pazifischen Raum mit +9,1% und aus Lateinamerika mit +6,0% auf.

Deutlich darunter liegen die nordamerikanischen Airlines, die nur um +3,2% zulegten sowie die afrikanischen Airlines, deren verkaufte Verkehrsleistung um -2,0% sank.

Die Airlines in Europa wuchsen mit +4,8% unterdurchschnittlich, deutlich hinter dem Wachstum in Asien und dem Nahen Osten.

Die deutschen Fluggesellschaften – das sind die LH-Gruppe, die airberlin-Gruppe, TUIfly und Condor – konnten allerdings selbst mit dem unterdurchschnittlichen Wachstum europäischer Wettbewerber nicht mithalten:

Insgesamt konnten die deutschen Airlines in den vergangenen sechs Monaten nur +2,5% zulegen. Damit wuchsen sie nur halb so stark wie die europäischen Wettbewerber (gemessen in verkauften Personenkilometern).

Da die deutschen Fluggesellschaften zeitgleich ihr Angebot um nur +2,0% anhoben, erhöhte sich die Auslastung (der sogenannte Sitzladefaktor) um +0,4 Prozentpunkte von 79,9% in den ersten sechs Monaten 2014 auf nunmehr 80,3%

Der Durchschnitt der Auslastung lag in den ersten sechs Monaten weltweit bei 79,4% und europaweit bei durchschnittlich 79,8%. Die deutschen Airlines bewiesen damit erneut ein überdurchschnittlich gutes Kapazitätsmanagement.

Die ersten beiden Quartale eines Jahres sind für die Airlines grundsätzlich schwächer als das übrige Jahr. Für das Gesamtjahr 2015 rechnen wir bei den deutschen Airlines konsolidiert daher mit einem noch höheren Wert (Gesamtjahr 2014: 81,7%).

Die Zahl der von deutschen Airlines bzw. deutschen Airline-Gruppen weltweit beförderten Passagiere erhöhte sich um +0,8% von 71,2 Millionen in den ersten sechs Monaten 2014 auf 71,8 Millionen im ersten Halbjahr 2015.

Im Vergleich mit bedeutenden Wettbewerbern ist der Zuwachs von +0,8% sehr gering:

  • So wuchs Turkish Airlines im gleichen Zeitraum um +8,5%
  • Die IAG-Gruppe (inkl. Vueling) steigerte ihre Passagierzahl um +8,9%
  • Die Low-Cost-Carrier Easyjet mit +5,6% und
  • Ryanair sogar mit +20,3%

Die außereuropäischen Wettbewerber im Nahen Osten veröffentlichen unterjährig keine Verkehrszahlen. Doch der dortige außergewöhnliche Wachstumstrend dürfte sich weiterhin fortgesetzt haben. Die hohen Wachstumsraten der jeweiligen Hubflughäfen dieser Airlines legen diese Vermutung nahe: Von Januar bis Mai wuchsen die drei großen Flughäfen am Golf zusammen um +12,1%.

  1. Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen:

Nach Angaben des Flughafenverbandes ADV begrüßten die 22 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland +4,4% mehr Passagiere als im gleichen Vorjahreszeitraum. Exakt waren es 100.344.257Fluggäste.

Die interkontinentalen Verkehre nahmen um +3,6%, zu.

Am stärksten wuchsen die Verkehre zu europäischen Zielen mit +5,6%. Der Europaverkehr ist für rund zwei Drittel des Aufkommens verantwortlich.

Der Flugverkehr zu innerdeutschen Zielen wuchs um +2,0%.

Wie sieht das Wachstum in Deutschland im europäischen Vergleich aus?

