‚FAMOS‘: Neues Forschungsprojekt der Lufthansa Technik zur Verminderung des Widerstands

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Automatisiertes System ermöglicht das Beschichten großer Oberflächen mit Ribletstruktur

Hamburg, 13. Juli 2017: Lufthansa Technik hat zusammen mit Partnern im Forschungsprojekt „FAMOS“ ein neuartiges Führungssystem entwickelt, das die multifunktionalen Oberflächen von Verkehrsflugzeugen mit einer strömungsgünstigen „Haifischhaut“-Struktur automatisch beschichtet. Zunächst soll die Struktur auf den Flügeloberseiten sowie auf den Ober- und Unterseiten des Höhenleitwerks appliziert werden. Weitere Anwendungsflächen, vor allem am Rumpf, sollen folgen.

Frühere Forschungen hatten bereits eine lange Haltbarkeit und einen
hohen Nutzen dieser Struktur bestätigt. Dabei konnten zunächst neue
Lacke entwickelt und die Beständigkeit der Riblet- beziehungsweise
Haifischhautstrukturen auch unter realen Bedingungen im Flugbetrieb
bewiesen werden.

Hierzu wird der Lack zunächst auf eine UV-transparente Form (Matrix)
aufgebracht. In diese Matrix ist vorab das Negativ der Riblet-Form
eingebracht worden. Die Negativ-Form wird in den frischen Lack
eingedrückt und dieser gleichzeitig durch UV-Licht gehärtet. Wenn die
Negativ-Form entfernt wird, bleibt das Positiv der Haifischhaut auf
der Oberfläche stehen. Die Matrix kann auch als endloser Gürtel
ausgebildet werden und somit einen automatischen Prozess ermöglichen.

„Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass wir den Reibungswiderstand
der Luft trotz geringfügiger Abnutzung der Mikrostrukturen um fünf
bis acht Prozent reduzieren können. Dadurch würden Airline-Betreiber
nicht nur rund eineinhalb Prozent Treibstoff einsparen, sondern auch
die Schadstoff-Emissionen ihrer Flotten um einen entsprechenden Wert
reduzieren können“, so Projektleiter Dr. Mathias Nolte.

Wird in den kommenden Monaten mit der Industrialisierung und
Überführung in die Produktion begonnen, könnte die automatisierte
Beschichtung von Flugzeugen mit strömungswiderstandsreduzierender
Haifischhaut bereits 2019 Realität werden.

Quelle: Lufthansa Technik


 

Globales Klimaschutzinstrument CORSIA muss europäischen Emissionshandel ab 2020 ersetzen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Position des Umweltausschusses im Europäischen Parlament weist in falsche Richtung 

Berlin, 11. Juli 2017: Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich mit der Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel befasst. Zu den Beschlüssen sagt Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Wir begrüßen, dass auch der Umweltausschuss des Parlaments den Emissionshandel bis 2020 nicht verschärfen will. Aber der Vorschlag der Umweltpolitiker, den europäischen Emissionshandel auch nach 2020 auf innereuropäische Flüge anwenden zu wollen, wäre eine wettbewerbsverzerrende Zusatzbelastung für die europäischen Fluggesellschaften.“

Die Europäische Kommission hatte empfohlen, Luftverkehr bis zur Einführung des globalen Klimaschutzinstruments CORSIA im Jahr 2020 weiter in den europäischen Emissionshandel einzubeziehen, und zwar weiterhin beschränkt auf innereuropäische Flüge. Diesem Vorschlag folgten der EU-Rat und nun auch der Umweltausschuss. Für die Zeit nach 2020 fordert der Ausschuss, Flüge zwischen den EU-Mitgliedsstaaten weiter in den Emissionshandel einzubeziehen und das System sogar noch zu verschärfen.

„Die von den EU-Umweltpolitikern geforderte Verschärfung des europäischen Emissionshandels würde den hiesigen Fluggesellschaften zusätzliche Kosten auferlegen, die ihre Wettbewerber aus Drittstaaten nicht haben“, so Schulte. „Stattdessen muss die Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel ab 2020 vollständig durch das globale Klimaschutzinstrument CORSIA abgelöst werden. Denn Klimaschutz im Luftverkehr kann nur international gelingen.“

Im Oktober 2016 hat sich die internationale Staatengemeinschaft im Rahmen der ICAO auf die Einführung des globalen marktbasierten Klimaschutzinstruments CORSIA verständigt, um die CO2-Emissionen im internationalen Luftverkehr auf der Höhe von 2020 zu stabilisieren. Um das Ziel des CO2-neutralen Wachstums zu erreichen, zahlen die Fluggesellschaften ab 2021 für ihre wachstumsbedingten CO2-Emissionen einen Zertifikatspreis. Mit den Einnahmen werden in entsprechender Größenordnung CO2-senkende Projekte finanziert.

Das globale Offsetting-Instrument CORSIA ist ein entscheidender Teil der umfassenden Klimaschutzstrategie für die Luftfahrt und ergänzt effizienzsteigernde Innovationen bei der Flugzeug‐ und Triebwerkstechnik sowie bei betrieblichen Prozessen am Boden und in der Luft.


Quelle: BDL


 

Deutsche Airlines mit neuer Bestleistung in 2016

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Nur 3,64 Liter Kerosin pro 100 Personenkilometer

Berlin, 3. Juli 2017: Mit einem durchschnittlichen Flottenverbrauch von nur 3,64 Liter Kerosin pro Person und 100 Kilometer erreichten die deutschen Fluggesellschaften 2016 einen Top-Wert. „Die neuesten Zahlen belegen, dass die Maßnahmen der Luftverkehrsbranche zur Steigerung der Energieeffizienz greifen“, sagt Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zur Vorstellung der neusten Kennzahlen im aktuellen BDL-Jahresreport zum Klimaschutz im Luftverkehr.

Der BDL legt einmal im Jahr auf Grundlage des tatsächlichen Kerosinverbrauchs und der zurückgelegten Personenkilometer die Zahlen zur Energieeffizienz und CO2-Emissionen vor. Der aktuelle Jahresbericht zeigt: Luftverkehr wird ökologisch immer effizienter, weil es gelingt, die Zunahme des Kerosinverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emissionen geringer zu halten als das Verkehrswachstum. Der durchschnittliche Verbrauch der deutschen Flotte pro Person und 100 Kilometer ist seit 1990 um 42 Prozent gesunken. Schulte: „Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Branchenerfolg, der auf den Maßnahmen vor allem der deutschen Fluggesellschaften, aber auch der Flughäfen und der Deutschen Flugsicherung beruht. Das bestätigt, dass die Branche bei der Erfüllung ihrer Klimaschutzstrategie auf dem richtigen Weg ist.“

Zur Erinnerung: Die internationale Klimaschutzstrategie der Luftfahrt beinhaltet drei wichtige Elemente:

  • Die Treibstoffeffizienz soll pro Jahr um 1,5 Prozent gesteigert werden,
  • ab 2020 soll das Wachstum des Luftverkehrs CO2-neutral erfolgen und
  • bis 2050 sollen gegenüber dem Jahr 2005 die netto-CO2-Emissionen der Luftfahrt um 50 Prozent sinken.

Da der weltweite Luftverkehr weiter um etwa 5 Prozent pro Jahr wachsen wird, reicht die Senkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs nicht aus, um den Anstieg der CO2-Emissionen zu stoppen. Daher wurde 2016 auf UN-Ebene bei der staatlichen Luftfahrtorganisation ICAO das internationale Offsetting-System CORSIA beschlossen. Schulte: „Mit diesem globalen, marktbasierten Klimaschutzinstrument wächst der Luftverkehr ab 2020 CO2-neutral.“ Die Fluggesellschaften zahlen dann dafür, dass die wachstumsbedingten CO2-Emissionen in von der UN zertifizierten Projekten kompensiert werden. „Es gilt jetzt, das von der ICAO beschlossene Klimaschutzinstrument zügig auszugestalten und umzusetzen. Dabei ist entscheidend, dass CORSIA weltweit nach gleichen Regeln umgesetzt wird – ohne europäische Verschärfungen. Und: CORSIA muss ab 2020 das EU-ETS ablösen“, so BDL-Präsident Schulte.