Vorbemerkung: Die Vergleichszahlen (Quelle: anna.aero) beruhen zum großen Teil auf dem Zeitraum Januar bis Juni. Zum Teil sind die Juni-Zahlen noch nicht veröffentlicht. In diesen Fällen wurde nur der Zeitraum Januar bis Mai mit dem gleichen Vorjahreszeitraum verglichen:

Die Flughäfen in bedeutenden westeuropäischen Nachbarländern wachsen – wie schon in den Vorjahren – stärker als die Flughäfen in Deutschland:

  • Belgien +9,7%
  • Luxemburg +6,7%
  • Großbritannien +5,5%
  • Italien +5,4%
  • Niederlande +5,4%
  • Spanien + 5,2%

In Irland ist eine besonders bemerkenswerte Entwicklung zu beobachten: Hier hatte die irische Regierung entschieden, zum 1. April 2014 die dortige Luftverkehrsabgabe auf null Euro zu senken. Welche Wachstumsimpulse die Befreiung von dieser Abgabe auslöst, lässt sich an dem außergewöhnlich hohen Wachstum von +13,0% in den ersten sechs Monaten ablesen.

Lediglich der Luftverkehr in Nordeuropa stagniert nach Jahren überdurchschnittlich hohen Wachstums in den ersten fünf Monaten dieses Jahres: Schweden mit +2,0% wächst dort noch am stärksten, gefolgt von den finnischen Flughäfen mit +1,7%. Dänemark mit -0,2% und Norwegen  mit -1,8% haben sogar absolute Passagierverluste im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.

Nach Jahren unterdurchschnittlichen Wachstums gelingt es den deutschen Flughäfen in den ersten sechs Monaten also zumindest wieder Anschluss an wichtige Luftverkehrsmärkte in Europa zu finden. Dennoch ist auffällig, dass Deutschland als wirtschaftliche Wachstumslokomotive in Europa im Luftverkehr lediglich Mittelmaß bleibt.

  1. FRACHTVERKEHR
  2. Frachtentwicklung bei den Airlines

Die Frachtverkehre – gemessen in Frachttonnenkilometern – wuchsen nach IATA-Angaben weltweit um +3,5%.

Erneut sind es Airlines aus dem Nahen Osten und aus Asien, die mit +14,0% bzw. +5,4% das größte Wachstum aufwiesen.

Europäische Frachtcarrier mit -0,6% folgen erst mit großem Abstand nach afrikanischen und nordamerikanischen Anbietern auf dem vorletzten Platz. Schlusslichter sind weit abgeschlagen die lateinamerikanischen Wettbewerber mit -6,9%.

  1. Frachtentwicklung bei den deutschen Flughäfen

Der Frachtverkehr auf den deutschen Flughäfen stagniert beinahe: Laut ADV-Statistik wurden 2.174.104  Mio t (an+ab) Luftfracht abgefertigt. Das entspricht einem Wachstum von nur +0,4% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Vor allem wächst hier das Segment der Expressfracht deutlich.

Das sehr geringe Frachtwachstum auf deutschen Flughäfen kommt allein von den Einladungen, d.h. den Exportwaren, die im Jahresvergleich um +1,3% wuchsen. Die Ausladungen, also Importwaren, waren hingegen um- 0,5% rückläufig.

Auch absolut betrachtet überwogen die Einladungen mit 1,15 Millionen Tonnen die Ausladungen mit 1,02 Millionen Tonnen. Dies spiegelt die Struktur des deutschen Außenhandels wider, bei dem die Exporte absolut betrachtet leicht über den Importen liegen.

Im europäischen Vergleich ging neben Paris-Charles de Gaulle mit -5,4% (bis einschließlich Mai) auch die in Amsterdam umgeschlagene Tonnage um -2,1% zurück. Von weiteren wichtigen Wettbewerbsflughäfen haben allen voran Brüssel mit +9,7%, London-Heathrow mit +2,1% und Luxemburg mit +1,7% zulegen können (jeweils bis einschließlich Juni).

III. FLUGBEWEGUNGEN

  1. Entwicklung an den deutschen Flughäfen

An den 22 ADV-Flughäfen war die Zahl der Flugbewegungen in den Vorjahren rückläufig, weil die Airlines neue größere Flugzeuge einsetzen konnten. Die Zahl der Passagiere wuchs dabei mit weniger Flügen.