  • Kernzahlen aus dem aktuellen Klimaschutzreport des BDL:
  • Investition in neue Technologie: Die deutschen Fluggesellschaften investieren in den nächsten Jahren in 214 verbrauchsärmere Flugzeuge zum Listenpreis von 37 Milliarden Euro. Technische Innovationen sorgen dafür, dass mit jeder Flugzeuggeneration der Treibstoffbedarf um rund 15 Prozent sinkt. Die Investitionen in neue Flugzeuge könnten höher ausfallen, wenn der Gesetzgeber wettbewerbsverzerrende Sonderbelastungen etwa bei der Luftverkehrsteuer abbauen würde.
  • Effizienz-Rekord bei der Frachtflotte: Deutsche Frachtflugzeuge fliegen so effizient wie nie zuvor: Auf Passagiere (je 100 kg inklusive Gepäck) umgerechnet verbrennt die Fracht-Flotte der Lufthansa Cargo nur 1,83 Liter auf 100 Kilometer.
  • Anhaltend niedriger Verbrauch: Im Jahr 2016 verbrauchten die Flugzeuge der deutschen Airlines durchschnittlich 3,64 Liter Kerosin pro 100 Personenkilometer.
  • Flughäfen senken CO2-Ausstoß weiter: Die Flughäfen konnten ihre spezifischen CO2-Emissionen zwischen 2010 und 2015 um mehr als 26 Prozent auf 2,28 kg CO2pro Verkehrseinheit senken.
  • Beitrag der Deutschen Flugsicherung: Weniger Umwege als je zuvor: Die durchschnittliche Abweichung von der Ideallinie einer Flugstrecke konnte in den vergangenen Jahren in Deutschland um 33 Prozent reduziert werden. 2016 wurden durch die Vermeidung von Umwegen rund 70.500 Tonnen weniger CO2ausgestoßen.

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Den Report finden Sie unter http://www.bdl.aero/download/2555/klimaschutz-report_2017.pdf

Quelle: BDL


 

Geschäftsführungswechsel bei der ZLT Zeppelin Luftschifftechnik

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Eckhard Breuer übernimmt Unternehmensführung von Thomas Brandt

 

Friedrichshafen, 03.Juli 2017: Wie bereits im April dieses Jahres angekündigt, hat Thomas Brandt, der bisherige Geschäftsführer der ZLT Zeppelin Luftschifftechnik sowie der Deutschen Zeppelin-Reederei, am 1. Juli den Staffelstab an seinen Nachfolger Eckhard Breuer übergeben.

Zusammen mit seinem Team brachte Thomas Brandt in den 13 Jahren seines Wirkens die beiden Unternehmen zielgerichtet, kontinuierlich und erfolgreich voran. 2011 landete die ZLT den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte: Die Goodyear Tire & Rubber Company bestellte drei neue Zeppelin NT “made in Friedrichshafen”. Zwei dieser Luftschiffe wurden in den USA bereits in Betrieb genommen, das dritte ist momentan in der Endmontage und wird im Frühjahr 2018 zu seinem Erstflug abheben.

Der Zeppelin NT erfreut sich mit seinen einzigartigen Flugeigenschaften nicht nur bei Touristen großer Beliebtheit, sondern hat sich auch im Bereich der Wissenschafts- und Sondermissionen als Forschungsplattform erfolgreich etabliert. Aufgabe des neuen Geschäftsführers Eckhard Breuer wird es sein, an diese Erfolgsgeschichte anzuknüpfen. “Ich gratuliere Thomas Brandt und dem ganzen Team zu dieser erfolgreichen und soliden Aufbauarbeit. Darauf können Sie wirklich stolz sein. Auf die vor uns liegende Zusammenarbeit und den weiteren Ausbau unserer Unternehmen freue ich mich sehr. Ein großes Dankeschön an alle Passagiere, die in den 20 Jahren seit dem Erstflug des Zeppelin NT mit uns geflogen sind – und natürlich auch an alle Kunden aus Industrie und Wissenschaft sowie an alle Werbepartner, die unser Luftschiff als sympathischen und unübersehbaren Markenbotschafter für sich genutzt haben”, so Breuer bei der Übergabe des Staffelstabes. Der 53-jährige Diplom-Ingenieur ist ein langjähriger Vertriebsprofi und profilierter Nordamerika-Kenner. Sein gesamtes bisheriges Berufsleben hat Breuer in der Luftfahrtbranche verbracht und bringt somit eine enorm breite Branchenexpertise in sein neues Aufgabenfeld mit ein. Im Anschluss an sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Bundeswehr-Universität München war er Zeitsoldat bei der Luftwaffe – unter anderem als Offizier im Einsatzführungsdienst und als AWACS-Besatzungsmitglied. Nach seiner Bundeswehrzeit war Breuer von 1995 bis 1998 Vertriebsingenieur bei der Aerodata AG und übernahm im Anschluss daran die Verantwortung für den Bereich Marketing und Vertrieb bei der CAE Elektronik GmbH. Beim kanadischen Flugzeugbauer Bombardier leitete er ab 2004 den Vertrieb von Geschäftsflugzeugen in Deutschland und Österreich. Seine Kunden waren neben Privatkunden auch die Flugbereitschaft des BMVg sowie Werk- und Charterflugbetriebe. Seit 2015 verantwortete Breuer bei Bombardier den Vertrieb von Special Mission-Flugzeugen an Regierungskunden und hat nun zum 1. Juli 2017 die Geschäftsführung der ZLT und DZR übernommen.

Thomas Brandt gibt Eckhard Breuer und den Mitarbeitern seinen Dank und gute Wünsche mit auf den Weg: “Ich bin dankbar für eine ereignisreiche unternehmerische Zeit mit dem Zeppelin NT und wünsche meinem Nachfolger, dem Mitarbeiter-Team und den Unternehmen eine glückliche und erfolgreiche Zukunft.”

Der Zeppelin NT (Neue Technologie) ist das größte und einzige für den kommerziellen Passagierbetrieb zugelassene Luftschiff der Welt und verfügt über eine starre Innenstruktur. Antriebe, Leitwerke und Kabine sind direkt an die Tragstruktur montiert und verleihen dem Zeppelin NT ein Höchstmaß an Sicherheit, Komfort, Leistung und Manövrierfähigkeit. Darüber hinaus ist der Zeppelin NT ein beispielhaft umweltverträgliches Luftfahrzeug.

Mit einer Länge von 75 m und einem Volumen von 8.425 m³ ist der Zeppelin NT das derzeit größte halbstarre Luftschiff. Die ZLT setzt auf die Kombination von bewährten Erfahrungswerten und modernster Technik. Der Zeppelin NT ist in der Bauart LZ N07-100 für den kommerziellen Flugbetrieb bis 13 Passagiere durch LBA, EASA, FAA und JCAB zugelassen – und in der neuen Version LZ N07-101 bis 15 Passagiere durch LBA, EASA und FAA.

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Thomas Brandt (rechts) übergibt den Staffelstab des Zeppelin-Geschäftsführers an seinen Nachfolger Eckhard Breuer
Foto: ZLT

Quelle: ZLT Zeppelin Luftschifftechnik / Deutsche Zeppelin-Reederei


 

Airbus-Team erhält „Innovationspreis der deutschen Luftfahrt”

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Neues Konzept zum Drucken von elektrischen Leitungen

Hamburg / Berlin, 30. Juni 2017: Gedruckte Verbindungen aus leitfähiger Tinte statt schwerer Kabelbündel – so könnte die zukünftige Stromversorgung im Flugzeug für viele Kabinensysteme aussehen. Ein Airbus-Entwicklungsteam hat dieses Verfahren in mehreren Jahren für den Einsatz am Bord optimiert. Das Projekt wurde jetzt in Berlin mit dem „Innovationspreis der deutschen Luftfahrt“ ausgezeichnet.