Bereits im Jahr 2014 wurde dieser Rückgang der Flugbewegungen gestoppt. Das Sitzangebot auch der größeren Flugzeuge reichte nicht mehr aus. Es mussten zusätzliche Flugzeuge eingesetzt werden.

In den ersten Monaten des Jahres 2015 ist nach ADV-Angaben wieder ein leichtes Bewegungsplus von +0,8% zu beobachten, auf nunmehr knapp 980.000 Starts und Landungen.

  1. WETTBEWERB UND WETTBEWERBLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
  2. Situation der deutschen Airlines

Luftverkehr ist ein internationaler Wettbewerbsmarkt: 2014 steuerten rund 80% aller Einsteiger auf deutschen Flughäfen ein internationales Ziel an. Drei Viertel davon ein Ziel in Europa, ein Viertel ein Ziel in Übersee. Luftfracht ist praktisch ausschließlich ein internationales Geschäft. Insgesamt bieten über 100 Airlines in Deutschland Passagieren und Versendern ihre Dienste an.

In diesem harten internationalen Wettbewerb wird es immer schwerer wirtschaftlich zu bleiben. Dazu ein Blick auf die Zahlen des internationalen Fluggesellschaftsverbands IATA.

Weltweit erzielten Airlines im Durchschnitt eine operative Marge – das ist der operative Gewinn im Verhältnis zum Umsatz – in Höhe von +4,6%.

Am profitabelsten waren 2014 die Fluggesellschaften in Nordamerika mit einer operativen Marge in Höhe von +9,7 %. Danach folgen die europäischen Airlines mit einer Marge von +3,0%, noch vor Asien-Pazifik mit +2,6%, Lateinamerika mit +1,8% und den Airlines aus dem Nahen Osten mit +1,5%.

Die deutschen Airlines – das sind die beiden berichtspflichtigen Fluggesellschaften airberlin und Lufthansa – konnten auch 2014 mit diesen Werten nicht mithalten: Erneut erwirtschafteten sie nur unterdurchschnittliche + 0,9% vom Umsatz.

Dafür sind auch die spezifischen deutschen Alleingänge wie kürzeste Betriebszeiten, die Flugsicherungskosten (die Pensionslasten der Deutschen Flugsicherung werden anders als in anderen EU-Mitgliedstaaten auf die Nutzerentgelte aufgeschlagen) und vor allem die Luftverkehrsteuer mit verantwortlich.

Die Kostenbelastung allein durch diese Steuer betrug im Jahr 2014 im Durchschnitt 1,7% vom Umsatz – und war somit fast doppelt so hoch wie die operative Marge!

Zum Vergleich: Vor Einführung der Steuer lag die operative Umsatzmarge deutscher Airlines zwischen den Jahren 2006 – 2010 im Durchschnitt bei +2,2%.

In den ersten sechs Monaten entrichteten die deutschen Unternehmen erneut insgesamt 259,1 Millionen Euro der 416 Millionen Euro Luftverkehrsteuer, die der Finanzminister in diesem Zeitraum einnahm. Sie trugen damit wieder mehr als die Hälfte der Gesamtlast der deutschen Luftverkehrssteuer.

Seit Einführung dieser Steuer sind es nunmehr 2.395 Millionen Euro, die die deutschen Airlines an den Fiskus zahlen mussten.

Hierdurch wurden ihnen Finanzmittel entzogen, die z.B. für den Kauf von 34 besonders energiesparsamen und leisen Airbus A320 neo gereicht hätten.

  1. Situation der deutschen Flughäfen

Auch die Flughäfen stehen in hartem Wettbewerb zu ausländischen Wettbewerbern: Die Hubflughäfen in Deutschland konkurrieren insbesondere bei den Umsteigern mit Hubflughäfen im europäischen und außereuropäischen Ausland. Auch die übrigen Flughäfen in Deutschland liefern sich insbesondere im grenznahen Bereich mit ausländischen Flughäfen an der Grenze zu Deutschland einen starken Wettbewerb. Seit Einführung der Luftverkehrsteuer haben deutsche Flughäfen bis Ende 2014 nahe der Grenze ein Passagierminus von 0,5% zu beklagen, während Flughäfen im grenznahen Ausland Passagierzuwächse von 46,3% verzeichnen können (Quelle: BDL).

Trotz dieser intensiven Wettbewerbslage weisen nunmehr 8 von 22 Flughäfen in Deutschland einen Gewinn nach Steuern auf. Das heißt: Sie erwirtschaften nicht nur ihre laufenden Betriebskosten, sondern zusätzlich auch die Kosten für die Infrastruktur.

  1. AUSBLICK

Die Planungen der deutschen und ausländischen Fluggesellschaften für die nächsten Monate sowie für den nächsten Winterflugplan stehen bzw. sind so gut wie abgeschlossen. Es zeichnet sich dabei ab, dass der Aufbau neuer Strecken sowie die Erhöhung von Frequenzen vor allem von Seiten ausländischer Fluggesellschaften erfolgen. Einige andere Fluggesellschaften werden vereinzelt ihr Flugangebot kürzen müssen, nach jetzigem Stand jedoch in geringerem Umfang. Somit dürften die Passagierzahlen wie auch die Flugbewegungen insgesamt an den deutschen Flughäfen in den verbleibenden Monaten zunehmen.

Die Entwicklung des Frachtverkehrs ist weiterhin schwer prognostizierbar: Im Teilmarkt der Expressfracht dürfte das Wachstum aufgrund des weiterhin zunehmenden Onlinehandels zwar anhalten; doch in der allgemeinen Luftfracht überwiegen die Unsicherheiten hinsichtlich der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen in wichtigen Luftfrachtmärkten wie z.B. in China. Der weiterhin schwache Euro spricht für eine bessere Entwicklung der Exporte, d.h. der Einladungen,in den Nicht-Euroraum.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind die Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr. Die Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich über 200 Mio. Fluggäste und trägt mit dem Transport von Waren im Wert von über 200 Mrd. EUR zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland bei. Die Luftfahrt beschäftigt in Deutschland mehr als 800 000 Menschen.

Halbjahreszahlen 2015 Grafiken (790,5 KB)

Quelle: BDL

IASA-Auditoren

Bonn, 5. August 2015

Mit seinem Gütesiegel ‘IASA Certified Sustainability®‘ zeichnet die IASA Organisationen und Unternehmen aus, die sich erfolgreich einer Nachhaltigkeitsüberprüfung unterziehen.

Für diese Überprüfung und Zertifizierung werden besonders fachkundige und geschulte Auditoren benötigt. Nachdem bereits am Anfang des Jahres die erste Gruppe von Auditoren ausgebildet wurden (siehe Bericht vom 10. Februar 2015) folgte nun die Ausbildung zweier weiterer Auditoren. Nach intensiver Vorbereitung legten Frau Sabine Jakl und Herr Nima Soleimani-Foladi nun die vereinsinterne Auditorenprüfung erfolgreich ab. Rudolf (Rolf) Dörpinghaus, Präsident der IASA, überreichte den neuen Auditoren die Ernennungsurkunde (siehe Foto). Zusammen mit ihren bereits tätigen vier Kollegen können die beiden frischgebackenen Auditoren nun im Auftrag des Verbands die Nachhaltigkeitsüberprüfung nach dem System der IASA durchführen.

Urkundenübergabe an die neuen IASA-Auditoren

von links nach rechts: Nima Soleimani-Foladi, Rudolf (Rolf) Dörpinghaus, Sabine Jakl

Luftverkehrskonzept: BDL-Erklärung zum NGO-Papier

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Berlin, 4. August 2015: Beim NGO-Papier zum geplanten Luftverkehrskonzept handele es sich um ‘altbekannte Rezepte’. Das Papier biete zudem keine tragfähigen Vorschläge für eine nachhaltige Luftfahrt, so der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in einer ersten Erklärung zum Forderungskatalog verschiedener Umweltverbände.