„Wir freuen uns sehr über diese hochrangige Auszeichnung für unsere Forschungsteams. Verfahren wie der Druck von elektrischen Verbindungen sind elementarer Bestandteil von zukunftweisenden Technologien zur Gewichtsersparnis und Optimierung unserer Fertigungsabläufe“, sagte Andreas Fehring, Mitglied der Geschäftsführung von Airbus in Deutschland und Werkleiter Hamburg. „Wir forschen an zahlreichen Projekten zum Thema Industrie 4.0 – und dieses ist nur ein Beispiel, wie neue Verfahren unsere Flugzeuge und deren Herstellung noch effizienter machen und zugleich mehr Flexibilität für unsere Airline-Kunden ermöglichen.“

Die gedruckten Verbindungen werden mittels Tintenstrahldrucker auf eine Kunststofffolie aufgebracht. Die Spezialtinte ist mit Silberpartikeln versetzt und dadurch leitfähig. Eine zusätzliche Lackschicht schützt den elektrischen Leiter. Die Folie könnte in Zukunft auf Oberflächen in und außerhalb der Kabine genutzt werden: für Beleuchtung, Ventilatoren, Datenübertragung. Für die Entwicklung des neuen Verfahrens arbeiteten die Airbus-Entwickler im Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung ZAL in Hamburg unter anderem mit der Firma Altran sowie den Fraunhofer Instituten Bremen und Chemnitz zusammen.

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Die Gewinner der Kategorie Industrie 4.0, André Hubert, Dennis Hahn und Guido Kaiser (v. l.) mit Max Seißler (Altran) und Laudatorin Catrin Hinkel,
Vorstandsmitglied Accenture Dienstleistungen GmbH.
Foto: IDL / photothek

Quelle: Airbus


 

Flughafen Stuttgart – Vorreiter bei Umstellung auf abgasfreien Vorfeldtransport

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Neuer Gepäckschlepper in Hannover vorgestellt

Hannover, April 2017: Auf der Hannover Messe 2017 (24. bis 28. April) stellt der Flughafen Stuttgart den Einsatz von Elektrofahrzeugen auf dem Vorfeld vor, darunter den neusten Zuwachs – ein Elektro-Gepäckschlepper mit Lithium-Ionen-Batterie.
In Punkto Elektromobilität nimmt die Flughafen Stuttgart GmbH eine Vorreiterrolle unter den deutschen Airports ein. Noch 2017 wird der Passagier- und Gepäcktransport auf dem Vorfeld komplett auf leise und abgasfreie Elektroantriebe umgestellt. Bereits jetzt sind dort 25 Elektrofahrzeuge im Einsatz. In den nächsten drei Jahren soll die Elektroflotte um rund 40 weitere Abfertigungsfahrzeuge wie Passagierbusse, Gepäck- und Frachtschlepper, Förderbänder und Pushback-Fahrzeuge erweitert werden.
Dieses Ziel verfolgt der Flughafen in Zusammenarbeit mit dem Abfertigungsdienstleister Losch Airport Service GmbH und dem Öko-Institut e.V. im Rahmen des Projekts scale-up!. Dabei wird untersucht, wie sich die Beschaffung von Vorfeldfahrzeugen mit elektrischen Antrieben von ihrer Produktion über die Energieversorgung bis hin zur Entsorgung der Batterie auf Umwelt und Wirtschaftlichkeit auswirken.
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In Stuttgart im Einsatz: Neuer Elektro-Gepäckschlepper mit Lithium-Ionen-Batterie

Quelle: Flughafen Stuttgart

ADV: Deutschen Flughäfen wollen ihre Vorreiterrolle beim Lärmschutz weiter ausbauen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Berlin, 26. April 2017: Der Schutz der Anwohner vor Fluglärm steht bei den Betreibern der deutschen Flughäfen ganz oben auf der Agenda. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten die Vorgaben des Fluglärmschutzgesetztes aus dem Jahr 2007.

Das Gesetz sieht zwei Tagschutzzonen und eine Nachtschutzzone mit Schutzzielen vor. Werden diese überschritten haben die Anwohner Anspruch auf Schutzmaßnahmen, etwa den Einbau von Lärmschutzfenstern.
Das Fluglärmschutzgesetz soll in diesem Jahr überprüft werden. Neuste Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung bestätigen das hohe Schutzniveau des bestehenden Fluglärmschutzgesetzes. Eine aktuelle Studie der Berliner Charité unterstreicht dies. Aus Anlass des 20. internationalen Tags gegen Lärm erklärt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel: „Einen Bedarf für eine gesetzliche Neuregelung des Fluglärmschutzgesetzes oder gar für eine Verschärfung der Grenzwerte ist nicht gegeben.“
Gleichzeitig möchten die deutschen Flughäfen ihre Vorreiterrolle in Europa beim Lärmschutz weiter ausbauen. „Die lärmabhängigen Landeentgelte der Flughäfen belohnen den Einsatz der leisesten Flugzeuge. Airlines, die noch lautere Flugzeugmodelle im Einsatz haben, müssen immer tiefer in die Tasche greifen, wenn sie an deutschen Flughäfen starten oder landen wollen“, so Beisel.
Auch von der Politik verlangen die Flughafenbetreiber Unterstützung. „Wirtschaftlich gesunde Airlines können sich moderne Flugzeuge leisten. Deshalb gilt es, fiskalische Belastungen wie die Luftverkehrsteuer zurückzunehmen und durch staatliche Förderprogramme einen weiteren finanziellen Anreiz zur Modernisierung der Flugzeugflotte zu schaffen. Der wirksamste Lärmschutz setzt an der Quelle an“, unterstreicht Verbandschef Beisel.
Quelle: ADV

Luftfahrt-Verbände: Auf Nachhaltigkeit angelegte Luftfahrtpolitik gefordert

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Berlin, 31. März 2017: Industrie, Luftverkehrswirtschaft und Luftfahrtindustrie verlangen zur nachhaltigen Stärkung des Luftfahrtstandortes Deutschland einen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Das teilten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am Freitag in Berlin mit.

Gemeinsames Ziel der drei Verbände ist eine auf Nachhaltigkeit angelegte Luftfahrtpolitik. Es geht demnach um einen wettbewerbsfähigen Industriestandort Deutschland sowie Fortschritte im Klima- und Umweltschutz. Dafür braucht die Branche einen verlässlichen und fairen Rahmen.

BDL-Präsident Stefan Schulte: „Die deutsche Luftfahrtindustrie produziert hochinnovative Flugzeuge, die führend sind bei Qualität und Umweltschutz. In der Praxis kommen diese Innovationen aber nur an, wenn die Fluggesellschaften auch die Investitionskraft haben, um diese Produkte kaufen zu können. Hierzu brauchen unsere Fluggesellschaften und Flughäfen faire und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dafür brauchen wir eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure, die in Deutschland Luftfahrt verantworten und gestalten. Was bislang jedoch fehlt, ist eine gemeinsame industriepolitische Initiative von Bund, Ländern, Luftfahrtindustrie, Luftverkehrswirtschaft und Gewerkschaften zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Nur so sichern wir für unsere Unternehmen die Investitionskraft, um effizientere, leisere und umweltfreundlichere Technik zu betreiben.“

In diesem Zusammenhang haben BDI, BDL und BDLI eine umfangreiche Bestandsaufnahme vorgelegt. Diese enthält auch Handlungsempfehlungen für die 19. Legislaturperiode der Bundesregierung. Dazu gehören:

  • Ausbau der Forschungsförderung für hochinnovative Spitzentechnologie
  • Abschaffung der Luftverkehrsteuer
  • Übernahme von Kosten der Luftsicherheit durch die öffentliche Hand
  • Bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Flughafeninfrastruktur und keine weiteren Betriebsbeschränkungen
  • Förderprogramm für private Investitionen in leiseren und energieeffizienteren Luftverkehr in Deutschland
  • Regelmäßige Bund-Länder-Konferenz mit Bundes- und Landespolitik, Luftfahrtunternehmen und Gewerkschaften

Quelle: BDL


 

Erneuerbare Energien: Anteil im Verkehrssektor leicht gesunken

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Wachstum der Erneuerbaren insgesamt deutlich verlangsamt

 
Dessau-Roßlau, 27. März 2017: Das Wachstum bei den erneuerbaren Energien fiel im Jahr 2016 deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Das zeigt die erste offizielle Schätzung für 2016 der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) am Umweltbundesamt (UBA). 
Die Nutzung von Energie aus Sonne, Wind und Co ist 2016 zwar voraussichtlich leicht gestiegen. Da aber der Energieverbrauch insgesamt ebenfalls gestiegen ist, fällt die Bilanz der Erneuerbaren in allen drei Sektoren (Strom, Wärme und Verkehr) moderat bis negativ aus.
Besonders im Stromsektor kann von einer im Vergleich zu den Vorjahren sehr mäßigen Entwicklung ausgegangen werden: Zwar wurde im vergangen Jahr insgesamt etwas mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als noch 2015. Da im gleichen Zeitraum aber auch die fossile Stromerzeugung leicht zugelegt hat, stieg der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung nur marginal von 31,5 auf 31,7 Prozent an.
Das Wachstum der erneuerbaren Stromerzeugung wird dabei hauptsächlich von der Wasserkraft und gestiegener Stromproduktion aus Biomasse getragen. Trotz einer wachsenden Anzahl von Solaranlagen und Windrädern wurde im Jahr 2016 witterungsbedingt weniger Strom aus Sonne und Wind erzeugt als noch im Vorjahr.
Im Wärme- und Verkehrssektor zeigten sich die erneuerbaren Energien im Jahr 2016 in etwa auf Vorjahresniveau. Beim Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte sank der Anteil der erneuerbaren Energien gegenüber dem Vorjahr leicht von 13,5 auf 13,4 Prozent. Dabei stieg die absolute Nutzung erneuerbarer Energieträger für Wärmezwecke merklich an – gleichzeitig stieg in etwa gleichem Maße aber auch die Nutzung der konventionellen, fossilen Energieträger. Auch der Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor sank leicht um 0,1 auf nunmehr 5,2 Prozent.
Quelle: Umwelt-Bundesamt

DLR: Größte künstliche Sonne der Welt eingeweiht

Nachhaltige Luftfahrt

Synlight  – Neue Forschungsanlage zur Energiewende

Jülich, 23. März 2017:  Die größte künstliche Sonne der Welt scheint beim DLR in Jülich. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel nahm gemeinsam mit Dr. Georg Menzen (BMWi) und Prof. Dr. Karsten Lemmer, Vorstand für Energie und Verkehr des DLR, die neue Forschungsanlage „Synlight“ in Betrieb. Mit der Anlage sollen unter anderem Produktionsverfahren für solare Treibstoffe, wie beispielsweise Wasserstoff, entwickelt werden.

In dem dreistöckigen Synlight-Gebäude strahlen insgesamt 149 Xenon-Kurzbogenlampen. Zum Vergleich: in einem großen Kinosaal wird die Leinwand durch eine einzelne Xenon-Kurzbogenlampe bestrahlt. Die Wissenschaftler können die Strahler auf eine Fläche von 20 mal 20 Zentimeter fokussieren. Trifft die Strahlung der Lampen mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt dort auf, hat sie die bis zu 10.000 fache Intensität der Solarstrahlung auf der Erde. Im Fokus der Lampen entstehen Temperaturen bis zu 3.000 Grad Celsius. Diese Temperaturen nutzen die Forscher um nachhaltige Treibstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff herzustellen.