In der Erklärung heißt es weiter: Umwelt‐ und Entwicklungsverbände haben heute Vorschläge für ein Luftverkehrskonzept für Deutschland vorgestellt, das derzeit unter der Federführung des BMVI erarbeitet wird. In dem Papier wird zutreffend hervorgehoben, dass ohne Maßnahmen für einen fairen Wettbewerb sich der „Wettlauf nach unten“ beschleunigt und Wohlfahrtseinbußen unvermeidlich sind. „Allerdings stehen die zahlreichen Vorschläge des NGO‐Luftverkehrskonzepts, die allesamt Forderungen nach zumeist nationalen oder europäischen staatlichen Eingriffen darstellen, genau im Widerspruch dazu und bewirken erst recht Wohlfahrtseinbußen“, sagte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).”

„Denn mit restriktiven staatlichen Eingriffen im nationalen oder europäischen Alleingang (wie z.B. Luftverkehrsteuer, verkürzten Betriebszeiten, Emissionsabgaben etc.) sind die im internationalen Wettbewerb stehenden deutschen Luftfahrtunternehmen immer im Wettbewerb deutlich benachteiligt und damit dauerhaft nicht lebensfähig“, so von Randow.

Es fehlen nicht nur tragfähige Lösungen im Papier der NGOs, sondern es finden sich auch eine Reihe fachlicher Fehler. Hier nur einige Beispiele:
• der durchschnittliche Kerosinverbrauch pro Passagier und 100 km der deutschen
Fluggesellschaften beträgt 3,64 Liter und nicht 5 Liter
• anders als behauptet beteiligen sich die deutschen Airlines an der Schlichtungsstelle für
den öffentlichen Personenverkehr e.V. (SÖP).

Damit ist das NGO‐Papier keine befriedigende Grundlage für eine konstruktive und lösungsorientierte Diskussion zum Luftverkehrskonzept im Rahmen des vom BMVI angestoßenen Prozesses.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind die Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr. Die Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich über 200 Mio. Fluggäste und trägt mit dem Transport von Waren im Wert von über 200 Mrd. EUR zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland bei. Die Luftfahrt beschäftigt in Deutschland mehr als 800 000 Menschen.

Quelle: BDL

FMG legt Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht 2014 vor

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

München, 4. August 2015: Unter dem Titel “Stärken” ist jetzt der fünfte integrierte Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht der Flughafen München GmbH (FMG) erschienen. Auf knapp 200 Seiten präsentiert die FMG darin ihre Verkehrs- und Wirtschaftsergebnisse aus dem Jahr 2014 sowie alle relevanten Daten, die über die nachhaltige Entwicklung des Münchner Flughafens Auskunft geben.
Mit insgesamt 39,7 Millionen Fluggästen erzielte der Münchner Airport im vergangenen Jahr einen neuen Passagierrekord. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht war das Geschäftsjahr 2014 mit einem Konzernumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro und einem Jahresergebnis (EAT) von gut 100 Millionen Euro sehr erfolgreich für den Münchner Airport.
Der integrierte Bericht vereint als zentrale Unternehmenspublikation die Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung des Münchner Flughafens. “Stärken” erläutert, welche Kompetenzen den Airport so erfolgreich machen. Neue Bestandteile sind in diesem Jahr eine App, die die Bilderstrecke am Anfang des Berichts virtuell zum Leben erweckt, eine komfortable Leserführung über ein ausklappbares Inhaltsverzeichnis sowie der Einsatz von mehr Schaubildern und einer großformatigen Infografik.
Auch das Niveau der Berichterstattung wurde 2014 weiter gesteigert: “Stärken” ist erstmals nach der neuesten Richtlinie G4 der GRI (Global Reporting Initiative) für Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht. Ausgewählte, wesentliche Nachhaltigkeitsindikatoren wurden erfolgreich einer externen betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen.
Die FMG verbindet mit der Veröffentlichung des Berichts auch dieses Jahr wieder eine große Befragung ihrer Anspruchsgruppen. Die Leser des integrierten Berichts haben die Möglichkeit, unter www.munich-airport.de/befragung ein Feedback zur Berichterstattung abzugeben und wesentliche Themen für eine nachhaltige Konzernentwicklung zu bewerten.

Quelle: FMG