Wasserstoff gilt als der Treibstoff der Zukunft. Er verbrennt ohne dabei Kohlendioxid (CO2) abzugeben. Die Herstellung von Wasserstoff durch Aufspalten des weltweit verfügbaren Rohstoffs Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff bedarf einer großen Menge Energie. Diese kann von der Sonne bereitgestellt werden. „Erneuerbare Energien bilden zukünftig das Rückgrat für die weltweite Energieversorgung“, betont DLR-Vorstand Lemmer die Relevanz intensiver Forschungen zur alternativen Energiegewinnung. „Solar erzeugte Kraft-, Treib- und Brennstoffe bieten große Potentiale für die Langzeitspeicherung, die Erzeugung chemischer Grundstoffe und die Reduzierung von CO2-Emissionen. Synlight gibt unseren Forschungen auf diesem Gebiet Rückenwind.“

Da die Sonne in Mitteleuropa selten und unregelmäßig scheint, ist für die Entwicklung von Produktionsverfahren solarer Treibstoffe eine künstliche Sonne das Mittel der Wahl. Bei den Synlight-Versuchen können Schlechtwetterperioden und schwankende Strahlungswerte die Tests und ihre Auswertung nicht erschweren oder verzögern. Das Forschungszentrum Jülich bietet zudem mit seiner Infrastruktur, darunter auch der Solarturm Jülich und das wissenschaftliche Umfeld, ideale Bedingungen für innovative Entwicklungen in der Solartechnik. Eine Verlagerung von Forschungsanlagen in sonnenreichere Regionen verspricht lediglich auf den ersten Blick günstigere Bedingungen, da auch dort die Sonne niemals mit derselben Intensität scheint. Aber genau das ist wichtig für gleichbleibende Testbedingungen, die schnell und exakt reproduziert werden können. Das wiederum ist die Voraussetzung für die Realisierung schneller Innovationszyklen.

Am DLR-Institut für Solarforschung ist die Herstellung von Wasserstoff mit Hilfe von Solarstrahlung bereits vor Jahren geglückt, allerdings lediglich im Labormaßstab. Damit solche Prozesse für die Industrie interessant werden, muss der Maßstab deutlich vergrößert werden. Genau das ist das Ziel von Synlight. Im Fokus der Forschungsarbeiten steht die solare Treibstoffherstellung, doch die neue Anlage kann für eine Vielzahl weiterer Anwendungen eingesetzt werden. Da das Spektrum der UV-Strahlung dem der Sonne gleicht, können beispielsweise auch Alterungsprozesse von Materialien zeitlich gerafft dargestellt werden. Ein interessanter Aspekt, sowohl für die Raumfahrt, als auch für die Industrie insgesamt.

„Synlight füllt eine Lücke in der Qualifizierung solarthermischer Komponenten und Prozesse“, erklärt Dr. Kai Wieghardt, der den Aufbau der Anlage maßgeblich betreut hat. „Die neue künstliche Sonne steht zwischen den Anlagen im Labormaßstab, wie dem Hochleistungsstrahler im DLR in Köln und den großtechnischen Anlagen wie dem Solarturm hier in Jülich.“
Für die Experimente stehen den Nutzern der Anlage drei Bestrahlungskammern zur Verfügung. Die notwendigen Lampen werden, je nach Bedarf, gebündelt, oder flächig auf den Testaufbau ausgerichtet. Mit den drei Kammern können mehrere Experimente zeitgleich vorbereitet und die Anlage optimal ausgelastet werden.

Nachhaltige Luftfahrt: Die größte künstliche Sonne der Welt

Freude über neue Forschungsanlage: 149 Hochleistungsstrahler können gebündelt ein Vielfaches der Sonnenstrahlung erzeugen. Ziel ist die Entwicklung neuer Verfahren zur Produktion nachhaltiger Treibstoffe. Foto: DLR

Quelle: DLR


 

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